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Heiler im Mittelalter: Schneller Griff zum Schädelbohrer
Corbis

Im Mittelalter schadeten Ärzte häufig ihren Patienten, anstatt sie zu heilen. Schon eine kleine Malaise konnte das Todesurteil bedeuten. Doch einige Könner ihres Fachs verblüfften mit virtuosen Operationskünsten.

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Stauss2 19.08.2013, 06:54
1. Die griechischen Ärzte in römischen Diensten waren schon weiter

Es gibt in Bingen eine beeindruckende Ausstellung eines Fundes aus dem Grab eines Arztes der Römerzeit (ca. 200 n.Chr.). Die Werkzeuge dort sind wesentlich zierlicher und präziser als die hier dargestellten. Der hatte sogar schon ein Skalpell mit auswechselbarer Klinge.

Sepsis war ebenfalls bekannt (anders als im deutschen Mittelalter) und zur Betäubung verwendete man Opium.
Das Mittelalter bedeutete einen gewaltigen Rückschritt in der Entwicklung der Menschheit. Den Schädelbohrer kannten bereits die Ägypter.

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guteronkel 19.08.2013, 06:59
2. optional

Wieso wird hier das Mittelalter schlecht gemacht? Auch heute noch schaden viele Ärzte ihren Patienten mehr als sie ihnen nutzen und helfen.
Ich bitte um Kenntnisnahme und Berücksichtigung.

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klarabella1 19.08.2013, 07:11
3. Wo ist der Unterschied?

"Im Mittelalter schadeten Ärzte häufig ihren Patienten, anstatt sie zu heilen."
Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, dass das heute nicht anders ist. Die Methoden haben sich geändert, mehr nicht. Ich konnte bei keinem der Ärzte, bei denen ich in den vergangenen Jahren in Behandlung war, erkennen, dass er ernsthaft daran interessiert war, mich zu heilen. Im Gegenteil. Meist sorgte nur eigene Recherche im Internet dafür, dass ich die Auslöser meiner gesundheitlichen Probleme fand. Aber wer sägt schon den Ast ab, auf dem er sitzt? Nur kranke Patienten bringen Geld. Ich habe schon lange das Vertrauen in Ärzte verloren.

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scharfrichter1 19.08.2013, 07:21
4. Faszinierend...

Hm... W O genau (außer der Begründung und Fortentwickling der Anästhesie) liegt jetzt der Unterschied zur heutigen Schulmedizin? Die modernen Ärzte stehen doch den Krankheiten ebenso ratlos gegenüber wie damals..... Und hinsichtlich der Feststellung: "Wenn ein Patient verstarb, mussten höhere Mächte schuld sein" sei angemerkt: Da existiert heutzutage tatsächlich ein völlig anderer Ansatz: Das Arzthaftungsrecht. Allerdings führt das wegen der Beweislastverteilung zum gleichen Ergebnis - ein Arzt ist so gut wie nie zu belangen.

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Dosengabel 19.08.2013, 07:21
5. nichts neues...

Zitat von sysop
Im Mittelalter schadeten Ärzte häufig ihren Patienten, anstatt sie zu heilen. Schon eine kleine Malaise konnte das Todesurteil bedeuten. Doch einige Könner ihres Fachs verblüfften mit virtuosen Operationskünsten.
So praktizieren die Truppenärzte an den Standorten doch heute noch. Sie sind vielleicht nicht so gut ausgebildet wie die Ärzte im Mittelalter aber was solle... Für den kleinen Soldaten reicht es

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gollygee01 19.08.2013, 07:28
6. (Aber)glauben ersetzt wissenschaftliche Erkenntnisse

das ist auch in unser ach so aufgeklärten Welt (beileibe nicht nur in der dritten, sondern gerade auch in unserer Himmelsphäre!) ein weit verbreitetes (Wohlstands-)Phänomen und zwar nicht nur bei Patienten (die es oft nicht bessser wissen können, sich aber auch modernen Erkenntnissen verschliessen, dabei nicht verführt werden, hier muß man ausdrücklich auch Presseorgane erwähnen) sondern auch bei Ärzten. Letzteren unterstelle ich dabei Handeln wider besseres Wissen (man sollte ihnen die Approbation entziehen) aus niederen Motiven, nämlich purer Geldgier, die diesen Glauben eiskalt ausnutzen. Wir sollten uns daher hüten erhaben und verächtlich aufs Mittelalter zu schauen oder den Medizinmann in Afrika zu belächeln. Nichts anderes wird auch heute in unserer "zivilisierten" Gesellschft oft "praktiziert". Beispiele gefällig ? Fernheilung oder Verordnung völlig überflüssiger Medikamente in völlig aussichtlosen Situation, wo Beistand nötig wäre. Während sich dann der Scharlatan mit dem reichlichen, vielleicht auch noch schwarz eingenommenen Geld ein schönes Wochenende macht, darf dann der Hausarzt den nötigern Beistand zur Unzeit für ein vergleichsweises Almosen leisten. Auch wenn das nicht die Regel ist...., dennoch, wer glaubt, dass dies Einzelfälle sind, der irrt. Willkommen in der schönen neuen Welt.

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andreas.spohr 19.08.2013, 07:29
7.

...da hat sich offensichtlich nicht so viel geändert. Damals war es auch Unwissenheit heute ist es nur das Geld.

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fiutare 19.08.2013, 07:31
8.

Zitat von sysop
Im Mittelalter schadeten Ärzte häufig ihren Patienten, anstatt sie zu heilen.

Das hat sich bis heute nicht geändert.

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kiwi1975 19.08.2013, 07:32
9.

Sind Blattern und Pocken nicht das Gleiche? Ansonsten sehr informativ. Wäre aber auch noch schön gewesen, wenn ein kleiner Abschnitt über das Wissen im Morgenland zur damaligen Zeit dabei gewesen wäre. Im heute arabischen Raum waren die Heiler schon viel weiter. Durften die nicht Obduktionen durchführen? Was den Christen verboten war?

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