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Exzesse der Wiedertäufer: Gelüste und Gräuel in der Stadt Gottes
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Hunger und Pest wüteten, als die Wiedertäufer im mittelalterlichen Münster ein irres Gottesregime errichteten - sie plünderten, töteten, feierten Orgien und schafften das Geld ab. Das Ende der Welt schien nahe. Von Uwe Klußmann

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io_gbg 31.08.2016, 15:04
40.

Zitat von j.bunyan
Mir wurde sogar Religionsunterricht vermittelt, dass man alles, was die Bibel sagt, dem Rationalismus unterstellen und in Frage stellen muss.
Dann hatten Sie in dieser Hinsicht einen guten Lehrer.

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granathos 31.08.2016, 15:05
41. bessere Varante

Zitat von syssifus
Krankenkäuser, Altersheime, karitative Einrichtungen wie Obdachlosenheime, Pallatiavzentren ,werden nur zum Bruchteil von den Kirchen,aber hauptsächlich vom Staat durch Steuergelder getragen(finanziert).Die Kirchensteuer wird zwar vom.....
Papst Benedikt hat das ja kritisch angeprangert und in den meisten Ländern wird die Kirche von den Mitgliedern finanziell getragen, was die bessere Varante ist.

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io_gbg 31.08.2016, 15:09
42. Macht

Zitat von Airkraft
Meiner Ansicht geht es bei der Problematik nicht nur um Religion, sondern auch um Nationalismus, Kommunismus, Hautfarbe und anderes. Es is der Versuch Menschen nach wir und ihr einzuteilen. Das ermöglicht dann einer kleinen "Elite" die Gruppen gegeneinander "auszuspielen" und daraus ihre Vorteile zu ziehen.
Ja, es geht um Macht und Machtstrukturen und wohl auch um evolutionäre Prinzipien.
Religion ist ein Mittel, um eine Gesellschaft beieinander zu halten.
Dem einzelnen kommt der Vorteil zu, von der religiösen Gemeinschaft geschützt zu sein, ein soziales Umfeld geboten zu bekommen.
Dafür wird (vor allem in "heiligen" Schriften) unbedingter Gehorsam verlangt. Die Autoren der "heiligen" Schriften verlagern den Ursprung der Vorschriften auf ihren Gott (oder Götter), so dass sie im Prinzip nicht infrage gestellt werden können/dürfen.

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io_gbg 31.08.2016, 15:16
43.

Zitat von münchen1975
Alles, auch die Aufklärung, kann zum fanatischen Glauben ausarten, wenn man nur fest genug davon überzeugt ist, daß auf jeden Fall die anderen immer und absolut im Unrecht sind.
Nein, denn wer so denkt, hat den aufklärerischen Gedanken schon verlassen.

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henry_xii 31.08.2016, 15:56
44. Heidenei!

"Religion ist ein Mittel, um eine Gesellschaft beieinander zu halten. Dem einzelnen kommt der Vorteil zu, von der religiösen Gemeinschaft geschützt zu sein, ein soziales Umfeld geboten zu bekommen." Was er sonst nirgends vorfinden könnte oder was ihm erst genommen worden war, damit er's dann anzunehmen hat in der [Kinds-]Taufe?

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granathos 31.08.2016, 16:01
45. Projekt der Enkulturation

Zitat von io_gbg
Ja, es geht um Macht und Machtstrukturen und wohl auch um evolutionäre Prinzipien. Religion ist ein Mittel, um eine Gesellschaft beieinander zu halten. Dem einzelnen kommt der Vorteil zu, von der religiösen Gemeinschaft geschützt zu sein, ein soziales Umfeld geboten zu bekommen. Dafür wird (vor allem in "heiligen" Schriften) unbedingter Gehorsam verlangt. Die Autoren der "heiligen" Schriften verlagern den Ursprung der Vorschriften auf ihren Gott (oder Götter), so dass sie im Prinzip nicht infrage gestellt werden können/dürfen.
mit Verlaub, aber sie müssen den ReliUnterricht geschwänzt haben. Schon mal was von Exegese gehört? Die "Heilige Schrift" ist keineswegs von Gott in den Wüstensand geschleudert worden. Schon die vielen verschiedenen Sprachen machen es unmöglich die eine absolute Wahrheit zu verkünden.

Papst Benedikt hat sich bei seiner Antrittsrede als Arbeiter im Weinberg des Herren bezeichnet. Die RKK ist gientlich ein Projekt, ein zugegeben schon recht altes Projekt, der Enkulturation. Liest man das Vorlesungsverzeichnis der christlichen Fakultät der Uni Bologna des Jahres 1360, so meint man es Verwaltungsjurisprudenz zu tun zu haben.

Und die Christen haben es doch schon weit gebracht, oder? Gehen sie mal an den Stadtrand. Wo hängen denn da die Gehängten oder Gekreuzigten den Ragen zum Fraß vorgeworfen? Sehen sie!

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henry_xii 31.08.2016, 16:07
46. Nicht nur ein letzter Wille?

Letztlich ist es doch nicht nur eine Frage rhetorisch-kognitiven [Re-]Konstruktionsvermögens, resp. einer Vernunftbegabtheit, welche eine Praxis einerseits nur mehr oder minder abzubilden im Stande sein kann, jedoch andererseits, wenn nicht viel mehr, stets einen mir selbst angemessenen nicht nur genehmen, Legitimationsrahmen vs. nicht MEHR einzugestehen DÜRFENDER emotionaler Bewegtheit gegenüberzustellen zu SOLLEN, dennoch ein Noch-Vermögender-Werdender ungeschoren gewesen worden sein dürfen zu WOLLEN!

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jubelyon 31.08.2016, 16:11
47. Sapere aude

Karlheinz Deschner hat eine zehnbändige Zusammenfassung über die Kriminalgeschichte des Christentums geschrieben, zu der auch die beschriebene Episode passt - und die Erben dieser Gräuel erzählen uns heute, man brauche die Religion als moralische Orientierung. Einfach lachhaft!

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io_gbg 31.08.2016, 16:12
48.

Zitat von granathos
mit Verlaub, aber sie müssen den ReliUnterricht geschwänzt haben.
Nein. Falsch geraten.


"Schon mal was von Exegese gehört?"

Ja.


"Die "Heilige Schrift" ist keineswegs von Gott in den Wüstensand geschleudert worden."

Ist bekannt. Wäre auch ein "Wunder".


"Und die Christen haben es doch schon weit gebracht, oder? Gehen sie mal an den Stadtrand. Wo hängen denn da die Gehängten oder Gekreuzigten den Ragen zum Fraß vorgeworfen? Sehen sie!"

Sicher, sehe ich das.
Und vor 500 Jahren oder auch vor noch 300 Jahren sah das ganz anders aus. Da hingen die Gehängten und Geräderten auch vor den Toren christlicher, und darunter gut katholischer Städte.

Im Zuge der Aufklärung ist dieses unmenschliche Handeln weiter und weiter zurückgedrängt worden. Die Religionsvertreter haben sich dabei äußerst selten für Menschenrechte eingesetzt.
Und heute, da in Westeuropa die bösen Elemente der Religion weitgehend keinen Einfluss mehr haben (und dahin wollen Sie sicher auch nicht wieder zurück) und Glauben im Grunde Privatsache ist, haben wir Gesellschaften, die im Wesentlichen auf den Werten der Aufklärung fußen. Das ist keine Selbstverständlichkeit.

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io_gbg 31.08.2016, 16:15
49.

Zitat von henry_xii
"Religion ist ein Mittel, um eine Gesellschaft beieinander zu halten. Dem einzelnen kommt der Vorteil zu, von der religiösen Gemeinschaft geschützt zu sein, ein soziales Umfeld geboten zu bekommen." Was er sonst nirgends vorfinden könnte oder was ihm erst genommen worden war, damit er's dann anzunehmen hat in der [Kinds-]Taufe?
Mein Zitat wurde in einem bestimmten Zusammenhang geäußert. Wenn man es daraus heraus reißt, kann ich es nicht verhindern, aber es wird sinnentstellt.

Ich habe nicht gesagt, dass man ein soziales Umfeld nicht anders bekommen könnte.
Unsere Gesellschaft, das soziale Umfeld, das sie bietet, beruht ja auch nicht mehr darauf, dass man unbedingt an irgendetwas oder gar etwas Bestimmtes glauben muss.

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