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Exzesse der Wiedertäufer: Gelüste und Gräuel in der Stadt Gottes
imago/ United Archives

Hunger und Pest wüteten, als die Wiedertäufer im mittelalterlichen Münster ein irres Gottesregime errichteten - sie plünderten, töteten, feierten Orgien und schafften das Geld ab. Das Ende der Welt schien nahe. Von Uwe Klußmann

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Wassup 31.08.2016, 06:57
1. Glaubenskriege zerstörten einst halb Europa

Bitte mehr über unsere Vergangenheit der grausamen Religionskriege zwischen Katholiken und Protestanten.

Halb Deutschland wurde durch einen Religionskrieg magdeburgisiert (so heisst Plünderung, Folter, Massenvergewaltigung, ..).

30 Jahre Krieg - erst der Westphälische Frieden brachte Ruhe ins Land.

Wer heute fordert, Deutschland sollte religiöser werden, der sollte sich unsere Geschichte ganz genau ansehen.

Der Frieden kam mit der Säkularisierung.
Leider erstarkte damit auch der Nationalismus, was neue Probleme schaffte.

die jüngste Geschichte zeigt: andere Länder sind in letzter Zeit religiöser geworden, aber dadurch nicht unbedingt friedlicher...

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skade 31.08.2016, 07:10
2.

gutes Beispiel das uns als Mahnung dienen soll.
So kann JEDE Religion ausarten wenn man ihr zuviel Beachtung schenkt. Deswegen sollte, auch wenn die Strömung im Moment eine andere ist, eine Abkehr zur Religion vollziehen. Religion sollte nur noch eine private Randerscheinung sein.

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bennoko 31.08.2016, 07:55
3. Europa glaubt heute an nichts mehr

Europa hat aufgrund seiner Geschichte ein gestörtes Verhältnis zur Religion aufgebaut. Diese Angst reicht so weit, dass Europa heute an gar nichts mehr glauben will und kann. Darum ist Europa heute nur noch ein Wirtschaftsraum ohne Identität, ohne Seele. Eine Wiederentdeckung der christlich-kultivierten Religion wäre wichtig und wünschenswert.

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sapereaude! 31.08.2016, 08:01
4. Ja, wir auch!

Zitat von skade
gutes Beispiel das uns als Mahnung dienen soll. So kann JEDE Religion ausarten wenn man ihr zuviel Beachtung schenkt. Deswegen sollte, auch wenn die Strömung im Moment eine andere ist, eine Abkehr zur Religion vollziehen. Religion sollte nur noch eine private Randerscheinung sein.
Ich habe mich auch gefragt, warum gerade jetzt dieser Artikel gebracht wird. Will man uns die dunkle Vergangenheit des Christentums und ihre Auswüchse vorführen, um mehr Toleranz für den Islam zu erreichen? Will man das den Kritikern des politischen und gewalttätigen Islams unter die Nase reiben, damit sie mit ihrer Kritik beschämt verstummen?

Was man aus solchen Auswüchsen lernen kann, ist doch ein konsequentes Zurückdrängen religiöser Einflüsse. Wir müssen religiösen Strömungen, die aus der Privatheit in die Politik drängen, konsequent Einhalt gebieten.

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ackermart 31.08.2016, 08:32
5. Wir glauben gern...

, dass wir nur ohne Glauben gut sind und nicht allein nur wegen einem Geld-"Gut", das uns alle bindet. Doch sind wir darauf vorbereitet, wenn dieses Geldgut aus etwa technischen Gründen plötzlich verschwindet, auch wenn wir es nicht revoluzzerhaft abschaffen wollten? Was bindet uns dann zurück (re-ligare), wenn der Bund den >wir< mit uns machten kein Band mehr hätte? Also man sollte doch wenigstens mal theoretisch zuvor drüber nachgedacht haben, ohne deswegen gleich theologisch werden zu müssen.

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csapo-f 31.08.2016, 08:38
6. Danke!

Hier gibt es nicht viel zum Diskutieren. Jeder sollte glauben dürfen, an was und wen er will, wen ihn das glücklich macht. Reine Privatsache. Aber sein Glaube sollte sich nicht gegen Andersdenkende richten dürfen. Und schon mal gar nicht durch Gewaltausübung, egal in welcher Form. Dies sollte auch für „Religionsersatz“ gelten, welcher in unseren Tagen in vielfacher Form die „traditionellen Religionsrichtungen“ ersetzt. Ein guter Hinweis des Artikels auf ein gutes Buch. Danke!

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j.bunyan 31.08.2016, 09:15
7. Ja, die Täufer von Münster...

Man muss auch erwähnen, wie scharf Luther diese kleine, radikale Gruppe der Täufer verurteilte. Auch die anderen Täufergruppen (z.B. die pazifistischen Mennoniten) distanzierten sich von dieser Ansammlung von Spinnern, die letztendlich durch das militärische Eingreifen des Kaisers auch ihre verdiente Strafe erhielten. Ein solches Beispiel allerdings dazu zu verwenden, um das Christentum pauschal zu diskreditieren (und viele rufen ja hierbei laut Hurra), ist lächerlich und billig. Man schüttet auch nicht einen Wagen voll Äpfel aus, nur weil in einem ein Wurm ist.

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Rom 31.08.2016, 09:25
8. Religion sollte Privatsache sein!

Seit der Aufklärung können die Menschen endlich frei leben, bestimmt hingegen Religion das tägliche Leben (und die Politik) geht es nie gut. Und ich meine nie!
Glauben ist Glauben, nicht Wissen. Die Bibel und der Koran sind von Menschen geschrieben, wer erlaubt anderen Menschen eigentlich zu sagen, dass man danach leben muss?
Im Grunde sind ja alle Religionen mehr oder weniger Sekten, nur eben gesellschaftlich weiter verbreitet.

Es kann jeder glauben, was er will - aber im Privaten. Im öffentlichen Leben hat die Religion aber sowas von gar nix zu suchen! Eine Lektion, die der Islam noch lernen muss (und wird) - sehr wahrscheinlich sehr blutig. Aber es gibt zurzeit nicht ein friedliches, weltoffenes Land, in dem der Islam die vorherrschende Religion ist. Warum? Europa musste das auch schmerzlich, sehr schmerzlich lernen. Hier war das Christentum die Geisel.

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karend 31.08.2016, 09:34
9. anders ausgedrückt

Zitat von sapereaude!
Ich habe mich auch gefragt, warum gerade jetzt dieser Artikel gebracht wird. Will man uns die dunkle Vergangenheit des Christentums und ihre Auswüchse vorführen, um mehr Toleranz für den Islam zu erreichen? Will man das den Kritikern des politischen und gewalttätigen Islams unter die Nase reiben, damit sie mit ihrer Kritik beschämt verstummen? Was man aus solchen Auswüchsen lernen kann, ist doch ein konsequentes Zurückdrängen religiöser Einflüsse. Wir müssen religiösen Strömungen, die aus der Privatheit in die Politik drängen, konsequent Einhalt gebieten.
"Ich habe mich auch gefragt, warum gerade jetzt dieser Artikel gebracht wird."

Jup, Themensetzung, Art und Häufigkeit der Berichterstattung der Medien ist schon sehr interessant.

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