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Extremer Minimalismus: Tobi, 27, lebt ohne eigene Klamotten, Möbel oder Geld
Lemrich / UNI SPIEGEL

Er brach das Studium ab, verschenkte sein Geld und zog mit seiner Freundin durch Europa: Tobias Rosswog will zeigen, dass man auch anders leben kann. Doch wie geht das, wenn der gesamte Besitz in einen Karton passt?

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mwroer 21.10.2017, 09:05
1.

"Was wäre denn, Tobi, wenn alle so lebten wie du?" - "Das wäre nicht möglich"

Eben. Es braucht immer eine Menge Leute die nicht in Visionen leben um anderen diese Traumwelt zu finanzieren - früher hießen die Leute Philosophen, heute nennen wir sie anders. Letztlich machen sie das gleiche: Schöne Ideen verkaufen die allesamt nicht funktionieren wenn jeder sie adaptieren würde.

Er soll es genießen solange es geht und wenn er Leute in der Tat dazu bringen kann ihre Konsumangewohnheiten zu ändern - fein. Sei ihm gegönnt :)

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eunegin 21.10.2017, 09:09
2. nett, aber reality check

tja, aus eigener Erfahrung: irgendwann kommt halt immer ein Wendepunkt. Bei mir waren es Kinder. Dann kann man seine Selbstverwirklichung nicht mehr anderen aufdrücken. Und Kinder sind eigene Personen, nicht das verlängerte Ich. Ich lebe so, dass ich den Kindern später auch Wahlmöglichkeiten biete und nicht vorab auf eine Lebensweise festlege.

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johann79104 21.10.2017, 09:10
3. Tolle Lebensphilosophie,

Krankenversicherung zahlen andere die malochen. Auto und Benzin zahlen andere. Überhaupt zahlen alles andere, sonst könnte er nicht überleben. Der Typ lügt sich seine Welt zurecht.

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schnabelnase 21.10.2017, 09:10
4. Das Paradoxon

Immer die gleiche Geschichte. Der Mann kann dies alles ja nur deshalb, weil die Mehrheit der Menschen in Europa ein „normales“ Leben führt und für dieses freie, befriedete Europa gekämpft und gearbeitet haben. Wenn er mal keine Lust mehr haben sollte, kommt er zurück und meldet sich kurzerhand beim Amt, als wenn nichts gewesen wäre.

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bwk 21.10.2017, 09:16
5. Tobi

Tobi ist ein Schelm. Er lebt nach seinen Regeln. Wenn wir das alle täten, würde unser Staat zusammenbrechen. Die Gemeinschaft profitiert von der arbeitenden Bevölkerung, aber nicht von den Redenschwingern.

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frankenbaer 21.10.2017, 09:18
6. Geldfrei?

Nur eine kleine Anmerkung zu diesem Projekt: Wenn ich reise und bei andern Leuten nächtige, so benötige ich die Hilfe von Menschen, die, um den Schlafplatz zur Verfügung stellen zu können, die Mittel hierzu erwirtschaften müssen. Dieser Denkfehler ist die größte Krux in der Sichtweise dieser Menschdn.
Gleiches trifft auf die Krankenkasse zu, deren kostenlose Leistung erst durch Beiträge anderer Mitglieder möglich sind.
Scheuklappendenken nennt man so etwas!

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OhMyGosh 21.10.2017, 09:21
7. Sisyphus- ein glücklicher Mensch. Oder?

Die Idee ist für sich genommen ausgesprochen charmant und verführerisch. Auch ich bin dabei, mein Leben zu entrümpeln und zu minimalisieren, viel Ballast abzuwerfen. Aber ganz so weit wie Tobi kann und will ich nicht gehen, denn das, was mir an "Besitztümern" bleibt bzw. bleiben wird, ist Teil meiner Biografie und derjenigen unserer Familie. Darüber hinaus finde ich es auch wenig sozial, ein Studium, welches von der Allgemeinheit finanziert wurde, nicht derselben in irgendeiner Weise "zurückzugeben". Zwischen Konsumrausch und kapitalismuskritischer Verweigerung gibt es sicherlich viele Abstufungen.

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Koana 21.10.2017, 09:29
8. Tobias Rosswog lebt ein Leben,

das sehr wohl alle von uns leben könnten, mich wundert das er so antwortet, wie Sie es hier schildern.
Er motiviert, er beansprucht keine Schlösser und keinen Prunk für sich, für seine Worte erhält er Wohnung und Nahrung, die Arbeitsteilung bestünde ja fort, einzig, wir würden unsere Infrastruktur, unsere technischen Lösungsansätze, kurz unsere Bedürfnisse auf wesentlich klügere Art lösen, im Sinne des Utilitarismus, im Sinne der globalen Vernetzung, der ökologischen Verantwortung und eben der etwas anderen Form von Sinn-, Glück- und Sicherheitsstiftung - keine Mega-Yachten für ein paar Dutzend, dafür keine Menschen mehr die am grauen Star erblinden, keine Millionen Tonnen auf den Abfall, da die Buffets der Reichen und der Wohlstandsstandartdkarnickel vor Überfüllung bersten, dafür keine Hungertoten mehr, keine Paläste für Mächtige, sondern Rosswogs, die die Menschen mitnehmen, mit ihnen gemeinsam den Lebensweg gehen und sich nicht auf goldenen Schilden tragen lassen, sondern ihre Wege machen, dort zu helfen, wo man ihre Hilfe nachfrägt, ansosnten, würde Herr Rosswog sicher auch irgendwo im nützlichen Prozess als Gärtner, Techniker, Mediziner oder Kulturschaffender mitwirken - es bräuchte weder Politiker, noch Juristen, noch Banker, noch Verwaltungs- , Vollzugs- , Polizeibeamte, weder Soldaten, noch Verkäufer, noch Sklaven, noch Parias noch Millionäre - kurz, wir Menschen würden in einer anderen Gemeinschaft, anders leben.
Es gibt tausende Rosswogs, leider nur tausende, den der Rest glaubt nicht an die Kraft, frei sein Leben nach seinen Einsichten und Gefühlen leben zu können, der Rest ordnet sich dem destruktiven Wahnsinn unter!
Glück und Gesundheit all jenen, die wie er ihren Mut und ihren Geist gefunden haben - und sorry, wären die Millionen, nicht nur Tausende über die Welt verstreut, würden sie eine schönere Welt aufbauen - und sicher gäbe es da auch Leitungswasser, Individualmobilität und wahrscheinlich auch die Möglichkeit ab und an zu fliegen - doch wohl eher mit Luftschiffen, eher alles etwas langsamer und weniger destruktiv.
Andererseits, vielleicht hätten diese Menschen längst die Raum-Zeit Krümmung und das Problem der negativen Energie gelöst, vielleicht wären wir um Jahrhunderte weiter, vielleicht weiter, als wir hier, die wir uns dem Irrsinn ergeben, je kommen werden - vor allem in einer schönen, traumhaften Utopie und nicht in einer extrem düsteren Lotterie, die auf tausende von kümmerlichen Gestalten einige Halbgötter pflanzt, die ihren profanen Genuss auf dem Elend der anderen gründen!

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Ridcully 21.10.2017, 09:30
9. Utopist und Parasit

ein Vorrecht der Jugend. Hab in meiner bewegten Jugend etliche von denen gekannt. Heute sind sie Stützen des Systems, ihr wisst schon, angegrünt und herabblickend auf die, die bei aldi und Lidl kaufen. Und den SUV fahren, weil er halt "sicherer" ist. Naja, vielleicht ist der junge Mann ja anders gestrickt. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

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