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Großbritannien und der Brexit: Theresa Maybe
AFP

Es sah anfangs so aus, als hätte Regierungschefin Theresa May einen großen Geheimplan zum Brexit. Doch ein halbes Jahr nach dem EU-Referendum gibt es noch immer keine Idee, wie es weitergeht. Dabei sind die Folgen schon jetzt enorm.

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mimas101 12.01.2017, 13:45
10. Hmm Tja

Firmen wandern jetzt schon ab und das sind üblicherweise Langzeitinvestments in anderen EWG-Ländern.
Lt Johnson (Ex-OB von London) sind mindestens 344.000 Jobs in GB von deutschen Firmen abhängig bzw. von diesen geschaffen worden. Da dürfte noch eine erkleckliche Anzahl von Sekundärjobs dazukommen die dann allesamt zumindest wackeln dürften.
Die Folgen des Brexit bezahlt auch kein anderer, bis auf die Briten selbst.
Und ob Mylady x zusammen mit der Putze y in z Erdbeeren für die alljährliche Hutschau in Ascot pflücken wird wage ich auch zu bezweifeln. Die britische Gesellschaft ist immer noch eine fein säuberlich getrennte Kastengesellschaft.

Das Ansehen der Briten liegt jetzt schon weltweit darnieder und das dürfte sich bestimmt auch in den in den nächsten 30 Jahren noch auszuhandelnden Handelsabkommen niederschlagen. Denn wer hat schon Lust Langzeitinvestments mit einem Land zu tätigen das je nach Parteienstreit diese Verträge nicht einhalten möchte.
Dafür will dann die Bank of England mittels drucken von reichlich Inflationsgeldern die Folgen des Brexit irgendwie abfedern.
Und da wäre noch the Special Relationships mit den USA. Die USA interessiert wohl kaum eine kleine Insel irgendwo jenseits der Welt sondern lediglich wieviel man selbst auf die britische Nebelinseln exportieren kann damit America wieder Great wird. Höchstens könnte auffallen das die Big5 in Sachen Spionage dann plötzlich nur noch eine Middle4 wären weil GB dann keinen direkten Zugriff mehr auf brüsseler Geheimnisse hätte.

Und was fällt May ein? Damit die EWG-Arbeitnehmer vertrieben werden, meist Fachspezialisten pp, sollen Firmen jetzt 1.000 brit. Pfund per Nase und Jahr an Strafgebühr zahlen. Wow, das ist er also, der ultimative superduper Geheimplan.
Da reicht es schon das die Firmen z.B. nach EWG-Irland abwandern, zumal da die Steuern auch ziemlich niedrig sind. GB würde dann zu einem reinen Absatzmarkt und Armenhaus verkommen.
Und wenn man dann nicht mal das eigene Parlament umgehen darf, das eher Pro-EWG ist, dann wird das auch der einzige Plan sein den May überhaupt hatte bevor sie in die Wüste geschickt wurde.

May wäre also gut beraten ihrem eigene Volk reinen Wein einzuschenken und nochmals abstimmen zu lassen, diesmal aber mit qualifizierten Mehrheiten.
Vorausgesetzt dieses aktuelle sog. Volksbegehren wird überhaupt vom Parlament zur Debatte angenommen. Da ist nämlich auch noch so eine kleine Stolperschwelle.

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sojetztja 12.01.2017, 13:52
11.

Zitat von ein_verbraucher
Die Briten haben hier die einmalige Chance eindruckvoll allen anderen EU-Ländern und deren Bevölkerung zu zeigen, das es auch ohne die EU geht.
Nene, Kollege. Es müsste richtiger heißen: "Die Briten haben hier DOCH ANGEBLICH die Chance..." Und daran anschließen müsste man die Frage: "Warum sind sie denn dann noch nicht weg - oder wenigsten auf dem Weg raus?" Stattdessen eiern sie rum ohne Ende. So etwas nennt man "Angst vor der eigenen Courage." Wohl doch alles schwieriger, als man seinem Stimmvolk vorgegaukelt hat?

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zieglerm 12.01.2017, 13:52
12. EU Gegner unterstützen Putin

Wer die EU statt sie zu reformieren abschaffen will, spielt nur Russland und Putin in die Hände.
Etwas Besseres als ein zerbrochenes Europa, das man gegeneinander ausspielen kann, kann Putin nicht passieren.

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Braveheart Jr. 12.01.2017, 14:31
13. Natürlich hat Frau May einen Plan ...

... und der sieht so aus: PHASE 1 - Brutalsmögliche Kürzung der Sozialausgaben (NHS, Benefits) um Druck aufzubauen. Gleichzeitig werden die wichtigsten Posten möglichst mit Polit-Clowns (BoJo) besetzt. PHASE 2: Die Verhandlungen nach §50 werden mit unrealistischen Zielen verknüpft und stümperhaft geführt. Die für Großbritannien schlechten Ergebnisse werden aber ausschließlich unter dem Rubrum "EU diktiert UK Schandvertrag" kommuniziert. Damit wird (zusätzlich zu Phase 1) soviel Druck aufgebaut daß in PHASE 3 Neuwahlen ausgerufen werden. Gewinnen die Tories, ist Frau May fein raus - sie tritt zurück und läßt jemand anderen den Karren aus dem dreck ziehen. Gewinnt Labour (so unwahrscheinlich das sein mag) ist sie ebenfalls fein raus ... denn jetzt darf Herr Corbyn (falls er noch im Amt ist) als Vorsitzender der stimmstärksten Partei die Scherben aufsammeln ...!

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k.Lauer 12.01.2017, 14:36
14. in the long run

gilt der viel zitierte Satz: Mist over the Channel, Europe isolated.
Heute bemitleiden wir die armen Briten ob ihrer Brexit-Fehlentscheidung, aber wenn morgen der Euro endgültig gescheitert ist und wegen der de-facto-Schuldenunion durch die EZB-Kredite für die notleidenden Südeuropäer die Deutschen für die Schulden der anderen eintreten müssen - Prof. Sinn hat vorgerechnet, dass bislang über 700 Mrd. Euro zu Buche stehen (man erinnere sich: target2) - dann sind die Briten fein heraus und lachen uns ganz gehörig aus. Leider ist unsere Wahrnehmung durch eine fortlaufende Berichterstattung und Aufzählung wirtschaftlicher Erfolge (Dax-Hoch, Expotüberschüsse, Arbeitlosenstatistik, Fachkräftemangel, u.ä.) total verzerrt, so dass uns vor lauter Merkel-sei-Dank-Hochgesängen die richtige Perspektive für die vom Euro geschwächten SüdLänder vollkommen abhanden gekommen ist. Aber vielleicht ändert sich bald alles, wenn diese EU-Südländer (Frankreich eingeschlossen) die gesellschaftlichen Auswirkungen ihrer Arbeitslosigkeit nicht länger verkraften, zunehmend EU-inkonformere, eigene Interessen vertreten und das um GroßBritanniern verkleinerte Resteuropa ein einziger Hort von Instabilität wird. Denn über eines müssen wir uns bald klar werden: So wie jetzt, kann es nicht mehr lange weitergehen. In dem Augenblick, in dem aufgrund der US-amerikanischen Binnenkonjunktur die Zinsen auch bei uns wieder steigen, ist es aus mit der augenblicklichen Stützung der Südländer durch die Zinspolitik a la Draghi. Und dann werden harte Zeiten auf Europa und auch auf uns zukommen. Wie gesagt: GroßBritannien ist nicht mit dabei.

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Darwins Affe 12.01.2017, 14:54
15. GB verlässt das sinkende Schiff

Zitat von Bartschbande
Diese Diskussion scheint müßig zu sein. Warum gibt es einen Deal zu verhandeln ? Die Kritereien sollten festgelegt sein. Die Briten bekommen das was der Wunsch des Volkes war ! Nicht mehr und nicht weniger ! Das ein intolerantes und immer noch an der Grundfesten der Kolonialmacht denkendes Volk nun seine Lektion lernen muss, ist mehr recht als billig. GB scheint nicht zu wissen , ......
Die deutsche Erbitterung über den Brexit kommt doch nur daher, dass ihr in der Gemeinschaftswährung gefangen seid -- aus der euch letztlich nur eine Währungsreform retten kann. Fühlt euch nur wohl in der Transferunion, bis ihr wie die Südstaaten auch noch pleite seid. GB hat in seiner langen Geschichte eine feine Nase für desaströse Entwicklungen entwickelt. Nicht alles sollte halt auf kurzfristigen wirtschaftlichen Gewinn ausgerichtet sein.

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mimas101 12.01.2017, 15:13
16.

Zitat von k.Lauer
gilt der viel zitierte Satz: Mist over the Channel, Europe isolated. Heute bemitleiden wir die armen Briten ob ihrer Brexit-Fehlentscheidung, aber wenn morgen der Euro endgültig gescheitert ist und wegen der de-facto-Schuldenunion durch die EZB-Kredite für die notleidenden Südeuropäer die Deutschen für die Schulden der anderen eintreten müssen - Prof. Sinn hat .....
Ich mag die Schlußfolgerung nicht teilen.
GB ist auch nach dem Vielleicht-Kommt-Er-Oder-Vielleicht-Doch-Nicht-Brexit vital vom Handel mit EWG-Land abhängig. Nicht umsonst ist May extrem darauf erpicht die Handelsbeziehungen nicht zu schmälern und alles andere wäre auch ökonomischer Selbstmord.
Kracht Draghi und sein Geld (oder seine Geldpolitik), z.B. wegen steigender Zinsen und damit dem Abschneiden von Spargeldern mit denen er seine etwas befremdlichen Thesen derzeit finanziert, dann fehlt es plötzlich den Briten an Kunden in Kontinental-EWG. Da könnten dann z.B. die Spanier auf die Idee kommen statt britischen Sherry lieber ihren eigenen Portwein zu süffeln wenn sie sich dann noch einen Hamburger leisten können.
Ergebnis: Auch GB wäre also unmittelbar davon betroffen. Und das bei einer Wirtschaft die erstmals dabei ist mühsam Handelsbeziehungen neu zu stricken was die Sache noch viel übler macht.

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Korken 12.01.2017, 15:28
17.

Zitat von Darwins Affe
Die deutsche Erbitterung über den Brexit kommt doch nur daher, dass ihr in der Gemeinschaftswährung gefangen seid --
Wer spricht da? jemand, dem es eigentlich egal sein kann? Dem Ton nach ein Schweizer, dank EU Verträgen ein höchst profitables Land aber die Wolke, die sie sehen, gleicht den Briten. Ich finde es gut, dass die ewigen Blockierer gehen wollen, allein ich fürchte, das wird nichts werden.

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mimas101 12.01.2017, 15:47
18.

Zitat von Korken
Ich finde es gut, dass die ewigen Blockierer gehen wollen, allein ich fürchte, das wird nichts werden.
Ich habe da keine Sorge die Briten fürchten zu müssen.
Sollten die Briten in EWG-Land bleiben kann man dann mit ihnen mit dem Argument "Bitte, ihr wollt xyz nicht? Dann geht doch aus der EWG heraus" so ziemlich alles anstellen.
Man sieht: Dummheiten können auch manchmal gute Seiten haben.

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Celer et Audax 12.01.2017, 18:34
19.

Zitat von mimas101
Ich mag die Schlußfolgerung nicht teilen. GB ist auch nach dem Vielleicht-Kommt-Er-Oder-Vielleicht-Doch-Nicht-Brexit vital vom Handel mit EWG-Land abhängig. Nicht umsonst ist May extrem darauf erpicht die Handelsbeziehungen nicht zu schmälern und alles andere wäre auch ökonomischer Selbstmord. Kracht Draghi und sein Geld (oder seine Geldpolitik), z.B. wegen steigender Zinsen und damit dem Abschneiden von Spargeldern mit denen er seine etwas befremdlichen Thesen derzeit finanziert, dann fehlt es plötzlich den Briten an Kunden in Kontinental-EWG. Da könnten dann z.B. die Spanier auf die Idee kommen statt britischen Sherry lieber ihren eigenen Portwein zu süffeln wenn sie sich dann noch einen Hamburger leisten können. Ergebnis: Auch GB wäre also unmittelbar davon betroffen. Und das bei einer Wirtschaft die erstmals dabei ist mühsam Handelsbeziehungen neu zu stricken was die Sache noch viel übler macht.
Lieber gebildeter deutscher Freund,
bitte bitte machen Sie weiter so. Ich bin begeistert.
1. Die EEC (EWG) existiert schon seit 1993 nicht mehr.
2. Entgegen der verzweifelten Kommentare und Drohungen aus Deutschland (welche an die verlassener Ehefrauen erinnern) wird der BREXIT stattfinden.
3, Die EU und da vor allem Deutschland hat ein hohes trade surplus, was bedeutet das wir mehr aus der EUSSR und Deutschland importieren als dorthin zu exportieren.

Nun aber zu dem Teil der mir echte Traenen der Freude in die Augen zauberte.
4. Unser "britischer" Sherry wird in Andalusia in der Gegend von jerez de la Frontera angebaut.
5. Der "spanische" Port wird hingegen im Douro Valley im Norden Portugals angebaut.

Einem Ausfall beider sehe ich gelassen entgegen habe ich doch im Keller genug davon gelagert um auch noch nach der dritten Reinkarnation davon trinken zu koennen.

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