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Grass-Gedicht über Israel: Lyrischer Erstschlag
dapd

Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass. Kritik an Israel-Gedicht "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE

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Demokrator2007 04.04.2012, 15:54
40. Maulkorb?

Zitat von krokotill
Er diskreditiert Grass als eitel, womit er Recht haben mag – aber auch ein eitler Fatzke kann einmal etwas Wahres sagen. Oder wird man – zumal als Deutscher – etwa doch nichts zu konkreten Missständen in Israel sagen dürfen?
Grass bezeichnete sich selbst schon als eitel.

Sich zu Missständen in Israel zu äußern ist mit Ermordung Rabbins durch einen jüdischen Rechtsextremisten (nicht etwa Palästinenser) schierig geworden.

Es geht inzw. nach dem Motto " Wer nicht für Israel ist, ist gegen Israel".

Eine fatale Entwicklung die allen nationalistischen Unruhestiftern mehr Macht gibt als die denen eigentlich zustehen dürfte, von Hamas über Likud bis "Beitenu"

Ciao
DerDemokrator

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seine_unermesslichkeit 04.04.2012, 15:56
41. ...

Zitat von paganini79
Spiegel-Kommentator Sebastian Hammelehle bringt es minutiös auf den Punkt: "Es ist geschmacklos, wenn ausgerechnet Deutsche den Israelis erklären, was sie zu tun haben. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik allerdings hat sich ein prominenter Intellektueller auf so eitle Weise mit so dumpfen Klischees gegen Israel gestellt." Auch Mitglieder hier im Forum gebärden sich mitunter auf diesem plumpen Stammtischniveau. Es ist anzunehmen, dass vor allem diejenigen am lautesten gegen Israel wettern, die das Land noch niemals bereist haben und darum nicht ahnen, wie es sich anfühlt, auf einem Fleck Erde zu leben, der kleiner ist als Hessen und umzingelt ist von feindlich gesonnenen Staaten, die sich seit Jahrzehnten aufs Banner schreiben, diesen von der Landkarte zu tilgen - der Iran miteingeschlossen. Und warum die meisten Israelis dies nicht bloß als erratisches Säbelrasseln ihrer Nachbarn abtun? Ich denke, diese Frage beantwortet sich schnell mit nur wenig historischem Hintergrundwissen des zwanzigsten Jahrhunderts. Ich bin enttäuscht darüber, dass Spiegel Online anscheinend keine reflektierteren Leser hat. Frei nach dem Motto: Wenig Hintergrundwissen, kaum Empathie mit der Angst des israelischen Volkes - dafür aber starke, undifferenzierte Meinungen aus geschützten westeuropäischen Wohnzimmern. Etwas peinlich ist das schon.
Zustimmung! Bei Günter Grass sehe ich das so, dass er sich als eingebildeter Intellektueller anmaßt, sich am "Sündenstolz" weiden zu dürfen. Dieser "Sündenstolz" hat in linksintellektuellen Kreisen schon längst Hochkonjunktur und die kollektive Scham hinweggefegt. Das Motto lautet: "Gerade weil unsere Väter früher die Bösen waren, haben wir - und nur wir - heute das Recht, die Welt zu belehren in Sachen Gut und Böse!"

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borriquito 04.04.2012, 15:58
42. Wir werden auf einen Millitärschlag gegen den Iran vorbereitet....

Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.
... und Grass bekommt für seine Grätsche in diese Vorbereitung die schlimmste Medienprügel. Das ist nicht wirklich ein Wunder, schließlich wird uns ein Krieg gegen den Iran bereits seit Monaten als gerechtfertigt und nahezu unausweichlich verkauft. Dennnoch ist es beschämend - ebenso wie die Dümmlichkeit dieses Kommentars. Grass hat gesagt: Kritik an Israel wird oft mit Antisemitismus gleichgesetzt, weswegen sich viele Menschen ihre Kritik verkneifen - so auch er für eine lange Zeit. Jetzt versucht der Autor dieses Kommentars den Spieß umzudrehen und unterstellt Grass, er würde nicht zwischen Israel und "den Juden" unterscheiden. Das ist entweder dumm oder in höchstem Maße ehrabschneidend. Das gleiche gilt für die Gleichsetzung der Kritik an einer kulturellen Meinungshegemomie mit der faschistischen Mär von der jüdischen Weltverschwörung.

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Pollowitzer 04.04.2012, 15:59
43. Wieso denn "klischeehaft"???

Das ist doch nicht klischeehaft sondern Tatsache pur - Israel steht mit dem Iran sicher auf der gleichen Stufe was die Zündelei am Weltfrieden betrifft - ich halte Israel für gefährlicher mit der Atombombe in der Schublade - und das Nationale Gesicht sieht man deutlich wenn an betrachtet wie sie sich Palästinenser menschenunwürdig hinter Mauern halten.

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klauslynx 04.04.2012, 16:00
44. Gewinnn für wen ?

Zitat von nihil66
In Grass steckt ein tiefer Antisemitismus. Altnazi, SS Mann und ein noch immer glühender deutsche Sozialist. Grass ist eine Belastung für die Sozialdemokraten und wäre ein Gewinn für die Sozialisten die Linke oder die Ultralinke die neuen Nazis

Sicherlich ein Gewinn für die Menschen, die unvoreingenommen und ohneVorurteil denken und Urteilen.Sie können es offensichtlich nicht.
Machen Sie sich erst einmal mit der neueren Geschichte Israels und seiner augenblicklichen Politik vertraut.Grass hat hier in einer ihm eigenen Form das geschrieben, was Historiker und Denker in Israel oder ehemalige Militärs Israels geschrieben und geäußert haben.
Lassen Sie im Interesse Israels und dümmliches Antisemitismusgerede und versuchen Sie erst Ihren Verstand zu gebrauchen.

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Olaf 04.04.2012, 16:05
45.

Zitat von paganini79
Spiegel-Kommentator Sebastian Hammelehle bringt es minutiös auf den Punkt: "Es ist geschmacklos, wenn ausgerechnet Deutsche den Israelis erklären, was sie zu tun haben. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik allerdings hat sich ein prominenter Intellektueller auf so eitle Weise mit so dumpfen Klischees gegen Israel gestellt."
Doppelt geschmacklos sogar, wenn es sich bei dem Israelkritiker um einen ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS handelt.

Aber nichts ist so dehnbar wie Moral.

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jeffieboy1986 04.04.2012, 16:06
46. Paar Gedanken von einem deutschen Student mit jüdischen Wurzeln

Zitat von beckhambauer
Vielen Dank für Ihre Zeilen! Endlich mal einer, der den Mut hat, dem linksliberalen "Araber sind gut, Israelis böse" entgegenzutreten. Sie hatten/haben es sicher in den Redaktionsräumen des SPIEGEL nicht leicht. Dafür großen Respekt. Obwohl es eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein sollte, dass man als Intellektueller ein aufgeklärtes Land gegen eines verteidigt, dass mit Werten, Worten und Taten jenseits von Aufklärung und Rationalität die Welt bedroht.
Kann mich dem nur anschließen.
Ich danke dem Autor für diesen Kommentar. Zugegeben, bis jetzt hätte ich solch einen Kommentar bei SPON nur Herrn Fleischhauer zugetraut. Immer wieder wenn ich die Kommentare zu Israelbeiträgen durchlese, erstaunt mich eins: wie können die Linken und die Rechten in Deutschland bei dieser einer Frage immer wieder zusammenfinden, auch wenn die Beweggründe verschieden sein mögen?

Am lächerlisten finde ich den Vorwurf eines Beitragsschreibers: Israel ist eine Demokratie, Iran keine, deswegen müssen wir bei Israel mit einem anderen Maßstab messen. Laut Ihnen hieße es, Israel als freies demokratisches Land soll sich immer friedlich verhalten und unter keinen Umständen, auch nicht in Notwehr, mit den anderen Ländern Kampfhandlungen führen? Iran, andererseits, ist ein barbarisches Land, wo der werte Mahmoud seine Bevölkerung unterdrückt, die eigentlich ganz friedlich ist und keinem etwas antun möchte? Und wenn dieser barbarische Iran halt Atomwaffen baut und Mahmoud es sich zu seinem Ziel erklärt, Israel zu vernichten, kann man da nichts sagen, es sind ja nur Barbaren? Und wenn die Barbaren ihre Drohungen wahr werden lassen, naja, was kann mann machen, von denen erwartet man ja nichts anderes.

Denen gegenüber steht Israel mit seiner demokratisch gewählten Regierung da, wo jeder tun und sagen darf, was er möchte: ein Land mit 7 Millionen Bevölkerung und einer Armee von 300 Tsd. Soldaten. Und dieses Aggressorland unterdrückt alle seine Feinde um ihn herum, so zum Beispiel Syrien (21 Mio Einwohner und 420 Tsd. Soldaten) der Iran( 75 Mio und 400 Tsd.) oder Irak (29 Mio und 180 Tsd. usw.) Ja, so muß es sein, das kleine Land unterdrückt sie alle und hindert sie alle am Weltfrieden. Ist es Ihnen überhaupt klar, daß übertragen auf Deutschland es hieße, Sachsen würde Deutschland , Frankreich und nochmal zusätzlich Großbritannien unterdrücken und bedrohen. Und wenn zum Beispiel Frankreih sagen würde, es möchte Sachsen ausradieren, müsste es dasitzen und schweigen, da es sich nicht barbarisch benehmen darf.

Oder wie würden sie eigentlich agieren, wenn Frankreich morgen ankündigt, daß sie ihre Heimatstadt oder-bundesland ausradieren wollen? Nichts machen, da die Franzosen so barbarisch sind?
Ich bringe den Beispiel noch näher an sie heran: falls sie morgen sehen, daß ihr Nachbar sich eine große Keule bastelt und er am gleichen Tag laut ankündigt, daß er sie umbringen möchte, nur weil es sie gibt, was würden sie machen?

Bitte beantworten sie mir diese Frage, bevor sie den armen kleinen schutzlosen Mahmoud in Schutz nehmen und den bösen Aggressor Israel verurteilen. Und übrigens, nein, ich bin keinesfalls nur proisraelisch, für mich war die beste Regierung Israels die unter Rabin oder Barak und nicht die unter Netanjahu. Und am meisten habe ich damals Ehud Barak im Jahr 2000 begrüßt, der Palästina alle Länder zurückgeben wollte. War es kein großes Entgegenkommen, keine große Friedensbemühung? Arafat hat abgelehnt.

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cancun771 04.04.2012, 16:09
47. Nix kapiert

Selbstredend hat Grass den Unterschied zwischen Juden und Israel begriffen und das israelkritisch ungleich antisemitisch ist.

Er hat aber vor allem auch begriffen, wie virtuos, oder zumindest effizient, Israel grundsätzlich die Antisemitismus-Keule schwingt, sobald es irgend jemand wagt, sie zu kritisieren.

Die Politik des Staates Israel ist aber kritikwürdig, ganz besonders die Außenpolitik und auch die Sache mit dem umfangreichen im geheimen aufgebauten Atomarsenal.

Und es ist Sache aller aufrechten Demokraten, sich das Recht wieder anzueignen, solche Kritik zu äußern; es den Faschos quasi endlich wegzunehmen, und zugleich Israel das Recht abzuerkennen, jeden Kritiker direkt als Fascho zu verunglimpfen.

Und nichts anderes will Grass.

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dark_pinguin 04.04.2012, 16:09
48. Hmmmm

Zitat von paganini79
Spiegel-Kommentator Sebastian Hammelehle bringt es minutiös auf den Punkt: "Es ist geschmacklos, wenn ausgerechnet Deutsche den Israelis erklären, was sie zu tun haben. Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik allerdings hat sich ein prominenter Intellektueller auf so eitle Weise mit so dumpfen Klischees gegen Israel gestellt." Auch Mitglieder hier im Forum gebärden sich mitunter auf diesem plumpen Stammtischniveau. Es ist anzunehmen, dass vor allem diejenigen am lautesten gegen Israel wettern, die das Land noch niemals bereist haben und darum nicht ahnen, wie es sich anfühlt, auf einem Fleck Erde zu leben, der kleiner ist als Hessen und umzingelt ist von feindlich gesonnenen Staaten, die sich seit Jahrzehnten aufs Banner schreiben, diesen von der Landkarte zu tilgen - der Iran miteingeschlossen. Und warum die meisten Israelis dies nicht bloß als erratisches Säbelrasseln ihrer Nachbarn abtun? Ich denke, diese Frage beantwortet sich schnell mit nur wenig historischem Hintergrundwissen des zwanzigsten Jahrhunderts. Ich bin enttäuscht darüber, dass Spiegel Online anscheinend keine reflektierteren Leser hat. Frei nach dem Motto: Wenig Hintergrundwissen, kaum Empathie mit der Angst des israelischen Volkes - dafür aber starke, undifferenzierte Meinungen aus geschützten westeuropäischen Wohnzimmern. Etwas peinlich ist das schon.

Also Ihre Logik erschließt sich mir nicht.
"Wie können diese ganzen Pro-Israel-Stammtischkommentatoren nur so laut schreien, wenn sie noch nicht einmal im Gazastreifen oder im Libanon waren. Wie muss es sich anfühlen, von seinen hochgerüsteten Nachbarn politisch unterdrückt zu werden......"
Sie sehen, ihre Argumentation lässt sich beliebig herumdrehen.

"Es ist geschmacklos, wenn ausgerechnet Deutsche den Israelis erklären, was sie zu tun haben..."
Was soll daran geschmacklos sein?

Wirft der Autor damit nicht gleichsam Juden und Israelis in einen Topf?

Und mein Gott, wieso muss ich als Deutscher im 21, Jahrhundert immer als Nazi behandelt werden?
Man regt sich in Deutschland über Klischees und Vorurteile auf, bürgt sich selbst und seinen Mitbürgern aber immer das Ververurteilende Stigma des Antisemitismus auf.

Also mal ehrlich, nur weil ein Israel ein jüdischer Staat ist, ist jede Kritik an ihm aus Deutschland geschmacklos? Weil die Israelis immer die Guten sind oder weil wir Deutschen immer die Bösen sind?
Ich verstehe das nicht, nein, ich halte so eine Argumentation für stinkenden Mist.
Mir reichts, ich bin kein Nazi, kein Judenhasser, nicht Pro-Palästina, nicht Anti-Israel.
Ich kann es nur nicht leiden, wenn Menschen sich hinter irgendwelchen abstrusen historischen oder rhetorischen oder noch besser religiösen Argumenten verstecken, um anderen auf die Fresse zu geben.
Und das gilt im Nahost-Konflikt wohl für alle Seiten.

"Und warum die meisten Israelis dies nicht bloß als erratisches Säbelrasseln ihrer Nachbarn abtun? Ich denke, diese Frage beantwortet sich schnell mit nur wenig historischem Hintergrundwissen des zwanzigsten Jahrhunderts."
Da stimme ich Ihnen zu, ich möchte allerdings anmerken, dass Israel während seines Bestehens auch nicht besonders viele Anstalten gemacht hat, zu einer Deeskalation des Konflikts beizutragen.

Jetzt habe ich mich ganz schön ausgelassen...
Zur Zusammenfassung:
Warum setzen wir uns nicht mal mit dem auseinander, was Grass in seinem Gedicht anspricht, anstatt damit, dass er es überhaupt getan hat?

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jewgeni rose 04.04.2012, 16:10
49.

Obwohl die Art und Weise doch sehr fragwürdig ist, mit der der Grass sich zu Wort meldet, so hat er in der Sache ja nicht ganz unrecht (trotz Israels Vergangenheit). Wer oder was legitimiert Israels Atomwaffenprogramm? Oder das der anderen Atomwaffenmächte? Entweder Knaller für alle, oder für niemanden. Wobei sich beim ersten Szenario jeder den Ausgang denken kann - und genau deswegen sollte es auch oberste Priorität sein, noch mehr Atomwaffenmächte zu verhindern.

Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.

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