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Fall Kampusch im Kino: Ja, sie darf Geld verdienen
AP/dpa

Der Film über das Schicksal der Natascha Kampusch kommt ins Kino - und schon wird gegrummelt, dass die junge Frau mit ihrer Rolle als Gewaltopfer nicht angemessen umgeht. Dabei ist genau das ihr gutes Recht: mit ihrem Leben zu tun, was sie will. Sibylle Berg über Natascha Kampusch - SPIEGEL ONLINE

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suckylucky 02.03.2013, 16:55
150.

Zitat von aletheianoesis
Aus den Kommentaren zu schliessen gibt es anscheinend viele Männer, die sich von den Vorwürfen zur Gewalt gegen Frauen und Kinder persönlich getroffen fühlen. Das habe ich schon häufig erlebt, das Männer dann mit Gegenbeispielen der Gewaltausübung von Frauen gegenüber Männer kommen. Wobei der tatsächliche Prozentsatz der Gewaltausübung von Männern nun wirklich höher ist als der weibliche Gewaltanteil. Das scheint ein grundsätzliches Problem von Männern zu sein, das sie sich in ihrer Männlichkeit angegriffen fühlen. Nun lief es durch die Adam und Eva Sündenfallsgeschichte aber Jahrhundertelang umgekehrt, Frau das Böse die sich vom Teufel verführen hat lassen und Mann der Gute. Nun läuft es andersherum, nur das die Fakten beachtet werden und das sie auch tatsächlich das höhere Gewaltpotential das von Männern ausgeht berücksichtigen. Oder haben sie mal von einer Frau gehört der einen Knaben gekidnappt hatte und nur für ihr persönliches Vergnügen gefangengehalten hat? Und in männerdominierten Gesellschaften ist Gewalt gegen Frauen allgegenwärtig. Aber Männer wollen unbewusst ihre Dominanz nicht abgeben, sie werden ihre dominante Stellung nicht aufgeben, sondern mit allen möglichen fadenscheinigen Argumenten verteidigen. Sie sollten sich mal mit den negativen Verhaltensweisen auseinandersetzen, die aus der sexuellen Machtverteilung sich ergeben. Damit decken sie unbewusst die sexuellen agressiven Verhaltensweisen von eben solchen Männern als ein kollektive unbewusste Verhaltensweise und legitimieren die sexuelle Gewaltausübung von Männern, welche auch so orientiert sind. Das liegt aber daran das die archaischen Männerrollen immer noch herumgeistern und dementsprechend auch die männlichen Verhaltensmuster ergeben. Daher mag den nicht aggressiven Männern das aggressive männliche Verhaltensmuster nicht bewusst zu sein, aber alle männlichen Verhaltensweisen und Verhaltensmuster ergeben das kollektive Verhalten vom männlichen Menschen, die negativen Verhaltensweisen und die positiven zusammengenommen.
bla bla bla
Charakter: Miss Verstanden | Gesellschaft | ZEIT ONLINE

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Freiberufler 02.03.2013, 16:56
151. Frauen werden irgendwann mal Weltmeister im Unglücklichmachen, ...

Zitat von Petra Raab
Frauen bevorzugen überhaupt keine Gewalt, weder die körperliche, noch die Geistige, noch die Seelische.
Jedenfalls, wenn sie weiterhin so etwas Groteskes behaupten wie Sie hier. Ich gehe davon aus, dass es Ihnen sehr schlecht geht, Frau Raab, weil man Ihnen etwas Schlimmes angetan hat und dass Sie hier ihren Frust abladen. Dafür würde ich noch Verständnis aufbringen, aber: -------------------------- Eine Ex von mir (sie hatte mit mir Schluss gemacht) hat ebenfalls ihrer Tochter beigebracht, dass alle Männer schlimm sind, und dass eine schöne Beziehung mit einem Mann unmöglich sei. Mir hat das Mädchen leid getan, sehr leid, denn sie wird ihr Leben lang darunter leiden. ----------------- Darüber hinaus kenne ich noch wesentlich Schlimmeres, was Frauen ihren Kindern und Männern angetan haben, bis zur absoluten Zerstörung. Leider. -- Gruss vom Freiberufler

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Ylex 02.03.2013, 16:57
152. Abwegiges Männerbild

Dass Frau Berg auf die Männer nicht gut zu sprechen ist, das wissen die Leser und die Leserinnen ihrer Kolumnen. Aber dieses Mal kommt – wenn auch nur entfernt – der Eindruck auf, dass alle Männer potentiell in der Lage wären, kleine Mädchen jahrelang im Keller einzusperren. Gegen diesen Eindruck muss ich mich als Mann verwahren, die Männer sind keine Idioten sind, so wie es durch die Blume angedeutet wird. Frau Berg, übertreiben Sie nicht immer maßlos und verirren Sie sich nicht in ein abwegiges Männerbild.

Natascha Kampusch hat Schlimmes durchgemacht, sie hat ihre Freiheit längst wieder, glücklicherweise, sie hat nun selbstverständlich auch die Freiheit, ihr erlebtes Leiden so darzustellen wie sie es für angemessen hält. Die junge Frau muss selbst beurteilen, ob es richtig war, ihr eigenes Schicksal öffentlich zu zelebrieren, es dem Boulevard auszuliefern. So wurde ihr Schicksal boulevard- und filmtauglich gemacht, wodurch sich in der Wahrnehmung nun ein Art Martyrium darbietet. Es war eine brutale, eine menschenverachtende Qual, der sie über Jahre ausgesetzt war... aber es war kein Martyrium – Frau Kampusch ist nicht zu einer Heiligen geworden, eher zu einer merkwürdigen Persönlichkeit.

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jjh76 02.03.2013, 16:57
153.

Zitat von sysop
Der Film über das Schicksal der Natascha Kampusch kommt ins Kino - und schon wird gegrummelt, dass die junge Frau mit ihrer Rolle als Gewaltopfer nicht angemessen umgeht. Dabei ist genau das ihr gutes Recht: mit ihrem Leben zu tun, was sie will.
Bzgl. Natascha Kampusch sollten hier mal einige der hirnlosen Hater hier mal darüber nachdenken, dass es für jemanden, der 10 Jahre vom Rest der Menschheit isoliert war, schwierig ist, einen Kreis von Freunden und Vertrauten zu haben, mit dem man dieses Trauma aufarbeiten kann (abgesehen davon, dass man diese sehr schnell überfordern würde) - diese Funktion übernimmt hier die Öffentlichkeit, das schreiben von Büchern usw. Das sich Frau Kampusch dafür auch noch anfeinden lassen muss, ist eine doppelte, völlig unverdiente Strafe für sie und ich finde es bewundernswert, dass sie es erträgt.

Was den Faktor Geld angeht ist es erstens grotesk, dass hier solche Vergleiche angestellt werden, wo täglich Milliarden mit jedem Dünnpfiff umgesetzt werden und zweitens hat Frau Kampusch einen erheblichen Teil ihres Einkommens für wohltätige Zwecke gespendet - so profitieren andere von ihrem persönlichen Leid (abgesehen von den Medienmachern, Filmproduzenten und wer noch so daran absahnt).

Was die "Ungereimtheiten" betrifft, das wurde hier bereits intelligent mit dem Stockholm-Syndrom begründet und der Tatsache, dass Frau Kampusch ja nunmal involviert, und nicht die objektive Reporterin ihres Schicksals ist.

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orwyn 02.03.2013, 16:58
154. Natürlich...

darf sie mit ihrer Story Geld verdienen. Aber natürlich darf ich das auch geschmacklos finden. Und natürlich dürfen Sie das wiederum kritisieren. Mich nervt diese Frau mit ihrer Suche nach Öffentlichkeit und ihrer Stilisierung als jetzt endlich ganz starkes Opfer jedenfalls sehr.

"Das ist auch in Ordnung. Man muss ja nicht im Krieg gewesen sein, um Überlebensmechanismen zu erforschen. Nur verstehen wird man sie vermutlich nicht."

Nun, im Krieg passieren viele Dinge, die wir nicht verstehen, weil wir nicht in der Situation sind. Deshalb muss ich sie noch längst nicht gut finden. Ihnen fallen dazu bestimmt auch noch ein paar Beispiele ein.

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quark@mailinator.com 02.03.2013, 17:00
155. Seh' ich anders ...

Kann ja jeder sehen, wie er will. Hätte gar nichts dagegen, wenn Opfer von Verbrechen vom Staat vernünftig "entschädigt" würden. Aber diese "öffentliche Aufarbeitung", welche Frau Kampusch da betreibt ist mir zuwider. Man kann nicht wirklich "weghören", denn dazu taucht das alles zu oft unerwartet auf. Und mit sowas Geld zu verdienen ... naja, also ich find's seltsam. Warum genau kann ich nicht sagen, es ist aber so. Allerdings hab' ich ja auch was gegen die Honorare von Profifußballern, F1-Piloten, Investmentbankern, Politikern (Rente), bestimmten Managern (insbesondere bei Mißerfolg), Wettermoderatoren, etc. Warum normale, hart-arbeitende Menschen, die über Jahrzehnte langweilige, körperlich und seelisch anstrengende Arbeiten verrichten um so viele 10er-Potenzen schlechter bezahlt werden, als o.g. ... sorry, aber da fehlt mir die Gerechtigkeit.

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Greyjoy 02.03.2013, 17:01
156.

Zitat von egghead7
Das tut sie ja gar nicht. Sie schreibt doch auch von den vielen friedliebenden Männern, bzw. von den Frauen, die das Glück haben, solche in ihrem nahen Umfeld zu haben. Haben Sie das überlesen?
Ja es wird schon erwähnt, dass es auch "gute Männer" gibt die keine Täter werden. Das Männer aber auch oft genug Opfer von weiblichen Tätern werden wird nicht angesprochen. Dadurch verschiebt sich die ganze Betrachung.

"Neben all jenen, die freundliche Partner an ihrer Seite haben, die ihre Männer, Väter, Brüder zu Recht lieben, sind es vermutlich mehrere Millionen Frauen und Kinder - kurz: körperlich Unterlegene -, die täglich irgendwo auf der Welt versuchen zu überleben."

Frau Berg reduziert in diesem Textabschnitt die Opfer auf Frauen und Kinder und unterlässt dabei die Erwähnung männlicher Opfer.
Desweiteren wird darauf hingewiesen, dass es durchaus Männer, Väter und Brüder gibt die sich anständig verhalten. Dabei wird nicht erwähnt, dass es auch Frauen gibt die das Gegenteil tun und sich mies verhalten. Wobei auch ich vermute, dass Frauen öfter zum Opfer männlicher Täter werden als umgekehrt. Die Quantität dieser Fälle darf hier aber keine Rolle spielen. Aktuelle Studien zeigen ja auch, dass der Unterschied in einigen Gesellschaften gar nicht so groß ist wie man denken mag. Häusliche Gewalt : Frauen schlagen mindestens so häufig zu wie Männer - Nachrichten Debatte - DIE WELT

Mit der Reduzierung der Opfergruppe auf Frauen und Kinder wird auch angedeutet, dass Mädchen die irgendwann zu Frauen werden, immer in der Opferrolle sind. Für das männliche Geschlecht gilt das aber anscheinend nur bis aus einem Jungen (Kind) ein Mann geworden ist.
Man kann das jetzt pingelig nennen aber man muss sich nicht wundern wenn die aktuelle Generation der Männer in dieser Debatte die gleichen Maßstäbe fordert. Dabei geht es dann eben auch um sprachliche Feinheiten hinter der man Meinungen vermutet.
Die heutige Generation der Männer ist mit der Emanzipation der Frau aufgewachsen. Dabei wurde einem beigebracht, dass man nicht aufgrund des Geschlechtes auf bestimmte Eigenschaften schließen darf. Da ist es nur verständlich wenn moderne Männer dies für sich fordern.

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mtdanger 02.03.2013, 17:02
157. Wer grummelt denn da?

Ah, vielversprechender Aufmacher: "...schon wird gegrummelt, dass die junge Frau mit ihrer Rolle als Gewaltopfer nicht angemessen umgeht." Und gleich im ersten Absatz wird nachgelegt: Es gibt anscheinend Journalisten, die fordern, dass Natascha Kampusch so verschwinden soll, wie die Fritzschl-Kinder.

Komisch, denk ich mir da, kann ich mich gar nicht dran erinnern, dass sich die Medien in diser Richtung geauessert haben, da ist mir eher allgemeine Sympathie in Erinnerung.
Aber da folgt ja auch schon das Zitat von einem der "Grummler": eine Journalistin von der SZ, die etwas von einem wankenden Mythos geschrieben hat.
Schnell den Artikel gegoogelt und hinterher bin ich noch ratloser: Der Artikel in der SZ strotzt geradezu vor Sympathie vor NK und irgendwo steht sogar, dass man ein anderes Verhalten von ihr gar nicht erwarten kann. Aber Frau Berg gelingt es, darin "Vorwürfe an das Opfer ..., das sich einfach nicht korrekt verhalten mag" herauszulesen.

Also schnell rueber zu bild.de. Sicher finde ich dort eine Schlagzeile nach dem Motto "Darf die das eigentlich?" (Also Geld verdienen mit ihrem Schicksal.) Aber auch dort werde ich enttaeuscht. Der dortige KOlumnist Wagner bestaetigt, dass sie genau das darf. Also im Prinzip genau das, was auch Frau Berg sagt, nur mit einem Zehntel der Worte. (Inhaltlich war die Kolumne also schon von Bild vorweggenommen...)

Also Frau Berg, wo sind sie denn nun die Grummler, die Frau Kampusch verwehren wollen, aus ihrem Martyrium ein wenig Kapital zu schlagen? Haette man ja mal erwaehnen koennen in der Kolumne...

Der zweite Teil der Kolumne ist natuerlich wieder das uebliche Geschreibsel von den armen unterdrueckten Frauen und den boesen gewalttaetigen Maennern. Bei den meisten Paaren die ich kenne kommt es zwar nicht auf die Muskelmasse, sondern auf ganz andere Faktoren an, wer den Ton angibt. Meist hat das mehr mit psychologischer Staerke zu tun. Also auch hier keine neuen Erkenntnisse von Frau Berg.

Man fragt sich langsam, wieso der Spiegel an dieser sehr schwachen Kolumnistin festhaelt. Soll sie ein Ausgleich zu Jan Fleischauer sein? Man kann von dessen Ansichten ja halten was man will, immerhin sind die Probleme an denen er sich abarbeitet real. Dagegen sind die Kolumnen von Frau Berg in der Regel handwerklich schlampig und schon nach drei Saetzen ist abzusehen, wie die Kolumne endet.

"Ob sie leise spricht oder laut, zu klug für die meisten oder gar nicht - ist doch vollkommen egal."

Genau.

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dämonstrant 02.03.2013, 17:03
158. Gedankenqual

Zitat von heisenberg18
.... [...] Frau Berg steckt in ihrem Vorurteilsverlies - Frau Kampusch ist dabei, sich Schritt für Schritt, Tag für Tag daraus zu befreien... Ich bewundere beide.
Frau Berg, scheint aber klare Sicht zu haben aus ihrem Vorurteilsverlies.

"..Und warum sie [Natascha] uns per Anwesenheit zu Gedanken nötigt. ..."

Das sind keine schönen Gedanken dich sich aufdrängen, wenn mensch die Zahl der spurlos Verschwundenen und Vermissten bedenkt, und wenn wir uns vorstellen, wo einige (oder viele) von denen womöglich sind...

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einer_wie_heiner 02.03.2013, 17:05
159.

Zitat von heathcliff_hartigan
Das Recht dazu hat sie. Gibt ja genug BILD-leser die das interessiert. Wenn die mediengeile Natascha Kampusch sich aber mit aller Macht derart in die Öffentlichkeit drängt, dann verlange ich auch, dass sie sämtliche Widersprüche und Ungereimtheiten aus dem Weg räumt und endlich reinen Tisch macht! Kein Mensch kauft ihr diese Schwachsinn ab! Einfach mal östereichische Medien durchstöbern, sie werden erstaunt sein was da alles zu Tage tritt. Sie betont ja immer, das Volk hat Recht alle intimen Details ihrer Entführung zu erfahren. Stimmt. Dann lassen Sie uns aber bitte auch in Ruhe mit ihrem Buch, ihren Fernsehauftritten und ihrem unsagbar schlechtem Film!!!! Niemand hat sie gebeten an die Öffentlichkeit zu gehen. BTW: Niemand der Höllenqualen durchlebt wie es angeblich gemacht hat, verhält sich derart in der Öffentlichkeit.
Gut das Sie wissen, wie man sich in so einem Fall verhält!

Sie scheinen ja zu eben diesen Bild Lesern zu gehören, wenn sie sogar die Medienlandschaften mehrerer Länder durchforsten und in diversen Foren posten um ja alles über die Person herauszufinden und dann ihre Meinung darüber zu verlautbaren wie sie sich diese unmögliche Person korrekt zu verhalten hat.

Und wie jeder gute Bild-Leser wollen sie ja nur eines von ihr und dem Rest der Welt: In Ruhe gelassen werden.

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