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Freigelassene Pussy-Riot-Aktivistin: "Du musst dich jeden Tag zwischen Gut und Böse e
Denis Synjakov

Die letzten Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot sind frei - nun geht der Kampf gegen das System Putin für sie erst richtig los. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE kündigt Maria Aljochina weitere Aktionen an und erzählt, wie sie die Haft in einer Strafkolonie überstanden hat. Pussy Riot: Maria Aljochina spricht in Freiheit über Kampf gegen Putin - SPIEGEL ONLINE

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mikki_k_otic 25.12.2013, 11:40
30. Das ist ja wohl lächerlich

Zitat von jjcamera
Sie schreiben über diese Punkmusikerinnen so, als wären sie die legitimen Nachfolger Nelson Mandelas, Mutter Theresas oder Mahatma Ghandis. Die hätten allerdings wohl kaum eine Kirche entweiht. Lassen wir die Kirche im Dorf: noch nie hatte eine derart schlechte Musikgruppe eine so gewaltig gute Publicity...
es geht hier weder um die musik noch um gute publicity. es ist immer wieder herrlich zu sehen, was für menschen glauben ihre meinung unter solch einem artikel zu setzen, die weder etwas aussagt noch angemessen erscheint. hier geht es einfach um die unterdrückung, die das russische system auf freiheitsdenkende menschen ausübt. niemand vergleicht diese band mit mandela. gehen sie lieber in die kirche und lassen sie dort ihren eh schon eingeschränkten verstand formen. verkünden sie ihre meinung dort. dort treffen sie auf gleichgesinnte. aber bitte vermischen sie glauben nicht mit politik. das wäre mir eine freude.
danke!

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plumplori1975 25.12.2013, 11:47
31. Keine Heldinnen

Bitte, sterilisiert diese Mädchen nicht zu Heldinnen, dafür sind sie einfach zu ungeeignet. Protest gegen Putin und seiner Regierungsarbeit ist legitim und notwendig, aber was hat das mit einer Kirche zu tun??? War das jetzt doch kein Protest gegen Putin, sondern nur ein Protest gegen Kleriker oder das Christentum, dann sollte man das auch so darstellen, was ja nicht der Fall war. Man kann eine Entweihung eines "heiligen" Ortes für gläubige Menschen nicht als harmlos abtun, gerade weil auch wir im Westen darauf achten (vielleicht außer unserer eigenen "traditionellen" Glaubensrichtung), das religiöse Gefühle nicht verletzt werden. Was für andere gelten tut, sollte auch in diesem Fall gelten. Ob die Kirche der richtige Ort war, um Putin zu kritisieren (gerade weil er nicht der Heiland ist) ist fraglich. Sicher ist nur, das wir es hier mit Krach und Chaos-Performisten zu tun haben, die eigentlich nur provozieren wollen, aber kein richtig Handfestes politisches Statement.
Jetzt nach der Entlassung und durch mediales Interesse, kann man sich schon als was besonderes nach aussen darstellen, sogar als Heldin (welche man nicht ist). Werbung at ist best.

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tiger56 25.12.2013, 12:08
32. es ist wichtig zu

wissen wie es heute noch in russischen Straflagern fernab unserer Lebenswelten zu sich geht. Leider brauchen wir Personen an denen es mediales Interesse gibt. Mein Anerkennung u. Hochachtung dafür, daß sie ihre Seelen nicht haben brechen lassen. Ein System daß zur Aufrechterhaltung seiner Macht Internierungslager als den einzigen Weg wählen kann - hat sein Recht auf Azeptanz verfehlt. Meine Assoziationen gehen zu den Gewistern Scholl - die mit ihren Mut Vielen den Spiegel vorhielten..

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möhrli 25.12.2013, 12:08
33. richtig

Zitat von BlogBlab
Für die Beschimpfung des orthodoxen Patriarchen gab es doch konkrete Gründe: kurz zuvor, im Juli, hatte Kyrill wieder einmal gegen Homosexuelle und die gleichgeschlechtliche Ehe gehetzt und sie als Symptom für den Weltuntergang bezeichnet. Außerdem hat das russische Parlament das weltweit kritisierte homophobe Propaganda-Gesetz hauptsächlich auf Druck der orthodoxen Kirche eingeführt. Kyrill hat also diese Beschimpfung durch seine vorangegangenen Äußerungen doch geradezu provoziert.
Das hat aber nicht Pussy Riot auf den Plan gerufen. Es war der Aufruf des Patriarchen während eines Gottesdienstes, Putin bei den bevorstehenen Wahlen zu wählen. Es ist diese skandalöse Symbiose zwischen einer verfaulten Kirchenführung mit einem verfaulten und mafiösen Regime. Diese Komplizenschaft des Patriarchen mit dem russischen Diktator hat die jungen Frauen aufgebracht, und zwar zurecht. Deshalb war die Aktion in der Kirche nicht nur mutig, sie war auch richtig im Sinne von zivilem Ungehorsam und im Sinne von Zivilcourage. Der korrupte Patriarch und der korrupte Diktator haben bekanntlich zurückgeschlagen, eben weil die jungen Frauen genau ins Schwarze getroffen hatten. Erbärmlicher kan sich eine Kirchenführung und eine politische Führung nicht verhalten als der sogenannte Patriarch und der sogenannte Präsident Russlands in der Causa Pussy Riot.

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njotha 25.12.2013, 12:20
34. ach hätten wir...

...doch auch ein paar solcher aufrechten und couragierten Menschen bei uns!
Und die, die sich hier über die "Schändung der Kirche" empören, sollten sich mal zwei, drei Gedanken über die verlogenen und menschenfeindlichen Strukturen der großen Religionen machen - nichts hat in den letzten 2.000 Jahren so viel Elend und Sterben in die Welt gebracht wie deren Macht- und Geldgier.

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berlino1010 25.12.2013, 12:41
35.

Zitat von suplesse
Die haben doch keine Kirche entweiht. Die haben die Kirche als Ort für den Protest gegen ein menschenverachtendes System benutzt. Der beste Ort um Menschenrechte einzufordern.Was ja wohl nicht das erste Mal geschah. Über die Art und Weise lässt sich streiten.
Natürlich dürfen sie das machen. Erst als Voina dann als Pussy Riot öffentlicher Gruppensex im Museum, das Werfen lebendiger Katzen, vaginale Einführen eines Hühnchens, kotbeschmierte Plakate ... alles straffrei ... Kein Problem damit, das ist künstlerische Freiheit, über deren künstlerischen Wert braucht man auch nicht zu urteilen. Was ich verurteile, ist der Hype und die Erhebung zum qualifizierten Politikum, der im Westen hier veranstaltet wird. Erst die wenig substanzvollen PR dann der Verbrecher Chodorkowski werden zur Lage in RUS interviewt. Wann konnten wir hier das letzte fundierte Interview zur Lage in RUS mit einem russischen Oppositionellem oder Journalisten lesen? Etwas wirklich Erhellendes, Perspektivisches etwas anderes als das Bestätigen unserer westlichen Sterotypen über RUS? Etwas, das nicht ganz bewusst die Gräben vertieft zwischen uns und den Menschen in RUS, die es im Gegensatz zu uns richtig finden, so junge, schöne, moderne und kreative Frauen zu mißhandeln ... Hauptsache wir haben wieder mal unserer Abneigung gegenüber RUS bestätigt.

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clochard185 25.12.2013, 12:47
36. Regimekritik als uneigennützige Protestaktion?

Oftmals wird Regimekritik als Marketingaktion arrangiert um sich selber ins Rampenlicht zu stellen. Wenn ich zum Beispiel eine Protestaktion in eine Kirche verlege, errege ich viel mehr Aufmerksamkeit wie auf der Straße. Aber hiermit verletzte ich nicht nur religiöse Gefühle, sondern setzte gläubige Christen mit regimefreundlichen Opportunisten gleich. Die Kirche wird sozusagen mit einem Werkzeug für die Diktatur verglichen, die nicht mehr für eine unabhängige Sichtweise im Staat eintritt. Oftmals haben aber ehrliche Christen eine ähnliche Sichtweise wie die Protestler, werden von Ihnen aber ins Lächerliche gezogen. Somit bekämpft man den Feind in den eigenen Reihen. So verkommt die Aktion zu einer spätpupertären Rüpelei, die unsere Spaßgesellschaft bedient und nicht mit der Aktion von Mahatma Gandi gleichzusetzen ist.

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der_fremde 25.12.2013, 12:56
37.

Zitat von sysop
Die letzten Mitglieder der russischen Punkband Pussy Riot sind frei - nun geht der Kampf gegen das System Putin für sie erst richtig los. Im Interview mit SPIEGEL ONLINE kündigt Maria Aljochina weitere Aktionen an und erzählt, wie sie die Haft in einer Strafkolonie überstanden hat.
"Die wunderbaren Mädchen" sind im Westen viel mehr als in Russland beliebt, ich würde sagen umgekehrt - die meisten Russen verstehen diese Mädchen nicht. Aber jeder hat das seine.
Der Westen muss sich endlich einfallen lassen, dass Russland ein Land ist, das sich kulturell wesentlich von westlichen Vorstellungen, "wie es sein muss", unterscheidet. Die Kurzsichtigkeit von Westler gerade in diesem wesentlichen Faktor tief enttäuscht. Die schlechte Beispiele mit der Einführung "Freiheit und Demokratie" in Irak, Libyen, Tunesien, Ägypten haben den Westen dem einfachen Umstand nicht gelernt, dass die Demokratie nicht die universelle Lösungsmittel von allen Krankheiten ist und jedes Volk für die Demokratie ausreifen muss, was entsprechende Zeit braucht.
Bitte haben Sie bisschen Geduld, meine Damen und Herren! Und, bitte, keine Revolutionen oder Militäranschläge - lassen sie bitte die Geschichte so laufen, wie sie es für sinnvolles hält.

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avronaut 25.12.2013, 13:04
38. Offenbar gibt es noch genug Einfältige...

...die auf die durchsichtige Selbstinszenierungen dieser Frauen hereinfallen.Eigentlich bedeutungslos, aber wenn es dann zu Gleichsetzung und damit Herabsetzung geschichtlicher Größen kommt, ist das bedenklich.

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Kunstmethodiker 25.12.2013, 14:50
39. Selbstinszenierung...

Zitat von avronaut
...die auf die durchsichtige Selbstinszenierungen dieser Frauen hereinfallen.Eigentlich bedeutungslos, aber wenn es dann zu Gleichsetzung und damit Herabsetzung geschichtlicher Größen kommt, ist das bedenklich.
Fragt sich, wer hier mein Einfalt an das Thema herangeht?
Wenn die Frauen für ihre Handlungen zwei Jahre Haft in einem Straflager in Kauf nehmen, und dann bei vorzeitiger Entlassung gleich wieder den selben Gegner angehen, dann ist es doch recht sonderbar von "Selbstinszenierung" zu sprechen. Noch ein Gedanke: warum sollten Menschen, die für ihre Überzeugung einstehen, denn keine Öffentlichkeit suchen? Damit die Gegenseite es möglichst einfach hat? Und warum sollten sie nicht die Politik in die Kirche tragen, nachdem diese sich in die Politik eingemischt hat? Aber Sie spüren das trotzdem Richtig: es geht schon um Einfalt bei der Sache...

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