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Gründe für die Euro-Krise: Warum schon die Deutsche Einheit ein Fehler war
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Kohl auf allen Kanälen: 30 Jahre nach seinem Amtsantritt lässt sich der Altkanzler in diesen Tagen als Vater der deutschen Einheit feiern. Doch in Wahrheit legte er mit dem überhasteten Anschluss der DDR an die Bundesrepublik die Saat für die Euro-Krise. Wolfgang Münchau: Kohls Wiedervereinigung ist Ursache der Euro-Krise - SPIEGEL ONLINE

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5mark 26.09.2012, 17:13
180. Wer weiß schon was Müchaus Portmonee denkt

Zitat von herr-vorragend
Sind die Ostdeutschen keine Bundesbürger? Oder verstehe ich das jetzt irgendwie falsch?
Nein wir sind die, die Herrn Münchau seinen EUROtraum kaputtgemacht haben, bevor der überhaupt Wirklichkeit wurde. Wir sind nämlich alle Hellseher, naja zumindest waren wir es damals.
Niemand hatte die Absicht zur Wiedervereinigung, wir wollten nur schon mal prophylaktisch der Gemeinschaftswährung schaden, und das ging eben nur über die Wiedervereinigung. Das war unser perfider Plan.

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skeptiker97 26.09.2012, 17:13
181. Die deutsche Einheit ...

... war folgerichtig die Antwort auf die bis dahin offene "deutsche Frage". Diese Entwicklung mußte früher oder später so kommen und das ist auch gut so. Uns damit die Schuld an allen möglichen Problemen in Europa danach einreden zu wollen, ist, Pardon, ziemlich abwegig. Jetzt müssen wir nach vorn schauen und uns fragen, wo wir hingehören, und da kommt im Artikel ein Satz, den ich für keineswegs abwegig halte:
" ... Deutschland versteht sich nicht mehr als Teil der EU, sondern als eine eigenständige Mittelmacht, auf Augenhöhe mit den Amerikanern, Russen und Chinesen, ohne dass ... europäische Kleinstaaten dazwischenfunken. ... " Ich glaube diese Rolle sollten wir annehmen, ohne uns in der EU, in die wir nicht so richtig passen, zu vertecken.

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anton_otto 26.09.2012, 17:14
182. Münchau, bleiben Sie in Brüssel und halten Sie über Deutschland die Klappe!

So einen Unsinn kann nur schreiben, wer in Brüssel lebt und bis auf den Reisepaß keinen Bezug mehr zu Deutschland hat. So etwas kann nur schreiben, wer kein Mitgefühl für Menschen hat, die in einem totalitären Staat leben mußten.

Daß Deutschland in der Euro-Krise eine Führungsrolle in Europa übernehmen solle, liest man immer wieder mal. Gemeint ist damit aber eigentlich nur eins: Deutschland soll zahlen. Politisch wünscht aber niemand im europäischen Ausland eine Führungsrolle Deutschlands.
Münchau könnte ja mal unsere "Freunde" in Frankreich fragen, ob sie eine deutsche Führungsrolle befürworten. Tatsächlich ist doch dieses ganze Europa-Gesülze ein Deckmantel französischer Politiker, um französische Vormachtansprüche in Europa geltend zu machen.

Die D-Mark und die Bundesbank waren Paris immer ein Dorn im Auge, der Euro ein willkommenes Mittel, um beides zu zerstören.
Was man Kohl vorwerfen kann, ist das Nachgeben gegenüber Frankreich, als die deutsche Einheit möglich war. Die deutsche Einheit zu erreichen ist und bleibt eine große historische Tat Helmut Kohls.

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Sasapi 26.09.2012, 17:14
183. ............

Also- ich weiß ja nicht.
Als die Mauer fiel, war ich gerade 20. Und ganz, ganz viele "Ostdeutsche" meines damaligen Alters machten sich zügig nach dem Mauerfall auf in Richtung Westdeutschland- lange vor der offiziellen Wiedervereinigung.
Hätte ich vermutlich auch getan. Warum soll ich in einem Land verharren, wo ich nicht mal genau weiß, wie es weitergeht? Zumal sich mir "auf der anderen Seite" bessere Berufschancen und deutliche bessere Bezahlung bieten?

Und die ostdeutsche Wirtschaft brach vermutlich nicht aufgrund böser Westfirmen zusammen, die "westdeutsche Supermärkte" in die ostdeutsche Landschaft stellte, sondern dadurch, daß der überwiegende Anteil der Ostdeutschen einfach mal das kaufen wollte, was sie nicht bisher nicht kaufen konnten.

Ich war Anfang 1990 abgeordnet nach Rostock. In einem HO-Laden gab es einmal einen Wahnsinnauflauf, die Leute schleppten Joghurts weg wie verrückt- weils Danone und andere Westmarken waren. Die anderen, bekannten Sachen, lagen wie Blei in den Regalen. Ich weiß noch genau, daß ich mich darüber sehr wunderte- zudem waren die "Westjoghurts" ziemlich überteuert. Aber auch mein Hinweis- also, ich weiß genau, daß die normalerweise höchstens die Hälfte kosten- hielt meine gleichaltrigen Ostkollegen davon ab, "wenigstens mal zu probieren."
Ich denke, das war ein ganz normaler Nachholbedarf, der sich allen Bereichen austobte.
Und dieses Gegeneinander-Aufhetzen- das kam dann kurz danach. Weils windige Geschäftemacher gab, die das allerletzte Gelump, was sich im Westen nicht mal verschenken ließ, in den Osten karrten und dort für teuer GEld verhökerten.
Von den westdeutschen Banken, die dort plötzlich in Containern campierten und jedem, der nicht bei Drei auf dem Baum war, einen Kredit und etliche Sparverträge, garniert mit Versicherungen andrehten.
Dazu gabs etliche Westler, die zum Aufbau Ost abgeordnet waren und richtig einen auf "der kluge Westler erklärt dem dummen Ossi erstmal, wie die Welt so funktioniert" machten. Kommt sicher gut, wenn ein gerade mal 20jähriger über 40jährigen klarmacht, daß sie a. hinter dem Mond leben, b. keine Ahnung von nichts haben und c. sowieso schon mal nicht arbeiten können, auch wenn sie das bereits länger getan hatten, als er überhaupt auf der Welt ist. Denn: Bei "denen" ist ja jeder Ingenieur für Irgendwas, und da die nicht arbeitslos werden konnten, mussten sie auch nie arbeiten.

Wären mir die Ostdeutschen bei meiner Ankunft so entgegen gekommen, hätte das sie mir auch nicht gerade sympathisch gemacht.

Die Kollegen, die ich damals kennenlernte, sind alle ganz gut durch die unruhigen Zeiten gekommen und sitzen jetzt, mit Anfang 40, beruflich sicher im Sattel.
Und in der Generation meiner Tochter - geboren 1992, sie lebt und arbeitet in Berlin- kann ich beim besten Willen nicht erkennen, wer diesseits oder jenseits der früheren Mauer aufgewachsen ist....

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Common67 26.09.2012, 17:14
184. Moskau ist näher als Brüssel

Zitat: Das hatte zur Folge, dass sich die Wirtschaftspolitik zehn Jahre lang auf die Erhöhung der eigenen Wettbewerbsfähigkeit gegenüber Dritten konzentrierte, anstatt die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Euro-Raums insgesamt zu stärken.

Stimmt. Neben dem politischen Einfluss hätten wir ja noch den wirtschaftlichen an der Pforte zur EU abgeben können. Damit stünden wir Moskau tatsächlich näher als Brüssel. Willkommen im Kommunismus.

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spon-facebook-1425926487 26.09.2012, 17:15
185. Ach..

Endlich hab ich das auch mal kapiert, ich habs ja nicht so mit der Politik und Zeitung lesen tu ich ja auch nur alle hundert Jahre. Weil Deutschland bzw. Kohl also das tat, was jeder Staatenlenker in vergleichbarer Situation getan hätte, deswegen zahlen die Griechen Gehälter für U-Bahn Schaffner für U-Bahnen, die noch gar nicht gebaut wurden, und deswegen haben sie auch Renten an Menschen ausgeschüttet, die bereits seit (z.t.) 10 Jahren tot waren. Gut, dass mir das mal einer gesagt hat, sonst müsste ich glatt dumm sterben.

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rudolfnaef 26.09.2012, 17:16
186. Politiker = ökonomische Idioten

Schon zur Zeit der deutschen Wiedervereinigung hätte Herr Kohl lernen können, wie man's nicht macht: als er die Parität der Ostmark mit der Westmark durchsetzte (was u. a. den Rücktritt des damaligen Bundesbankpräsidenten Otto Pöhl bewirkte), ruinierte er mit einem Federstrich die ehemaligen DDR-Länder wirtschaftlich, da sie augenblicklich ihren Exportmarkt im Osten verloren. Die Folge waren notgedrungen die gigantischen Transferzahlungen in die "Ostzone".

Was Herr Kohl daraus hätte lernen können: man kann Staaten mit völlig unterschiedlichen Politiken nicht einfach unter eine gemeinsame Währung zwingen, ohne erst die fiskalischen, ökonomischen und politischen Umstände anzugleichen.

Aber was tat er? Er wiederholte exakt den gleichen Fehler, indem er, zusammen mit Herrn Mitterrand, die Einheitswährung Euro durchsetzte, ohne die oben genannten Voraussetzungen unter den Gründungsstaaten zuerst zu schaffen, zweifellos im naiven Glauben, diese Voraussetzungen würden sich dann von selbst ergeben (wobei man sich fragen kann, wer der beiden Herren der schuldigere ist).

Nun steht (oder besser: sitzt) er vor dem Scherbenhaufen seiner katastrophalen Europapolitik und lässt sich von seinen Parteikollegen feiern! Ich kann nur hoffen, er wird noch so lange leben, um das finale Armageddon seiner Euro-Politik mitzubekommen.

Wie heisst es doch: der Idiot wiederholt seine Fehler und der Weise macht immer neue...

P.S. Auch Herrn Mitterrand's Politik ist letztlich nicht aufgegangen: statt dass er Deutschlands Wirtschaftsstärke durch die Einbindung in die gemeinsame Währung gegenüber Frankreich wie angestrebt moderieren konnte, erreichte er das Gegenteil: die BRD ist gegenüber allen anderen Euroländern stärker denn je geworden. "Das eben ist der Fluch der bösen Tat, dass sie, fortzeugend, immer Böses muss gebären." (Schiller)

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wibo2 26.09.2012, 17:19
187. Warum Münchau beim Spiegel schreibt ....

Zitat von Umbriel
Wie viele Massenmedien muß auch SPIEGEL dem Ruf Europas folgen, das verlangen die ... Transatlantiker in Gestalt z.B. des Greises H.Schmidt verbreitete Agenda. Der transatlantische sowie paneuropäische Ruf lautet: Prio 1: Deutschland muß mehr opfern. Prio 2: demokratischen Anschein wahren; verhindern, daß sich eine öffentlich sichtbare oder gar wählbare Alternative zum Schenkungskurs formiert.
... einfach mal mit der Maus über die Landkarte fahren ...
The European Council on Foreign Relations | ECFR Council: About

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diwoccs 26.09.2012, 17:19
188. Wieso ?

Zitat von hasenmann123
Das halte ich für Schwachsinn...die Deutsche Einheit musste sein...und da hatten die Bürger auch Solidaritätsempfinden und wollten helfen...Die EU hingegen ist genauso politisch aufgezwungen wie die Sowjetunion und wird nie eine politische Einheit bilden... Ich sehe auch nicht ein warum ich jetzt den Griechen oder Spaniern helfen soll wenn die Schulden machen...da heldfe ich lieber hungernden Kindern in Afrika!
Die sog Deutsche Einheit wurde aufgezwungen: Ich bin Jahrgang 1945,Rheinlaender. Wir haben mehr Gemeinsamkeiten mit Franzosen und Niederlaender als mit Brandenburger und Sachsen.

Ich stimme Herrn Muenchau 100% zu.-

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Margrit2 26.09.2012, 17:21
189. sehr differenziert

Zitat von sysop
Kohl auf allen Kanälen: 30 Jahre nach seinem Amtsantritt lässt sich der Altkanzler in diesen Tagen als Vater der deutschen Einheit feiern. Doch in Wahrheit legte er mit dem überhasteten Anschluss der DDR an die Bundesrepublik die Saat für die Euro-Krise.
Ein sher guter, differenzeirter Beitrag
"...Historisch hätte man eine Konföderation zwischen Bundesrepublik und einer demokratisierten DDR durchaus rechtfertigen können."...

das ist genau das, was die wirklichen Bürgerrechtler wollten und auch Lafontaine sprach davon, wurde dann abgemeiert, er wolle die Einheit nicht.
Ich denke, das wäre besser gewesen und ich glaube bestimmt, irgendwann wäre ganz einfach und selbstverständlich die totale Einheit gekommen ohne großes Gedöns

Und ja, es stimmt auch, dass mit der Einheit ein anderer Geist in unser Land kam. Es kamen, weil die Mauer fiel, mengenweise Leute in unsere westdeutschen Parteien nach dem Motto "weil die Mauer gefallen ist, bin ich heute ein lupenreiner Demokrat" In der ehem. DDR gab es aufmal eine CDU, die es zuvor zwar gab, aber die alle Sachen des Politbüro mitgetragen hat, bis hin zum Schießbefehl. Sie war eine Blockpartei unter der Fuchtel der SED. Es gab plötzlich eine SPD, die es in der DDR gar nicht gab, denn die SPD wurde schon 1948 mit der SED zwangsvereinigt.
Es waren also in beiden Partein die alten SED-Kader und die haben ihren sozialist. Ungeist mit zu uns gebracht. Hendrik M. Brodr sprach ja schon im letzten Jahr mal von einer großen Verostung unseres Landes und ja, er hat Recht. Es ist ja immer merkbarer. Denn auch in den neuen Bundeslädern regieren zum großen Teil die alten Kader
Der größte Fehler Kohls war Merkel, eine previligerite DDR-Bürgerin mit strammer FDJ-Karriere
Die wahren Bürgerrechtler hat Kohl zur Seite geschubst
Un mit Merkel veschwand und verschwindet täglich mehr unsere Demokratie, sie hat bis heute keinen Bezug zur Demokratie, zu unserer alten Bundesrepublik und vor allem nicht zu Westeuropa
Niemand wurde je überprüft, Kohl wiederholte den Fehler von 1945 als sich viele alte Nazis wieder gut eingerichtet hatten, bis die Jugend dagegen anging.
Das fehlt heute

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