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Gesundheit: "Klarheit schaffen!"

Viele Mediziner verbünden sich, um die Versorgung ihrer Patienten zu verbessern. Doch mittlerweile haben sich Arzneimittelhersteller in diese Netzwerke eingekauft - mit ganz anderen Zielen.

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alocasia 01.02.2011, 16:55
1. Korruptes Pack

mehr fällt mir nicht mehr dazu ein.
Aber das ist eines der größten Probleme des Gesundheitsystems. Die allgegenwärtige Korruption.
Sicher kommen gleich wieder die Herren Mediziner und klagen wie sie alle am Hungertuch nagen, dass die Frau sich mit einem Boxter zufrieden geben muß anstatt einem Standesgemäßen 911 usw.

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christoph. 01.02.2011, 17:10
2. Legalisierte Korruption

Für das beschriebene Geschehen fällt mir der Begriff ein, den jemand im Zusammenhang mit den gerne genutzten "Anwendungsstudien" gebraucht hat, mit denen sich Ärzte gerne ein Zubrot verdienen: Legalisierte Korruption.

Meine Achtung für die Ärzte, die sich diesem Treiben konsequent verweigern und für ihre Prinzipien einstehen. Viele sind es anscheinend nicht, umos mehr gilt ihnen meine Achtung.
Und sämtliche Parteien schauen diesem Treiben zu.

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christoph. 01.02.2011, 17:14
3. Mediziner verbünden sich, um die Versorgung zu verbessern

Und wozu sich die Mediziner in den genannten Netzen "verbünden", das stelle ich mal zur Diskussion.

Gute Kontakte sind halt immer von Vorteil für diejenigen, die sie haben. Bestenfalls ist das eine win-win-Konstellation, von der, hoffentlich, Patienten und Ärzte etwas haben.

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wkilikidoo 01.02.2011, 17:31
4. Was bitteschön ist daran neu?

Zitat von sysop
Viele Mediziner verbünden sich, um die Versorgung ihrer Patienten zu verbessern. Doch mittlerweile haben sich Arzneimittelhersteller in diese Netzwerke eingekauft - mit ganz anderen Zielen.
Was bitteschön ist daran neu? Das weiß doch jeder der auch nur im Entferntesten mit dem Bund der Ärzte zu tun hat! Das geht seit Jahrzehnten so. Incentives, Golfen auf Hawaii, 1st Class Kreuzfahrten etc. Die Medizipreise sind doch nicht so horend hoch weil sie tatsächlich soviel kosten. Da ist Gewinn und 1st Class Behandlung aller Ärzte vom Volk schon finanziert.

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mitbürger 01.02.2011, 17:31
5. Röslers AMNOG und seine Folgen

Beispiele zur Verdeutlichung:
- Wirkstoff-Verordnung von Omeprazol 40 mg Kapseln 98 Stück:
Das Rabattarzneimittel von xxx-Pharma muss in der Apotheke abgegeben werden.
- Wirkstoff-Verordnung von Omeprazol 40 mg Kapseln 100 Stück:
Das Rabattarzneimittel von xxx-Pharma wird nicht in der Apotheke abgegeben. Der AOK-Rabattvertrag wird nicht wirksam, da die Verordnung hinsichtlich der Packungsgröße nicht mit dem Rabattarzneimittel von xxx- Pharma (98 Stück) identisch ist.
- Wirkstoff-Verordnung von Omeprazol 40 mg Kapseln N3:
Die kleinere der beiden N3-Packungen des Rabattarzneimittels von xxx- Pharma (56 Stück) muss in der Apotheke abgegeben werden.
- Namentliche Verordnung von Omeprazol xxx-Pharma 40 mg Kapseln N3: Die kleinere der beiden N3-Packungen des Rabattarzneimittels von xxx- Pharma (56 Stück) muss in der Apotheke abgegeben werden.
- Namentliche Verordnung von Omeprazol 40 mg Kapseln N3 eines anderen Herstellers:
Das Rabattarzneimittel von xxx-Pharma wird nicht in der Apotheke abgegeben. Der AOK-Rabattvertrag wird nicht wirksam, da die Verordnung hinsichtlich der Packungsgröße nicht mit dem Rabattarzneimittel von xxx- Pharma (98 Stück) identisch ist.

Bürokratiewahnsinn hoch drei.

Danke Herr Rösler. Gutes Gesetz gemacht. Nicht umsetzbar in vielen Fällen. Viel Arbeit für Retax-Stellen und Rechtsanwälte.

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Das Auge des Betrachters 01.02.2011, 17:38
6. Politisch gewollt

Die Wandlung des Arztes vom Mediziner zum Abrechnungsakrobaten ist politisch gewollt. Sonst wäre es anders! Es wäre kein Problem Lobbyismus als das zu betrachten und zu bestrafen was es ist, Betrug. Aber dann würden sich die Ärzte zu recht die Parlamentarier vorknöpfen.
Gangster unter sich, früher nannte man das Mafia, heute heisst es "Netzwerk" , Partei oder Parlament.

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GeorgAlexander 01.02.2011, 17:44
7. Frechheit

Zitat von sysop
Viele Mediziner verbünden sich, um die Versorgung ihrer Patienten zu verbessern. Doch mittlerweile haben sich Arzneimittelhersteller in diese Netzwerke eingekauft - mit ganz anderen Zielen.
Aut Idem "ANKREUZEN" und damit Klarheit schaffen...
ist eine geradezu niederträchtige Formulierung, die genau das Gegenteil bewirkt!
"Aut Idem" heißt "Oder gleiches".
Und genau das soll im Interesse der Pharmahersteller natürlich VERMIEDEN werden.

Der Trick ist:
Das Wort "Ankreuzen" impliziert, das "Aut Idem" sozusagen aktiviert wird. Der Apotheker dürfte dann einen anderen Hersteller wählen.
Tatsächlich handelt es sich aber um das "DURCHSTREICHEN" des Textes und somit der Deaktivierung der Standardeinstellung. Jetzt darf der Apotheker NUR GENAU das verschriebene Arzneimittel verkaufen!

Damit es kein "dummer" Patient merkt, wird es - wohl nicht ganz zufällig - auch noch auf lateinisch ausgedrückt.
Schlecht ist, wer Schlechtes bei denkt?

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willibrand 01.02.2011, 18:00
8. Ärzte noch vor Politikern

Zitat von alocasia
mehr fällt mir nicht mehr dazu ein. Aber das ist eines der größten Probleme des Gesundheitsystems. Die allgegenwärtige Korruption. Sicher kommen gleich wieder die Herren Mediziner und klagen wie sie alle am Hungertuch nagen, dass die Frau sich mit einem Boxter zufrieden geben muß anstatt einem Standesgemäßen 911 usw.
für mich kommen Ärzte auf der Negativskala noch vor den Politikern. Aber wem nützt es,wenn die 2 untersten Negativpartner zusammenklüngeln ??
Seit einiger Zeit verschreibt mein bayerischer Hausarzt z.B. Colesterin Mittel nur auf grünem Rezept, also nicht erstattungsfähig durch die KK. Liegt auf der Hand , denn das Mittel kostet dann €25 anstatt durch Kassenrabatt oder Ersatzprodukt z.B. € 15. Ähnliches dass zu einem Aitibiotikum, hier noch ein blaues Zusatzrezept gegen Schmerzen und Krampflösen. Das ist wirklich nur Krampf und Bonusrabatt für die Ärzte

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Criticus76 01.02.2011, 18:05
9. Kann man...

...eigentlich, wenn man besagtes "aut idem" Feld durchgestrichen sieht, seinen Arzt zur Neuausstellung auffordern oder muss man das Rezept so nehmen, wie mans bekommt ?

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