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Fachkräftemangel: Bundesregierung wirbt im Ausland um Pflegekräfte
DPA

In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge Zehntausende Pflegekräfte. Die Bundesregierung versucht, vor allem in Südeuropa Krankenschwestern und Altenpfleger abzuwerben. Ähnliche Projekte gibt es aber auch in Serbien, Tunesien und auf den Philippinen. Bundesregierung wirbt in neun Ländern um Pflegekräfte - SPIEGEL ONLINE

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zyim 11.09.2013, 12:37
170.

Zitat von max-mustermann
Ach so und durch die Wiedereinführung des Sklavendienstes oder auch Zivildienst genannt wird das mit der Lohndrückerei besser ? Ich habe damals meinen Zivildienst in einem Pflegeheim gemacht für sagenhafte 1,33 DM die Stunde !
Ha, da konnte ich mich ja glücklich schätzen mit meinen knapp 3 DM die Stunde, die ich damals bekommen habe. :)

Nach 50 Beiträgen stellt sich mir die Frage, welcher Lohn denn angemessen ist? 30 € die Stunde? 20 €? 10€ wurden von einem Foristen ja schon als zu wenig angesehen. Ich schlage vor, wir erhöhen die Pflegeversicherung auf 10%. Dann kann die Mitte wieder fleißig zahlen und die Probleme sind gelöst. Wobei ich nicht daran glaube, dass derzeit mehr Geld (egal wo) die momentane Situation entspannen wird.

Ich würde gerne einmal ein sachlich fundierte Analyse der derzeitigen Situation sehen und darauf bauende Lösungsvorschläge für die Branche. Wieviel Gewinn und Gehalt bekommt denn so ein Leiter oder der Geschäftsführer eines Pflegeheims? Wieviel Gewinn bleibt am Ende über? Wiviel verdient denn derzeit das Pflegepersonal? Bis jetzt hört man von allen Seiten nur persönliche Befindlichkeiten oder ein konsequentes Ignorieren der derzeitigen und zukünftigen Situation auf dem Pflegepersonalmarkt. Reflexartiges Beißverhalten bringt in der Situation niemanden etwas.

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ulrichanton 11.09.2013, 12:37
171.

Zitat von sysop
In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge Zehntausende Pflegekräfte. Die Bundesregierung versucht, vor allem in Südeuropa Krankenschwestern und Altenpfleger abzuwerben. Ähnliche Projekte gibt es aber auch in Serbien, Tunesien und auf den Philippinen.
Erst mal total veraltete Verwaltungshindernisse abschaffen.
Wer zb 2 mal die Theoretische Prüfung geschafft hat und bei der Praktischen prüfung zu nervös war kann in seinem Leben Nie wieder diese Prüfung mehr machen welch ein Irrsinn.
Da sind natürlich Fachkräfte aus Tacka Tucka land wesentlich Qualifizierter.

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sofiabeo 11.09.2013, 12:39
172. was für ein einfältiges Geschwätz....

...von den meisten Usern hier! "Billiglöhne" kritisieren, aber nicht zur Kenntnis nehmen, dass viele Betroffene schon jetzt Schwierigkeiten haben, diese "Billigkräfte" zu bezahlen. Oder wer kann ca. 2.500 EUR/Monat nebenher aufbringen, um eine deutsche Fachkraft zu zahlen. Bei Rundum-Betreuung locker das Doppelte.
Sind Sie dann bereit, die monierten höheren Gehälter zu zahlen ? Denn Sie müssen das zahlen!
Aber wahrscheinlich soll auch dieses allg. Lebensrisiko "Pflegebedürftigkeit" zu 100% auf den Staat - sprich die Allgemeinheit - übertragen werden.
Jahrzehntelang die neuesten Flachbildschirme gekauft und keine Vorsorge getroffen und am Ende regelt es der Staat... Klar.
Und der Strom kommt aus der Steckdose :-)

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xehris 11.09.2013, 12:43
173.

Zitat von pepe_sargnagel
Statt zu jammern sollte man sich auf die Tugenden Fleiß, Ignoranz und Genügsamkeit konzentrieren.
Mit solchen Floskeln werden die Arbeitnehmer, besonders anfällig dafür sind Frauen, trotz unsäglicher Arbeitsbedingungen in der Pflege, bei der Stange gehalten und schuften sich nicht selten kaputt. Es ist eine Arbeit für den Menschen, deshalb braucht solche Arbeit eigentlich gar nicht bezahlt werden, am besten sollte sie ehrenamtlich ausgeführt werden, so wird in Deutschland noch immer argumentiert.

Glücklicherweise gibt es kein anderes Land auf der Welt, das derart krude Vorstellungen von Pflege hat. In anderen Ländern haben Pflegekräfte oft einen akademischen Abschluss.

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Viento 11.09.2013, 12:46
174. Unverschämtes Lohndumping

Die Löhne werden immer weiter mit sogenannten Hausvertträge gedrückt. Altenheime privatisiert und die Pfleger ausgebeutet.
Gute Arbeitsverträge immer mehr durch schlechte ersetzt.

Jetzt werben die Schwarz Gelben Ausländer an, mit der Hoffnung diese noch unverschämter Ausbeuten zu können.
Statt solcher Aktionen sollten lieber Endlich wieder angebmessene Löhne gezahlt werden und die Arbeitsbedingungen verbessert werden.
Dann finden sich auch genug Arbeitskräfte.

Ausländische Kräfte arbeiten gut, wollen aber bei diesen Bedingungen bestimmt nicht bleiben.
Ausserdem haben die Alten Mensch in anderen Ländern auch ein Recht gepflegt zu werden.
Hoffentlich ist Schwarz Gelb bald weg, die haben uns nur Elend gebracht.
Ein Altenpfleger leiste 10 mal mehr als ein Politiker verdient aber nicht mal ein zehntel.

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Martin24 11.09.2013, 12:46
175. Bedarf

Was denkt sich die Bundesregierung eigentlich? Als ob es in den genannten Ländern keinen dringenden Bedarf an den Pflegekräften gäbe werden sie nach Deutschland gelockt, statt hier Pflegekräfte auszubilden und brauchbar zu bezahlen. Hier profitiert die Regierung wieder von der von ihr selbst verschärften Krise in den Südeuropa, statt die Finanzierungsprobleme im Pflegebereich anzugehen.

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pepe_sargnagel 11.09.2013, 12:46
176.

Zitat von lupo44
und die deutschen Pflegekräfte ,die in Deutschland ausgebildet wurden und heute zu tausenden in der Schweiz arbeiten,kehren vielleicht zurück.
Das zählt nicht!

Im Top-Management, muss man die Löhne erhöhen wegen dem Marktmechanismus: Dort sind Fachkräfte rar, weshalb die Löhne/Pensionsen/Vergünstigungen/Boni/etc. steigen. Aber halt? Sie haben ja völlig recht!

Aber was ich gerne ergänzen möchte: Vor allem kann man für das Gehalt eines Pflegers nicht erwarten, dass er 14 Stunden am Tag oder länger arbeitet. So lange arbeiten die Manager schon auch, aber die werden dafür eben "entschädigt". Man könnte auch versuchen die Pfleger mit Bahncard 100 oder anderen Annehmlichkeiten (da gibt es eben heterogene Präferenzen und eigentlich keinen falschen Weg) locken.

Der Markt bzw. die Marktwirtschaft ist ein komisches Ding. Wobei man anmerken muss, dass weder der Markt für Manager noch der Markt für Pfleger ein echter Markt ist. Bei den Managern kreist ein "elitärer Zirkel" die verschiedenen Unternehmen ab. Nur wenige stoßen von unten oder ohne Beziehungen hinzu. Das würde jeden Ökonomen den Schlaf rauben, wenn man da von Wettbewerb spricht. Aber auch im Gesundheitswesen oder in der Kinderbetreuung herrscht (noch?) kein Markt. Außer man betrachtet die Mangelwirtschaft als einen echten Wettbewerb... Aber es gibt kaum plakativere Beispiele, wo der Westen vom (ehemals kommunistischen) Osten mit seiner Managelwirtschaft so viel gelernt hat. Ein paar Wenige bekommen alles und der Rest soll mal schauen, wie er es den Wenigen ermöglichen kann.

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rambo-1950 11.09.2013, 12:49
177. @ traurigesdeutschland Beitrag # 15

ob die Alternative tatsächlich die passende alternative ist wage ich doch sehr zu bezweifeln.
Zu sehr rücken die ihr Klientel "KAPITAL" in den Fokus!
Wähler der Unterschicht um die es ja hauptsächlich bei diesem Artikel "Pflege + Fachkräftemangel" geht, dienen lediglich um die 5% Hürde zu meistern.....................

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Retent 11.09.2013, 12:49
178.

Zitat von sofiabeo
.."Billiglöhne" kritisieren, aber nicht zur Kenntnis nehmen, dass viele Betroffene schon jetzt Schwierigkeiten haben, diese "Billigkräfte" zu bezahlen.
Jaja, die User und ihr Gejammer! Sie müssen es sich aber anhören, denn es ist in Deutchland Realität geworden, dass sich nur noch ein kleiner Teil ein auskömmliches Leben im Alter leisten kann, derjenige der privat vorsorgt, oder ein Vermögen übernommen hat. Der Großteil der Deutschen wird in Altersarmut von prekär bezahlten Leutchen zu Tode gepflegt. Beschweren Sie sich nicht über die User, überdenken Sie lieber diese menschenfeindliche Politik der letzten 20 Jahre! Oder noch besser, reisen Sie in Länder, in denen die Arbeitnehmer noch gerecht entlohnt werden, sie werden überrascht sein, wieviele Menschen sich eine menschenwürdige Pflege leisten und dabei noch in der Landessprache mit der/m Pfleger/in kommunizieren können .

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gugler 11.09.2013, 12:49
179. schlecht für die Alten UND Jungen

Kein Verständnis für solche Aktionen. Diese Werbeaktion auch noch unter der Rubrik "Wohltat für die armen, arbeitslosen und gut ausgebildeten Menschen in armen Ländern" verkaufen zu wollen, (wie dies hier manche Leser auch tun), entspringt wohl entweder a) einer ziemlichen Unkenntnis der Umstände oder b) einer schwer ignoranten Grundhaltung auf Seiten der politisch Verantwortlichen, und ist schlicht nicht passend. Der Pflegenotstand ist hausgemacht durch mieseste Bezahlung, eine überbordende Bürokratie im Gesundheitswesen, insgesamt unattraktivste Arbeitsbedingungen in einem schwierigen, sehr belastenden Umfeld.
Dann holt man sich halt ein paar billige Arbeitskräfte aus der zweiten und dritten Welt. Die negativen Folgen: Diese Menschen fehlen in ihren Heimatländern, sowohl ihren Familien, als auch zur Stützung der heimatlichen Versorgunsgssysteme. Der Job Kranken/Altenpfleger erhält hierzulande immer mehr den Beigeschmack "ist auch durch Hilfskraft machbar", die daraus resultierenden Folgen für die Qualität der Betreuung unserer Alten (nicht zu vergessen: die wir alle ja eines Tages, früher oder später selbst mal sein werden !!!) kann sich ein jeder selbst ausmalen. Von haarsträubenden pflegerischen Fehlern aufgrund von Personalmangel/Unkenntnis wie ständig bereits heute auftretend fange ich lieber erst gar nicht an.
Nein, es ist schlimm, wie uns vorgegaukelt wird, dass sich über einen solchen Schritt die Probleme auch nur im Ansatz lösen liessen. Zufriedenstellende Bezahlung von der man auch leben kann, Lobbyistenbekämpfung (Stichwort Pharmabranche), Bürokratieabbau, mehr Personal pro Patient/Bewohner, das wären die Stichworte. An diese heißen Eisen traut sich nur kein Mitglied unserer politischen "Elite" dran, auch nicht ein Herr Bahr. Es wird wohl immer so bleiben, schade, ein ehrenwerter Beruf verkommt völlig, paradoxerweise WEIL er so gefragt ist.

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