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Ein Steuerberater erzählt: "Finanzbeamte zu überzeugen, macht Spaß"
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Wie kommt jemand dazu, sich jeden Tag freiwillig mit Steuererklärungen zu beschäftigen? Ein Steuerberater berichtet von den schönen Seiten seines Jobs - und warum graue Haare von Vorteil sind.

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#dc93 26.01.2018, 07:23
1. Arbeitsecke im Flur

Dieses Beispiel des StB zeigt, dass es in vielen Fällen gar nicht fachlich zur Sache geht, sondern die StB einfach irgendeinen Mist erzählen. In diesem Fall sogar eindeutig entgegen der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs. Dass zB Finanzämter der Arbeit nicht mehr Herr werden, da sie sich mit solchen StB auseinandersetzen müssen und für Unmut bei denen sorgen, die ein sachlich begründetes Anliegen haben, verwundert nicht...

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hersp58 26.01.2018, 07:26
2. die andere Seite

Den Verwaltungsmenschen ist ebenfalls ein Vergnügen, so manchen Berater auf die Gesetzesebene herunter zu holen. Mit Flurecken als Arbeitszimmer lässt sich so schnell keiner übertölpeln.

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mirdochwurscht 26.01.2018, 07:26
3. Steuern vereinfachen

Wenn das ganze Steuerkonstrukt endlich mal vereinfacht werden würde , müsste man nicht auch noch die Steuerberater mitdurchfüttern.
Andererseits leben diese auch von der Faulheit vieler Bürger . Die Steuererklärung bekommt heute auch eine gute Steuersoftware hin. Gut evtl. verschenkt man mal nen Hunderter, aber immer noch günstiger als der Berater.
Aber Aussagen „wie verkaufe ich die Arbeitsecke als Büro „ lassen mich staunen da es hier meines Wissens eine klare Rechtssprechung gibt.

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maphry 26.01.2018, 07:58
4. Steuerberater umgehen macht auch Spass

Den Steuerberater zu umgehen, indem man sich selbst einarbeitet macht auch Spass. Klar, dank unserem viel zu komplexen Steuersystem kaum für jedermann zu bewerkstelligen, aber man trifft entscheidungen bewusster. Schliesse ich Riesterrente ab oder ist mir der Ertrag es nicht wert mich Stundenlang in die Rechtslage einzuarbeiten. Doppelbesteuerungsabkommen sind ein besonderer Spass, wenn das Ausland eine Rolle spielt. Es wird Zeit, dass Steuersystem so zu vereinfachen, dass Steuerberater schlichtweg arbeitslos werden.

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steppenwolff 26.01.2018, 08:35
5.

Zitat von maphry
Den Steuerberater zu umgehen, indem man sich selbst einarbeitet macht auch Spass. Klar, dank unserem viel zu komplexen Steuersystem kaum für jedermann zu bewerkstelligen, aber man trifft entscheidungen bewusster. Schliesse ich Riesterrente ab oder ist mir der Ertrag es nicht wert mich Stundenlang in die Rechtslage einzuarbeiten. Doppelbesteuerungsabkommen sind ein besonderer Spass, wenn das Ausland eine Rolle spielt. Es wird Zeit, dass Steuersystem so zu vereinfachen, dass Steuerberater schlichtweg arbeitslos werden.
Das Steuersystem wird niemals so sehr vereinfacht werden, dass es die Berater nicht braucht.
Viele vergessen: Ein einfaches Steuersystem macht auch die Steuervermeidung sehr einfach. Viele Regelungen existieren ja nur, um Steuervermeidung auszubremsen.
Und für die Erklärung eines einfachen Arbeitnehmers braucht niemand mit einer durchschnittlichen Intelligenz einen Steuerberater. Anders sieht das aber bei Unternehmern und Selbstständigen aus. Für die ist es einfach eine Frage des Outsourcings. Die Erklärung selbst zu erledigen, dauert einfach zu lange und ist dadurch am Ende teurer.

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Cpt. Miller 26.01.2018, 08:44
6.

Viel interessanter sind meiner Meinung nach die Ebenen darunter: Steuerfachangestellter und Steuerfachwirt.
Da hat man alle Vorteile des Berufsstands, Aufwand und Verantwortung halten sich aber in Grenzen. Dafür ist der Arbeitsmarkt ein Traum und es braucht's nicht mal graue Haare :)

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observerlbg 26.01.2018, 08:55
7. Ja, geiler Beruf.....

...wenn man sehr gute soziale Kompetenz und reichlich Resilenz besitzt. Meine Liebste arbeitet "nur" als Steuerfachangestellte, bekommt den Wahnsinn im Notariatsbüro aber jeden Tag mit. Und wenn man in die Stellenanzeigen sieht, werden dort seit Jahren immer wieder Pflegekräfte und Steuerfachangestellte gesucht. Und nein, auch mit einer FDP in der Regierung werden die Steuergesetze nur noch komplizierter, nicht einfacher. Und die Mandanten, die sparen wollen und lieber für ihr Unternehmen selbst die Bilanz erstellen, kommen spätestens nach der ersten Buchprüfung des Finanzamtes reumütig zurück. Es ist oft tatsächlich die Kommunikation zwischen Steuerberater und Finanzamt, die den Unterschied macht. Der Unternehmer hat eher wenig Erfahrung mit den Steuerprüfern ;-) Also die Zukunft für diesen Berufsstand ist in Deutschland gesichert.

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lupidus 26.01.2018, 09:07
8.

Zitat von mirdochwurscht
Wenn das ganze Steuerkonstrukt endlich mal vereinfacht werden würde , müsste man nicht auch noch die Steuerberater mitdurchfüttern. Andererseits leben diese auch von der Faulheit vieler Bürger . Die Steuererklärung bekommt heute auch eine gute Steuersoftware hin. Gut evtl. verschenkt man mal nen Hunderter, aber immer noch günstiger als der Berater. Aber Aussagen „wie verkaufe ich die Arbeitsecke als Büro „ lassen mich staunen da es hier meines Wissens eine klare Rechtssprechung gibt.
Die Steuersoftware sagt mir aber nicht, was ich wo eintragen darf. Meiner Phantasie an absetzungswürdigen Posten sind quasi keine Grenzen gesetzt und ich hätte keine Skrupel diese auch einzutragen. Mein Steuerberater holt mich dann regelmäßig zurück auf den Boden der Tatsachen. Und verschenkt ist das Honorar überhaupt nicht, denn es kann bei der Steuererklärung abgesetzt werden.

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lupidus 26.01.2018, 09:09
9.

Zitat von steppenwolff
Das Steuersystem wird niemals so sehr vereinfacht werden, dass es die Berater nicht braucht. Viele vergessen: Ein einfaches Steuersystem macht auch die Steuervermeidung sehr einfach. Viele Regelungen existieren ja nur, um Steuervermeidung auszubremsen. Und für die Erklärung eines einfachen Arbeitnehmers braucht niemand mit einer durchschnittlichen Intelligenz einen Steuerberater. Anders sieht das aber bei Unternehmern und Selbstständigen aus. Für die ist es einfach eine Frage des Outsourcings. Die Erklärung selbst zu erledigen, dauert einfach zu lange und ist dadurch am Ende teurer.
Ich sehe das umgekehrt: ein einfaches Steuersystem erschwert hingegen das Umgehen der Steuer, weil es einfach keine zig Ausnahmen gibt. Da schafft man Steuervergünstigungen für gewisse Bereiche, diese werden dann von anderen genutzt, von denen man es nicht wollte.

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