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Fachkräftemangel: Bundesregierung wirbt im Ausland um Pflegekräfte
DPA

In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge Zehntausende Pflegekräfte. Die Bundesregierung versucht, vor allem in Südeuropa Krankenschwestern und Altenpfleger abzuwerben. Ähnliche Projekte gibt es aber auch in Serbien, Tunesien und auf den Philippinen. Bundesregierung wirbt in neun Ländern um Pflegekräfte - SPIEGEL ONLINE

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mats73 11.09.2013, 12:50
180. Stimmt so nicht...

Zitat von Retent
In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge Zehntausende Pflegekräfte. Die Bundesregierung versucht, vor allem in Südeuropa Krankenschwestern und Altenpfleger abzuwerben. Ähnliche Projekte gibt es aber auch in Serbien, Tunesien und auf den Philippinen. Niebel ist im Rahmen einer Entwicklungshilfe für die Zuführung robuster Wanderarbeiterinnen aus China!
Das stimmt so nicht....Krankenpfleger/innen in Südeuropa sind oft mit Bachalor ausgestattet und verdienen hier in D dann nicht weniger!

Problem ist, dass in Suedeuropa die Familien die Pflege in den Krankenhäusern zu übernehmen haben, und die Pfleger/innen ausschließlich Arztnahe Tätigkeiten (Verband wechseln/Spritzen/..) Wenn die einen Patienten waschen sollen, wissen die nicht nur nicht, wie das geht, sondern sind auch nicht bereit dazu....deshalb sind die Programme oft zum Scheitern verurteilt.

Mit Polen und Vietnamesen wurden hingegen in den letzten Jahrzehntn sehr gute Erfahrungen gemacht - in der Pflege wurden nämlich schon immer ausländische Fachkräfte angeworben, die bei entsprechender Ausbildung auch "Normal" entlohnt wurden!

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hans-wurst1989 11.09.2013, 12:51
181.

Für mich zeigt das die Doppelmoral der Regierungsparteien. Labern ständig davon, dass der Markt alles gut regelt, setzen ihn aber immer wieder genau da ausser Kraft, wo er es könnte. Wenn irgendwo Mangel herrscht, also die Nachfrage steigt, müsste eigentlich der Preis (also der Lohn) anziehen. Passiert aber nicht. Stattdessen holt man sich Leute, die durch die Wirtschaftskrise in ihren Ländern weichgekocht wurden und hier bestimmt nicht "frech" werden, was Lohn und Arbeitsbedingungen angeht, was wiederum den Druck auf die Einheimischen erhöht und dringend benötigte Lohnerhöhungen noch weiter aufschiebt. Deutschland ist schlicht und einfach nicht bereit Fachkräfte ihrer Qualifikation entsprechend zu bezahlen. Aber wenn man die Spinner von der FDP reden hört, dann sind das ja eh alles "Geringqualifizierte", denen nicht mehr zusteht.
Ingenieure z.B. gehen lieber ins Ausland als hier für 2000€ brutto anzufangen (ja, soetwas gibt es, konnte es selbst nicht glauben) und Realschüler machen lieber eine Lehre zum Bürokaufmann/frau, als sich in schlechtbezahlten Berufen wie der Pflege weit über die Belastungsgrenze hinaus trietzen zu lassen.
Bei Deutschen Arbeitgebern hat eine Discount-Mentalität eingesetzt, bei der man 110% Leistung erwartet, aber nur 50% zahlen will.
Den Fachkräftemangel gibt es nicht. Es gibt eine Mangel an Zahlungwillen.

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zyim 11.09.2013, 12:53
182.

Zitat von genervt!
halt zu teuer. Würden Pflegekräfte für ihre körperlich wie psychisch schwere Arbeit inkl. Nacht- und Wochenenddienste anständig bezahlt, wovon würden die Betreiber dann ihre üppigen Gewinne einfahren. Würde von den durchsnittlich 3300 Euro (Quelle: ), die so ein Pflegeplatz kostet, eine Pflegekraft anständig bezahlt werden, würden sich auch mehr Interessenten für die Tätigkeit finden. Schlimm finde ich, daß das Lohndumping (übrigens in allen Bereichen) aktiv von unseren Politikern jeder Couleur gefördert wird. Also, am 22. ist Wahltag. Wählt keine etablierten Parteien!
Wenn Sie sich einfach mal ein wenig damit auseinandersetzen würden, was alles mit den 3.300 € bezahlt werden muss, werden Sie selber darauf kommen, warum das alles nicht funktioniert derzeit. Mit den 3.300 € müssen mindestens 3 bis 4 Pflegekräfte bezahlt werden. Dazu kommen Lohnnebenkosten, Gebäudeunterhalt, Hausmeister und Verwaltung, Instandhaltung, Küche, Reinigung, Strom, Wasser usw.
Daher werden immer mehr Menschen aufgenommen und mit weniger Menschen betreut. Damit sich das dann rechnet. Und hier sehe ich den ersten Ansatzpunkt, dass ein Pflegepersonalschlüssel verpflichtend sein muss, damit die Betreuung funktioniert und die Mitarbeiter besser Arbeitsbedingungen (bessere Arbeitszeit z. B.) bekommen. Zu meiner Zivizeit haben wir mit 3 Personen 20 Leute betreut und haben zum Anfang 10 Tage durchgearbeitet. Das wurde dann zwar später abgeschafft, mehr Personal gab es aber nicht.

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Retent 11.09.2013, 13:00
183.

Zitat von mats73
Mit Polen und Vietnamesen wurden hingegen in den letzten Jahrzehntn sehr gute Erfahrungen gemacht - in der Pflege wurden nämlich schon immer ausländische Fachkräfte angeworben, die bei entsprechender Ausbildung auch "Normal" entlohnt wurden!
Nix für ungut, das stimmt so auch nicht! Oder posten Sie einen Beleg für diese Behauptung! Im Pflegebereich wird schon lange auf 400 € Basis Arbeit vermittelt....!

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leser-fan 11.09.2013, 13:04
184. Warum geht dtsch. examiniertes

Personal in Schweizer Altenheime? Warum gibt es dort nicht die teilweise grusligen Zustände, obwohl es auch Heime für Normalos sind?

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Bhur Yham 11.09.2013, 13:05
185.

Zitat von sofiabeo
"Billiglöhne" kritisieren, aber nicht zur Kenntnis nehmen, dass viele Betroffene schon jetzt Schwierigkeiten haben, diese "Billigkräfte" zu bezahlen. Oder wer kann ca. 2.500 EUR/Monat nebenher aufbringen, um eine deutsche Fachkraft zu zahlen. Bei Rundum-Betreuung locker das Doppelte.
Eine Bekannte von mir, die in einem Pflegeheim arbeitet, hat etwa zehn Leute zu versorgen. Jeder dieser Insassen zahlt ca. 4000€/Monat, das sind also 40000€. Der Lohn für die Pflegekraft beträgt etwa 1000€ netto. Abzüglich einer zweiten Pflegekraft, Essen, Trinken, Wäscherei, Gebäudefestkosten, Steuern u.s.w bleiben bestimmt 25000€ übrig. Damit wird der Betreiber reich. Das ist wie mit dem Chef der Drückerkolonne in München, der sich einen Lamborghini gönnt, während seine "Angestellten" beinahe verhungern.
Abgesehen davon ging es doch früher auch. Allerdings war das, bevor jeder Alte profitabel sein mußte und bis zum letzten Euro ausgepreßt wurde. Das ist der Krebsschaden dieser Gesellschaft.

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henrywotton 11.09.2013, 13:07
186.

mensch könnet auch erst einmal die hürden für umschulungen und ausbildungen für arbeitslose verringern. bisher gilt z.b. ein studium, und sei es och so brotlos und noch so lange her, als abgeschlossene berufsausbildung, was bedeutet, dass das amt einen cent für eine weitere ausbildung oder umschulung zahlt. da zahlen die lieber 10 jahre lang arbeitslosengeld. daneben könnte man für diesen höchst respektablen job auch einfach mal die entlohnung anheben. so stiege auch die gesellschaftliche wertschätzung dieser mitnichten einfachen tätigkeit, was wiederum dazu führte, dass mehr menschen sich dafür interessieren. ich bin alles andere als rechts, aber ich kriege langsam auch einen kamm bei der frage, warum man sich nicht zuerst um die aufstocker und arbeitslosen im land kümmert, anstatt auf deibelkommraus zum importieren.

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xehris 11.09.2013, 13:23
187.

Zitat von Bhur Yham
Eine Bekannte von mir, die in einem Pflegeheim arbeitet, hat etwa zehn Leute zu versorgen. Jeder dieser Insassen zahlt ca. 4000€/Monat, das sind also 40000€. Der Lohn für die Pflegekraft beträgt etwa 1000€ netto. Abzüglich einer zweiten Pflegekraft, Essen, Trinken, Wäscherei, Gebäudefestkosten, Steuern u.s.w bleiben bestimmt 25000€ übrig. Damit wird der Betreiber reich.
Der ehemalige Betreiber eines Pflegeheimes, nun in Rente, ist Besitzer unzähliger Immobilien in meiner Stadt und kann einen ausgesprochen wohlhabenden Lebensabend genießen, er weiß gar nicht wohin mit dem vielen Geld. Natürlich sind die Gewinnspannen gigantisch. Da bleibt auch noch Geld für eine Yacht auf Mallorca übrig.

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xehris 11.09.2013, 13:26
188.

Zitat von Martin24
Was denkt sich die Bundesregierung eigentlich? Als ob es in den genannten Ländern keinen dringenden Bedarf an den Pflegekräften gäbe werden sie nach Deutschland gelockt, statt hier Pflegekräfte auszubilden und brauchbar zu bezahlen. Hier profitiert die Regierung wieder von der von ihr selbst verschärften Krise in den Südeuropa, statt die Finanzierungsprobleme im Pflegebereich anzugehen.
Für die Merkelregierung gibt es ein einziges Mittel für die Lösung aller Probleme: Zuwanderung. Wenn die lästige deutsche Bevölkerung endlich ausgetauscht ist, sind alle Probleme gelöst.

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ulrichanton 11.09.2013, 13:32
189. Fachkräfte

Zitat von sysop
In Deutschland fehlen Schätzungen zufolge Zehntausende Pflegekräfte. Die Bundesregierung versucht, vor allem in Südeuropa Krankenschwestern und Altenpfleger abzuwerben. Ähnliche Projekte gibt es aber auch in Serbien, Tunesien und auf den Philippinen.
1. lügt uns nicht mehr so an und zeigt uns die wirklichen Arbeitslosenzahlen( nicht die schöngerechneten)
und ich zeige euch mehrere Millionen Menschen die der Deutschen sprache mächtig sind und innerhalb von 3 jahren Fachkräfte wären.

2. Bezahlt anständige Löhne und ihr werdet nicht Fachkräfte im Ausland suchen müssen weil unsre Fachkräfte ins Ausland abwandern weil sie nicht nur besser Bezahlt sondern auch mehr geschätzt werden.

Hoffe das sich da nach der Wahl mit der neuen Regierung ohne Angelawas ändert!

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