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In eigener Sache: Guter Journalismus macht keine Kompromisse
SPIEGEL ONLINE

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xaindsleena 25.03.2015, 20:30
20.

Sehr geehrter Herr Harms,

Ihre obigen Zeilen sind ehrenhaft, und den Dank, den Sie an die Leserschaft richten, kann man natürlich auch an Sie und sämtliche Kolleginnen und Kollegen zurückgeben. Man kann sich als Leser vorstellen, dass das Business in den vergangenen zwei Dekaden nicht leichter, sondern eher schwieriger geworden werden dürfte, und das wird wohl auch in absehbarer Zukunft so weitergehen.

Was aber, neben Ihren obigen lobenswerten Gedanken - und hier sei konstruktive Kritik bitte erlaubt - aus Sicht der Leserschaft DRINGEND einer Überlegung (und Änderung) bedarf, ist der Umstand, dass bei SpOn ganz offensichtlich nicht mehr zwischen Information und Meinung getrennt wird.

Viele Leserinnen und Leser (das kann ich an meinem persönlichen Umfeld sehen) haben sich nicht nur von SpOn, sondern gleich auch noch von der Printausgabe abgewandt, weil ihnen der - sorry - oberlehrerhafte, tendenziell stark linksgerichtete Ton gewaltig auf die Nerven ging.

Und ich kann bestätigen, dass auch ich nicht erzogen, sondern informiert werden will. Das gilt natürlich nicht nur für traditionell eher linksgerichtete Medien, sondern auch für konservative gleichermaßen; letztere, insbesondere die FAZ, bekommen die Trennung zwischen Information und Meinung aber nicht nur offline, sondern auch online hin, und daran fehlt es beim SPIEGEL (und, sorry to say, bei SpOn erst recht).

Es mag Menschen geben, die selbst zu unsicher sind, sich eine Meinung zu bilden und diese auch zu vertreten, aber als mündiger Bürger geht einem die Dauerbelehrung, was man zu denken und zu sagen hat, gewaltig auf den Zeiger. Und für all' die "Unsicheren" ist ja vielleicht eine Abteilung "Meinung" eine Lösung - dort kann dann gern mit dem moralischen Zeigefinger vom Untergang der Welt fabuliert werden - ich habe aber persönlich keine Zeit und auch keine Lust, sowas zu lesen.

Es fehlt heutzutage schlicht die Zeit und auch die Geduld, sich mit (oft eher abwegigen, Gruß an Ihren Kollegen Augstein junior...) Meinungsbildern auseinanderzusetzen. Fakten sind wichtiger, und diese füllen meist nur traurige zwei Zeilen; der Rest sind dann tränenrührende Einzelschicksale oder gleich der komplette ideologische Rundumschlag. Und da hat eine nachrichtenbasierte Informationsquelle aus meiner Sicht ihre Hauptfunktion eingebüßt: Wenn ich Geschichten lesen will surfe ich auf die Seiten eines Verlags, schaue die IMDb oder das Theaterprogramm für den Abend durch.

Eine Trennung zwischen Meinung(smache) und faktenbasierter Berichterstattung wäre daher wirklich wünschenswert (und dringend nötig).

Beste Grüße

XS

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polltroll 25.03.2015, 20:30
21. was nichts kostet muss man nicht verkaufen

also stellen wir uns schon mal auf kostenpflichtige Inhalte ein. Da braucht man ja kein Prophet sein, um das heraus zu lesen. Aber für qualitativ gute Inhalte bin ich auch bereit zu zahlen!

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lipral 25.03.2015, 20:30
22.

Gratulation zum Artikel und Viel Erfolg für den Relaunch...Sie bleiben mein Leitmedium im Netz und am Kiosk...gut im TV gibts da noch den Kleber, Klaus...als ebenbürtige News-Instanz.

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LorenzSTR 25.03.2015, 20:31
23.

Gerne mehr Profil, Meinung, Haltung. Das Schema "wir wollen alle bedienen" wird auf die Dauer nicht funktionieren. Trauen Sie sich, stellen Sie weniger nach Lebenslauf ein - da bekommen Sie nur die unkritischen Ja-Sager. Vielleicht auch mal scharf nachdenken und Ihre Faktenredaktion bemühen, ob "unsere Werte- und Wohlstandsgemeinschaft durch die Schuldenkrise" gefährdet ist - und dann einfach schreiben, was ist. Den Wohlstand gibt´s für immer weniger und das Dilemma unserer Zeit nennt sich Kapitalismus.

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florian_harms 25.03.2015, 20:31
24.

Liebe/r syracusa, vielen Dank für die Hinweise. Wir haben in der Redaktion bereits beschlossen, dass wir Videos und Filme auf der Startseite besser kenntlich machen wollen. Wir schreiben nun in die Dachzeile oder die Überschrift immer "Video", "Film" oder "TV" und weisen zusätzlich am Ende des Vorspanns darauf hin.
Was die Rechtschreibung angeht, gibt unser Korrektorat sein Bestes. Wir haben unsere Arbeitsprozesse vor kurzem so umgestellt, dass möglichst alle Artikel vor Veröffentlichung korrekturgelesen werden. Aber bei Breaking News geht das natürlich nicht, da lesen unsere Korrektoren quasi "live" mit.
Besten Gruß,
Florian Harms

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Werner Holt 25.03.2015, 20:32
25.

Der einzige Grund warum ich noch SPON anklicke, ist die Tatsache das diese Seite ständig auf den neuesten Stand der Nachrichten ist. Anspruchsvolle Texte, niveauvolle Kommentare, vor allem aber ein kritischer vorurteilsfreier wirklich unabhängiger Journiallismus, den erhoffe ich mir von diesem Revolverblatt schon seit Ende der Neunziger nicht mehr. Das größte Glanzstück der letzten Monate war das Titelbild Stoppt Putin. Das ist kein Journaillismus sondern Propaganda im Stile eines hinkenden Volksaufklärers. Und dann die beständige Zensur, das lässt sich doch auf Dauer Niemand gefallen. Alle Leute die Geist, Witz, und Bildung hatten, haben sich nach und nach von diesem sogenanntem Forum verabschiedet. usw.usw.

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Michel 03121964 25.03.2015, 20:33
26.

Was nutzen irgend Änderungen und Verbesserungen in Sachen Layout etc ? Man sollte lieber die wichtigen Dinge richtig machen.
Ich beteilige mich ab und an im Forum Spiegel online. Es werden nicht alle meine Beiträge veröffentlicht. Gewiss muss der Eintrag gepüft werden, dafür habe ich vollstes Verständniss. Warum aber Beiträge nicht veröffentlicht werden, die keinerlei Beleidigungen oder anstössige Dinge erhalten, sondern sich nur auch die Sache beziehen ?? Darüber kann man sich auch eine Meinung bilden. Hier wird willkürlich eine Zensur vorgenommen, da der Beitrag nicht in die Weltanschauung von Spiegel online passt. Wird dieser Beitrag veröffentlicht ?? Wohl kaum.

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Ulrich Kampffmeyer 25.03.2015, 20:34
27.

Ich habe mein SPIEGEL print Abo behalten, auch wenn ich fast nur noch den SPIEGEL online lese. Irgendwie muss online ja bezahlt werden. In den Argumenten klang dies auch "verdeckt" auf. Ich bin gespannt, wie es weitergeht. Aber erst einmal Danke für diesen offenen Vorstoss zur Diskussion mit den Lesern!

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steffen_gehlhaar 25.03.2015, 20:39
28.

Guter Journalismus, ja den gab es mal. Viele wünschen ihn sich wieder. Bei Spiegel ist es ja nun so, dass spätestens mit "Stopt Putin jetzt" das Fass zum Überlaufen kam. Dabei ist es egal ob das gedurckt oder digital in die Welt gesendet wird. Schön dass Ihr das einseht und
nun wieder
"kritisch, aber fair, leidenschaftlich und mit dem Mut zu unkonventionellen Meinungen, dabei unvoreingenommen, unabhängig und unbestechlich" berichten wollt. Da liegt abe rein ganzes Stück Arbeit vor euch, denn so schnell wie man seinen Ruf einmal restlos ruiniert hat bekommt man ihn nicht wieder zurück. Das dauert und erfordert Anstrengungen und Ehrlichkeit, auch sich selbst gegenüber. Viel Erfolg.

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Mastermason 25.03.2015, 20:41
29.

Ich wäre schon begeistert, wenn die SPON-Redakteure den Unterschied zwischen Meinung und Nachricht lernen würden.

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