Forum: Blogs
Erwachsenwerden: 25 ist das neue 18
Corbis

Wählen gehen, Auto fahren, Verträge unterzeichnen: Mit 18 Jahren sind junge Menschen in Deutschland volljährig - aber noch lange nicht erwachsen, sagen Psychologen. Die tatsächliche Reife setzt sogar immer später ein. Erwachsen erst mit 25 statt mit 18 laut Psychologen - SPIEGEL ONLINE

Seite 2 von 29
saiber 27.09.2013, 10:04
10. Reife durch Eigenständigkeit

Die Reife kommt nur durch Eigenständigkeit und die Erfahrungen, die man sammelt in der Eigenständigkeit. Wer schon sehr früh Verantwortung übernimmt, für sich selbst sorgen kann, gewissenhaft Entscheidungen trifft, den kann man als reif ansehen. Heutzutage werden Kinder, die ins "erwachsene" Alter eintreten zu sehr noch von ihren Eltern verhätschelt und übertrieben versorgt. So können sie gar nicht eigentständig werden. Je früher man sich von den Fürsorgern abtrennt, desto früher tritt die Reife ein. Ansonsten kann schon 40 Jahre alt sein und ist nicht Reif.

Beitrag melden
fjr 27.09.2013, 10:10
11. optional

Naja, ich habe sehr viel mit jungen Leuten zu tun. Durch meinen eigenen Beruf - Elektroingenieur - und mein eigenes soziales Engagement - ich bin im Vorstand zweier, technisch orientierter, gemeinützger Vereine, ich bin in einem IHK-Prüfungsausschuss für einen technischen Beruf - kenne ich natürlich überwiegend junge Menschen mit eben solchen Berufen, Ausbildungen, Studiengängen. Die sind alle bereits mit 20 sehr wohl mitten im Leben. Die wissen, was sie wollen. Die sind definitiv nicht reifeverzögert. Die kommen aber überwiegend aus Familien mit technisch-naturwissenschaftlichem Background oder aus Arbeiterfamilien. Ich kenne natürlich auch andere junge Menschen, die ich allerdings überwiegend ebenfalls nicht als reifeverzögert beurteilen würde. Aber - wie gesagt - in meinem Erfahrungsumfeld. Mag sein, dass es bei einem anderen sozialen Hintergrund anders ist, ich halte das ganze Gerede aber eher für einen Versuch, sich als Psychologe zusätzlich Arbeit zu verschaffen. Und bei SPON gibt's die Plattform dazu.

Beitrag melden
robert@act3d.de 27.09.2013, 10:10
12. Konzept Eigentständigkeit

Machen wir uns bitte nichts vor, die Eigenständigkeit der Jugend, also ausziehen. Arbeit, etc. mit 18-20, beruht auf einer Bequemlichkeit der Nachkriegsgeneration. Diese luden erst ihre Eltern aus und dann drängten sie ihre Kinder das Nest zu verlassen.
Die deutschen waren früher wie ihre Nachbarn, mehrere Generation unter einen Dach.
Schuld daran ist der Wirtschaftsboom, plötzlich konnten Kinder ohne Unterstützung Arbeit finden, Heiraten und ein Familie in Wohlstand unterhalten.
Damit ist jetzt Schluss. Eltern und Kinder müssen mehr zusammenhalten und lernen länger miteinander auszukommen. Findet ein Kind keinen Job, trotz Studium, kann man ihn schlecht auf die Strasse setzten.

Beitrag melden
frubi 27.09.2013, 10:11
13. .

Zitat von sysop
Wählen gehen, Auto fahren, Verträge unterzeichnen: Mit 18 Jahren sind junge Menschen in Deutschland volljährig - aber noch lange nicht erwachsen, sagen Psychologen. Die tatsächliche Reife setzt sogar immer später ein.
Kann es nicht auch sein, dass es bei jedem Menschen individuell abläuft? Mir haben Ärzte mit 16 gesagt, dass ich Krebs habe und damit wurde ich in diesem noch recht unschuldigem Alter mit der harten Realität konfrontiert. Andere verlieren früh ihre Eltern und müssen dadurch erwachsen werden. Aber wann ist man eigentlich "erwachsen"? Was bedeutet das? Muss man mit 27 Jahren Frau und Kinder haben? Muss man Anzüge und Lederschuhe tragen? Mitten im Leben stehen, eine erfolgreiche Karrie in der Wirtschaft forcieren? Das alles ist etwas für Zahlenmenschen. Ich habe schon 16jährige Mädchen getroffen, die aussahen wie 22, sich aber benommen haben wie 12. Ich habe schon Männer getroffen, die waren 30, sahen aus wie 17 und haben sich verhalten wie 50jährige. Jeder soll doch so leben wie er mag.

Beitrag melden
Freifrau von Hase 27.09.2013, 10:11
14. Richtig

100% Zustimmung. Erst vor ein paar Tagen sah ich bei uns in der Stadt ein paar Männer (?) mit falsch herum aufgesetzten Mützen und Hosen, die mindestens 2 Nummern zu groß waren.
Da habe ich auch gedacht: Die Gesellschaft wird immer infantiler. Mit 14 kann man das vielleicht machen aber mit 30 sollte man eigentlich geistig weiter sein.....

Beitrag melden
divStar 27.09.2013, 10:11
15. Ach sagen Sie bloß...

... will auf ein Mal eine ganze Generation sich nicht mehr ins absurde Hamsterrad spannen lassen, indem sie, ihr Leben und ihre Verwandten höchstens eine untergeordnete Rolle spielen? Man lebt nicht, um zu arbeiten, sondern arbeitet, um zu leben. Besonders die älteren sähen das aber gerne anders - deswegen ja die ganzen Maßnahmen, damit junge Menschen schnell erwachsen werden. Einziges Ziel: sie sollen arbeiten, Steuern zahlen, konsumieren.

Es ist eine Schande, dass jungen Menschen ihre Kindheit und ihre Jugend oftmals von diesem Trieb der Wirtschaft versaut wird. Karriere, Karriere, Karriere, Geld, Geld, Geld... das ist das einzige, worum es in der modernen Konsumgesellschaft zu gehen scheint.

Man sollte aufhören aus Menschen möglichst viel möglichst schnell herausbekommen zu wollen, nur um sie dann im Burnout alleine zu lassen. Klar gab es in der Vergangenheit viel Leid und Elend - aber zu welchem Preis haben wir es geschafft, dass es zumindest in unserer westlichen Welt weniger davon gibt? Nicht nur, dass man als junger Erwachsener schnell in dieses Hamsterrad eingespannt wird - für Träumen, Ideen und für sich selbst bleibt kaum Zeit - es sei denn man ist einigermaßen wohlhabend.

Mir gefällt die gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklung überhaupt nicht. Aber leider ist das nicht nur bei Menschen so - auch Tiere werden (von uns) darauf getrimmt möglichst schnell möglichst viel abzuwerfen.

Beitrag melden
Mellybo-at-SPON 27.09.2013, 10:11
16. Wem kann man es verdenken,....

....dass sie/er in dieser Welt lieber noch etwas länger im heimeligen Elternhaus verbleibt?? Und den meisten Eltern soll es ja auch schwer fallen Ihr Sprösslinge ziehen zu lassen. Also ist die Konsequenz doch logisch. Und wenn sich ein junger Mensch in Rekordzeit zum Abitur diszipliniert hat, dann hat dieser auch noch etwas Jugend verdient. Ich habe das allergrößte Verständnis dafür.

Beitrag melden
Methados 27.09.2013, 10:14
17.

Zitat von sysop
Wählen gehen, Auto fahren, Verträge unterzeichnen: Mit 18 Jahren sind junge Menschen in Deutschland volljährig - aber noch lange nicht erwachsen, sagen Psychologen. Die tatsächliche Reife setzt sogar immer später ein.
gut - dann sollte man das wahlalter auch auf 25 hochsetzen.

denn: wer mit 24 noch bei zb totschlagsachen oder anderen gewaltdelikten vorm jugendrichter sitzt, der sollte doch bitte auch nicht wählen dürfen.

Beitrag melden
homerjay81 27.09.2013, 10:16
18. Verständnis

ich bin mit Anfang 30 nur geringfügig älter als die hier angesprochene Altersgruppe, kann deren Verhalten aber voll und ganz verstehen. Das sogenannte ' Erwachsenen-leben' ist vor allem verbunden mit viel Arbeit, viel Verantwortung und viel Stress. Jetzt soll mir erstmal jemand schlüssig die Vorteile davon erklären. Der gesamtgesellschaftlichen Verantwortung bin ich mir durchaus bewusst und ich trage sie auch. Ich habe Kinder, zahle Steuern usw. Alles schön und gut, aber wirklich befriedigend ist das nicht. Ich kann mich da nur der Meinungen zwei von mir hoch geschätzter Schriftsteller anschließen: 'der Erwachsene ist nur ein verminderter Heranwachsender' bzw. 'adulthood is hell'.

Beitrag melden
macmeinung 27.09.2013, 10:18
19. Ach was ...

... ist da die Rechnung etwa nicht aufgegangen, die der Wirtschaft frisches "Humankapital" zur Verfügung stellen wollte? Schneller Fachkräfte für den Arbeitsmarkt ausspucken?

Einschulung mit 6!
Abitur nach dem G8 mit 17!
Keine Wehr- oder Ersatzdienstpflicht mehr!
Turbostudium und Bachelorabschluss mit 20!
(da gilt in Teilen noch das Jugendstrafrecht!!!)

47 Jahre malochen bis zur (knappen) Rente! Jawoll.

Und da wundert man sich, dass sich die Jugendlichen nun freiwillig eine Auszeit nehmen?

Schon zu meiner Zeit (Abi 91) wusste der Großteil der Mitschüler nicht, was sie mal werden wollten. Da wurde etwas dies und noch was das studiert, und BWL geht ja erstmal immer ...
Wer da mit 30 (!) im Arbeitsleben angekommen war war Früheinsteiger! Aber auch etwas reifer.

Beitrag melden
Seite 2 von 29
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!