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Erwachsenwerden: 25 ist das neue 18
Corbis

Wählen gehen, Auto fahren, Verträge unterzeichnen: Mit 18 Jahren sind junge Menschen in Deutschland volljährig - aber noch lange nicht erwachsen, sagen Psychologen. Die tatsächliche Reife setzt sogar immer später ein. Erwachsen erst mit 25 statt mit 18 laut Psychologen - SPIEGEL ONLINE

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heinz.mann 27.09.2013, 10:50
40. Jugendliche mit Hauptschul oder Realschulabschluss

suchen verzweifelt nach einem Job oder einem Ausbildungsplatz. Zeit lassen, ein erstes Auto, ein Auslandsjahr? Ist da nicht zu machen. Arbeiten und selbständig werden, unabhängig von den Eltern ? Ohne Ausbildung und Arbeit nicht möglich.

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thomweb 27.09.2013, 10:52
41. Ist das etwas Neues?

Gestern Abend war auf 3SAT ein Bericht über das Verschwinden der Kindheit. Stimmt schon. Heute hat jeder ein Handy und positioniert sich damit in einer Öffentlichkeit, die es früher nicht gab. Auch die Vergleichsmöglichkeiten nicht. Das die Pubertät nun länger dauert....

Ich werde in 2 Jahre 50. Bei mir, und bei einigen meiner ehemaligen Schulfreunde, beobachte ich eigentlich einen direkten Übergang von der Pubertät zum Rentenalter. Ich habe das Gefühl, das Erwachsenenalter nie erreicht zu haben. Auch wenn ich jetzt Verantwortung für Immobilie und meine Eltern übernommen habe, ebenso im Beruf.

Eines aber stimmt: Die Welt ist unübersichtlicher geworden. Es gibt mehr Möglichkeiten. Ich habe mich mit Anfang 30 beruflich komplett neu orientiert. Heute wird die Lebensentscheidung schon von 16-jährigen verlangt. Insofern verstehe ich sehr gut, wenn Jugendlich sich bewusst Zeit lassen. Besser als später mit Kinder und einen falschen Beruf im Burn Out (Modebegriff) oder im Suff zu landen. Und ich weiß aus eigener Erfahrung, wovon ich rede.

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jodohnern 27.09.2013, 10:52
42.

Ich stimme nur zum Teil zu. Vielleicht ist mit 18 der typische Gymnasiast heute noch nicht sehr reif, im Vergleich zu seinen Eltern, die in diesem Alter bereits gearbeitet hatten und in einer eigenen Wohnung lebten. Aber 10 oder 15 Jahre später, hat der typische unreife Schüler oft viel mehr von der Welt gesehen als seine Eltern in diesem Alter: im Ausland gelebt, verschiedene Jobs gemacht, Freunde aus der ganzen Welt, Erfahrungen in verschiedenen Beziehungen gesammelt. All die Dinge, die in der modernen Welt normal sind. Während die Eltern eher in ihrer Heimatregion geblieben sind, früher geheiratet haben, ein Haus gebaut und sich niedergelassen haben. Man könnte dies zwar als Zeichen der Reife sehen, aber man könnte auch sagen, dass sie ein langweiliges Leben führten und ihnen einige der interessanten Erfahrungen fehlen, die positiv für die eigene Persönlichkeitsentwicklung gewesen wären. Natürlich ist dies eine Verallgemeinerung und trifft nicht auf alle heutigen Menschen oder deren Eltern zu, aber um solche allgemeinen Aussagen geht es auch im Artikel.

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badbox 27.09.2013, 10:54
43. Konservative Vorstellungen

Seit wann gehört heiraten denn zum Erwachsenwerden dazu? Ziemlich konservative Vorstellung.

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anders_denker 27.09.2013, 10:54
44. Früher

und damit ist nicht vor 50 Jahren gemeint, waren Partnerschaften bzw. Familien mit 15 normal. Die Errungenschaften nach der Industriellen Revolution, fast 70 Jahre kriegsfreies Zentraleuropa haben sicherlich viel von früher Verantwortung und erwachsen werden genommen. Schlimm aber muss das ggf nicht sein. Schön aber wäre es wenn sich Politik und Gesellschaft auch hier anpassen würden.

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6bb6 27.09.2013, 10:55
45. Ja früher, da war alles anders ...

Hätten die HerrInnen Psychologen im Geschichtsunterricht nicht geschlafen, wäre ihnen vielleicht aufgefallen, dass das die alten Römer schon so sahen: Die legitima aetas (volle Rechtsfähigkeit, Mannesalter) begann mit 25 ;-)

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HarrySe 27.09.2013, 10:55
46.

Zitat von Abbuzze
Wenn der Sohn keinen Ferienjob braucht scheint er durch irgendjemand finanziell abgesichert zu sein... ob man sich dann darüber beschweren sollte? ;) Was gerne vergessen wird: Früher: Volksschule > Ausbildung > Anstellung bei einem Unternehmen bis zur Rente (Daher auch schöne Begriffe wie -Siemensianer-) Heute: Politisch gewünschtes Abi > Massenstudium (und entsprechendem Verfall der Vergütung) > Zeitverträge oder Scheinselbständigkeit bis Mitte 30 > Dann irgendwann mit Glück eine Festanstellung
Das sehe ich auch als einen Grund. Die Jugend kann nicht mehr nach links und rechts gucken. Wenn man keinen gradlinigen Lebenslauf hat und das natürlich mit Spitzennoten, hat man weniger Chancen.

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homerjay81 27.09.2013, 10:57
47. Definition

Eine andere Grundlegende Frage ist doch die: Wer legt denn fest, wie sich sogenannte Erwachsene zu verhalten haben? Fühlt sich hier irgendjemand dazu befugt? Falls ja, wodurch? Nur weil sich die heutigen 'Erwachsenen' anders verhalten als die früheren, muss das ja nicht automatisch bedeuten sie seien nicht Erwachsen.

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an.cari 27.09.2013, 11:00
48. Na ich weiß nicht...

Ersteinmal zu mir; ich bin jetzt 21, habe eine Wohnung mit meinem Freund zusammen, eine kleine Katze und einen festen, sehr guten Job in einer großen Industriefirma. Ich seh das Thema sehr oft bei meinen ehemaligen Klassenkameraden und Kameradinen. Sie haben ihr Abi nachgemacht, meist schlechter abgeschnitten als ihre Mittlere Reife und aus dem Grund, weil sie nicht wussten was sie machen sollen. Jetzt stehen sie da und wissen es immernoch nicht. Oder sie fangen 3 Ausbildungen an und brechen alle wieder ab, weil es ihnen doch nicht gefällt. Oder finden erst garnichts / bekommen keine Ausbildungsstelle. Ich persönlich kann das nicht verstehen. Für mich war immer klar, ich will arbeiten, Schule ist für mich kein Thema. Ich habe mich mit Ausbildungen beschäftigt und auch etwas passendes gefunden. Selbst Geld verdienen, mir ein Führerschein und Auto zu finanzieren war für mich ansprechender als weiterhin die Schulbank zu drücken. Mit 20 bin ich daheim ausgezogen, zu meinem Freund (Obwohl er auch immer sehr wilkommen bei uns war, also alles auch garkein Thema, das war nichts besonderes ihn mitzubringen etc). Nicht weil ich es nicht mehr ausgehalten hätte, im Gegenteil. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Eltern. Aber einfach das Selbstständig sein. Machen können was man will. Auch mal den "Saustall" nach dem kochen erst 2 Stunden später aufräumen. Solche Dinge. All das, was bestimmt eben jeder kennt. Bei mir wäre es auch nie eine Option gewesen, so tolle Dinge wie Auslandsjahre zu machen oder mich mit meiner Freizeit jahrelang zu beschäftigen. Da hätten mir meine Eltern den Vogel gezeigt. Bei einem Studium hätten sie mich natürlich komplett unterstützt aber bei kostenspieligen Dingen wie Auslandsjahre oder jahre lang für Umme daheim zu sitzen hätte es nicht gegeben. Meine Mutter hatte mir immer Nahe gelegt, Geld zu verdienen, eine gute Ausbildung zu machen, mir mein Leben zu finanzieren und selbst Verantwortung zu übernehmen (die ich inzwischen für meine Katze habe). Vielleicht tick ich da anderst und bin schon extrem Frühreif (?!), aber für mich ist es wie schon erwähnt, 10000 mal ansprechender gutes Geld zu verdienen, ein Auto zu haben, eine Wohnung, ein eigenes Leben das ich mir aufbaue. Kinder und Hochzeit kommt natürlich noch nicht in Frage, damit kann man sich zeit lassen.

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Heugabel 27.09.2013, 11:07
49. Mit 66 Jahren

Zitat von Freifrau von Hase
100% Zustimmung. Erst vor ein paar Tagen sah ich bei uns in der Stadt ein paar Männer (?) mit falsch herum aufgesetzten Mützen und Hosen, die mindestens 2 Nummern zu groß waren. Da habe ich auch gedacht: Die Gesellschaft wird immer infantiler. Mit 14 kann man das vielleicht machen aber mit 30 sollte man eigentlich geistig weiter sein.....
da fängt das Leben an!

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