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Eine Bestatterin erzählt: "Eine Leiche fühlt sich an wie eine kalte Speckschwarte"
DPA

Diese Gerüche! Eine Bestatterin erzählt, wie sie Ekel und Schrecken vor dem Tod verloren hat, worauf es im Umgang mit den Hinterbliebenen ankommt - und welches ihr schlimmstes Erlebnis mit einer Leiche war.

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Softship 08.06.2017, 09:26
20.

Zitat von HaPee
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und die von Leichen? Natürlich auch. Die Schwätzerin hat ihren Beruf verfehlt, SPON eine Grenze zur pietätlosen Berichterstattung wie ein Trampeltier überschritten. Respektlos und überflüssig. Aber was tut man nicht alles für Klicks und Auflage. Antwort: Alles!
Die Überschrift war "Click Bait" . mehr nicht - hätte m.E. so nicht sein müssen. Das hat nicht die Bestatterin zu verantworten, sondern SpOn. Aber die Berichterstattung war nicht "pietätlos".
Es scheint, dass Sie einfach nicht mit dem Gedanken zurecht kommen, dass auch Sie, wie wir alle, eines Tages auch den hier beschriebenen Weg und Zustände der Verstorbenen gehen müssen.

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OhMyGosh 08.06.2017, 09:45
21. Danke

für diesen offenherzigen Bericht. Da wir alle einmal in welcher Form auch immer bestattet werden müssen, ist es zumindest tröstlich zu erfahren, dass der eigene Leichnam respektvoll behandelt werden kann, auch wenn das, was wir "Persönlichkeit" nennen, eben diesen verlassen hat. Rituale haben in allen Kulturen etwas Tröstliches, Halt gebendes und erleichtern den Hinterbliebenen den schmerzlichen Verlust ein wenig. In dem Zusammenhang eine selbst erlebte, anekdotenhafte Begebenheit: Als unser innigst geliebter Vater und Großvater von den Bestattern im Sarg aus der Aufbahrungshalle des Krankenhauses mit sehr viel Ernst und in völliger Stille zum Leichenwagen getragen wurde, rutschte der Sarg beim Einladen ab und polterte zu Boden. Und wir mussten aus welcher Hysterie heraus auch immer laut lachen, denn uns war, als hätte unser humorvoller Verstorbener noch einen letzten Scherz gemacht, als wollte er noch ein letztes Mal signalisieren:" Alles nicht so schlimm, alles wird gut!" Die Trauer lauert immer noch irgendwo im Hinterhalt, aber diese Erinnerung besänftigt sie.

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suppenkoch 08.06.2017, 09:49
22. Karrierspiegel

Bitte mal gucken, unter welcher Rubrik der Text veröffentlicht wurde: Karrierespiegel. D.h. hier beschreiben Menschen, was sie in ihrem Beruf erleben, um anderen einen Einblick zu gewähren. Und zu einem Bestatter gehören eben auch die nicht so schönen Dinge, um die er oder sie sich kümmern muss. Daher hat dieser Artikel alles richtig gemacht. Klar, manche Menschen wollen das nicht verstehen und werden dann beleidigend. Dazu kann man nur sagen: am besten einfach ignorieren und sich nicht darüber ärgern. Im Internet trifft man auf Menschen, denen man im "echten Leben" nicht vorgestellt werden möchte. Ist eben so.

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Kurbelradio 08.06.2017, 10:11
23.

Also Kommentare gibt es hier...das macht mich doch fassungslos. Da wird von Pietätslos bis Clickbait alles mögliche behauptet. Ich arbeite mit sterbenden Menschen und man kann sagen: wir duften alle nicht nach Blümchen. Der Tod ist täglich gegenwärtig. Da wird gestorben was das Zeug hält aber wissen will es keiner, sehen sowieso nicht und sich drum kümmern auch nicht. Ja man darf noch nicht mal was dazu sagen - da wird die Berichterstatterin als Schwätzerin beleidigt. Das zeigt aber die Haltung unserer Gesellschaft, mit dem Tod umzugehen - am besten gar nicht. Ich erinnere mich an einen Fall, wo Leute in Deutschland demonstrierten, weil in ihrer Nachbarschaft ein Hospiz gebaut werden soltel. Sterben hat man gefälligst unsichtbar. Und geruchlos.
Und dann auch noch zu fragen, wie so jemand riecht, der sich damit beschäftigt, ist doch wirklich das allerletzte. Aber meine Erfahrung mit Menschen: jeder kommt dran. Auch die Ignoranten.

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superbiti 08.06.2017, 10:14
24.

Zitat von Shulma Shmoller-Shmopp
Kontrollverlust ist immer würdelos. Auch bei der Lektüre. Wenngleich es richtig ist, dass solche Blicke durchs Schlüsselloch in der Regel nichts mit Würde zu tun haben. Der Splatter zum Ende desavouiert dann doch das eine: die Schwätzerin.
aha. da erzählt jemand von seinem schlimmsten erlebnis im beruf und das ist für sie schon schwatzen? eine merkwürdige vorstellung haben sie da. vielleicht sollten sie nicht alles mit negativen vorzeichen beginnend betrachten, wenn etwas lesen. ihre erwartungshaltung, sich wieder einmal künstlich empören zu können, wird sich dann aber nicht mehr erfüllen.

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Analog 08.06.2017, 10:18
25. Ja, wonach riechen die den nun?

Zitat von rambazambah
Bitte nicht falsch verstehen, aber mal ehrlich: eine Wurstfachverkäuferin riecht nach der Arbeit nach Wurst, ein Tierarzt nach Hund, ein Bauarbeiter nach Zement und eine Bestatterin?
Nach Erde? Streng süßlich? Oder sollte es eventuell doch so sein, dass durch moderne Sanitäre Anlagen, (Badezimmer) man den Beruf nicht mehr erschnüffeln kann...
*Kopfschütteln*

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fridericus1 08.06.2017, 10:19
26. Vor zwei Jahren ...

... ist meine Mutter verstorben. Die Familie war beim Tod dabei, wir haben dann den Bestatter gerufen und gemeinsam gewartet. Meine tote Mutter wurde dann vor unseren Augen in einem schwarzen Plastiksack (!!!) abtransportiert. So viel zum Thema Pietät.

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gaerry 08.06.2017, 10:26
27. Die Beschreibung

stimmt genau. 1 x mal habe ich das selber gespürt, bei einem wirlich von mir geliebten Menschen. Ich kann nicht erkennen, dass die Beschreibung in irgend einer Form einer Würde widerspricht. Es ist, wie es ist.

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Cugel 08.06.2017, 10:40
28. Verdrängung

Zitat von HaPee
Die Würde des Menschen ist unantastbar. Und die von Leichen? Natürlich auch. Die Schwätzerin hat ihren Beruf verfehlt, SPON eine Grenze zur pietätlosen Berichterstattung wie ein Trampeltier überschritten. Respektlos und überflüssig. Aber was tut man nicht alles für Klicks und Auflage. Antwort: Alles!
Sie können den Tod noch so sehr tabuisieren und verdrängen, es wird Ihnen trotzdem nichts nützen.

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sponcon 08.06.2017, 11:00
29. Das ist aber von Bestatter ...

Zitat von fridericus1
... ist meine Mutter verstorben. Die Familie war beim Tod dabei, wir haben dann den Bestatter gerufen und gemeinsam gewartet. Meine tote Mutter wurde dann vor unseren Augen in einem schwarzen Plastiksack (!!!) abtransportiert. So viel zum Thema Pietät.
... zu Bestatter unterschiedlich.
Vielleicht lag es auch an den Räumlichkeiten.
Als mein Großvater starb wollte das Bestattungsunternehmen ihn im Sarg aus seiner Wohnung bringen. Es klappte nicht, der Sarg passte nicht zu dem etwas verwinkelten Haus. Sie mussten ihn wieder auspacken und vor der Tür wieder einsargen. Wo ist das Problem?
Wo ist ein Plastiksack ein Problem? Problem wäre für mich, wenn mein Großvater vom den Angestellten des Bestatters angepackt wurden wäre und einfach im oder auf einem Fahrzeug verstaut wurden wäre.

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