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Im Wortlaut: "Was gesagt werden muss" von Günter Grass
dapd

In dem Gedicht "Was gesagt werden muss" greift Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf an. SPIEGEL ONLINE dokumentiert das am Mittwoch in der "Süddeutschen Zeitung" erschienene Gedicht. Im Wortlaut: "Was gesagt werden muss" von Günter Grass - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Kultur

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leschgordon 04.04.2012, 19:36
100. Neutral bleiben

Zitat von manningham
Der Sub-Text dieses Pamphlets ist, dass die Lösung dieses Konflikts einzig und allein und ausschließlich im Verhalten der Israelis zu suchen sei bzw. ausschließlich sie Schuld an der ganzen Misere seien. Denken Sie mal drüber nach bzw. denken Sie die "Argumentation" mal bis zur letzte Konsequenz zu Ende. Vielleicht sehen Sie das dann in einem ganz anderen Licht...
Israel scheint mit seinem Verhalten den Anspruch zu erwecken, alleiniger Pächter des Rechts zu sein, und das ist es nicht. Die Lösung heißt Dialog und Versöhnung, nicht Aggresion und Vergeltung zur Durchsetzung des eigenen Willens.

Zitat von manningham
Wieso? Wer verbietet Ihnen denn "solche Gedanken"? Sie und Grass machen es doch, wer hält Sie davon ab?
Die öffentliche Äußerung dieser Gedanken erzeugt einen Sturm aus Entrüstung und Diffamierungsversuchen wie z.B. der Vorwurf des Antisemitismus, der in diesem Falle lächerlich ist. Fast alle, denen von Juden oder Israel Antisemitismus vorgeworfen wird, äußerten sich gegen eine imperialistische und aggressive Außenpolitik des Staates Israel. Letzteres hat jedoch nichts mit dem Hass auf Juden zu tun.

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HaRePa 04.04.2012, 19:46
101. Grass hat leider Recht

Seine erwartete Diffamierung als Antisemit bestätigt nur erneut, dass es bei uns Tabus gibt, die der angeblichen Meinungsfreiheit Hohn sprechen. Dazu gehört vor allem jede Kritk an Israel und seiner Politik nach Innen wie nach Außen. Die Judenvernichtung unter den Nazis rechtfertigt aber die aggressive Politik Israels gegenüber seinen eigenen Bürgern und seinen Nachbarn nicht, diese deutsche "Wiedergutmachung" ist doch absurd und gegenüber den Betroffenen unmenschlich. Die immer wieder von nahezu allen Politikern und Personen des öffentlichen Lebens heruntergebetete Litanei von der ewige Freundschaft zu Israel ändert nichts daran, dass die breite Mehrheit in Deutschland eine ganz andere Sicht der Dinge hat. Die ganz überwiegend friedliebenden Deutschen können unmöglich den ständigen staatlichen israelischen Terror billigen. Es ist beklagenswert, dass alle Medien, einschließlich des Spiegel, sich so einseitig für die offizielle deutsche Haltung einsetzen und den ganz falschen Eindruck zu erwecken, Grass sei mit seinem Urteil ein Außenseiter. Das ist er keineswegs. HRP 4.04.2012

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Nickoteen 04.04.2012, 20:04
102.

Herr Grass sagt nichts als die Wahrheit. Und ihm gebührt Respekt, dass er den voraussehbaren Hohn und Diskreditierung von allen Seiten auf sich nimmt.

Ich finde es peinlich, das hier gleich auf seine Vergangenheit gezeigt wird.

Jeder Mensch ist in der Lage sich zu ändern. So auch Herr Grass. Hier spricht kein Nazi, kein Antisemit, sondern einer der in der noch in der Lage ist sich ein freies unvoreingenommenes Bild von der Welt zu machen.

Und jeder der dazu ebenfalls heute noch in der Lage ist erkennt, wer der wahre Aggressor ist und was für eine Gefahr für letztendlich jeden von uns von ihm ausgeht.

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Jens O Wagner 04.04.2012, 20:07
103. Lösungsvorschlag

Vermutlich der einzige Weg, um Israel angesichts der existenziellen Bedrohung durch seine Nachbarstaaten zur Aufgabe der Nuklearwaffen zu bewegen, dürfte sein, dem Land eine NATO-Mitgliedschaft anzubieten. Damit würde auch endlich klar signalisiert, dass nicht nur die USA, sondern auch wir Europäer für das Existenzrecht dieser - zugegebenermaßen nicht immer fehlerfreien - Demokratie einzustehen bereit sind.
Wem das Überleben Israels am Herzen liegt, sollte mit einem NATO-Beitritt Israels einverstanden sein. Grass und diejeningen, die ihm nun zujubeln, sind es vermutlich nicht - fragt sich nur, weshalb ...

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seppiverseckelt 04.04.2012, 20:10
104. Kann mir bitte jemand ...

Zitat von sysop
In dem Gedicht "Was gesagt werden muss" greift Literaturnobelpreisträger Günter Grass Israel scharf an. SPIEGEL ONLINE dokumentiert das am Mittwoch in der "Süddeutschen Zeitung" erschienene Gedicht.

...erklären was A: an diesem Text erkenne lässt das es sich um ein "Gedicht" handele wo es doch jegliche Lyrik vermissen lässt...
undB:- noch viel wichtiger
WAS an diesem Text auch nur im geringsten Sachlich FALSCH sein soll ???
Und das sage ich als erklärter Freund Israels der sich seit Jahren tiefste Sorgen macht, über den selbstzerstörerischen Kurs dieses seine Jüngste "Arbeiterpartei"-GründungsGeschichte-Verleugnenden Landes, das seit ca 20 Jahren- also seit Antiintellektuelle und Demokratiefremde- dafür aber tiefreligiöse Osteuropäer ins Land strömten- dabei ist sich seine Eigene Hölle ein zweites mal Neu zu erschaffen- DIESES Israel ist auf einem Weg des Irrsinns- und DAS mus man sagen können und dürfen OHNE als Antisemit oder was auch immer abgestempelt zu werden- DANKESCHÖN !

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chivay 04.04.2012, 20:14
105. Warum diese Aufregung?

Grass gibt lediglich das wieder und fasst zusammen, was in letzter Zeit öffentlich diskutiert wurde. Ich kann nicht verstehen, warum man die Planung eines Angriffskriegs oder die Lieferung von U-Booten nicht verurteilen darf ohne gleich als Antisemit dargestellt zu werden. Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die den Mut haben, vor einem etwaigen Krieg den Mund aufzumachen...

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Annika Hansen 04.04.2012, 20:18
106. ???

[QUOTE=spejismo;9955989] Zitat von Annika Hansen
FRAU HANSEN, WARUM sollte Israel sein nukleares Potential verheimlichen ? Israel wird es doch erlaubt machen und tun, was er will. In Namen eines Friedens, bewaffnet sich die Welt bis zu den Zähnen. Aber bei einen Ländern wird der Atomarewahnsinn mit mehr friedlicher Gelassenheit als bei anderen geduldet.
Die Zeilen stammen nicht von mir, ich habe nur einen Teil des Gedichts von Grass zitiert. Offensichtlich haben Sie das Gedicht nicht richtig gelesen und verstanden. Ansonsten hätten Sie die Worte von Grass nicht für meine gehalten.

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Montanabear 04.04.2012, 20:19
107. Guenter Grass

Zitat von leschgordon
Israel scheint mit seinem Verhalten den Anspruch zu erwecken, alleiniger Pächter des Rechts zu sein, und das ist es nicht. Die Lösung heißt Dialog und Versöhnung, nicht Aggresion und Vergeltung zur Durchsetzung des eigenen Willens. Die öffentliche Äußerung dieser Gedanken erzeugt einen Sturm aus Entrüstung und Diffamierungsversuchen wie z.B. der Vorwurf des Antisemitismus, der in diesem Falle lächerlich ist. Fast alle, denen von Juden oder Israel Antisemitismus vorgeworfen wird, äußerten sich gegen eine imperialistische und aggressive Außenpolitik des Staates Israel. Letzteres hat jedoch nichts mit dem Hass auf Juden zu tun.
Gewiss ist Israel nicht alleiniger Paechter des Rechts, es hat aber bewiesen, dass es mit der Bombe in den letzten Jahrzehnten verantwortungsvoll umgegangen ist. Keine Verwuenschungen und Drohungen wie sie aus dem Iran kommen. Das ist ein wichtiges Detail.
Und : fuer Verhandlungen und "Dialog und Versoehnung" braucht man zwei. Und da bin ich mir nicht so sicher, dass da auf der anderen Seite der Wille und die Ernsthaftigkeit existieren. Zu viele Stroemungen, zu Vielen ist der Status quo zu vorteilhaft.

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Hotte Hitzig 04.04.2012, 20:42
108. Tja

Zitat von pandrodor
Komischerweise regen sich jetzt Leute darüber auf, dass Grass als Antisemit bezeichnet wird. Leute, die bei Islamkritikern sofort "Islamophobie" schreien. Merkwürdig. Jede politische Seite hat ihre Kampfbegriffe und Keulen.
Ich finde nur keinerlei Antisemitismus in diesem Gedicht, nur berechtigte Kritik und eine Warnung an uns alle.
BTW:
Ich mag Grass ganz und gar nicht, aber wo er Recht hat hat er Recht.
Der letzte der sich in dieser Form geäußert hat, ok ich gebe zu etwas deutlicher und grober, aber nichts desto trotz weniger richtig, war ein Herr Möllemann und das hat ihm auch nicht gut getan.

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Gustav Struve 04.04.2012, 20:52
109. makelloser Schwur

Zitat von sysop
Warum aber schwieg ich bislang? Weil ich meinte, meine Herkunft, die von nie zu tilgendem Makel behaftet ist, verbiete, diese Tatsache als ausgesprochene Wahrheit dem Land Israel, dem ich verbunden bin und bleiben will, zuzumuten. l[/url]
Also meine Herkunft (deutsch, Jahrgang 57) ist nicht mit diesem "nie zu tilgendem Makel behaftet" !
Wenn Graß meint, mit dieser Antithese-Rethorik "obwohl-trotzdem" dann hinleiten zu können zu:"Warum sage ich jetzt erst, gealtert und mit letzter Tinte: Die Atommacht Israel gefährdet den ohnehin brüchigen Weltfrieden?", dann ist das eben sein verschrurbelter Pfad, seine vermeintliche Altersweisheit unters Volk zu bringen.

Ich kann Israel ob seiner desaströsen Siedlungspolitik frei und ohne schlechtem Gewissen kritisieren und auch eine gewisse Schuld Israels an der Palästinamisere kann ich konstatieren. Sogar über manch seltsame Figuren in der Knesset kann ich mich aufregen.

Die Sorge aber, die Sorge der Bevölkerung Israels, die Sorge aller Juden irgendwo auf diesen Planeten, von gnadenlosen Nachbarn ins Meer getrieben oder pulverisiert zu werden, diese Sorge kann ich nachvollziehen.
Und genau deshalb ist die Empörung hierzulande und anderswo (sicher aber nicht im Iran und in manch anderen Ländern dieser Region) über die hanebüchende Vereinfachung des kurzsichtig gewordenen Literaten angebracht.

Für die Sicherung der Existenz Israels einzutreten ist nicht nur eine moralische Pflicht derer, die sich mit diesem "nie zu tilgendem Makel behaftet" fühlen, sondern die der gesamten sog. Freien Welt.
Davon unbeschadet steht außer Frage, daß alles Menschenmögliche getan werden muß eine militärische Eskalation zu verhindern, nötigenfalls muß auch Druck auf Israel ausgeübt werden um Übersprungshandlungen zu unterbinden.

Wenn es aber zum Schwur kommt, dann ist meine Position eindeutig für Israel. Bei Graß bin ich mir da nicht so sicher.

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