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"Emma"-Kampagne: Mit Prominenz gegen das "System Prostitution"

Von Margot Käßmann bis Wolfgang Niedecken: 90 Prominente fordern auf Initiative der Zeitschrift "Emma" das Ende der "modernen Sklaverei" in Deutschland. Konkretes Ziel: Eine Änderung des Prostitutionsgesetzes. "Emma"-Kampagne: Prominente unterzeichnen Brief gegen Prostitution - SPIEGEL ONLINE

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Trondesson 28.10.2013, 20:02
370.

Zitat von Bondurant
Müßig. Es ging einzig und allein darum, dass in diesem unseren Lande bestimmte "Sexarbeit" auch dann verboten ist, wenn die Betroffenen sie unstreitig freiwillig machen.
Ist sie eben nicht mehr. Woher haben Sie das?

Zitat von Bondurant
ja, das sagen die Prostitutionsgegner auch über ihren Bereich. Immerhin könnte man sich ja vorstellen, dass jemand vertraglich auf seine Menschenrechte verzichtet. Das geht aber nicht. Die - moralische - Frage ist, ob eine Prostituierte genau das zu tun versucht. Das ist das Diskussionsthema. Sie sagen nein, Schwarzer sagt ja. Und nun?
Jetzt wird es konfus. Sie meinen wahrscheinlich Prostitutionsbefürworter. Und nein, niemand verzichtet bei Zustandekommen eines solchen Geschäftes auf seine Menschenrechte, im Gegenteil! Die Prostituierte nimmt sie erst recht wahr, indem sie ihre Dienstleistung nur gegen eine entsprechende Gegenleistung zur Verfügung stellt.
Sie dagegen versuchen, anderen Ihre eigenen (offensichtlich etwas überholten) moralischen Wertvorstellungen aufzuzwingen und andere Definitionen der Moral als Ihre eigenen als ungültig zu erklären, ja, Sie gehen sogar so weit, sich anmaßen zu wollen, was ein Menschenrecht ist und was nicht.

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Trondesson 28.10.2013, 20:02
371.

Zitat von Bondurant
Müßig. Es ging einzig und allein darum, dass in diesem unseren Lande bestimmte "Sexarbeit" auch dann verboten ist, wenn die Betroffenen sie unstreitig freiwillig machen.
Ist sie eben nicht mehr. Woher haben Sie das?

Zitat von Bondurant
ja, das sagen die Prostitutionsgegner auch über ihren Bereich. Immerhin könnte man sich ja vorstellen, dass jemand vertraglich auf seine Menschenrechte verzichtet. Das geht aber nicht. Die - moralische - Frage ist, ob eine Prostituierte genau das zu tun versucht. Das ist das Diskussionsthema. Sie sagen nein, Schwarzer sagt ja. Und nun?
Jetzt wird es konfus. Sie meinen wahrscheinlich Prostitutionsbefürworter. Und nein, niemand verzichtet bei Zustandekommen eines solchen Geschäftes auf seine Menschenrechte, im Gegenteil! Die Prostituierte nimmt sie erst recht wahr, indem sie ihre Dienstleistung nur gegen eine entsprechende Gegenleistung zur Verfügung stellt.
Sie dagegen versuchen, anderen Ihre eigenen (offensichtlich etwas überholten) moralischen Wertvorstellungen aufzuzwingen und andere Definitionen der Moral als Ihre eigenen als ungültig zu erklären, ja, Sie gehen sogar so weit, sich anmaßen zu wollen, zu definieren, was ein Menschenrecht ist und was nicht.

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MutzurLücke 28.10.2013, 20:12
372. Schweigende MEHRheit???

Zitat von Whitejack
Na klar. Zwangsprostitution ist ja - logischerweise - auch besonders vertreten bei den Frauen, die kein Deutsch verstehen und die man daher auch nicht fragen kann. Wer aus Kiew hierher verschleppt wird, kriegt auf der Fahrt vermutlich keinen Deutschkurs.
Mag sein, ist aber kein irgendwie schlüssiges Argument für die Gegenthese. Hier im Forum haben sich zwei Damen aus dem Gewerbe zu Wort gemeldet und für sich und alle ihnen bekannten Kolleginnen bekundet, dass sie das freiwillig und gerne machen, und dass Zwangsprostitution nach ihrem Empfinden nicht die Rolle im Gewerbe spielt, die ihr von den Gegnern der Prostitution zugemessen wird. Das deckt sich mit den Äußerungen der Hurenverbände zu dem Thema.

Um jetzt dagegen das Wort für die "sprachlosen" Opfer von Zwangsprostitution erheben zu können, sollte man etwas mehr auf der Pfanne haben als die schwammige These, dass sie halt kein Deutsch sprechen. SIE wollen ein Verbot durchsetzen, also sind SIE am Zug, die Rechtfertigung dafür z. B. in Form von harten Beweisen für die Existenz überwältigender Zahlen von Zwangsprostituierten zu liefern. Ein wenig an den Argumenten der Gegenseite herumnölen und schwarzersche Glaubenssätze rezitieren reicht nicht.

Könnte es nicht auch sein, dass hier der alte Kreuzzug gegen den heterosexuellen Geschlechtsakt an sich fortgeführt wird, der Frau Schwarzer immer schon ein Dorn im Auge war und deshalb als uniform Frauen unterdrückende Machtgeste der Männer verunglimpft werden musste?

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veremont 28.10.2013, 20:16
373. Schwarze Emma

Haha die "Emma" und Alice Schwarzer.
Ok, es mag wirklich stimmen, dass in diesem Gewerbe viele Missstände herrschen und die sollte man unbedingt angehen. Bin ich voll auf der Seite der Emma.
Aber Prostitution verbieten und Freier an den Pranger stellen ist, sorry, dummes Gewäsch. Das ist genau das Niveau was man von billigen Magazinen für Leute ohne Anspruch auch erwartet. 90 Leute haben unterschrieben? Das ist ja lächerlich. Damit gewinnt man in der tiefsten "Provinz" nicht mal eine Bürgermeisterwahl. Also was soll uns das sagen? Dass die Stimmchen von "Prominenten" mehr zählen? Dass man mit solchen Aktionen wunderbar das eigene Schmierblatt bewirbt?
Glückwunsch, es hat geklappt. Fast hätte man die Emma und Frau Schwarzer wieder vergessen und jetzt wird hier seitenlang diskutiert. Verdammt - auch ich bin leicht manipulierbar aber ich habe immerhin noch die Chance, dass mein Post nicht veröffentlicht wird. Das passiert hier ja öfters. Scheinbar willkürlich. ;)

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Trondesson 28.10.2013, 20:20
374.

Zitat von xenoxx
Mit diesem Argument kann man Drogenhandel, Waffenschieberei und Sklaverei legitimieren. Es wird immer «Andersdenkende» geben, es wird immer die «moralische Überlegenheit» verhöhnend ins Feld geführt. Aber ohne stete moralische Neujustierungen ist eine Gesellschaft wohl kaum entwicklungsfähig.
Im Gegenteil. Erst wenn man den subjektiven Begriff Moral durch objektiven gesunden Menschenverstand ersetzt, ist eine Gesellschaft in der Lage, sich weiterzuentwickeln.
Und bevor Sie jetzt losprusten: nein, Drogenhandel, Waffenschieberei und Sklaverei werden durch gesunden Menschenverstand erst recht nicht legitimiert, wohingegen Moral im Auge des Betrachters liegt und auch durchaus für die Legitimierung dieser Mißstände herangezogen werden kann, was ja in einigen unrühmlichen Fällen auch in unserer eigenen Geschichte schon geschehen ist.

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Namal 28.10.2013, 20:28
375.

Zitat von trident
Zwangsprostitution ist heute schon illegal.
Blödsinn. Rechtlich ist die sogenannte Zwangsprostitution überhaupt nicht definiert. Es gibt die Vergewaltigung, Nötigung, Vreiheitsberaubung usw, jedoch keine Zwangsprostitution. Eine Frau, die Sex mit Männern hat und dabei die oben erwähnten Tatbestände nicht eintreten, tut es freiwillig! Da gibt es rechtlich garnichts zu missverstehen.

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Trondesson 28.10.2013, 20:33
376.

Zitat von kro
Ihre "logischen" Schlussfolgerungen sind völlig absurd. Aber wir können alle davon ausgehen, dass im Falle einer harten Bestrafung der Freier (wie in den USA, mit Demütigung und ggf. Veröffentlichung) die Prävalenz von Prostitution stark zurückgehen würde. Den den meisten deutschen Freiern dürfte es zwar ziemlich egal sein, ob sie gerade eine Zwangsprostituierte vergewaltigen, aber ob sie in ihrem Provinznest vor ihre Spießerfreunden/familienangehörign blamiert werden, das ist den wenigsten gleichgültig. Und mit weniger Prostitution würde wohl auch weniger Zwangsprostitution einhergehen, damit würde ich mich in unserem Land wohler fühlen, ich mag es nämlich nicht, wenn man andere foltert.
Das mögen Sie nicht? Dann hören Sie doch bitte auch auf, andere mit Ihren eigenen absurden Schlußfolgerungen zu foltern. Wenn man die Prostitution in die Illegalität abdrängt, nimmt sie ab? Wo sind Sie denn aufgewachsen? Das einzige, was passiert, ist, daß sie sich wieder dahin zurückzieht, wo man sie mit Mühe und Not erst vor kurzem hervorgezerrt hat: in den Untergrund.
Aber Hauptsache der Schein nach außen hin ist gewahrt, oder?

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MutzurLücke 28.10.2013, 20:43
377. Verständlich, aber nicht überzeugend

Zitat von Whitejack
Das ist nicht wahr - der Zuhälter drückt die Preise. Selbstbestimmte Prostituierte ohne Zuhälter sind sehr viel teurer - und daher nur wenig gefragt, weil nur für eine betuchte Klientel erschwinglich...
Ab einer gewissen Untergrenze würde ich Ihnen zustimmen, ansonsten sehe ich nicht, warum nicht auch selbstbestimmte Prostituierte ihre Preise den Marktverhältnissen anpassen sollten. Vergessen sie nicht, dass 30 Euro in etlichen Ländern ein Wochenlohn sind und diese 30 Euro auch nicht für zwei Stunden Höchstleistung, sondern im Zweifel für eine schnelle Nummer bezahlt werden. Der Umsatz kann sich auch dann noch sehen lassen, also warum nicht, wenn es nicht für Escort-Tarife reicht?

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich will Zwangsprostitution nicht kleinreden. Aber bislang sehe ich von denen, die ihren Lebensunterhalt tatsächlich mit Sex verdienen, eher nur die gegenteiligen Beschreibungen, verbunden mit der Bitte, doch den mit der Legalisierung gewährten Respekt und die soziale Sicherheit nicht wieder wegzunehmen. Deshalb frage ich mich, welche besonderen Kenntnisse Jene haben mögen, die jetzt diesen Praktikerinnen erklären, sie würden ihren Beruf völlig falsch einschätzen. Auf der Grundlage ist mir mit einem Haufen Mutmaßungen und apodiktischen Situationsbeschreibungen der Beweis für die Notwendigkeit eines Verbotes nicht erbracht.

Dass die Freier, die heute die Augen vor Zwangsprostitution schließen, das in Zukunft nicht mehr machen werden, ist im Übrigen natürlich eine Illusion. Hätten die sich so weit unter Kontrolle, könnten sie sich den Besuch im Puff im Zweifel gänzlich sparen. Insofern: Gerne besseren Schutz, gerne vor allem auch in ZUSAMMENARBEIT mit den freien Huren, die den Markt kennen und die zwangsprostituierte Konkurrenz wahrscheinlich auch nicht gebrauchen können.

Aber mit denen reden Alice & Co. gar nicht - weil ihnen die schiere Existenz freiwillig prostituierter Frauen bereits ein gewaltiger, der eigenen Ideologie widersprechender Dorn im Auge ist. Solche abgehobenen Besserwisser möchte ich dann aber auch nicht danach fragen, wie man das Problem denn nun pragmatisch angehen könnte - und wenn es einen Lebensbereich gibt, in dem Pragmatismus oberstes Gebot sein sollte, dann der.

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Thomas-R. 28.10.2013, 20:46
378.

Zitat von Whitejack
Das ist nicht wahr - der Zuhälter drückt die Preise. Selbstbestimmte Prostituierte ohne Zuhälter sind sehr viel teurer - und daher nur wenig gefragt, weil nur für eine betuchte Klientel erschwinglich.
Jene Damen könnten auch ohne Zuhälter, oder denen eine unterstützende Rolle im Geschäft zuweisen, also die Rollen umkehren wär de Chef ist.

Anstatt offen für alle zu sein, die vorbeikommen, könnten sie sich mit etwa 5 bis 20 oder 60 Stammkunden bescheiden. Vielleicht das muss sich ändern, ohne die gesamte Branche zu verbieten.

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curticurt 28.10.2013, 21:19
379. ProstG und die EU Osterweiterung

Da ja das ProstG an allem Schuld sein soll, hier zwei Zitate aus:
Zehn Jahre Prostitutionsgesetz und die Kontroverse um die Auswirkungen | bpb

"Oft erfolgt eine Gleichstellung von Sexarbeit und Menschenhandel. Es wird postuliert, zum Beispiel von der Zeitschrift "Emma", dass eine Entscheidung für Prostitution als Erwerbstätigkeit nie freiwillig sein kann.

Eine Zunahme von Sexarbeiterinnen und Sexarbeitern aus Bulgarien, Rumänien und Ungarn wird der "Legalisierung" der Prostitution durch das ProstG angelastet. Es wird davon ausgegangen, dass diese Opfer von Menschenhandel sind und geschlussfolgert, das ProstG würde die Bekämpfung des Menschenhandels erschweren, wenn nicht gar verhindern. Fakt ist, dass Veränderungen beim Zuzug von Sexarbeiterinnen/Sexarbeitern Auswirkungen der EU-Osterweiterung sind, die den Bürgerinnen und Bürgern weiterer Länder den legalen Aufenthalt in Deutschland gestattet. Sie haben also wenig mit dem ProstG zu tun. Aktuelle Befragungen von Sexarbeiterinnen aus Bulgarien und Rumänien weisen außerdem daraufhin, dass der weitaus größte Teil von ihnen aus freier Entscheidung zum Erwerb des Lebensunterhaltes der Prostitution nachgeht."

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