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Grass-Gedicht über Israel: Lyrischer Erstschlag
dapd

Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass. Kritik an Israel-Gedicht "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE

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Bernd L. Auert 04.04.2012, 14:19
1. ...

Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.
Zitat von
Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.
Tja, die Replik des Kommentierenden scheint ihn eher zu bestätigen. "Eigentor", fällt mir dazu ein. Und "billig".

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Kilokalorie 04.04.2012, 14:30
2. unbeantwortet

Lieber Herr Hammelehle,

ist hier nicht mit gleicher Münzer geschrieben worden, mithin mit einem doch recht emotionalen Vernichtungshieb auf Herrn Grass?
Oder will uns nun der SPIEGEL Rede- und Denkverbote erteilen?
Eine Antwort auf die Frage, wie denn die durchaus drohende Vernichtung von Menschenleben in dieser Region verhindert werden soll und auch dieFragestellung des "Erstschlagsrechts" beleibt im Kommentar leider unbeantwortet.

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Acerb 04.04.2012, 14:32
3. Move

Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.
Ich mag Günther Grass nicht. Er war mir nur ein einziges Mal sympatisch, als er Lafontaine empfahl, "ein Glas Rotwein zu trinken und das Maul zu halten".
Ich hielt Grass allerdings für clever. Un-clever ist es aber, sich nicht an den einzigen "winning move" bei Diskussionen über Israel im Allgemeinen und Juden im Besonderen zu halten: nicht mitzudiskutieren.

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koudas 04.04.2012, 14:33
4. Automatismen

Ich finde es schon sehr erstaunlich wie schnell die Mechanismen greifen sobald ein "Intellektueller" Israels Politik kritisiert ! Mein Freund Broder schwingt sofort die Antisemitismuskeule ...der Zentralrat beklagt sich sofort und SPON hat auch nicht lange gebraucht um Grass zum Antisemiten abzustempeln...WARUM ? Ist Kritik an Israels Politik nicht erlaubt ?? in was für einer Demokratie leben wir eigentlich ? Wo waren denn die ganzen Empörten als Israel sich weigerte die Delegation der Menschenrechtsorganisation der UN anzuerkennen ? Da schweigt man lieber weil sonst könnte man ja in die Ecke des Antisemiten gestellt werden ! Ich bin kein Deutscher, weiß aber dass viele meiner deutschen Freunde genauso denken aber wahrscheinlich sind dass auch alle Antisemiten und Judenhasser, nicht wahr ? So jetzt warte ich darauf auch beschimpft zu werden und in eine rechte Ecke gedrängt zu werden
Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.

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mactor2 04.04.2012, 14:33
5. Das Gedicht ist schon richtig und nötig!

Und warum sollte ein Deutscher den Israelis nicht erklären das Sie einen Fehler machen?

Ich finde das Gedicht spricht nur die Tatsachen aus - die eh jeder weiß - und diese Tatsachen hätte eher Frau Merkel aussprechen müssen.

Vor Monaten schon!

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krokotill 04.04.2012, 14:40
6. SPON-Kommentar über Grass-Gedicht

Publizistischer Raketenschirm
Leider schon öfter in der Geschichte der Bundesrepublik sind Kommentatoren so klischeehaft gegen prominente Schriftsteller zu Felde gezogen wie Sebastian Hammelehle auf SPON.

Warum stimmt nun auch SPON in die undifferenzierte publizistische Rakentenabwehr der Grass-Kritiker ein? In seinem Kommentar „Lyrischer Erstschlag“ leugnet der Autor Sebastian Hammelehle ein Verbot, das von Grass Gesagte auszusprechen, kritisiert die Äußerung aber gleichzeitig mit dem Verweis: „Es ist geschmacklos, wenn ausgerechnet Deutsche den Israelis erklären, was sie zu tun haben.” Dass man Angst vor einem Antisemitismus-Vorwurf haben müsse, wenn man Israel kritisiert, verneint er – und unterstellt Grass gleichzeitig einen “gebildeten Antisemitismus”. Er diskreditiert Grass als eitel, womit er Recht haben mag – aber auch ein eitler Fatzke kann einmal etwas Wahres sagen.
Der Autor bestreitet – trotz vielfältiger Berichte auch in seinem Blatt über den Kriegswunsch und die Kriegsvorbereitungen Israels gegenüber dem Iran, die selbst den amerikanischen Präsidenten unter Druck setzten – dass eine Bedrohung des Iran von Israel ausgehe und weist nur etwas einseitig auf die umgekehrte Bedrohungssituation hin. Gleichzeitig suggeriert er, dass die Gefahr doch von Israel ausgehe, wenn er von dem Gefühl der Bedrohung spricht, das in diesem Land durch feindliche Umrahmung entstehe, was für ihn wohl einen Präventivschlag legitimiert – der aber offenbar keine Bedrohung des Iran wäre.
Und diesen konkret angesprochenen Konflikt mit einer faschistischen Interpretation der jüdischen Weltverschwörung gleichzusetzen, ist fahrlässig oder propagandistisch. Oder wird man – zumal als Deutscher – etwa doch nichts zu konkreten Missständen in Israel sagen dürfen?
Eine Versachlichung der Debatte wäre wünschenswert, jetzt, nachdem die Waffen reflexartig in Stellung gebracht und alle Beteiligten und Unbeteiligten in Freund und Feind unterschieden wurden, in diesem publizistischen Kalten Krieg.

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angst+money 04.04.2012, 14:40
7. Sie Armer

Zitat von Kilokalorie
Lieber Herr Hammelehle, ist hier nicht mit gleicher Münzer geschrieben worden, mithin mit einem doch recht emotionalen Vernichtungshieb auf Herrn Grass? Oder will uns nun der SPIEGEL Rede- und Denkverbote erteilen? Eine Antwort auf die Frage, wie denn die durchaus drohende Vernichtung von Menschenleben in dieser Region verhindert werden soll und auch dieFragestellung des "Erstschlagsrechts" beleibt im Kommentar leider unbeantwortet.
Ein "Verbot" ist üblicherweise mit einer Strafandrohung verbunden. Wenn Sie Widerspruch schon als Strafe ansehen, sollten Sie um Ihren geliebten Iran besser einen Bogen machen.

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TangoGolf 04.04.2012, 14:42
8. Sie haben fertig!

Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.
Ein wunderbar geschriebener Artikel.
Das Problem ist aber doch tatsächlich folgendes: was darf man sagen, was nicht, was gehört unter den Teppich der politischen Korrektheit?

Kritik an Israel (genauer: an der israelischen Politik) darf und muss erlaubt sein - genauso übrigens, wie die Integrationsprobleme besonders einer bestimmten Minderheit in Deutschland klar benannt werden dürfen.

Doch bei der Israelkritik sind die Grenzen dünn, so hat man das Gefühl. Überschritten hat diese Grenzen aber eindeutig, wer Kausalitäten vertauscht, Israel und Juden vermischt und daraus einen Einheitsbrei entwickelt, der eben in der Tat Antisemitsich ist - und sich noch damit zu legitimieren versucht, indem er seine gegen sich selbst gerichtet sein werdende Anklage vorwegnimmt und sich so davon distanzieren will.
Her Grass, Sie haben fertig!

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felsenstern 04.04.2012, 14:43
9. Herr Grass....

kennt den Unterschied zwischen Juden und Israelis nicht?
Wirklich?
Haben wir das gleiche Gedicht gelesen?

Beim Thema Israel kommt es mir immer so vor als würde ich mit einem religiösen Fanatiker (bzw. mit einer Betonwand) versuchen eine halbwegs rationale Diskussion zu führen. Es ist leider unmöglich.
Aber wahrscheinlich sage ich das nur, weil tief in mir ein böser Antisemit schlummert....

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