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Heiler im Mittelalter: Schneller Griff zum Schädelbohrer
Corbis

Im Mittelalter schadeten Ärzte häufig ihren Patienten, anstatt sie zu heilen. Schon eine kleine Malaise konnte das Todesurteil bedeuten. Doch einige Könner ihres Fachs verblüfften mit virtuosen Operationskünsten.

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ruhepuls 19.08.2013, 09:45
30. Heute nicht (so) viel anders...

Leider ist es auch heute noch nicht so anders. Klar, die Methoden sind heute "High-Tech", aber im Grund wird das Heil immer noch in "Brennen (Radiatio), Schneiden (Chirurgie) und Vergiften (Chemo, Antibiotika usw.)" gesucht. 50% aller "anerkannten" Methoden der "modernen Medizin" sind nie auf ihren Nutzen überprüft worden.
Das Spezialistentum trägt ein Übriges zum Schaden bei: Jeder Facharzt sieht nur seinen "Erfolg". Was interessiert es einen Orthopäden, ob seine Therapie das Infarktrisiko des Patienten erhöht?

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kiwi1975 19.08.2013, 09:59
31. @Rolly

Vielen Dank! Mann/Frau lernt halt nie aus ;-) Ich habe den Medicus damals gelesen, das ist aber schon viele Jahre her und ich war mir nie sicher was darin historisch wahr ist oder was der Autor selbst hinzugefügt hatte. Danke nochmals.

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Al M 19.08.2013, 10:01
32.

Zitat von ratxi
Oh, wie dankbar bin ich doch, jetzt, hier und heute leben zu dürfen......:)
Ist wohl ironisch gemeint, aber ich denke in der Tat so und bin froh, heute leben zu dürfen und nicht im Mittelalter. Die Medizin hat enorme Fortschritte gemacht, wer das nicht sehen will, dem ist nicht zu helfen. Natürlich darf man sich nicht in die Hände der immer noch existierenden Scharlatane (Heilpraktiker, Homoöpathie, usw.) begeben oder glauben, das ganze sei irgendeinem Gottesurteil geschuldet.

Sicher ist aber auch, dass im jahr 3000 Leute sagen werden, sie sind froh, nicht im Jahre 2013 leben zu müssen. Vielleicht aber auch nur, weil dann in Mainz wieder Züge fahren.

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Al M 19.08.2013, 10:07
33.

Zitat von Scriptmaster
Mal wieder ein wissenschaftlicher Artikel nach dem Motto "Wie doof die Leute früher waren."
Falsch! Die Leute früher waren nicht gebildet, das hat nichts mit Intelligenz zu tun.

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kachnazeli 19.08.2013, 10:12
34. Auch heute noch...

Zitat von sysop
Im Mittelalter schadeten Ärzte häufig ihren Patienten, anstatt sie zu heilen. Schon eine kleine Malaise konnte das Todesurteil bedeuten. Doch einige Könner ihres Fachs verblüfften mit virtuosen Operationskünsten.
..macht das Medizin-Studium viele Studenten zu reinen Handwerkern, die eine riesige Menge an Begriffen in den Kopf pressen muessen, aber oft nicht logisch denken koennen. Meine Frau waere im Alter von 25 Jahren gestorben, haette ich auf den Arzt gehoert, es ist also angeraten, immer selbst mit zudenken und prinzipiell nichts einfach so zu glauben- das kann ich nur empfehlen.

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gollygee01 19.08.2013, 10:13
35. (Aber)glauben statt wissenschaftlicher Erkenntnis

das ist auch in unser ach so aufgeklärten Welt (beileibe nicht nur in der dritten, sondern gerade auch in unserer Himmelsphäre!) ein weit verbreitetes Phänomen und zwar nicht nur bei Patienten (die es oft nicht bessser wissen können, sich aber auch modernen Erkenntnissen verschliessen, dabei nicht selten verführt werden, hier muß man ausdrücklich ursächlich auch Presseorgane erwähnen) sondern auch bei Ärzten. Letzteren unterstelle ich dabei Handeln wider besseres Wissen (man sollte ihnen die Approbation entziehen) aus niederen Motiven, nämlich purer Geldgier, die diesen Glauben eiskalt ausnutzen. Wir sollten uns daher hüten erhaben und verächtlich aufs Mittelalter zu schauen oder den Medizinmann in Afrika zu belächeln. Nichts anderes wird auch heute in unserer "zivilisierten" Gesellschft oft "praktiziert". Beispiele gefällig ? Fernheilung oder Verordnung völlig überflüssiger Medikamente in völlig aussichtlosen Situation, wo Beistand nötig wäre. Während sich dann der Scharlatan mit dem reichlichen, vielleicht auch noch schwarz eingenommenen Geld ein schönes Wochenende macht, darf dann der Hausarzt den nötigern Beistand zur Unzeit für ein vergleichsweises Almosen leisten. Auch wenn das nicht die Regel ist...., dennoch, wer glaubt, dass dies Einzelfälle sind, der irrt. Willkommen in der schönen neuen Welt.

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shenshen_ie 19.08.2013, 10:14
36.

Ich muss jetzt doch mal alle die Poster, die hier meinen "da hat sich ja bis jetzt nix geaendert" fragen, wieviele Leute sie denn kennen, die in den letzten Jahren an Wundbrand verstorben sind, wieviele in ihrem Bekanntenkreis amputiert werden mussten und wieviele davon wiederum waehrend der Amputation verbluteten?

Ich bin mir durchaus bewusst, dass Medizin keine Wunder vollbringt, aber zu behaupten, dass moderne Behandlungen aehnlich misserabele Ergebnisse bringen wuerden wie zu mitterlalterlichen Zeiten ist durch ein bisschen zuviel der Hybris.

Ich kann mit einiger Ueberzeugung sagen dass ein gutes Drittel wenn nicht gar die Haelfte meiner Verwandtschaft nicht mehr am Leben waere, wenn nur mittelalterliche Heilkunst zur Verfuegung gestanden haette - gestorben an Lungenentzuendung, Darmkolik, im Kindbett, etc.

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zooombie 19.08.2013, 10:18
37. Wie wird die Nachwelt in 500 Jahren wohl über

unsere medizinischen Behandlungsmethoden urteilen?
Da wurden noch Lebern und Nieren aus Toten eingesetzt, Knochenbrüche genagelt, Wunden genäht.
Es ist einfach aus der heutigen Sicht die Medizin der Vergangenheit zu verurteilen, es gab damals keinen anderen Kenntnisstand. Trepanationen wurden bereits in der Steinzeit durchgeführt.

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0xd00faffe 19.08.2013, 10:20
38.

Zitat von klarabella1
Ich konnte bei keinem der Ärzte, bei denen ich in den vergangenen Jahren in Behandlung war, erkennen, dass er ernsthaft daran interessiert war, mich zu heilen. Im Gegenteil.
Merkwürdig, bei mir ist es das überhaupt nicht so, muß an Ihnen liegen.

Also entweder ... nein, das sag' ich jetzt lieber nicht ... oder sie meckern halt einfach gerne - was ich für viel wahrscheinlicher halte.

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valtental 19.08.2013, 10:24
39. Ahnungslose Wissenschaft

Zitat von wirklick
Die Medizin hat - wie unsere gesamte Wissenschaft keine Ahnung von der Seele bzw. kann nichts damit anfangen. Da waren die Leute im Mittelalter teilweise schon klüger als wir.
Die Wissenschaft hat lange nach dem Sitz der Seele geforscht, vor allem im 18. und 19. Jh. mit dem Aufkommen der Hirnforschung (s. "Die Materialisierung des Ichs" v. Breidbach) Allerdings erfolglos. Die Wissenschaft konnte die Existenz einer Seele bisher nicht bestätigen, weshalb Ihre Anmerkung, dass sie keine Ahnung von dieser hat, nur folgerichtig ist. Außerdem ist schwer einzusehen, was ein abgenutztes Hüft- oder Kniegelenk, Herzklappe, Nierensteine, grauer Star, Diabetis usw. - alles heute durch die Medizin behandelbar - mit einer virtuellen Seele zu tun haben soll?
Wenn Sie für bestimmte Krankheitsbilder einen mangelnden ganzheitlichen Ansatz vermissen, und dies mit "Seele" umschreiben, kann man dem vielleicht zustimmen. Nur waren diesbezüglich "die Leute im Mittelalter" keinesfalls "schon klüger als wir".

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