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Eintritt in die Partei: "Liebe SPD, ich konnte nicht widerstehen"
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Mehr als 24.000 Menschen sind seit Neujahr in die SPD eingetreten, auch der ehemalige SPIEGEL-Redakteur Cordt Schnibben. Hier erklärt er seine Motive - und wie die Partei mit den Neuen umgeht.

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Politikübersetzer 12.02.2018, 11:41
1. Demokratie stärken ...

Demokratie stärken ist heute enorm wichtig. Man muss ein Zeichen gegen die Demokratiefeinde setzen. Dabei ist es im ersten Schritt egal, in welche Partei man eintritt. Wichtig ist, mitmachen, sich einmischen, seine Meinung äußern. Und nicht nur auf dem Sofa sitzen und laut schreien: "die sind ja alle blöd". So ist es eben nicht. Demokratie ist anstrengend.

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optional165 12.02.2018, 12:46
2.

"Bin ich jetzt schon zu sehr SPD-Mitglied, wenn ich die Mitgliederbefragung als beispielhafte Aktion sehe, um mehr Demokratie zu wagen? Als Chance, die zur Simulation von Demokratie erstarrte Parteienroutine aufzubrechen?"

Gelebte Demokratie begeistert, oder? Wieso sind Sie dann gegen eine Minderheitsregierung? Das wäre doch mal die Möglichkeit diese simulierte Demokratie aufzubrechen.

Ihre fünf Gründe für die große Koalition sind für mich auch nicht nachvollziehbar.
- Einige Punkte im Koalitionsvertrag sind "okay" lösen aber viele Probleme die sich angestaut haben nicht. Diese werden dann auf die nächste Generation fallen und vermutlich mit einer Hau-Ruck-Aktion wie Agenda 2010 gelöst.
- Erneuern in einer Koalition sehe ich sehr schwer, dazu sind Köpfe zu sehr an ihre Posten gebunden und können das leichter untergraben
- werden diese Ministerposten auch im Interesse der SPD-Mitglieder ausgeführt? War den dort z.B. die Europa-Politik schon thematisiert, dir erst nachdem Wahlkampf kam?
- der Koalition traue ich nicht zu Lösung zu finden, wie Sie es tun. Das zeigt sich in meinem Augen an den vielen Problemen die schon lange bekannt sind, aber nicht behoben werden
-"Geisterbahnfahrt zum Wohle aller Populisten" der Politikfrust führt zum Aufsteigen der Populisten, in einer Diskussionskultur wie bei einer Minderheitsregierung werden die Positionen der Parteien klarer und welche im Interesse des Wähler sind. Das wird natürlich anstrengend und teilweise in die Hose gehen. Aber ein aufschieben würde die Populisten nur stärken.

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Annabelle_ 12.02.2018, 12:48
3.

Politisch aktiv werden statt nur jammern, das ist lebendige Demokratie. Wir haben da seit Jahrzehnten Defizite bei großen Bevölkerungsgruppen, daher ist heute das Besitzbürgertum überrepräsentiert.

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Sportzigarette 12.02.2018, 13:13
4. zu 2)

Erstmal großes DANKE an Cordt, dass er jetzt einer von uns ist und danke, dass Du dem Koalitionsvertrag zustimmen wirst.

Zu 2) weil die CDU und die Kanzlerin eindeutig erklärt haben, dass Sie keine Minderheitenregierung machen werden, also gäbe es Neuwahlen mit ähnlichem Ergebnis. Davon mal abgesehen, ist Europa gerade wichtiger als die Befindlichkeiten der SPD und darum geht nunmal nur die GroKo. Und ich stimme ferner zu, man kann auch in einer Koalition immer wieder rausstellen, was man anders machen würde, wenn es andere Mehrheiten gäbe. Also, lieber jetzt einen Teil unserer Forderung durchsetzen und mitgestalten, als in der Opposition kluge Reden schwingen, aber nichts bewirken können. Also kommt alles zu uns in die SPD und macht mit!

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Kopf-Tisch 12.02.2018, 13:30
5. Katastrophentouristen

Die Mitglieder nochmal abstimmen zu lasen, zeigt eigentlich nur, wie wenig entschlusskräftig die derzeitige SPD-Spitze ist. Ginge es darum, dass die Partei in einer noch nie da gewesen Koalition einen deutlichen Kurswechsel machen müsste, wäre eine Nachfrage bei der Basis ja zu verstehen. Wenn die SPD so weiter macht, hängt sie bei der nä. Wahl irgendwo bei 15%.

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kabeljau2 12.02.2018, 13:36
6. sollte die koalition platzen,

sind neuwahlen keineswegs ausgemacht. das merkel will regieren! und neuwahlen würden ihre chancen auf eine 4. kanzlerinnenschaft nicht unbedingt steigen lassen. und so wie ich ihre kommentare gestern im zdf verstehe, ließe sie sich von steinmeier dann auch "überzeugen". es ist doch "zum wohle deutschlands". vom format her ist das alles schon keine operette mehr...

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Politikübersetzer 12.02.2018, 13:43
7. tja ...

Zitat von Kopf-Tisch
Die Mitglieder nochmal abstimmen zu lasen, zeigt eigentlich nur, wie wenig entschlusskräftig die derzeitige SPD-Spitze ist. Ginge es darum, dass die Partei in einer noch nie da gewesen Koalition einen deutlichen Kurswechsel machen müsste, wäre eine Nachfrage bei der Basis ja zu verstehen. Wenn die SPD so weiter macht, hängt sie bei der nä. Wahl irgendwo bei 15%.
tja, das ist schon eine komplizierte Sache mit der Demokratie? Da ist doch so ein Führer viel einfacher. Der sagt, wo es lang geht und alle rennen nach. Oder ist so eine Diktatur auch nicht so toll?
Und die Mitglieder befragen? Das finden sie wie die Springerpresse als überflüssig, schädlich? Tja, Natürlich ist sowas demokratisches den Konservativen nur schwer zu erklären.

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Politikübersetzer 12.02.2018, 13:47
8. ja sowas Verrücktes aber auch

ja sowas Verrücktes aber auch. Da lässt eine Partei tatsächlich die Parteimitglieder entscheiden, was die Partei machen soll. Das ist natürlich für viele Konservative zu viel an Demokratie. Wie kommt man nur auf so eine verrückte Idee?

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japhyryderson 12.02.2018, 14:00
9. Chapeau!

Sehr schöner Artikel von Cordt Schnibben. Sie lassen noch einmal revueartig Schlüsselmomente sozialdemokratischer Politik passieren und welche Bedeutung diese für Sie haben. Sehr nachvollziehbar. Ich neige auch dazu, dem Koaltionsvertrag zuzustimmen. Ich bin zu optmistisch veranlagt. Es gibt Gründe, die mich veranlassen zuzustimmen, die in Ihrem Artikel genannt werden. Viele Dinge im Vertrag stellen für mich Verbesserungen dar, ich möchte nicht, dass der Populismus in Form der AfD noch weiter zunimmt und ich sehe große globale Herausforderungen, für die ich mir eine starke Regierung anstatt einer Minderheitsregierung wünsche. Ja, die SPD ist in der Lage sich aus der Regierungsverantwortung heraus zu "erneuern". Ich finde mich in Ihrem Artikel wieder. Danke Herr Schnibben.

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