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Hamburg: Rote Flora bleibt Kulturzentrum
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Die Rote Flora darf die Rote Flora bleiben. Der Hamburger Bezirk hat den Bebauungsplan geändert und schützt damit das linksalternative Kulturzentrum. Der Eigentümer wird kaum mehr die Erlaubnis zum Abriss oder Umbau erhalten. Hamburg: Rote Flora bleibt Kulturzentrum - SPIEGEL ONLINE

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pewibe 18.01.2014, 12:00
30. so sieht es aus

Zitat von HankTheVoice
Das ist ein Filetstück in absoluter A-Lage! Wer hat Kretschmer dieses Filetstück derart unter Wert verkauft? Die Staatsanwaltschaft sollte ermitteln. Für den Preis gibt es in diesem Viertel noch nicht mal eine 50m² Eigentumswohnung.
und dann noch behaupten keine Wirtschaftlichen Interessen zu verfolgen. Bei 1,1 Mio würde der gute Herr Kretschmer pro Jahr noch immer einen guten Schnitt machen. Klar, 5 Mio ist da eine andere Hausnummer und bei 3,5 bin ich sicher macht er es. Das nenne ich in Zeiten von Niedrigzins sowieso eine Redite. ;-)

Sicher hätte ich diese Immobilie nicht erhalten, selbst bei festgeschriebenem Wiederverkaufspreis und vorgeschriebenem Zeitfenster von 0,5 Mio. ;-) Erzähle mir also keiner, es handelt sich nicht um ein Spekulationsobjekt. Wäre demnach höchst interessant zu recherchieren, wer neben Kretschmer Entscheidungsträger war und bei einem Verkauf alles mitpartizipiert. :-) Schade nur, dass sich Polizei, Anwohner und Protestler gegenseitig den Schädel einschlagen anstatt den Verantwortlichen den Knüppel zum lutschen geben.
PS: Und ich bin SICHER kein linker Sympathisant

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folmian 18.01.2014, 12:02
31. Klares Zeichen

der SPD-Politik unter Scholz in Richtung der Gewalttäter. Schliesslich muss sich brutale Gewalt und fortgesetzter Rechtsbruch wie jahrzehntelange Hausbesetzung weiterhin lohnen.
Würde mir, wenn ich z.B. Hamburger Polizist wäre echt Gedanken mache wem ich da diene...

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quark@mailinator.com 18.01.2014, 12:04
32. Rechtsstaat ?

"... gerichtlich dagegen vorgehen könne er nicht ..." ... Nicht, daß ich für den Mann irgendwelche Sympatien hätte, aber diese Änderung des Bebauungsplanes ist letztlich eine Enteignung. Der Zusammenhang mit anderen Interessen der Stadt ist offensichtlich. Das Rückkaufrecht ist offenbar abgelaufen, ebenso irgendeine 3-jährige Frist. Nun erpresst die Stadt etwas, wozu sie offenbar nicht das Recht hat. Sollte man dagegen nicht juristisch vorgehen können, wäre dies ein Loch im sog. Rechtsstaat. Da könnte ja dann auch meine Gemeinde willkürlich mein Grundstück in "Kuhweide" umdeklarieren und mich verpflichten, mein Haus abzureißen ... tolle Idee.

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tim_struppi 18.01.2014, 12:06
33.

Zitat von wauz
Politik, Polizeiführung und Polizeieinheiten selbst haben ganz klar auf Gewalt gesetzt und die Eskalation durchgesetzt.
Wohingegen die Demonstranten ja total friedlich waren und Gewalt und eine Eskalation nie gesucht haben. Deshalb hatten sie ja auch keine Knallkörper und Steine dabei und waren auch alle nicht schwarz angezogen mit Kapuzenpullovern und Sonnenbrillen. Deshalb wurde ja auch im Vorfeld nicht im Internet darüber diskutiert, wie man am besten und effektivsten gegen die Polizei und die bösen kapitalistischen Adventsmärkte und Geschäfte vorgehen könne. Deshalb haben auch die Organisatoren der Demo die Veranstaltung vorsorglich abgesagt, um eine Eskalation zu vermeiden. Und deshalb haben sich die "Aktivisten" auch von der Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung eindeutig distanziert...

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Tamahra 18.01.2014, 12:13
34. Auch wenn...

Auch wenn es für die Gewalt eines Teils der Szene keine Entschuldigung gibt, drücke ich dem Erhalt des 'Kulturzentrums' alle Daumen. Hätte ich nicht im Vorfeld bereits eine Eskalation befürchtet, wäre ich vielleicht zur Demo gegangen. Ich wohnte einige Jahre in der Gegend und das Haus gehört einfach zu Hamburg, selbst wenn man selbst nicht so links alternativ ist. Man hätte es wohl damals gar nicht erst soweit kommen lassen dürfen, das Kulturzentrum vielleicht in der Planung und Erhaltung unterstützen sollen oder damals eine echte Alternative bieten können. Statt dessen hat man es viele Jahre still schweigend geduldet und dann für einen lächerlichen Preis an privater Hand verkauft. Das Grundstück alleine war mehr wert, jede kleine Privatwohnung in der Gegend ist mehr wert. Es kann mir keiner sagen, dass beim Verkauf für das Volk entschieden wurde. Eine Eskalation wurde mindestens billigend in Kauf genommen, vom Eigentümer sehr wahrscheinlich mit einkalkuliert. Nun einen Rückkaufspreis von 5 Millionen zu verlangen, zeigt die Farce nur zu deutlich. Es darf nicht die Integrität einer Stadt und ihrer Bevölkerung allein Zugunsten weniger Reicher gefährdet werden, doch genau das erreicht die Gentifizierung langfristig.

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pewibe 18.01.2014, 12:14
35. er hat es auch Geschenkt bekommen

Zitat von Butenkieler
am besten, der Eigentümer schenkt den Besetzern das Haus und Grundstück. so bleibt er wenigsten von den Steuern befreit!
schön wenn bei solch einem Zocker die Rechnung mal nicht aufgeht. Mal 190 000 die er eh nicht brauchte investiert und gedacht, der Steuerzahler gibt im 5 Mio. Leider gewinnen solche Personalien am Ende doch... meistens und unterm Strich sowieso. Wir sprechen nicht von einem Häuslebesitzer, der sein Haus abtreten muss für den Bau einer Autobahn....

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socrateased 18.01.2014, 12:20
36. Gut so.

Zitat von sysop
Die Rote Flora darf die Rote Flora bleiben. Der Hamburger Bezirk hat den Bebauungsplan geändert und schützt damit das linksalternative Kulturzentrum. Der Eigentümer wird kaum mehr die Erlaubnis zum Abriss oder Umbau erhalten.
Gut so. Es wurde auch Zeit, daß der Herr K. sich endlich mal wieder nach seinem eigenen Vertragsanteil richten muß. Sein jüngster Versuch, den Stadtteil zu melken, um ein anderweitiges Minus (Riverkasematten) zu begleichen, schlug fehl. Geschäft hin oder her: Verträge sind im Kern einzuhalten, selbst wenn sich die Verhältnisse, unter denen ein Vetrag zustandekam, nachträglich teilweise geändert haben sollten.

Was der Bezirk nun mit der "Roten Flora" macht, oder vernünftigerweise zu machen hat, dürfte allerdings nicht ganz ohne sein. Ohne zusätzlichen Investor dürfte es sehr schwierig werden, den Stadtteil an dieser historischen Ecke zu erneuern, ohne ihn sozusagen von Amts wegen "gentrifizieren" zu müssen.

Aber hoffen wir trotz allem mal das Beste.

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logikerhh 18.01.2014, 12:21
37. Einkracht?

@99erFiesta: Sie waren vermutlich nie in der Roten Flora, sehe ich das richtig? - Es sind Stützpfeiler eingezogen worden, und für die Soligelder der dort drin stattfindenden Parties werden regelmäßig Instandhaltungen durchgeführt. Nur weil sie von außen für bürgerliche Augen schäbig aussieht bedeutet das noch lange nicht, dass nichts gemacht wird. Im Gegensatz zum Besitzer der Esso-Häuser kümmern sich die sogenannten "Autonomen" nämlich um ihre Kulturstätte. Der Senat knickte nicht vor den Gewalttätern ein (das wäre ja auch bekloppt), sondern vor den vielen friedlichen Demonstrierenden. Fast täglich finden in Hamburg Demonstrationen für deren Erhalt statt, bis auf diese eine Demo am 21.12. allesamt friedlich. Darum ist es eine gute Sache, dass der Senat nun endlich mal wieder die Hand reicht und nicht nur die Faust.

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chico 76 18.01.2014, 12:22
38. Kulturzentrum?

Zitat von sysop
Die Rote Flora darf die Rote Flora bleiben. Der Hamburger Bezirk hat den Bebauungsplan geändert und schützt damit das linksalternative Kulturzentrum. Der Eigentümer wird kaum mehr die Erlaubnis zum Abriss oder Umbau erhalten.
Welche Kultur bitte?
Enteignung von Eigentümern durch Chaoten unter dem Schutzmantel der Politik.
Bravo Hr.Scholz.

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friedrich_eckard 18.01.2014, 12:25
39.

Zitat von BGÜ
Was sind das denn zum Teil hier für reaktionäre Kommentare? - Das ist ja erschreckend. Endlich gibt die Politik mal nicht Investoren nach, die alles platt und unbewohnbar machen. Jede Stadt braucht Orte wie die Rote Flora. Unmenschliche Dünnschiss-Orte haben wir genug - in jeder Stadt.
"Wir befinden uns im Jahre 2014 n.Chr. Ganz Postwilhelminien ist von den Neoliberalen besetzt... Ganz Postwilhelminien? Nein! Ein von unbeugsamen Linken bevölkertes Kulturzentrum hört nicht auf, dem Eindringling Widerstand zu leisten."

Ich habe an der Entwicklung aus mehreren Gründen meine helle Freude:

- sie treibt Spekulanten- und überhaupt Geschäftemacher-Verstehern, wie hier gut zu sehen, den Schaum auf die Tastaturen;

- sie zeigt, dass Widerstand nicht zwecklos ist - hier ist es nach einer Kosten-/Nutzenabwägung offenbar so, dass der Senat es, wahrscheinlich contre coeur, vorzieht, Spekulanteninteressen nicht dienstbar zu sein;

- "Widerstandsnester" wie die "Rote Flora" könnten in absehbarer Zeit noch Bedeutung über die Grenzen der jeweiligen Stadt hinaus gewinnen.

Dass über den Umgang mit Polizisten noch genauer nachzudenken wäre will angemerkt sein, steht aber doch auf einem anderen Blatt. Wenn man denen, der Sache nach mehrheitlich nichts anderes als schlechtbezahlte abhängig Beschäftigte in Uniform, das Gefühl vermittelt: "Wir sind ja sowieso die bösen Bullen" macht man sie erst recht zu loyalen, kampfbereiten Vertretern von Interessen, die ja auch nicht ihre sind, wo es doch gerade gelten müsste, diese Loyalität brüchig zu machen - in Frankreich z.B. sind ja manche Widerstandshandlungen wohl auch deshalb möglich, weil im Zweifel auf die Zuverlässigkeit der Kräfte, die solchen Widerstand zu brechen hätten, eben kein Verlass ist...

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