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Ernährung als Ersatzreligion: Esst doch, was ihr wollt
Vanessa Rees

Lowcarb, vegan, glutenfrei: Die Frage, was wir essen, ist politisch und ideologisch aufgeladen. Ausgerechnet der Verzicht soll glücklich machen. Wo bleibt der Genuss?

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outsider-realist 14.07.2017, 11:00
10.

Zitat von intschutschuna
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2014-05/vegane-ernaehrung-essen-fleischersatz Zeit-Artikel. Da wird endlich mal beschrieben, dass vegan nicht unbedingt gesund ist. Um die Eigenschaften von tierischen Produkten, sei des Ei oder Milch oder auch Fleisch zu imitieren, ist nämlich jede Menge Zusatzzeugs nötig, viele E-Nummern, Zucker und Geschmacksverstärker, sprich .....
Selbstverständlich bedeutet vegan nicht automatisch gesund.
Fleischersatz ist eben ein Fleischersatz. Das Fleisch wird durch Tofu oder Seitan ersetzt....die Zutaten (Gewürze und Geschmacksverstärker) sind nicht mehr gesund als bei der richtigen Wurst (oder glauben sie die Wurst hat den geschmack vom Fleisch?).
Es ist aber falsch vegan oder vegetarisch auf Fleischersatz zu reduzieren. Die vegetarische/ vegane Küche hat mehr zu bieten. Und wer auf die Chemieprodukte verzichtet, ernährt sich in der Tat gesünder. Hafermilch, Reismlich etc. sind übringens keine künstlichen Milchimitate.

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cabeza_cuadrada 14.07.2017, 11:08
11. Tja, Angebot und Nachfrage

Zitat von outsider-realist
Den Begriff Ersatzreligion höre ich immer wieder. Was hat das mit Religion zu tun, wenn ich rein aus ethischen Gründen kein Fleisch mehr essen möchte? Bei mir gibt es eben keine Weihnachtsgans, Sonntagsbraten, Osterlamm oder Fisch am Karfreitag (so viel zum Thema Religion :-) . Ich müsste schon .....
wenn vegetarische Gerichte so der Renner in Restaurants wären, würden die Restaurants diese auch vermehrt anbieten. Sind sie aber nicht. Sie glauben doch? Dann machen sie ein Restaurant auf.

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outsider-realist 14.07.2017, 11:39
12.

Zitat von cabeza_cuadrada
wenn vegetarische Gerichte so der Renner in Restaurants wären, würden die Restaurants diese auch vermehrt anbieten. Sind sie aber nicht. Sie glauben doch? Dann machen sie ein Restaurant auf.
Danke...ich bin aber beruflich schon ausgelastet. Leider haben sie meinen Beitrag nicht verstanden bzw. sie führen ihn ad absurdum.
Eigentlich bestätigen sie das, was ich geschrieben habe. Wie können vegetarische Gerichte in einem Restaurant ein Renner sein, wenn diese auf der Karte auf Nudeln mit Tomatensauce (wer geht deswegen in ein Restaurant) reduziert werden, jedoch gleichzeitig die besten vegetarischen Gerichte als Beilage zu Fleisch angeboten werden. Ohne Angebot keine Nachfrage.

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intschutschuna 14.07.2017, 12:00
13. Wenn Sie ohne

Zitat von outsider-realist
Selbstverständlich bedeutet vegan nicht automatisch gesund. Fleischersatz ist eben ein Fleischersatz. Das Fleisch wird durch Tofu oder Seitan ersetzt....die Zutaten (Gewürze und Geschmacksverstärker) sind nicht mehr gesund als bei der richtigen Wurst (oder glauben sie die Wurst hat den geschmack vom Fleisch?). Es ist aber falsch vegan oder vegetarisch auf Fleischersatz zu reduzieren. Die vegetarische/ vegane Küche hat mehr zu bieten. Und wer auf die Chemieprodukte verzichtet, ernährt sich in der Tat gesünder. Hafermilch, Reismlich etc. sind übringens keine künstlichen Milchimitate.
Ei backen wollen, müssen Sie Chemie verwenden. Sie müssen die Eigenschaften, die ein Ei hat, imitieren. Und das geht nur mit Chemie.
Und was die Wurst angeht: Vegane "Schittlauch-Leberwurst": Trinkwasser, Rapsöl, Erbsenproteinisolat (9%), Ballaststoffe: alpha-Dextrin, Inulin; Schnittlauch (3%), Kochsalz, natürliches Aroma, Gewürze, Stärke, fraktioniertes Erbsenmehl, Verdickungsmittel: Methylcellulose, Zucker, Emulgator: Lecithin, Karamell, Farbstoff: Eisenoxid.
Richtige Schnittlauch-Leberwurst: Schweinefleisch (46%), Schweineleber (27%), Speck, Schnittlauch (6%), Kochsalz, Gewürze, Gewürzextrakte, Emulgator: Lecithine, Zucker, Antioxidationsmittel: Ascorbinsäure, Konservierungsstoff: Natriumnitrit, Rauch.
Ergebnis: Deutlich weniger Zusatzstoffe zugunsten der normalen Wurst. Und ja, der Geschmack kommt vom Fleisch. Oder sehen Sie andere Aromastoffe?

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nametutnixzursache 14.07.2017, 12:12
14. Vieles aus dem Artikel stimmt, aber ...

er ist in einem Punkt absolut daneben (wie die gesamte Berichterstattung des Spiegel zum Thema Ernährung):
Trends wie "glutenfrei, obwohl keine Zölilakie" oder - das Schrägste überhaupt - Paleo sind mit der Frage veganer Ernährung dann und nur dann vergleichbar, wenn Veganer andere Motive als ethische haben. Die mir bekannten Veganer haben aber ausschließlich ethische Motive. Dass das damit ein Kult um den Verzicht gemacht wird, finde ich nicht. Man kann doch - in ebenso schöner Regelmäßigkeit - im Spiegel lesen, wie schlecht die Tiere behandelt werden und wie schädlich der Fleischkonsum für das Klima ist. Ich esse (Bio-)Fleisch, weil ich insoweit egoistisch bin. Mich dann über diejenigen zu erheben, die an die Tiere denken, käme mir nie in den Sinn.

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sirgorath 14.07.2017, 12:27
15.

Zitat von outsider-realist
Den Begriff Ersatzreligion höre ich immer wieder. Was hat das mit Religion zu tun, wenn ich rein aus ethischen Gründen kein Fleisch mehr essen möchte? Bei mir gibt es eben keine Weihnachtsgans, Sonntagsbraten, Osterlamm oder Fisch am Karfreitag (so viel zum Thema Religion :-) . [...] Und nein.....veganes/vegetarisches Essen ist nicht mit einer Mangelernährung gleichzusetzen, wie Boulevardblätter wie die BILD versucht immer wieder in die Welt zu setzen.
Eine Ersatzeligion ist es wohl in erster Linie für die im Artikel angesprochenen "gesundheitlich motivierten Ernährungsveganer". Auf sie als "ethisch motivierten Lebensstilveganer" trifft das nicht so sehr zu, da haben sie recht.

Zu ihrem zweiten Thema reicht ein Blick ins Netz um herauszufinden, dass vegane Ernährung eine Mangelernährung ist.

Lesen könnnen sie das zum Beispiel auf dieser Infoseite von Veganern:
https://www.provegan.info/de/ernaehrung/kurzueberblick-naehrstoffe-vitamine-mineralstoffe-und-spurenelemente/

Zitat: "Bei einer veganen Ernährung ist eine zusätzliche Versorgung durch angereicherte Lebensmittel 
(Säfte, Frühstücksceralien, Sojamilch usw.) und einem 
Vitamin-B12-Nahrungsergänzungspräparat notwendig."
Zitat: "Eine regelmässige Überprüfung der Vitamin-B12-Konzentration im Blut ist zu empfehlen."
Zitat: "Bei einer Schwangerschaft muss Vitamin B12 aus Sicherheitsgründen zwingend zusätzlich gegeben werden, weil das Kind sowohl im Mutterleib als auch beim Stillen auf dieses Vitamin für eine gesunde Entwicklung angewiesen ist."

Von daher ist es eine Mangelernährung, da es diese Stoffe in veganem Essen ohne chemisches Eingreifen (anreichern) nicht gibt.

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silverfish 14.07.2017, 13:52
16.

Die Notwendigkeit der Vitamin-B-12-Substitution ist m.M.n. allerdings kein Argument gegen vegane Ernährung. Vitamin B-12 zu substituieren ist einfach. Sehr viele Menschen benutzen ja auch jodiertes Speisesalz. Ist normale Mischkost deshalb nun eine Mangelernährung? Na ja, von mir aus kann man das so nennen, aber ob das den Kern der Sache trifft?
Und die Sache mit der Schwangerschaft: viele Mischköstler haben Folsäuremangel, das führt bei Mangel zu "offenem Rücken" beim Kind, also Nervenschäden. Veganer haben eher seltener Folsäuremangel. Da ist es halt wieder eher umgekehrt. Hat eben alles zwei Seiten.

Eine vegetarische oder gar vegane Ernährung ist ja durchaus in einigen Kulturen gang und gäbe. Ich habe zwei indische Freundinnen, die Vegetarierinen sind. Eine der beiden isst auch keine Eier, aus religiösen Gründen (Jainismus).

Ich war erst gestern auf der Seite der DGE und habe mir deren Informationen zu Veganismus angeschaut. Sie kamen zu dem Schluß, dass Veganer in vielerlei Hinsicht sogar besser versorgt sind mit vielen Nährstoffen als durchschnittliche Mischköstler und bessere Blutwerte haben (z.B. Bluttfettwerte, Zuckerwerte...). Das liegt aber nicht am Fleischverzicht allein, sondern daran, dass viele Veganer, die sich schon seit Jahren vegan ernähren, eben sehr gesundheitsbewusst sind und auch sonst auf eine gute Ernährung achten.

Ich persönlich ernähre mich seit ca. einem Jahr aufgrund gesundheitlicher Probleme vegan. Ich benutze überhaupt keine Fleisch-Ersatz- oder Milch-Ersatz-Produkte. Zum Glück mochte ich die meisten Fleischprodukte sowieso noch nie, brauche daher auch keinen Ersatz. Das einzige, was ich verwende, ist Cashewdrink im Tee, ab und zu, aber das sind einfach gemahlene mit Wasser verdünnte Cashewkerne. Soja ist ebenfalls nicht nötig, esse ich äußerst selten. Es gibt genug andere Eißweißquellen. Man muss sich aber eben ein bisschen auskennen.

Ich habe selbst einmal eine Abschlußarbeit über Veganismus als Religionsersatz (im Psychoanalytischen Sinne) geschrieben und denke durchaus, dass vegane Ernährung für manche Menschen religiöse Züge hat.
Ich persönlich sehe vegane Ernährung allerdings nicht als DIE einzig richtige und gültige Ernährungsweise an, auch wenn sie ethisch betrachtet die beste Wahl ist. Aber es gibt eben mehr als nur Ethik beim Essen. Ich vermisse selbst manchmal einige Milchprodukte. Bei manchen Krankheiten kann vegane Ernährung aber eben durchaus hilfreich sein.

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abc. 31.07.2017, 11:34
17. Bei manchen Krankheiten kann vegane Ernährung durchaus hilfreich sein

Nichts für ungut, aber bei so manchem Veganer, den ich bisher erleben durfte, kam mir eher der Gedanke dass eine ausgeglichene omnivore Ernährung hilfreich wäre. Problem der veganen Ernährung in unseren Breitengeraden ist schlicht und einfach, dass es eine auf Nahrungsmittel-Import und Supplementierung angewiesene Wohlstands-Lebensweise darstellt, und eine saisonale, regionale Ernährung unmöglich macht. Kommt daher schon alleine aus ethischen Gründen für mich nicht in Frage. Dazu kommt, dass es (mir) nicht schmeckt. Damit ist das Thema abgehakt. Darüber hinaus möchte ich als Verbraucher mit meinem Umsatz lieber direkt Einfluss auf Produktionsmethode und damit das "Tierwohl" nehmen, anstatt auf importierte pflanzliche Nahrung auszuweichen, was die Ökosysteme der Herstellerländer u.U. massiv schädigt, Luftfrachtvolumen erzeugt, und gleichzeitig überhaupt keinen Einfluss auf hiesige Tierhaltung ermöglicht. Im Gegenteil. wg. des Veganismus wird auch nicht ein einziges Tier weniger eingestallt und geschlachtet. Angesichts dieser vielen, vielen Realitätsverleugnungen, die der ethische Veganer braucht um sich ethisch besser zu fühlen, kommt die Umschreibung "Ersatzreligion" schon recht gut hin - es beruht alles auf irrationalem Glauben...

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Allegorius 23.12.2017, 23:55
18. Als ginge es...

im Leben nur um Genuss. Abgesehen davon, dass eine gute vegane Küche unsagbar leckere Speisen auf den Tisch bringt und in keinster Weise Verzicht bedeutet (er ist es ja, den all die selbsternannten Genussmenschen nicht erleiden wollen), haben alle Lebewesen das gleiche Recht auf ihr unberührtes Leben.
Es ist die ewig selbe Litanei, der Mensch stehe an der Spitze der Nahrungskette, er habe das Recht, sich zu nehmen, dessen er bedarf. Aölein, er bedarf keiner Leichenteile auf seinem Teller. Und wenn er diese verspeisen möchte, warum greift er nicht auf den nervenden Nachbarn zurück, der ihm sicherlich weniger nahe steht als Waldi, der treue Vierbeiner. Es ist eine verlogene, bigotte Haltung, die Tradition als Rechtfertigung für tägliche Folter und Mord bemüht.

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