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Eine Bibel für alle: Sendlinge Satans
AKG

Aus Machtkalkül hielt die Kirche des späteren Mittelalters den Text der Bibel von Laien fern. Doch der Siegeszug volkssprachlicher Übersetzungen war nicht zu stoppen.

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deglaboy 25.12.2014, 21:47
10. Noch heute...

kann man sich ordentlich Ärger einhandeln, wenn man selbst in der Bibel liest, sich mit Sekundärliteratur philologischer und historischer Natur auseinandersetzt und dann den Kirchgängern einige Fakten aus dem Original vorhält. Nichts wird mehr verteidigt, als die Süße der falschen Idylle.

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hmutt 25.12.2014, 21:47
11. Das Problem

Ich kenne Leute, die glauben jedes Wort ihrer Bibel als direkte Aussage Gottes. Das Resultat ist ein naiver, fundamentalistischer Glaube, der keinem gesunden Menschenverstand zugänglich ist und der nur durch die ABWESENHEIT und ABLEHNUNG von Wissen um Fakten blühen kann. Die Ironie an der Geschichte, oder die Tragödie, je nachdem wie man es sehen will, ist, dass die Bibel dieser Leute eine Übersetzung einer Übersetzung einer Übersetzung ist. Der Sinngehalt ist teils bewusst, teils unbeabsichtigt verfälscht, selbst mit dem Anspruch, Gottes Wort zu sein (der gar nicht besteht) liest man nicht mehr die richtigen Texte. Mal ganz abgesehen davon ist der offizielle Kanon der biblischen Texte nur eine Auswahl der ursprünglich im Altertum im Umlauf befindlichen Erzählungen. Wer also tatsächlich die Bibeltexte lesen und verstehen will, müsste altorientalische Geschichte studieren und unter anderem altes Hebräisch, Aramäisch, Griechisch, Lateinisch und am besten noch ein paar andere der Sprachen aus dem Zweistromland und vom Nil lernen, fliessend versteht sich. Theologie nennt sich das dann. Ohne Kontext und ohne die richtigen Sprachkenntnisse ist das ganze nämlich nur eine Ansammlung von ulkigen, nichtssagenden Geschichtchen. Im Islam ist die Konsequenz in der Hinsicht eigentlich ganz logisch. Nur das arabische Original des Koran ist das wahre Wort Gottes. Dass das Ergebnis noch schlimmere fundamentalistische Idioten hervorbringt, ist natürlich ebenfalls tragisch, oder ironisch, je nachdem...

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cs01 25.12.2014, 21:53
12.

Zitat von global player
Die Tatsache, dass die Bibel "Irrtumer" enthält, ist der eindeutige Beweis, das sie nicht "Das Wort des lebendigen Gottes", der ja allwissend sei, sein kann. Dieses Büchlein wird also seit langem völlig überschätzt.
1. Die Fehler waren in der Übersetzung, nicht im Original.

2. Die Bibel ist nicht das Wort Gottes, sondern eie Sammlung von Schriften unterschiedlicher Autoren. Dort wird teilweise zwar Gott zitiert, aber von fehlbaren Menschen, bzw. von Menschen mit bestimmten Ziele und Absichten. Nicht umsonst wird bei Bibelzitaten immer der Autor und teilweise auch die Adressaten der Stelle genannt.

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widower+2 25.12.2014, 22:08
13. BestSELLER

Zitat von global player
Die Liste der meistverkauften Bücher aller Zeiten wird von den "Harry Potter" Geschichten angeführt, gefolgt vom "Da Vinci Code" und dem Sex-Roman "Fifty Shades of Grey". http://www.theguardian.com/news/datablog/2012/aug/09/best-selling-books-all-time-fifty-shades-grey-compare
Was den Verkauf angeht, haben Sie wohl recht. Was die gedruckten Exemplare angeht, erreichen die von Ihnen genannten Werke zusammen nicht einmal ein Zehntel der gedruckten Bibelexemplare. Leider!

Die Bibel wird eben kaum verkauft, sondern verschenkt, ausgelegt und armen Menschen zwangsweise aufgedrückt.

Im Arrest bei der Bundeswehr darf man zum Beispiel nichts lesen, außer der Bibel.

In der Untersuchungshaft gibt es teilweise ähnliche Regeln.

Die Bibel darf man im "christlichen Abendland" immer und überall und unter allen Umständen lesen.

Jedes der von Ihnen genannten Werke ist aber interessanter, literarisch hochstehender und enthält mehr Wahrheit!

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global player 25.12.2014, 22:11
14.

Zitat von cs01
2. Die Bibel ist nicht das Wort Gottes, sondern eie Sammlung von Schriften unterschiedlicher Autoren. Dort wird teilweise zwar Gott zitiert, aber von fehlbaren Menschen, bzw. von Menschen mit bestimmten Ziele und Absichten. Nicht umsonst wird bei Bibelzitaten immer der Autor und teilweise auch die Adressaten der Stelle genannt.
Da die Bibel so ein Sammelsurium von angeblichen Zitaten, Hinzudichtungen und Veränderungen unterschiedlichster Autoren ist, weiß eben im Endeffekt niemand mehr, was in diesem Buch nun tatsächlich stimmt und was erfunden wurde. Also ist sie als göttliche Referenzquelle überhaupt nicht zu gebrauchen.

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udo46 25.12.2014, 22:11
15.

Zitat von cs01
1. Die Fehler waren in der Übersetzung, nicht im Original. 2. Die Bibel ist nicht das Wort Gottes, sondern eie Sammlung von Schriften unterschiedlicher Autoren. Dort wird teilweise zwar Gott zitiert, aber von fehlbaren Menschen, bzw. von Menschen mit bestimmten Ziele und Absichten. Nicht umsonst wird bei Bibelzitaten immer der Autor und teilweise auch die Adressaten der Stelle genannt.
1. Die Fehler wurden aber nicht korrigiert. Die Fehler mutierten somit zur christlichen Wahrheit.

2. Das begründet aber ja gerade das berechtigte Misstrauen gegenüber diesem Buch.

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seid-kritisch 25.12.2014, 22:27
16. Schön wäre gewesen, wenn der Autor

dargestellt hätte dass die Kirche das finstere Mittelalter verursacht hat. Als das Christentum Staatsreligion wurde, ging die römisch-katholische Kirche daran, alle öffentlichen Schulen zu schließen. Am Ende des sechsten Jahrhunderts gab es praktisch keine Schule mehr für den Adel und reiche Bürger.
Die höheren Kirchenleute hatten die Lese- und Schrifthoheit. Das Volk wurde dumm gehalten. Die Kenntnis der Bibel sollte als Bildung genügen. Auch Karl der Große konnte weder Lesen noch Schreiben. Durch das Christentum gingen 1000 Jahre Forschung und Fortschritt verloren.

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caecilia_metella 25.12.2014, 22:28
17. Letztlich

ist es einfach amüsant, zu beobachten, wie immer wieder versucht wird, GOTT abzuwerten.

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peregrinatio 25.12.2014, 23:42
18. Einfaches BILD

Es ist wirklich erstaunlich, dass sich auch Jahre, nach dem es genug fundierte neue Erkenntnisse und entsprechend zahlreiche wissenschaftliche Publikationen zu diesem Thema gibt, das alte Bild von Luther, der angeblich als erster die Bibel den Massen in Volkssprache zugänglich machte und dessen Auftreten das Ende des Mittelalters markiere, derart unreflektiert verbreitet. Jedermann zugängliche Bibeln in deutscher Sprache, die als Kettenbücher öffentlich auslagen und die keineswegs verboten waren, sind spätestens seit der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts bekannt. Nebenbei bemerkt, auch die Predigt in deutscher Sprache und Kanzeln sind keine Erfindung des Protestantismus, sondern der mittelalterlichen Bettelorden. Es gab nunmal kein plötzliches Ende des Mittelalters in Gestalt eines plötzlichen Geisteswandels durch einen Paukenschlag oder einem plötzlich einfallenden Lichtschein, erst recht nicht ausgelöst durch eine einzige Person. Es vollzog sich als allmähliche Wandlung, wie bei allen geschichtlichen Prozessen, die hier als eng verbunden mit dem Humanismus und den ökonomischen wie gesellschaftlichen Veränderung im 15. Jahrhundert begriffen werden muss und in deren Verlauf sich auch die Reformation vollzog, nicht umgekehrt. Daher sei hier noch einmal angemerkt: es gibt derzeit wohl keinen renommierten Historiker, für den Luther heute noch das Ende des Mittelalters markiert. Das ist ein seit Jahrzehnten abgelegtes Geschichtsbild, das auf dem konfessionellen Populismus des 19. Jahrhunderts beruht. Derart verkürzte schwarz-weiß-Bilder, die ja unglücklicherweise auch in der Betrachtung vergangener und aktueller politischer Geschehnisse immer wieder heraufbeschworen werden, bedienen und fördern eine einseitige und populistische Sichtweise beim Leser. Wer wirklich informieren will, muss sich auch vorher selbst gut und umfassend informieren – sonst betreibt man einfach nur allgemeine BILD-ungskultur.

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skoodge 26.12.2014, 00:24
19. Ein Buch sie zu knechten

Wenn die Kirchen nur halb so große Anstrengungen in die Prävention oder zumindest die Aufarbeitung von Kindesmissbrauch stecken würden wie in Rechtfertigungen, wieso dieses grausame und abartige Stück Literatur noch immer das Zentrum einer friedfertigen Religion sein soll, könnte man bestimmt Erfolge vermelden, die sogar von Menschen, welche zu logischem Denken fähig sind, gutgeheißen werden könnten..

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