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Gefährliche Nebenwirkungen durch Antibiotika: Zwei Tabletten Schmerz
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Sehnenriss, Muskelqual, Depression - eine Gruppe von Antibiotika, die Fluorchinolone, können schreckliches Leid auslösen. Doch viele Ärzte ignorieren die Gefahr - und verschreiben die Medikamente zu oft.

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Litzka 14.02.2017, 11:56
20. Systemische Toxizität unterschätzt

Es geht ja längst nicht mehr um das Achillessehnenproblem. Das Herz ist zwischen linkem Ventrikel und Atrium auf Sehnenfäden angewiesen, die primär aus Kollagen Typ I bestehen – Fluorchinolone wirken eindeutig kardiotoxisch und schädigen nachweislich Kollagen Typ I. Zudem mehren sich evidenzbasierte Hinweise auf Aneurysmen, Schlaganfälle, Netzhautablösungen, permanente Neuropathie, Diabetes, Arthrose und (wie in einem weiteren Kommentar hier erwähnt) Suizid. Fluorchinolone sind Hochrisikosubstanzen mit extrem tückischen Latenzzeiten. Sie könnten genauso gut einen Kampfstoff einnehmen – der wirkt garantiert auch antibiotisch.

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IrinaVGT 14.02.2017, 14:04
21. Herzrasen und Ameisenlaufen in den Extremitäten

Auch ich kann mich einreihen bei den erlebten Nebenwirkungen - nach einer Tablette mit 100 mg! Zum Glück war mir das so unheimlich, daß ich dann die Einnahme abgebrochen habe.

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steffen.ganzmann 14.02.2017, 14:06
22. Toll!

Zitat von pfeifferin
Habe am 03.02.17 die erste Tablette 05.02.17 die letzte danach eingestellt..schwerste Nebenwirkungen bis heute... Übelkeit...erbrechen...schwindel..Benommenheit...m ittlerweile gelenkschmerzen... Zitter der Muskeln...kraftverlust....und vorallem Angst...Ärzte glauben mir nicht und schieben es auf die Psyche...bin jetzt bei ner Homöopathin die mir Magnesium c6 und calium c6 verschrieben hat und einen Entgiftungstee...Besserung ergibt sich kaum ausser die Benommenheit ist nicht mehr so schlimm...Weiß jemand noch einen Rat wer mir schnell helfen kann...
Genau so züchtet man nämlich Resistenzen ...

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Litzka 14.02.2017, 17:01
23. Resistenzen

Der überhebliche Ton einiger Kommentatoren nährt den Verdacht, dass diese den Artikel von Frau Hackenbroch nur überflogen haben und wachsamen Patienten lieber mit der Moralkeule kommen. Resistenzen werden gezüchtet, indem man beispielsweise Patienten bei der stationären Aufnahme wegen eines Verdachts auf Blasenentzündung routinemäßig zwei Tabletten Cipro verabreicht (sind ja schön billig, die Ciprogenerika). In England wird das enorme Problem nosokomialer Infektionen mit C. diff. auf den übermäßigen Einsatz von Fluorchinolonen zurückgeführt. Dasselbe belegen US-Studien am Beispiel von MRSA. Schuld an dieser Fehlentwicklung ist mit Sicherheit nicht der Patient, der bei ersten Anzeichen toxischer Wirkungen verständlicherweise die Reißleine zieht. Schuld ist der Hersteller, der ein Produkt auf den Markt wirft, dass eine sichere und effektive Einnahme maßgeblich erschwert!

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ruhepuls 15.02.2017, 09:32
24. Unsinn...

Zitat von steffen.ganzmann
Genau so züchtet man nämlich Resistenzen ...
Diese Auffassung ist inzwischen überholt. Ein frühes Absetzen gefährdet die Wirksamkeit der Therapie - das stimmt. ABER, je länger ein Wirkstoff gegeben wird, desto größer ist das Risiko, dass sich besonders resistente KBE selektieren.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/171030/Antibiotika-Resistenzen-Therapiedauer

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steffen.ganzmann 15.02.2017, 14:34
25.

Zitat von ruhepuls
Diese Auffassung ist inzwischen überholt. Ein frühes Absetzen gefährdet die Wirksamkeit der Therapie - das stimmt. ABER, je länger ein Wirkstoff gegeben wird, desto größer ist das Risiko, dass sich besonders resistente KBE selektieren. https://www.aerzteblatt.de/archiv/171030/Antibiotika-Resistenzen-Therapiedauer
Danke für den Link! Als Rentner bekommt man ja das Ärzteblatt nicht mehr.

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johannes.ketzer 15.02.2017, 23:36
26.

Bei jeder Antibiotikagabe entstehen resistente Keime, das ist überhaupt nicht zu verhindern. Und es ist ein Irrglaube, die Bakterien würden durch eine längere Gabe eines Antibiotikums "resistenter"; nur die Zahl der resistenten Keime erhöht sich. Die größte Gefahr ist - wie bei vielem - der Mensch. Eine Beschränkung der Antibiotikagabe auf notwendige Fälle ist genauso wichtig wie eine ausreichend lange Therapie, damit der Körper die verbleibenden Keime abtöten kann, wobei die Resistenzen keine Rolle spielen.

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johannes.ketzer 15.02.2017, 23:45
27.

Wobei allerdings dieser Artikel überhaupt nicht hilfreich ist, da er aufgrund von tragischen Einzelbeispielen Ängste schürt. Immer wieder wird hier von der "bösen" Pharmaindustrie gesprochen. Tatsache ist, dass die Pharmafirmen an den Antibiotika kaum verdienen und es sich nicht lohnt, neue Substanzen (die eventuell mit weniger Nebenwirkungen verbunden sind) zu entwickeln. So stagniert die Forschung auf diesem Gebiet seit den 80er Jahren und bei steigender Resistenzlage müssen immer "stärkere" und damit häufig auch nebenwirkungsreichere Antibiotika verordnet werden.

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Litzka 16.02.2017, 10:30
28. Einzelbeispiele?

Zitat von johannes.ketzer
Wobei allerdings dieser Artikel überhaupt nicht hilfreich ist, da er aufgrund von tragischen Einzelbeispielen Ängste schürt. Immer wieder wird hier von der "bösen" Pharmaindustrie gesprochen. Tatsache ist, dass die Pharmafirmen an den Antibiotika kaum verdienen und es sich nicht lohnt, neue Substanzen (die eventuell mit weniger Nebenwirkungen verbunden sind) zu entwickeln. So stagniert die Forschung auf diesem Gebiet seit den 80er Jahren und bei steigender Resistenzlage müssen immer "stärkere" und damit häufig auch nebenwirkungsreichere Antibiotika verordnet werden.
In den USA ereigneten sich zwischen 1997 und 2011 etwa 300.000 Fluorchinolon-assoziierte Todesfälle. 21 Mio. Patienten waren von NW betroffen. Für Deutschland liegen keine unabhängigen Inzidenzschätzungen vor. Die Melderate beträgt in Deutschland max. 10%. Meldungen gehen primär an Hersteller, nicht an Behörden. Die Dunkelziffer dürfte also weitaus höher sein, als es der Artikel suggeriert.

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johannes.ketzer 16.02.2017, 12:23
29. @Litzka

Ich würde mich sehr für Ihre Quellen interessieren! Wären Sie so freundlich, sie hier zu verlinken?

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