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Gerichtsurteil: 41 Monate Haft für den AT&T-Hacker
REUTERS

Hartes Urteil für einen Hacker: Weil er eine Sicherheitslücke auf einem AT&T-Server publik gemacht hat, muss Andrew Auernheimer dreieinhalb Jahre ins Gefängnis. Der Verurteilte gibt sich uneinsichtig. Das Urteil wird von Aktivisten kritisiert. AT&T-Hacker zu 41 Monaten Haft verurteilt - SPIEGEL ONLINE

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quengelbengel 19.03.2013, 22:20
50. Post 49

...ist der differenzierteste Beitrag: Bitte lesen, wenn Sie keine rechte Ahnung haben!

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jüttemann 20.03.2013, 09:18
51.

Zitat von bigteddy
Warum habe ich als Kunde keine Handhabe gegen Firmen, die meine Daten speichern, verarbeiten und (oft genug nur aus Kostengründen) meine Daten nicht ausreichend schützen?
Was soll das? Natürlich haben Sie gegen diese Firma zivilrechtliche Schadenersatzansprüche.
Zitat von bigteddy
Okay, Butter bei die Fische: Sind Sie vom Fach?
Nö! Nur ein genervter Internetuser, der es komplett leid ist, von Viren, Trojanern und Hackern terrorisiert zu werden, die seinen Computer oder sein Betriebssystem lahmlegen.
Und der es schlichtweg zum K... findet, dass diese Typen von ihren Netzapologeten auch noch glorifiziert und zu modernen Robin Hoods aufgeblasen werden.
Zitat von bigteddy
zweitens meine Schutzsysteme so aufgebaut sind, dass ich die Zeit gewinne, zu reagieren und drittens meine Software mir so ausreichend vertraut ist, dass ich Veränderungen im Nutzungsmuster identifizieren kann. Verstehen Sie den Unterschied zu der Platitüde, die Sie geschrieben haben? IT-Security ist keine Ziellinie, die Sie erreichen können - es ist ein gelebter, aktiver Prozess, der Geld, Zeit und Aufwand bedeutet.
Und damit haben Sie mein Argument, dass letztlich kein Schutzsystem perfekt ist, komplett widerlegt, oder wie darf man das jetzt verstehen?

Zitat von bigteddy
Natürlich kann ich hierdurch auf einem Niveau an Sicherheit kommen, dass meine Daten so schützt, dass der Aufwand zu groß wird, unbefugt an sie heran zu kommen ("billigere Ziele anbieten").
Denken Sie mal konsequent weiter: Auch die "billigeren Ziele" rüsten ständig auf.Und dann?

Zitat von bigteddy
Wie abschreckend wirken Strafen? Können wir abseits des Stammtisches behaupten, dass härtere Straftaten etwas verhindern?
Strafen haben auch die Funktion, unerwünschtes Verhalten gesellschaftlich zu ächten.
Und angesichts der Heldenverehrung, die Hacker oder andere Netzterroristen immer noch genießen, nur weil sie ihr Tun als Protest gegen Monopolisten, Regierungen, internationale Konzerne oder einfach nur gegen Leute mit anderen Meinungen verstehen, ist diese gesellschaftliche Ächtung unbedingt nötig.

Zitat von bigteddy
Und zum Schluß: Die Daten sind nicht weg. Das ist kein Gold und kein Auto. Sobald die Daten kopiert wurden, sind diese komplett aus dem Zugriff. Und können auch nicht zurückgeholt werden. D. h. der maximale Schaden kann nicht repariert werden. Erkennen Sie da den Unterschied zu Ihren unmöglichen Vergleichen?
Sie verwechseln da etwas.
Schutzobjekt der Gesetze gegen Datenklau sind eben nicht die Daten selbst, sondern das Persönlichkeitsrecht desjenigen, der ALLEIN über die Verwendung SEINER Daten bestimmen kann. Und dessen Recht durch Hacker verletzt wird.
Erkennen Sie den Unterschied?

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bigteddy 21.03.2013, 19:09
52.

Zitat von jüttemann
Was soll das? Natürlich haben Sie gegen diese Firma zivilrechtliche Schadenersatzansprüche.
Den Schaden müssen Sie erstmal nachweisen und beziffern. Wie wollen Sie das tun? Welcher materielle Schaden ist Ihnen entstanden?

Zitat von jüttemann
Und damit haben Sie mein Argument, dass letztlich kein Schutzsystem perfekt ist, komplett widerlegt, oder wie darf man das jetzt verstehen?
Nein, damit versuche ich Ihnen zu erklären, dass Sicherheit nichts damit zu tun hat, dass Sie die tollste/beste/schönste/teuerste Firewall kaufen, sondern dass Sie diese entsprechend betreiben und monitoren. Sie fallen einfach nur auf die Branche rein, in der zahllose Schlangenölverkäufer unterwegs sind. Sicherheit hat nur wenig mit den eingesetzten Tools und Systemen und sehr viel mit den Prozessen und dem Sachverstand beim Einsatz derselben zu tun.

Zitat von jüttemann
Denken Sie mal konsequent weiter: Auch die "billigeren Ziele" rüsten ständig auf.Und dann?
Dann setzt irgendwann ein survival of the fittest ein. Wie im echten Leben.

Zitat von jüttemann
Strafen haben auch die Funktion, unerwünschtes Verhalten gesellschaftlich zu ächten.
Das mag schon sein. Nur offenkundig werden sie dieser Funktion nicht gerecht.

Zitat von jüttemann
Und angesichts der Heldenverehrung, die Hacker oder andere Netzterroristen immer noch genießen, nur weil sie ihr Tun als Protest gegen Monopolisten, Regierungen, internationale Konzerne oder einfach nur gegen Leute mit anderen Meinungen verstehen, ist diese gesellschaftliche Ächtung unbedingt nötig.
Mir scheint, der einzige, der hier von Heldenverehrung schreibt, sind Sie.

Zitat von jüttemann
Sie verwechseln da etwas. Schutzobjekt der Gesetze gegen Datenklau sind eben nicht die Daten selbst, sondern das Persönlichkeitsrecht desjenigen, der ALLEIN über die Verwendung SEINER Daten bestimmen kann. Und dessen Recht durch Hacker verletzt wird. Erkennen Sie den Unterschied?
Sicherlich. Und wie Sie unschwer feststellen können, geht es nicht um Datenschutz, sondern um IT-Sicherheit. Und Sie bringen was durcheinander, denn die datenschutzrechtlichen Vergehen werden hoffnungslos overruled durch den Akt des Einbruchs in IT-Systeme. Im übrigen bringt diese Form der Gesetzgebung auch recht wenig, denn - wie ich bereits schrieb - der Schaden ist ja nicht wieder zu reparieren. Anders als im Fall eine Raubs oder Diebstahls, bei dem ich eine Chance habe, mein Gut zurück zu bekommen.

Mich persönlich tangiert das Gelaber um Persönlichkeitsrechte und die Verfügungsgewalt über meine Daten recht wenig, solange zum einen mit gesellschaftlicher Duldung diese komplett durch Konzerne, Behörden und Verwaltungen ausgehebelt werde und zum anderen meine Daten eben bereits dutzendemal geklaut wurden.

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