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Grass-Gedicht über Israel: Lyrischer Erstschlag
dapd

Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass. Kritik an Israel-Gedicht "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE

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dieter_huber 04.04.2012, 17:00
70. die Überschrift

ist mit Verlaub "journalistischer Totschlag" - in typischer SPON-Manier.

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Quagmyre 04.04.2012, 17:04
71. Demokratie

Zitat von koudas
Ich finde es schon sehr erstaunlich wie schnell die Mechanismen greifen sobald ein "Intellektueller" Israels Politik kritisiert ! Mein Freund Broder schwingt sofort die Antisemitismuskeule ...der Zentralrat beklagt sich sofort und SPON hat auch nicht lange gebraucht um Grass zum Antisemiten abzustempeln...WARUM ? Ist Kritik an Israels Politik nicht erlaubt ?? in was für einer Demokratie leben wir eigentlich ? Wo waren denn die ganzen Empörten als Israel sich weigerte die Delegation der Menschenrechtsorganisation der UN anzuerkennen ? Da schweigt man lieber weil sonst könnte man ja in die Ecke des Antisemiten gestellt werden ! Ich bin kein Deutscher, weiß aber dass viele meiner deutschen Freunde genauso denken aber wahrscheinlich sind dass auch alle Antisemiten und Judenhasser, nicht wahr ? So jetzt warte ich darauf auch beschimpft zu werden und in eine rechte Ecke gedrängt zu werden
Lieber Forist,

Mediengesteuerte, hexenjagdartige Massenempörung über Andersdenkende oder auch nur solche, die es wagen, unbequeme Wahrheiten auszusprechen, Denkverbote, politische Korrektheit und intellektuelle Selbstverachtung sind Kennzeichen unseres Landes und dessen, was wir hier als Demokratie bezeichnen sollen.

Wundern Sie sich also nicht.

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larry mannino 04.04.2012, 17:04
72. Danke Herr Grass !

Danke Herr Grass, für diesen mutigen Schritt.
Ich hoffe, dass damit DER SPIEGEL diese Gelegenheit nicht verpasst, um endlich einen ausführlichen Bericht über das atom Arsenal Israels zu drucken. Laut Jane's Defense sind es mehr als 200 A-Waffen...
Iran
Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.

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prometheus11 04.04.2012, 17:06
73.

Zitat von drumsmalta
Zwei Dinge (anstatt eines mehrseitigen Sermons, den diese Farce einer Kritik ebenfalls verdient hätte): 1. Würde ich Ihnen, Herr Hammelehle, eine Rückkehr zum Studium der Grammatik und der literarischen Interpretation empfehlen: Grass bezeichet nicht das iranische Volk als Maulhelden, sondern allein deren Anführer. Das nur mal als Beispiel. 2. Wenn es einem Schreiber gelungen ist, dumpfe Parolen abzusondern, dann sind Sie das, Herr Hammelehle mit Ihrem unsäglichen Totschlagargument "...Man wird ja wohl darüber reden dürfen, genau - wenn da nicht dieses ungeschriebene Gesetz wäre, dass man eben nicht darf....." Ach ja? Auch hier sei Ihnen mal das Studium des Grundgesetzes empfohlen - man darf nämlich ganz ausdrücklich. Nicht verhetzend, nicht diskriminierend aber dialektisch und ehrlich auf jeden Fall. Ihrem politisch korrekten Gutmenschentum mag Grass' Meinung vielleicht quer im Magen liegen, aber er tut das, was ein Literat zu tun hat: Er schreibt eine Meinung und provoziert einen (unter anderem diesen) Diskurs. Das taten vor ihm Autoren wie Brecht oder Büchner, um nur mal zwei zu nennen. Ich bin sicher, denen hat man auch Schreiber wie Sie auf den Hals gehetzt. Ich bin 1967 geboren und in einem modernen Deutschland aufgewachsen, habe ausländische Freunde und freue mich ungemein über unsere Multikulti-Nationalelf. Und genau deshalb lasse ich mir nicht von irgendwelchen Schnöseln verbieten, wie ich über Israel zu denken habe. Vor allem nicht, wenn unsere Regierungen Panzer und U-Boote dorthin liefern. Friedensliebe und Toleranz funktioniert nämlich nur entweder ganz oder gar nicht. Da gibt es keine Persilscheine für besonders in Mitleidenschaft gezogene Nationen, Religionen oder Kulturkreise.

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prometheus11 04.04.2012, 17:08
74.

Zitat von drumsmalta
Zwei Dinge (anstatt eines mehrseitigen Sermons, den diese Farce einer Kritik ebenfalls verdient hätte): 1. Würde ich Ihnen, Herr Hammelehle, eine Rückkehr zum Studium der Grammatik und der literarischen Interpretation empfehlen: Grass bezeichet nicht das iranische Volk als Maulhelden, sondern allein deren Anführer. Das nur mal als Beispiel. 2. Wenn es einem Schreiber gelungen ist, dumpfe Parolen abzusondern, dann sind Sie das, Herr Hammelehle mit Ihrem unsäglichen Totschlagargument "...Man wird ja wohl darüber reden dürfen, genau - wenn da nicht dieses ungeschriebene Gesetz wäre, dass man eben nicht darf....." Ach ja? Auch hier sei Ihnen mal das Studium des Grundgesetzes empfohlen - man darf nämlich ganz ausdrücklich. Nicht verhetzend, nicht diskriminierend aber dialektisch und ehrlich auf jeden Fall. Ihrem politisch korrekten Gutmenschentum mag Grass' Meinung vielleicht quer im Magen liegen, aber er tut das, was ein Literat zu tun hat: Er schreibt eine Meinung und provoziert einen (unter anderem diesen) Diskurs. Das taten vor ihm Autoren wie Brecht oder Büchner, um nur mal zwei zu nennen. Ich bin sicher, denen hat man auch Schreiber wie Sie auf den Hals gehetzt. Ich bin 1967 geboren und in einem modernen Deutschland aufgewachsen, habe ausländische Freunde und freue mich ungemein über unsere Multikulti-Nationalelf. Und genau deshalb lasse ich mir nicht von irgendwelchen Schnöseln verbieten, wie ich über Israel zu denken habe. Vor allem nicht, wenn unsere Regierungen Panzer und U-Boote dorthin liefern. Friedensliebe und Toleranz funktioniert nämlich nur entweder ganz oder gar nicht. Da gibt es keine Persilscheine für besonders in Mitleidenschaft gezogene Nationen, Religionen oder Kulturkreise.
Volltreffer. Sehr guter Kommentar !

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hessebub 04.04.2012, 17:09
75. wozu die Aufregung

Zitat von sysop
Israelis als Kriegstreiber, "Antisemitismus" als Totschlagargument: Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik ist ein prominenter Intellektueller so klischeehaft gegen Israel zu Felde gezogen wie Günter Grass.
nennen wir das Kind beim Namen
hier wird ein Kriegsgegner Politisch zerlegt.
Es geht hier um die aggressiven Machthaber der Israelischen Regierung und nicht um Juden oder Israelis als Menschen oder als Glaubensrichtung oder holocaust.

ist es etwa Antisemitisch wenn man behauptet dass Atomuboote Menschen umbringen ?
oder ist es Antisemitisch wenn man behauptet dass Israel einen Angriffskrieg vorbereitet.

wenn Menschen mit Ihren Argumente Kriege verhindern können dann sollten wir sie nicht als Antisemiten bezeichnen.

auch ein Israel darf nicht ein anderes Land angreiffen

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DonCarlos 04.04.2012, 17:12
76. Geschmacksfragen

Zitat von Olaf
Doppelt geschmacklos sogar, wenn es sich bei dem Israelkritiker um einen ehemaligen Angehörigen der Waffen-SS handelt. Aber nichts ist so dehnbar wie Moral.
Geboren wurde Günter Grass am 16. Oktober 1927 in Danzig-Langfuhr. Dann rechnen Sie mal, wie alt er damals war als er zur Waffen-SS ging. Wer hat eigentlich den "Skandal" publik gemacht? Ich hatte bei Grass noch niemals den Verdacht, dass er mit glänzenden Augen an dieses SS-Zeit zurück denkt. Was ist daran falsch, wenn der Mann offen zugibt auch Fehler begangen zu haben. Warum soll ausgerechnet der, der seine eigenen Fehler erkannt hat, mit Kritik an anderen zurückhaltend sein?

Warum ist Kritik an Israel geschmacklos? Und falls es jemand interessiert, ich war auch schon in Israel und bin z.B. von Jerusalem nach Bethlehem gefahren und habe dabei die Unterschiede gesehen, die an den Checkpoints gemacht werden. Ich kann sehr wohl zwischen der Regierung und dem Menschen an sich unterscheiden. Wobei wir fast gesteinigt wurden, weil wir in Jerusalem in den falschen Bezirk eingefahren sind. Es war an einem Samstag.

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Schnabelanimal 04.04.2012, 17:14
77.

Zitat von drumsmalta
Ihrem politisch korrekten Gutmenschentum mag Grass' Meinung vielleicht quer im Magen liegen, aber er tut das, was ein Literat zu tun hat: Er schreibt eine Meinung und provoziert einen (unter anderem diesen) Diskurs. Das taten vor ihm Autoren wie Brecht oder Büchner, um nur mal zwei zu nennen. Ich bin sicher, denen hat man auch Schreiber wie Sie auf den Hals gehetzt.
Insgesamt der beste Kommentar, den ich in dieser Diskussion auf SPON lesen durfte.
Jeder sollte sich vor der Beschimpfung des Literaten überlegen, was die Funktion eines politischen Textes ist. Notwendige Diskussionen entstanden schon immer durch überspitzte Provokationen, deren teilweise heftigen Reaktionen für sich selbst stehen.
Freut euch lieber über eine anlaufende Debatte über ein Thema, das nicht nur aktuelle Politik, sondern auch Identität und Selbstverständnis der Deutschen behandelt. Die alleinige Konzentration auf die Person Grass kann da nur schädlich sein.

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neonknight_ger 04.04.2012, 17:17
78. Der Altmeister des Neusprech II

Nun unterstellt er dem Staat Israel, mittels deutscher U-Boote einen atomaren Erstschlag gegen den Iran zu planen. Mit der Realität hat solches Geschwurbel natürlich nichts zu tun. Israel ist eine Demokratie, die zwar hart gegen ihre zahlreich erklärten Feinde zuzuschlagen weiß – schon das macht sie deutschen Gesinnungsethikern unsympathisch – aber es wird von rational denkenden Menschen regiert, die wissen, dass ein unprovozierter atomarer Erstschlag zumindest der moralische und politische Untergang Israels wäre. Zudem: Atom-U-Boote verdanken ihre Existenzberechtigung weniger ihrer Fähigkeit zum Erstschlag – die haben andere Waffensysteme auch; ihr eigentlicher militärischer Wert ist, dass sie selbst schwer zu orten und zu treffen sind: eine typische Zweitschlag-Waffe, die den Gegner vor einem atomaren Angriff abschrecken soll. Weil sie seine Hoffnung auf die vollständige Zerstörung der Gegenschlag-Kapazitäten zunichtemachen, passen U-Boot-gestützte Kernwaffen perfekt in das System der mutual assured destruction. Deutschen Gesinnungsethikern ist natürlich auch dieses System ein Gräuel, aber davon unabhängig hat es nun immerhin gut 60 Jahren einen Atomkrieg verhindert.

Es hat natürlich auch einen neuen Weltkrieg verhindert, denn durch diese glaubwürdige Bedrohung schied Krieg als Mittel einer rational denkenden Politik zumindest zwischen Atommächten endgültig aus. Die reale Atombombe aber ist übrigens auch der Grund dafür, warum der Westen auch in Zeiten des kalten Krieges einen breiten Massenwohlstand genießen konnte statt wie im Osten Gewehr bei Fuß in konventionellen Massenheeren zu stehen. Für Israel bedeutet die Atombombe weitaus mehr als ein paar zusätzliche Wochenenden frei von Wehrübungen, nämlich nichts weniger als eine Bestandsgarantie. Auch diesen Zusammenhang leugnen die Linken. Offenbar fehlt bei deutschen Gutmenschen jede Empathie dafür, was es bedeutet, von feindlichen Nachbarn umzingelt zu sein. Schließlich gilt ja in allen vorgenannten Fällen der schöne Satz: Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin. Die Utopie ersetzt die Auseinandersetzung mit der Realität. Konsequenterweise verliert Grass kein Wort darüber, geschweige denn von den Vernichtungsdrohungen der iranischen Führung gegen Israel.

Natürlich bedient der oben zitierte Grass-Satz die antisemitischen Stereotype, wie sie innerhalb der Linken verbreitet sind: Das sich selbst mit bisweilen kritikwürdigen Mitteln behauptende Israel wird zur Gefahr für den Weltfrieden hochstilisiert, die nur durch Beendigung seiner Existenz behoben werden kann, ganz im Sinne von Hamas und Hisbollah.

Das Beste aber an der ganzen Sache ist, und hier schließt sich der Kreis: Beifall für solche Sätze bekommt Hr. Grass von denen, die sich sonst für die Tugendwächter der Aufklärung halten – weil sie in der Schule mal die Ringparabel lesen mussten und die Katholische Kirche stellvertretend für den sämtlichen Rest der eigenen Kultur hassen. Die Inquisition und so. Jene kleinkarierten Blockwarte, die bei leisester Kritik am Islam Volksverhetzung schreien und als nützliche Idioten realer Hetzer wie Erdogan und Khomenei von Islamphobie schwafeln und davon, dass dieses Hirngespinst den neuen Antisemtismus darstellt. Vorurteilsvolle und kenntnisfreie Polemiken gegen den "Apartheidstaat" - auch dies eine der arabischen Hasspropaganda entliehene Floskel - dagegen natürlich nicht. Denn im linken Neusprech kann schwarz natürlich genauso gut weiß sein und umgekehrt.

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Demokrator2007 04.04.2012, 17:21
79. "Des Königs treuer Narr"

Zitat von klauslynx
Sicherlich ein Gewinn für die Menschen, die unvoreingenommen und ohneVorurteil denken und Urteilen.Sie können es offensichtlich nicht. Machen Sie sich erst einmal mit der neueren Geschichte Israels und seiner augenblicklichen Politik vertraut.Grass hat hier in einer ihm eigenen Form das geschrieben, was Historiker und Denker in Israel oder ehemalige Militärs Israels geschrieben und geäußert haben. Lassen Sie im Interesse Israels und dümmliches Antisemitismusgerede und versuchen Sie erst Ihren Verstand zu gebrauchen.
Verstand vermisse ich beim Foristen "nihil" seit geraumer Zeit, denn alles was mit "von Sozial-bis ismus" zu tun hat, führt bei ihm zu absurdesten Gedankenkonstruktionen.

Allerdings sehe ich beim "Broder" eine ähnliche, wenngleich intellektuell pointiertere Weltsicht.
Er könnte natürlich die israelische Regierung oder Politik "kritisieren", die mit den amtierenden Personen extrem kritisierungswürdig ist, er könnte auch die Meinung des Zentralrats der Juden in vielen Situationen kritischer betrachten, er macht das aber nicht, weil er dann wohl an journalistischem Einfluß verlieren würde.
"Der Broder" den ich "Dieter Bohlen des Spiegelproletariats" nenne, weiß ziemlich genau welchen Herren er dient und welchen auf keinen Fall.

Er ist ein bißchen so etwas wie der Narr des Königs, nur gefährlicher für Untertanen denn er ist ein Königstreuer.

Ciao
DerDemokrator

P.S. Für Insider, ich fand Ken Jebsen immer anarchisch gut, der Meinung war aber wohl nicht jeder.

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