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Handel: Welpen vom Wühltisch

In Osteuropa werden in großem Stil Hunde für den westeuropäischen Markt gezüchtet. Viele der Tiere überleben nur wenige Tage bei den neuen Besitzern.

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watermark71 05.06.2010, 19:01
1. Hundeliebhaber? - wohl eher nicht!

Leider ein alter Hut. Aber gut dass der Spiegel sich dieses heissen Themas mal annimmt. Bleibt nur noch die Schlusszeile zu erweitern:

Bleibt den Hundeliebhabern nur, beim Kauf aufzupassen... UND sich vor dem Kauf ein zwei Bücher zu dem Thema anzuschaffen und zu lesen"

Damit verhindert man a) dass man auf einen der Betrüger reinfällt und b) dass man sich eine Rasse zulegt, die so gar nicht in die 55 qm Wohnung im dritten Stock passt. Und damit steigen die Chancen dass man nicht in die Zeitung kommt, weil der Hund aufgrund dramatischer Fehlhaltung den Nachwuchs angegriffen hat...

Hunde sind nämlich keine Autos. Jede Rasse hat andere Wesensmerkmale. Darüber sollte man sich vor dem Kauf informieren.

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Robert B. 05.06.2010, 19:11
2.

Das ganze ist doch nicht neu und gibt es seit vielen Jahren.

Wer einen Hund aus so einer Massenzucht kauft, selbst wenn er gesund ist, den erwarten viele Probleme.

Die Tiere kennen keine Familie, keine Menschen.
Keine Wohnung, Kinder, Autos, usw.
Die kenne nix.
Die werden gezüchtet wie Schweine.


Ich würde nie einen Welpen kaufen, ohne mir beim Züchter anzusehen, wie der Hund gehalten wird.

Kellerwelpen?

Nein Danke.

Wer nur auf den Preis schaut ist selber schuld.

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Forumkommentatorin 05.06.2010, 19:12
3. Naja

Es wird so dargestellt, als ob in Osteuropa nur Nichtfachleute Hunde züchten.
Ich glaube das nicht.
Ich sehe aber, dass hiesige Hundezüchter von ihren Zuchtverbänden die Preisvorgabe von 900 Euro bekommen.
Dafür gibt es dann noch das Einsteigerpaket ("kostenlos")
wie Leinchen, Fressnäpfchen und Kuscheldecke.
Auf der Züchterwebsite kann man dann noch die
Tutuverstorbenen bewundern, die dem Züchter über
die Regenbogenbrücke gegangen sind usw.

Ich finde das maßlos übertrieben und überkandidelt und ich glaube nicht, dass hiesige Welpenpreise angemessen sind.
Das andere Ende sind dann eben die Billigfabrikanten.
Es fehlt das gesunde Mittelmaß.

Ich würde auch einen Welpen von einem osteuropäischen
Züchter kaufen, wenngleich ich wohl nicht auf so einen Flohmarkt ginge.

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Gertrud Stamm-Holz 05.06.2010, 19:22
4.

Zitat von Forumkommentatorin
Ich würde auch einen Welpen von einem osteuropäischen Züchter kaufen, wenngleich ich wohl nicht auf so einen Flohmarkt ginge.
Sie müssen nur ins nächste Tierheim gehen.Da gibt es für wenig Geld gut zu charakterisierende Tiere.
Welpen, schon lange vor der gebotenen Zeit von der Mutter getrennt, sollte man tunlichst nicht kaufen.
Und die Pfeifen von Händlern ganz simpel einsperren. Die betreiben Tierquälerei auf höchstem Niveau.

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Transmitter 05.06.2010, 19:29
5. Wegwerfmentalität

Zitat von watermark71
Hunde sind nämlich keine Autos. Jede Rasse hat andere Wesensmerkmale. Darüber sollte man sich vor dem Kauf informieren.
Man macht sich keine Vorstellungen, welch unendlich trauriges Tierelend von diesen gewissenlosen, geldgeilen Tier-Grossisten aus Ost-Europa hierzulande angerichtet wird. Da kaufen völlig überforderte, unfähige Eltern, oft aus der Unterschicht, ihrem Nachwuchs spontan z. B. billige "liebe Hündchen", nur um dann festzustellen, dass Hunde grösser werden, bellen und regelmässig Gassi gehen müssen. Spätestens wenn es dann für ein paar Tage mal wieder an den Ballermann geht, werden die Tiere oft einfach "entsorgt". Ausgesetzt, verschenkt, im Tierheim abgegeben oder manchmal sogar einfach nur totgeschlagen.

Auch hier macht sich eine Wegwerfmentaltiät breit, die einen das Grauen lehrt, einen schier verzweifeln lässt.

Und was machen die PR-versierten, vor Geld und prominenten Unterstützern geradezu triefenden, professionellen "Tierschutz-Organisationen" wie PETA dagegen? Gar nichts! Noch nicht einmal Druck auf Politiker. Die werfen lieber PR-wirksam Farbbeutel auf Nerzmäntel-Trägerinnen und kassieren weiterhin Millionen an Spendengeldern.

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JeremiahRose 05.06.2010, 19:29
6. Preisvergleichsliste mit Bewertungen

Man braucht einfach sowas wie geizhals.at für den Hundemarkt, wo jeder Züchter seine Preise für eine bestimmte Rasse reinstellen kann. Das würde die Preise verbessern und man kann gleich noch einen Kommentar hinterlassen, wie es auf seinem Gelände aussah - also gut oder schlecht.

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Maik2005 05.06.2010, 19:49
7. Tierheim

Jeder der Welpen käuflich erwirbt macht sich mitschuldig. Es gibt genügend Hunde im Tierheim und die sind einem ewig dankbar.

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Grünschnabel? 05.06.2010, 19:52
8. Vorsicht!

Zitat von sysop
In Osteuropa werden in großem Stil Hunde für den westeuropäischen Markt gezüchtet. Viele der Tiere überleben nur wenige Tage bei den neuen Besitzern.
Der Westeuropäer per se ist moralingesäuert,
deshalb möchte er davon nichts wissen.
Er möchte sich nicht schuldig fühlen.

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tautiptoe 05.06.2010, 19:53
9. ...

Zitat von
Das ganze ist doch nicht neu und gibt es seit vielen Jahren. Wer einen Hund aus so einer Massenzucht kauft, selbst wenn er gesund ist, den erwarten viele Probleme. Die Tiere kennen keine Familie, keine Menschen. Keine Wohnung, Kinder, Autos, usw. Die kenne nix. Die werden gezüchtet wie Schweine. Ich würde nie einen Welpen kaufen, ohne mir beim Züchter anzusehen, wie der Hund gehalten wird. Kellerwelpen? Nein Danke. Wer nur auf den Preis schaut ist selber schuld.
Genau so ist es.

Zudem wird mit jedem gekauften Welpen die Nachfrage angekurbelt und die Mutterhündinnen und Deckrüden werden weiterhin ausgebeutet.

Wenn sie dann zu nichts mehr nutze sind, werden sie entsorgt. Aber Geld für eine Spritze wird natürlich nicht ausgegeben - Da kommt dann der Spaten zum Einsatz, der ihnen über den Schädel gezogen wird oder sie werden gleich gegen die Wand gepfeffert.

@ Forenkommentatorin

Ich möchte die Züchterpreise nicht verteidigen (und würde sie auch nicht ausgegeben, allerdings vornehmlich weil meine Hunde aus dem Tierschutz kommen), doch zu einer guten Zucht gehört mehr als nur mal einen Rüden auf eine Hündin zu lassen.

Das fängt bei Verbandszugehörigkeit an, Zuchttauglichkeitsprüfungen, Ausstellungen mit teilweise hunderten km Anfahrtsweg, medizinische Untersuchungen (z.B. auf Hüftgelenksdysplasie etc.), Deckgebühren, was alles Kosten verursacht. Nicht zu vergessen die Aufzucht der Welpen selber mit speziellem Futter für Mutter & Welpen, Impfungen, Entwurmungen, täglich etliche Waschmaschinenladungen sowie die Zeit, die für eine gute Aufzucht und Sozialisation aufgebracht werden muß.

Das alles kostet ein Heidengeld (wobei ich sicher noch wichtige Punkte vergessen habe) und es gibt sogar Züchter, die bei ihren Würfen draufzahlen, weil sie es aus Spaß an der Freude und für die Verbesserung der Rasse machen. Denn letzteres sollte immer das Ziel einer Zucht sein.

VERMEHRERN geht es um das Geld - Die nehmen dann teils ähnliche Preise, haben aber nicht im entferntesten diesselben Kosten, ja geben die Welpen teils ohne Impfungen etc. ab. Gar nicht zu reden von den im Artikel erwähnten Welpenfabriken im Osten (oder übrigens auch in Holland).

Generell würde ich vor jedem "Züchter" warnen, der mehr als max. 2 Rassen "im Angebot" hat, wo immer Welpen vorhanden sind, die Elterntiere häufig nicht gesehen werden können (oder eine Hündin präsentiert wird, die 100% nicht die Mutter der Welpen sein kann, was man z.B. anhand des Gesäuges sehen kann).

Ein seriöser Züchter stellt Fragen nach dem Umfeld, wo der Welpe hinkommen soll, freut sich genauso über Fragen der Interessenten und beantwortet sie gerne.

Und das sind nur einige wenige Punkte - Eine gute Auflistung findet man z.B. hier

http://forum.ksgemeinde.de/allgemein...elpenwahl.html

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