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Ernährungsweisheiten: Ratlose Ratgeber

Schadet Rotwein, oder hält er gesund? Muss man Kirschen essen? Und viel Wasser trinken? Oder wenig? Eine Polemik gegen die Einfältigkeit der Ernährungswissenschaften.

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Kokeicha333 03.11.2009, 18:02
30. 5 Elemente

Zitat von wollodbo
... Jedem, der hier mehr erfahren möchte empfehle ich die beiden Bücher "Krebszellen mögen keine Himbeeren" und "The Bluezones". Ach und um eventuelle Zweifel auszuräumen. Ich sehe mich selbst auf einem Kontinuum betrachtet so ziemlich am gegensätzlichen Ende der Esotheriker ;-).
Esot(h)erik wird ohne h geschrieben ;)

Anyway - Esoterik hin oder her - eh ein ueberfluessiges Schimpfwort, das oft dann verwendet wird, wenn ein Themenbereich den eigenen Wissenshorizont zu ueberschreiten droht.

Wer sich eingehender mit der vom Autor angesprochenen 5 Elemente Theorie beschaeftigt, dem stellen sich die in dem Artikel besprochenen Fragen kaum noch. Ansatz ist ein umfassendes und sehr komplexes Wissen ueber die Wirkung von Nahrung auf den Koerper. Fuer Interessierte empfehle ich das Buch 'Healing with Whole Foods' von Paul Pitchford.
Das ayurvedische Wissen ist aehnlich komplex und laesst sich keineswegs reduzieren auf 'Esoterik' (whatever that means?)

Mit freundlichem Gruss,

Kokeicha

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flieger0064 03.11.2009, 18:02
31. Risiko Vitaminmangel

Ich kann jedem nur das Buch "Risiko Vitaminmangel" empfehlen. Dort ist ausführlich beschrieben, warum wir uns krank essen. Wir nehmen viel zuwenig Vitamine und Mineralien mit der heutigen Nahrung auf. Die dort beschriebenen Risikofaktoren decken sich auch mit den meisten Studien zur Ernährung, nur das dort nicht auf einzelne Nahrungsmittel eingegangen wird, sondern auf die allgemeine Ernährung.

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Ossisocke 03.11.2009, 18:03
32. Esoterik

Zitat von wollodbo
...dass der Artikel ein eigentlich sehr spannendes und durchaus seriöses Thema in die Nähe der Esotherik oder Scharlatanerie gerückt wird. Woran liegt es, dass die Krebsarten zwischen der westlichen Welt und bspw. Indien so unterschiedlich sind? Warum werden die Menschen auf Okinawa so alt? In erster Linie ist es der Lebenswandel und hierzu zählt nunmal auch die Ernährung. Leider hat der Author nur sehr unzureichend recherchiert, sonst hätte er zahlreiche Studien gefunden, die zumindest für ein paar Lebensmittel immer wieder den Nutzen belegen. Hierzu zähle ich Brokkoli, andere Kohlsorten, Kurkuma, Knoblauch, verschiedene Beeren oder halt auch den Rotwein (die empfohlene Menge hängt halt stark vom Resveratrolgehalt der Sorte ab und für die Abstinenzler tun es durchaus auch die roten Trauben). Jedem, der hier mehr erfahren möchte empfehle ich die beiden Bücher "Krebszellen mögen keine Himbeeren" und "The Bluezones". Ach und um eventuelle Zweifel auszuräumen. Ich sehe mich selbst auf einem Kontinuum betrachtet so ziemlich am gegensätzlichen Ende der Esotheriker ;-).
Ich glaube viele haben den Sinn des Artikels nicht richtig erfasst. ;)

Der Artikel ist kein Loblied auf die Esoterik, sondern stellt einfach nur generell fest, dass Menschen, die in Ländern Leben wo Kultur, Esoterik, etc. die Menschen leitet in ihrer Ernährung sich paradoxerweise einer besseren Gesundheit erfreuen als wir.

Und ich glaube nicht, dass der Autor bezweifelt, dass Brokkoli gut für die Menschen ist - oder dass er die Studien in Frage stellt, die eben das rausgefunden haben. Die Sache ist nur, dass die Leute in China wahrscheinlich auch wissen, dass Brokkoli gut ist, ohne Studien ;)

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Grossbong 03.11.2009, 18:04
33. Medienschelte

Die Medienschelte geht voll in Ordnung, denn die besorgen das Geschäft der Lebensmittelindustrie, die den Menschen das denaturierte Zeug als gesunde Kost verkauft. Ein Blick in die USA reicht, wo es in einem normalen Supermarkt kaum noch "normale" Nahrungsmittel gibt. Da hat man es nämlich schon geschafft den Menschen einzureden, dass es dieses Zeugs bedarf, um sich "gesund" zu ernähren. Hauptsache Low Calorie and Low Colesterol. Was an Vitaminen und Mineralien nicht drin ist, kann man sich ja durch Nahrungsergänzungsmittel besorgen.

Gut Ernährung ist übrigens nicht nur eine Sache des Hirns, sondern auch der Sinne. Und wenn man es richtig macht, ist es billiger als jeder Fertigfraß - viel billiger. Es braucht eben keine 30.000 € Designerküche und auch nicht den täglichen Marktbesuch, wie "spiegel_affäre" meint.
In Hamburg hat die Hamburger Tafel ein Kochbuch für den schmalen Geldbeutel veröffentlicht. Alles wirklich leckere Sachen, die jede Tiefkühlpizza um Längen schlagen - im Geschmack aber auch im Preis. Aber sowas geht natürlich zu Lasten des Umsatzes der Unilevers, Nestlees und Krafts dieser Welt.

Denn dass es der Industrie vor allem darum geht, den Verbraucht dumm zu halten, sieh man ja überall, wo es darum geht, über Inhaltsstoffe zu informieren. Stichwort: Lebensmittelampel.

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Michael Giertz 03.11.2009, 18:06
34. Wer sowas glaubt ist auch selber schuld

Zitat von sysop
Schadet Rotwein, oder hält er gesund? Muss man Kirschen essen? Und viel Wasser trinken? Oder wenig? Eine Polemik gegen die Einfältigkeit der Ernährungswissenschaften.
Die gesündeste Ernährung ist eine, die möglichst ausgewogen ist. Da ist es dann völlig egal, ob man lieber Fisch statt Fleisch ist, ob man einen guten Rotwein trinkt oder lieber auf Bier setzt, ob man lieber bei McDonalds einkehrt oder in einem guten Restaurant: wenn man im großen und ganzen ausgewogen isst (und lebt), lebt man gesünder, als der Fastfood-Junkie oder der Veganer.

Zum ausgewogenen Essen gehört auch, dass es die Sinne befriedigt, nicht nur ein Völlegefühl erzeugt. Daher find ich es schön, dass zumindest kurz auf die fernöstliche Esskultur eingegangen wird. Nicht nur dass da gewisse Regeln herrschen, es gibt klare Vorzüge: Essen ist da ein Kulturgut. Hier in Europa dagegen scheint vielerorts die Esskultur regelrecht auszusterben. Essen dient allein der Hungerbefriedigung, nicht aber als kulturelles Erbe. Kein Wunder, dass die "Fresstempel" mit Fastfood nur so aus dem Boden schießen, der Döner neues Nationalgericht ist und ansonsten das Gros der Ernährung durch Pizza und Pasta gestellt wird - aus'm Frost und aus der Dose!

Nicht falsch verstehen: ich geh genauso gern mal zu McDonalds oder schieb mir 'ne Pizza in den Ofen, wenn's schnell gehen soll. Aber richtig "befriedigt" bin ich eigentlich nicht. Nur dann, wenn's noch echte, von Hand zubereitete Kost ist, entweder selbst oder im Restaurant.

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anneli1 03.11.2009, 18:09
35. Alu-Portionsschale in der Mikrowelle

'Unsere Ernährung beginnt heute gern mit dem Geräusch der Klingel am Mikrowellenherd, wenn die praktische Alu-Portionsschale nach dreieinhalb Minuten bei 800 Watt gut durchgeheizt ist. Kann es nicht sein, dass unsere Probleme genau daher rühren?'

Ich habe auch so meine Probleme mit der Alu-Portionsschale in der Mikrowelle :)

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number12 03.11.2009, 18:14
36. Stimme ich überein

Zitat von Grossbong
Aber sowas geht natürlich zu Lasten des Umsatzes der Unilevers, Nestlees und Krafts dieser Welt.
Hinter jeder Studie steht auch jemand, der die in Auftrag gegeben hat. Wenn es morgen heißt, dass „Bier einen schönen Teint macht“, dann vermute ich mal die Bierbrauer dahinter. Und wenn es danach wieder heißt, dass „Wein für eine bessere Potenz sorgt“, dann sind es vermutlich die deutschen Winzer.

Dass so etwas nichts taugen kann, sollte jedem klar sein. Irgendeine Lobby schafft es immer in die Zeitung mit den großen Buchstaben ...

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dr_tone 03.11.2009, 18:15
37. Kaiserschmarren

Was für ein Schmarren, dieser Artikel. Nichts gegen eine handfeste Polemik, aber mehr Geist, als ihr Gegenstand sollte sie schon beweisen. Allein die Kasperei, Essgenuss und Esskultur gegen die Erforschung der Essgewohnheiten zu setzen: Ein fetter, übersüsster Kaiserschmarren. Man weiss bei soviel Unverstand gar nicht, wo anfangen.

Herr Fichtner scheint zunächst ein grundlegendes Verständnisproblem mit der Interpretation von Wahrscheinlichkeiten zu haben. Ist ja auch kein einfaches Thema. Wenn das Herzinfarktrisiko um 50% steigt, heisst das nicht, dass Onkel Schmauch nun unbedingt vom Stengel kippen wird. Ebenso verhält es sich mit Ernährungsratschlägen und -studien. Es mag ihn wundern, dass seine fette Erbtante immer noch am Leben ist, aber sowas passiert. Wahrscheinlichkeiten treffen keine Vorhersage über das einzelne Ereignis.

Dass nun von Ernährungswissenschftlern oftmals simple Versuchsanordnungen verwandt werden, und die Mannigfaltigkeit der sonstigen Faktoren vernachlässigt wird: Das Manko gebe ich gern zu. Wie aber will man es besser machen? Mäkeln kann jeder. Konstruktive Methodenkritik wäre ehrenhafter, aber dem Polemikerpinsel genügen im Wesentlichen die Farben Schwarz und Weiss. Pardon, um in kulinarischen Allegorien zu reden, es genügen die Geschacksrichtungen scharf und süsslich.

Das nun unsere Ernnährung in Proteine, Kohlehydrate, Fette und Ballaststoffe aufgespalten werden kann, ist tatsächlich ein grosser Fortschritt. Es ist der erste Schritt zum Verständnis unserer Ernährung. Selbstredend geht es bei diesen Dingen nicht mehr um Genuss und Lebensqualität; es geht um Verständnis. Und zu einem analytischen Verständnis gibts nunmal keine Alternative. Genuß, schön und gut; aber das ist einfach eine vollkommen *andere* Art, Essen zu verstehen. Kulturhistorisch ein Hut wie er älter nicht sein könnte.

Der Mann ist schlichtweg ein Candle-Light-Romantiker, der keinen Sinn für den kulturellen Wert wissenschaftlichen Verständnisses hat. Er hält die alten Chinesen dagegen. Bittsie! Die Chinesen! Glückskeksweisheiten, oder was?

Nichts gegen Esoterik, aber alles in die ihmgemässe Schublade. Esoterik ist sicher eine tolle Wohlfühlstrategie, aber die Wissenschaft ist eben auch nicht zu verachten. Die Erfindung der Perkinschen Kältemaschine, nach deren Funktionsprinzip bis heute Nahrungsmittel lagerbar gemacht werden können, mag viel alte (Ess)Kultur zerstört haben. Im Mindesten lässt sich aber zu ihren Gunsten vorbringen, dass seither ein paar mehr Menschen keine Sorgen mehr haben müssen, überhaupt was auf den Tisch zu bekommen.

So siehts mal aus.

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number12 03.11.2009, 18:27
38. Oh Mann ...

Zitat von dr_tone
Genuß, schön und gut; aber das ist einfach eine vollkommen *andere* Art, Essen zu verstehen. Kulturhistorisch ein Hut wie er älter nicht sein könnte.
Dieser „alte Hut“ hat aber schon zu einem großen Teil zur Kultur des Menschen (Bis auf wenige Ausnahmen, deshalb fühlen Sie sich bitte nicht angesprochen) beigetragen, oder? Wenn Sie die Zukunft allerdings darin sehen, dass jeder als Sondermülldeponie durch die Gegend laufen soll, verstehe ich Sie schon ;-)

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ukw 03.11.2009, 18:35
39. .

Das kleine 1x1 ...ich meine natürlich das Medien ein-mal-eins

1. Wem nützt das, wenn ... ?
2. Welche Mittäter ~ ähm ... - "Marktteilnehmer" tummeln sich auf der Plattform
3. Sind bereits (verdeckte?) funktionierende Monopolstrukturen vorhanden?
4. Haben die Opfer - ähm - die Konsumenten die Möglichkeit auszuweichen? Wie hoch wird die Hemmschwelle sein?
5. Ist entsprechender Konsumdruck seitens der Konsumenten vorhanden - oder wie oft haben die Konsumenten Hunger?
6. Bestehen Möglichkeiten das Thema emotional zu pushen? (Tierquälerei, Ausbeutung, Ängste vor Gammelfleisch ect. , 7. Wirksamkeit/Stärke der Egoismen ... => meinem Körper nur das Beste ...
8. Gesamtwirtschaftliche Bedeutung des Bereiches (Volumen)
9. Nebenwirkungen mit Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaftskraft => Gesundheit + Arbeitskraft, Gesundheit + Lebensdauer der Konsumenten, Gesundheit + Kosten des Gesundheitswesens.

10. Hören sie auf in Foren zu lesen und zu schreiben. Diese Zeitverschwendung lohnt nicht.

Fazit: Der Biobauer mit Hofladen in dem er seine Produkte anbietet ( und ergänzend die Produkte der benachbarten Biobauern)
- hat die kleinste Lobby
- die geringste Möglichkeit ein beherrschendes Monopol zu bilden
- offensichtlich noch kein spekulativen Reichtum angehäuft
- in den letzten 100 Jahren weit weniger Schaden angerichtet als z.B. Lidl und Nestle

und nun bin ich mal gespannt...

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