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Gewalt gegen Männer: "Ich habe die Messer im Haus versteckt"
Corbis

Frauen werden ihrem Partner gegenüber häufiger gewalttätig als Männer - zu diesem Ergebnis kommt die neue große Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland. Eine Forscherin erklärt, was dahinter steckt, ein Betroffener erzählt. DEGS-Studie: Auch Männer werden in Beziehungen Opfer von Gewalt - SPIEGEL ONLINE

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vincenoir 28.05.2013, 19:02
200. Na, dann ist ja wieder alles klar!

Zitat von Frau Strate
Leider wird dieser Vergleich von männlicher und weiblicher Gewalt häufig so undifferenziert gezogen wie hier. Es gibt hier aber enorme qualitative Unterschiede. So geschieht Gewalt von Frauen häufiger aus dem Affekt heraus, z.B. eine Ohrfeige aus (hilfloser) Wut. Gewalt, die von Männern ausgeht, ist systematischer, sie hat eine demütigende Funktion, soll der Frau zeigen, wer die Macht in der Beziehung hat..
Gewalttätige Frauen = hilflose Hascherl, denen in äußerster Bedrängung "die Hand ausrutscht".
Gewalttätige Männer = eiskalte Sadisten ohne Emotionen.

Und woher weiß Foristin "Frau Strate" das alles? Na, ist doch klar: Weil es anders nicht sein kann, denn ansonsten müsste frau ja ihr Opfer-Abo aufgeben.

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Whitejack 28.05.2013, 19:03
201.

Zitat von advocatus diaboĺi
man sollte auch genau nachprüfen, wer diese Studie in Auftrag gegeben hat. Es ist allgemein akzeptiert, und in zahlreichen Genderstudien detailliert dokumentiert, dass überwiegend Frauen Opfer der häuslichen Gewalt und sexueller Übergriffe werden. Das Wesen einer Frau ist generell nicht gewaltdeterminiert.
Der letzte Satz passt allerdings nicht zu den entsprechenden Genderstudien. Die gehen nämlich grundsätzlich davon aus, dass die geschlechtlichen Rollenbilder anerzogen und nicht natürlich gemacht sind - und somit auch nicht vom "Wesen der Frau an sich" gesprochen werden kann.

Untersuchungen zum spontanen Aggressionsverhalten haben übrigens auch ergeben, dass Frauen und Männer ein ähnliches Aggressionslevel haben. (Dies deckt sich auch mit Untersuchungen zu weiblichen und männlichen Primaten.) Wie mit dieser Aggression umgegangen wird, ist allerdings verschieden, und zwar nicht nur zwischen Männern und Frauen, sondern auch zwischen Kulturen und schwankt auch sehr stark von Person zu Person.

Es ist bekannt, dass bei Jungen Gewaltverhalten oft gefördert wird. So werden sie z.B. in der Erziehung öfter geschlagen, Prügeleien werden verharmlost oder gar gefördert ("ein echter Junge muss sich raufen"), während solch ein Verhalten bei Mädchen viel stärker unterbunden wird. Ein gewisser Teil der Jungen lernt dadurch ein offensives Gewaltverhalten, das er auch später im Leben ausüben wird. Das sind aber erlernte Prozesse. So war z.B. vor 100 Jahren die Praxis, die eigene Ehefrau zu schlagen, noch ein völlig normaler Umgang der Gesellschaft. Es gab Ratschläge dazu, auf welche Weise man eine unzüchtige oder widerspenstige Ehefrau auf Linie trimmen sollte. In einigen islamischen Ländern gibt es diese Regeln noch heute ("der Stock sollte nicht breiter als 1 cm sein"), aber bis vor zwei, drei Generationen war das auch hierzulande noch weit verbreitet. Und solche Dinge verschwinden nicht einfach plötzlich aus den Köpfen.

Hinzu kommt natürlich im Schnitt die körperliche Überlegenheit der Männer, auch wenn dies für ein konkretes Paar natürlich anders aussehen kann. Das macht es einfach wahrscheinlicher, dass ein ausrastender Mann schwerere Verletzungen zufügt als eine ausrastende Frau.

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Joern-Michael 28.05.2013, 19:06
202. Au Weia!!!

Zitat von advocatus diaboĺi
man sollte auch genau nachprüfen, wer diese Studie in Auftrag gegeben hat. Es ist allgemein akzeptiert, und in zahlreichen Genderstudien detailliert dokumentiert, dass überwiegend Frauen Opfer der häuslichen Gewalt und sexueller Übergriffe werden. Das Wesen einer Frau ist generell nicht gewaltdeterminiert. Und wenn in wenigen Einzelfällen, sich die Frauen gegenüber physischer oder psychischer Gewalt zu Wehr setzen, dann wird gleich von häuslicher Gewalt gegenüber Männern gesprochen. Jedenfalls sind solche Artikel mit denen die Gewaltanwendung gegenüber Frauen relativiert wird, kontraproduktiv für den Kampf gegen männliche Gewalt und Sexismus, wie die Posts in diesem Forum zeigen werden.
Vielleicht sollten sie den Inhalt Ihres Posts einmal mit dem realen Leben abgleichen.

Die Disqualifikation des Beitrages liegt bereits in der Feststellung: "... in zahlreichen Genderstudien detailliert dokumentier..."

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frank1980 28.05.2013, 19:06
203. Wehren ??

wie soll man sich wehren gegen eine gewalttätige Frau ? Sobald man sich wehren würde, wäre man schon der Täter. Eine Anzeige würde sicherlich zu einem Verfahren führen, umgekehrt wird das wohl nicht so sein...

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ponyrage 28.05.2013, 19:07
204.

Dieser Artikel ist selbstverständlich strukturell sexistisch. Das kann jede ernsthafte Feministin bestätigen.

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cutestrabbitonearth 28.05.2013, 19:08
205.

Zitat von Andr.e
Die Gewalt mit Todesfolge dürfte vor allem von Männern ausgehen - in den meisten Fällen scheint mir das vor allem eine Frage der körperlichen Kraft zu sein. Das sagt allerdings in der Tat wenig darüber aus, wie sich die Gewalt im Haushalt allgemein verhält. Denn diese Gewalt muss ja nicht immer zum Tod führen oder eine besondere Schwere haben. Auch dauerhafte, "leichte" Gewalt ist Gewalt. Und wenn hier ein Mann zur Polizei geht und das anzeigt, wird es oft genug beiseite gewischt oder nicht stringent genug verfolgt werden. Die Gründe, warum das so ist, spielen da erst Mal keine Rolle.
Der Forist sprach von einer Dunkelziffer. Ich habe ja bewusst die Fälle von schwerer Gewalt eventuell mit Todesfolge genannt, weil es sich bei diesen Zahlen um harte Fakten handelt, eben weil es hier keine Dunkelziffer geben kann.

Was Fälle von "leichter Gewalt" betrifft, gibt es sicher auf beiden Seiten eine Dunkelziffer. Ich kann nicht beurteilen, wie groß sie jeweils ist. Aber eine Sache fällt mir schon seit Jahren auf: Gerade was den Bereich der Vergewaltigung in der Ehe anbetrifft, kommt dieses Delikt praktisch nie zur Anzeige. Erst wenn es dann medienwirksam nach einem Gewaltexzess zu Prozessen kommt, erfährt man, dass eine Frau jahrelang sexueller Gewalt durch den Ehemann ausgesetzt war.

Aus meinem persönlichen Umfeld weiß ich, dass Macht und Gewalt in einer Ehe sehr viel subtiler abläuft, als eine Statistik erfassen kann.

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Immerandersdenker 28.05.2013, 19:08
206. Psychoterror

scheint ganz klar eine Frauendomäne zu sein, der man sich als z.B. sensibler Mann teilweise hilflos ausgeliefert sieht. Erlebt habe ich es bereits, wenn auch nur im kleinen Rahmen.
Auch auf eine Entschuldigung wartet man in solchen Fällen in der Regel vergebens.

Damit will ich nicht die offensichtlich überwiegende körperliche Gewalt seitens der Männer gegen Frauen herunterspielen, aber es ist schon etwas wahres dran, dass Frauen und Männer gleich "schlimm" sind.

Wären sie körperlich dazu in der Lage, da bin ich mir sicher, würden Frauen Männern ebensolche physische Gewalt antun, wie sie heute hauptsächlich von Männern ausgeht.

Wie gesagt, damit will ich keine Gewalttäter schützen, die gehören in jedem Fall ein paar Jahre lang in den Knast, ob männlich oder weiblich.

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steve3000 28.05.2013, 19:11
207.

Zitat von amber25
Ich denke, dass sind Männer mit wenig Selbstwertgefühl, die so etwas mit sich machen lassen.
Die psychische Befindlichkeit der Opfer mag sicher aus psychologischer Sicht interessant sein. Ich würde Ihren permanenten Relativierungen dennoch entgegensetzen, dass der Schlagende das Problem ist und nicht die Person, welche das aus unterschiedlichen Gründen erträgt.

Zitat von amber25
Ich verstehe nicht, welche Gefühle man für einen Partner haben kann, der einen schlägt? Und mit diesem Verhalten zeigt, dass er einen Null respektiert.
Gegenfrage: Stellen Sie diese Fragen auch einer Frau, die jahrelang von ihrem Mann geschlagen wurde? Tatsache ist nun einmal, dass z.B. bei häuslicher Gewalt nicht einfach die Brücken abgebrochen werden - weder von der Frau noch vom Mann, wenn sie/er das Opfer ist.

Mir scheint, Sie wollen hier mit Spekulationen, die ständig um sich selbst kreisen, vom eigentlichen Thema des Artikels ablenken, dass nämlich die angeblich so eindeutige Täter-Opfer-Zuschreibung durch die realen Verhältnisse nicht bestätigt wird.

Frauen schlagen offensichtlich doch häufiger zu als gedacht, auch als Mütter von Kindern. Das wurde in einem Artikel über ein Uni-Seminar deutlich, den ich vor Jahren gelesen habe. Da kamen kindliche Gewalterfahrungen von Studentinnen ans Tageslicht, die die Mutter mit Kochlöffel oder Kleiderbügel geschlagen hatte - und auch hier leider gar nicht mal so selten wie gedacht.

Hier ein Artikel von Deutschlandradio Kultur (von einer Frau verfasst, leider mit stark antifeministischem Nachsatz, was wohl dummerweise zu dem Vorwurf führen wird, sie wolle lediglich Stimmung machen):

Das falsche Tabu - Häusliche Gewalt ist auch Gewalt von Frauen | Politisches Feuilleton | Deutschlandradio Kultur

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_muskote 28.05.2013, 19:13
208.

Zitat von Whitejack
Das klingt jetzt so anständig. Die Wahrheit ist, dass sie eine maskulistische Kampfschrift auf der Homepage der Stadt Goslar verlinkt hatte. Diese stellte nicht nur Männer als alleine Opfer eines Feminats-Terrorismus-Staates dar, sondern agitierte zugleich massiv gegen den deutschen Rechtsstaat. Zudem ist sie Mitglied der Vereinigung "Agens", die antifeministische Positionen vertritt und die Abschaffung von Frauenhäusern fordert. Eines seiner Gründungsmitglieder, Gerhard Amendt, forderte in einem öffentlichen Interview sogar die Befreiung vom Zwang zum Konsens beim Sex - Erotik könne sich durch "Grenzüberschreitungen" viel besser entfalten. Grob gesagt wäre das so, wie wenn der Rassismusbeauftragte Werbung für den Ku-Klux-Klan gemacht hätte und das dann hinterher so dargestellt hätte, dass er sich lediglich "auch" für Weiße einsetzen wollte.
Wollen Sie wirklich Männerrechtler mit dem Ku-Klux-Klan vergleichen? Nicht wirklich, oder?

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doubledamage 28.05.2013, 19:14
209. keine überraschung

Dass physische Gewalt von Männern gegen Frauen im Regelfall schwerere Schäden hinterlässt, ist wohl unbestritten und einfach der körperlichen Überlegenheit geschuldet, aber es wird doch ernsthaft niemand bezweifeln, dass auch von Frauen Gewalt -psychisch oder physisch- ausgeht? Für mich als Frau ist diese Studie nicht sonderlich überraschend. Warum sollten einen die Ergebnisse auch überraschen?

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