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Faschismus-Vorwurf: Krachts Krieg

Der Faschismus-Vorwurf ist die größte Keule, mit der man im öffentlichen Diskurs hantieren kann. Gegen Christian Kracht geht der Schlag aber ins Leere: Schriftsteller sind nämlich keine Sozialkundelehrer. S.P.O.N. - Im Zweifel links: Krachts Krieg - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

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Casparcash 16.02.2012, 14:17
1.

Zitat von sysop
Der Faschismus-Vorwurf ist die größte Keule, mit der man im öffentlichen Diskurs hantieren kann. Gegen Christian Kracht geht der Schlag aber ins Leere: Schriftsteller sind nämlich keine Sozialkundelehrer.
danke für den artikel. das buch muss ich bestellen, klingt sehr interessant.

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Gaztelupe 16.02.2012, 14:26
2.

Zitat von sysop
Der Faschismus-Vorwurf ist die größte Keule, mit der man im öffentlichen Diskurs hantieren kann. Gegen Christian Kracht geht der Schlag aber ins Leere: Schriftsteller sind nämlich keine Sozialkundelehrer. [...]
Selten genug, dass der Augstein etwas Vernünftiges schreibt. Diesmal hat er recht.
Wenn Kunst zu etwas dienen soll, dann ist sie nicht frei. Sie ist es aber, deswegen hat sie nichts und niemandem zu dienen und – überzeugte Pädagogen müssen jetzt eben ganz stark sein – setzt sich damit über die Bewertung durch eine Kontrollinstanz hinweg.

Das ist auch schon alles. Kracht kann schreiben, was er will. Zur Not auch Schulbücher, aber das ist ja keine Kunst ...

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Emmi 16.02.2012, 14:35
3. PC in der Kunst!?

Zitat von sysop
Der Faschismus-Vorwurf ist die größte Keule, mit der man im öffentlichen Diskurs hantieren kann. Gegen Christian Kracht geht der Schlag aber ins Leere: Schriftsteller sind nämlich keine Sozialkundelehrer.
Das Ansinnen, PC*) nun auch noch in der Kunst vorzuschreiben, soll und wird fehlschlagen.

*) political correctness: Das Bemühen, Probleme/Konflikte dadurch zu "lösen", dass man wohlklingende Umschreibungen dafür (er)findet...

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gugugy 16.02.2012, 14:38
4. Ach, dann ist ja gut!

Zitat von sysop
Der Faschismus-Vorwurf ist die größte Keule, mit der man im öffentlichen Diskurs hantieren kann. Gegen Christian Kracht geht der Schlag aber ins Leere: Schriftsteller sind nämlich keine Sozialkundelehrer.
Dieses Buch hatte ich mir gerade bestellt, da fand ich die Werbung in SPON für das SPIEGEL-Heft dieser Woche mit dem Verriss von Krachs Roman. Eigentlich wollte ich mir selbst ein Urteil bilden, aber die Attacke im SPIEGEL schien mir so drastisch zu sein, dass ich für einen Augenblick überlegt hatte, die Bestellung zu stonieren. Nein, ich habe das nicht getan. Aber ich muss schon sagen: Ein toller Werbegag, den sich die SPIEGEL-Autoren haben einfallen nach dem alten manipulierenden Polizei-Trick "Böser Bulle, guter Bulle"!

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axelkli 16.02.2012, 14:43
5. stimmt

Zitat von Casparcash
danke für den artikel. das buch muss ich bestellen, klingt sehr interessant.
Herr Kracht dankt sicherlich dem Spiegel jeden Abend vor dem Zubettgehen für diese Spitzen-Publicity. (keine Ironie)

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throatwobblermangrove 16.02.2012, 14:44
6. ...

Hab ich mir doch schon gleich gedacht bei der Kritik von Herrn Diez - nun fliegt sie ihm um die Ohren.
Bei Kracht fordert er "political correctness" der Kunst ein, bei Gerhard Richter hat er unlängst dagegen lamentiert.
Wie denn nun, Herr Diez?
Kunst ist Asudruck de Individuums und dass Christian Kracht durch die Beschreibung eines merkwürdigen Protagonisten zur Volskverhetzung aufrufen würde, lässt sich nun nicht feststellen.

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etiennen 16.02.2012, 14:47
7.

Eben da liegt der Hund begraben. Ich will in einer Kritik lesen, ob ein Buch (Film, Musik, blablabla) gut geschrieben und lesenswert ist, nicht ob es innerhalb des "demokratischen Diskurses" steht. Allmählich fühle ich mich in Deutschland etwas eingeengt in Bezug auf die Meinungsfreiheit...

Würde man Bücher mehr auf ihre politischen und ideologischen Aussagen untersuchen (was man zum Glück nicht tut), würde man feststellen, dass viele von ihnen nicht gerade sehr aufgeklärtes Gedankengut enthalten und warum? Weil das langweilig ist. Nicht schlecht aber in einem Buch einfach nur langweilig. Das ist aber die Sache mit der Kunst und was es für den einzelnen aussagt, muss eben jeder selber entscheiden.
Politische Korrektheit hat in der Kunst nichts verloren - ebenso wenig überall sonst außer vllt. auf der politischen Bühne.
Ein sehr guter Artikel, btw.

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SNA 16.02.2012, 14:49
8. Freiheit und Verantwortung

Zitat von sysop
Der Faschismus-Vorwurf ist die größte Keule, mit der man im öffentlichen Diskurs hantieren kann. Gegen Christian Kracht geht der Schlag aber ins Leere: Schriftsteller sind nämlich keine Sozialkundelehrer.
Der Autor verwechselt Freiheit mit Verantwortung. Kunst wird nicht unfrei dadurch, dass man sie als rechts kritisiert. Künstler sind aber verantwortlich für die Folgen ihrer Werke, nicht anders als Ingenieure, Mediziner, Chemiker, Juristen oder Journalisten.

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Xircusmaximus 16.02.2012, 14:56
9. eine Kunst die Niemanden dient,

die gibt es nicht und die gab es auch noch nie. Behauptungen wie die Ihre, zeugen lediglich davon, daß Sie von Kunst nichts verstehen.


Zitat von Gaztelupe
Selten genug, dass der Augstein etwas Vernünftiges schreibt. Diesmal hat er recht. Wenn Kunst zu etwas dienen soll, dann ist sie nicht frei. Sie ist es aber, deswegen hat sie nichts und niemandem zu dienen und – überzeugte Pädagogen müssen jetzt eben ganz stark sein – setzt sich damit über die Bewertung durch eine Kontrollinstanz hinweg. Das ist auch schon alles. Kracht kann schreiben, was er will. Zur Not auch Schulbücher, aber das ist ja keine Kunst ...

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