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EU-Reform: Briten warnen Europa vor wirtschaftlichem Abstieg
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Londons Finanzminister George Osborne hat von der EU tiefgreifende Reformen verlangt, nur dann werde Großbritannien Mitglied bleiben. Er wetterte gegen hohe Sozialausgaben, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und warnte von den Konkurrenten China und Indien. Osborne warnt EU vor wirtschaftlichem Abstieg - SPIEGEL ONLINE

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U_VO 15.01.2014, 11:31
30. Erstaunliche Chuzpe

So recht Herr Osborne in seinem Wunsch nach Reformen auch haben mag:
Es ist allerdings sehr verwunderlich, dass gerade in Großbritannien, dessen Produktionssektor seit Jahren schrumpft, von anderen mehr Wettbewerbsfähigkeit gefordert wird.
Es war schließlich Britanniens unkontrollierter Bankensektor mit undurchsichtigen Schattenbanken, gierigen Managern und manipulierten Zinssätzen, der die laufende Wirtschaftskrise wesentlich mit hervorgerufen hat. Dies liegt wohl kaum an den relativ hohen Sozialausgaben. Man kann auch bei hohen Sozialsausgaben wirtschaftlich erfolgreich sein, wie die nordischen EU-Länder gerade zeigen.

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marian.url 15.01.2014, 11:31
31. Was will der Mann eigentlich?

"Europa stelle nur sieben Prozent der Weltbevölkerung, aber 50 Prozent der weltweiten Wohlfahrtsausgaben."

Ich dachte, das wäre eigentlich gut für die Bevölkerung und eine Errungenschaft Europas.

Möchte Herr Osborne lieber, dass Europa entsprechend seiner Bevölkerung nur sieben Prozent aller Wohlfahrtsausgaben stellt?

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eph1966 15.01.2014, 11:31
32. Funktionierende Sozialsysteme

Meines Erachtens werden zukünftig funktionierende Sozialsysteme sogar einen Wettbewerbsvorteil darstellen. Offenbar ist die Zuwanderung ja unter'm Strich sogar positiv. Und wenn sich im vielgefürchteten Indien und China die billigen Tagelöhner eines Tages solidarisieren und der ungezügelte Umweltverbrauch abnimmt, verschieben sich die Parameter wieder zu Gunsten von Europa. Alter Berliner Spruch: "Bange machen gilt nicht."
Was für mich natürlich nicht heisst, dass es keine Reformen geben sollte - nur nicht unbedingt im Sinne der britischen Spezial-Europäer.

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kaynchill 15.01.2014, 11:32
33. Dann sollen sie halt gehen

Das hat nur Vorteile für die EU:
- weniger interne Streitigkeiten
- weniger vorsätzliche Blockaden der Politik
- mehr Unabhängigkeit von den USA!

Die Briten können hingegen nur verlieren... Wenn Schottland unabhängig werden sollte werden die Iren Blut lecken. Es ist nur noch eien Frage der Zeit wann das "Vereinigte" Königreich offizell zum Protektorat der USA ernannt werden.

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Creedo! 15.01.2014, 11:32
34. ?

Zitat von sysop
Londons Finanzminister George Osborne hat von der EU tiefgreifende Reformen verlangt, nur dann werde Großbritannien Mitglied bleiben. Er wetterte gegen hohe Sozialausgaben, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und warnte von den Konkurrenten China und Indien.
Nicht wettberwerbsfähig? Hatte Deutschland (als treibende Kraft der EU) nicht gerade den höchsten Exportüberschuss weltweit erzielt, noch vor China? Sieht so ein Mangel an Wettberwebsfähigkeit aus? Und hat nicht gerade Deutschland hohe Sozialausgaben, höhre als das Vereinigte Königreich? Und trotz dieser hohen Sozialausgaben kann Deutschland diese enormen Exportüberschüsse erzielen?
Bevor die Briten also der EU und damit Deutschland mangelnde Wettberwerbsfähigkeit vorwerfen, sollten sie erst mal das Wirtschaftsniveau und das Sozialleistungsniveau Deutschlands erreichen.
Das Gebelle der Briten mutet an wie der (theoretische) Vorwurf von Eintracht Braunschweig an den FC Bayern oder Borussia Dortmund, die Liga sei international nicht konkurrenzfähig.
Einen Unterschied gibt es aber doch: Wenn Eintracht Braunschweig als Traditionsverein aus der 1. Liga verschwindet, ist das irgendwie traurig. Wenn die Briten die EU verlassen, ist das total egal oder sogar willkommen.
Daher die Frage: Sind die Äußerungen von Herrn Osborne eine Drohung oder ein Versprechen?

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Mac_Beth 15.01.2014, 11:33
35.

Zitat von stefanryke
na ja, auch in UK ist Europawahl. Auch in UK gibt es Anti-EU-Populisten. Ist doch nicht viel anders, wie bei uns momentan. Wann wird es mal einen Europa-Wahlkampf geben, der nicht nur gegen Europa geführt wird. Alle Jahre die gleichen Sprüche und Plakate.
Einen Europa-Wahlkampf gibt es auch nicht, denn den Kontinent kann man nicht wählen. Hier geht es um die EU als Institution und da sind kritische Stimmen nicht nur erlaubt, sondern durchaus eine Notwendigkeit. Es kann nie gut sein etwas kritiklos hinzunehmen und schon garnicht wenn man die höhere Moral und Deutungshoheit für sich beansprucht.

Mir sind aktuell die Anti-EU-Populisten also lieber als die immergleichen Pro-EU-Populisten.

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sweety007 15.01.2014, 11:35
36. Richtig

Der Hinweis auf das Missverhaeltnis zwischen dem europaeischen Anteil an der Weltbevoelkerung und den Wohlfahrstausgaben ist ja richtig, aber welche Alternative hat Europa? Die Wohlfahrtsausgaben auf asiatisches Niveau zu senken kann es wohl nicht sein, die Chinesen oder Inder werden ihre Ausgaben nicht auf unser Level hochfahren, also sollte Europa mal ueber ganz neue Wege nachdenken. DAS waere mal ein weiterfuehrender Hinweis aus UK.

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mchunter 15.01.2014, 11:36
37. agua hat recht....

Es werden Reformen benötigt, aber wenn die Briten aus der EU austreten wird manches einfacher. Z.B. die Reformen im Finanzsystem können dann beschlossen werden. Ohne sie abzuschwächen. Sobald die Briten raus sind, sollte man die Finanzregeln verschärfen. Die Bremser von der Insel sind dann weg!
Das gerade die neuen EU Länder Reformen durchführen müssen, ist doch klar. Das wollen die aber auch. Es sollte Unterstützt werden!

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thomas_gr 15.01.2014, 11:37
38.

Zitat von Klaus100
Zumindest mit der konkreten Kritik trifft er meiner Auffassung nach den Nagel auf den Kopf. Mich überzeugt vieles was die Briten machen überhaupt nicht. Aber wenn ich an die neuen Ausgabenexzesse für den Sozialstaat durch den neuen Koaltionspartner denke, mache ich mir große Sorgen. Osbornes kritische Stimme ist wichtig. Vielleicht ist noch etwas zu retten. Aber zu befürchten ist, dass man die fatale Politik von Gayet-Freund Francois Hollande kopieren wird. Mit einem vorausschaubaren Ergebnis. Am Ende des Tages wird Osborne recht behalten.
Hollandes Politik ist so "sozial" wie der Mond grün ist. Hollandes Politik unterscheidet sich wenig von dem Einheitsbrei, den auch die CDU verfolgt. Keine Reformen, die den Namen verdienen, keine Innovationen, kein Mut. Das ist die Politik in Europa.

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prophet46 15.01.2014, 11:37
39. Große Lippe

Zitat von sysop
Londons Finanzminister George Osborne hat von der EU tiefgreifende Reformen verlangt, nur dann werde Großbritannien Mitglied bleiben. Er wetterte gegen hohe Sozialausgaben, mangelnde Wettbewerbsfähigkeit und warnte von den Konkurrenten China und Indien.
Erst kürzlich selbst kurz vor der Katastrophe führt jetzt GB wieder die große Lippe, mit 7 % Staatsdefizit. Im Ergebnis hat er aber recht. Die Verwalter mit den geliehenen Spendierhosen in Brüssel müssen eingegrenzt werden.

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