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Integrationsdebatte: Die Muslim-Studie? Völlig missverstanden
dapd

Sind viele junge Muslime gar nicht bereit zur Integration? Eine Studie im Auftrag des Innenministeriums hat Scharfmacher mit Schein-Argumenten versorgt. Peter Holtz ist einer der Autoren der Papiers. In einem Gastbeitrag beklagt er, dass der Bericht gar nicht gelesen und grob falsch zitiert wurde. Integrationsdebatte: Die Muslim-Studie? Völlig missverstanden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

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Spiegelleserin57 03.03.2012, 16:05
1.

Zitat von sysop
Sind viele junge Muslime gar nicht bereit zur Integration? Eine Studie im Auftrag des Innenministeriums hat Scharfmacher mit Schein-Argumenten versorgt. Peter Holtz ist einer der Autoren der Papiers. In einem Gastbeitrag beklagt er, dass der Bericht gar nicht gelesen und grob falsch zitiert wurde.
Das hätte Herr Holtz alles vorher wissen können. Es hätte ihm klar sein müssen dass diese Studie zu einem Zündstoff werden kann. Nun beklagt er die Geister die er rief. Auch das Innenministerium das diese Studie in Auftrag gegeben hat war sicherlich über deren Brisanz informiert! Fragt sich nur warum es das trotzdem getan hat obwohl allen kar gewesen sein muss was aus so einem Zündstoff werden kann. Man ist doch mit dem Umgang der Medien vertraut!

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die_piratenbraut 03.03.2012, 16:10
2. Ein emotionales Thema

Zitat von sysop
Auch perfekt integrierte Muslime werden diskriminiert
Das ist ein Schlüsselsatz im Artikel, der vielen zu denken geben sollte. Es führt so weit, dass Freundinnen den alten türkischen Vornamen nach einer Heirat ändern ließen, damit Sie endlich eine adäquate Arbeit finden konnte. Welche Motivation sollten schlecht gebildete Muslime haben, sich großartig zu integrieren und kulturelle Wurzeln aufzugeben?

Ich selber habe immer die Sprache als wichtigstes Kriterium angesehen. Andererseits hat keiner ein Problem, wenn englische Arbeitskollegen auch nach zwanzig Jahren in Deutschland sich ihr Taxi noch nicht selber bestellen können. Diskriminierung erleben Engländer deswegen nicht bei uns.

Wenn wir nicht ins Mittelalter zurückfallen wollen und jeden Andensdenkenden, Andersglaubenden und sich anders verhaltenden auf den Scheiterhaufen zerren wollen, sollten wir akzeptieren, dass eine Gesellschaft Veränderungen überlebt. Wir haben den Feminismus überlebt, und sind eher gestärkt, wie überleben Homosexuelle und sind eher gestärkt, wie überleben Punks und haben tolle Musik und minimalistische Lebensweisen bekommen und wir werden Muslime überleben.

Kritisch wird es für mich nur, wenn Straftaten begangen werden. Aus kulturellen Gründen Augen zuzudrücken oder andere Massstäbe anzulegen, widerstrebt mir. Unsere und nur unsere Gesetze gelten für alle. Und nur danach sind Menschen zu beurteilen und gegebenfalls abzuurteilen.

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DavidSchmitz 03.03.2012, 16:17
3. .

Zitat von Spiegelleserin57
Das hätte Herr Holtz alles vorher wissen können. Es hätte ihm klar sein müssen dass diese Studie zu einem Zündstoff werden kann. Nun beklagt er die Geister die er rief. Auch das Innenministerium das diese Studie in Auftrag gegeben hat war sicherlich über deren Brisanz informiert! Fragt sich nur warum es das trotzdem getan hat obwohl allen kar gewesen sein muss was aus so einem Zündstoff werden kann. Man ist doch mit dem Umgang der Medien vertraut!
Interessanter Artikel.
Ich habe von der Studie und dem Medienecho nichts mitbekommen. Aber ich glaube, dass die meisten Menschen in Deutlschland wissen, dass es auch unter Muslimen in Deutschland einen großen Anteil gut integrierter gibt.

Subjektiv betrachtet scheint auch mir der Anteil schlecht integrierter Muslime größer zu sein, als bspw. der Anteil schlecht inegrierter Polen oder Italiener (die ja zum allergrößten Teil christlich sind). Vllt. liegt das an einem im Durchscnitt geringeren Bildugsniveau der muslimischen Imigranten oder schlicht an der größeren absoluten Anzahl.
Ich bin mir aber durchaus darüber im Klaren, dass natürlich die zweifelsfrei vorhandenen Vorurteile und daraus resultierenden Diskriminierungen der muslimischen Bevölkerung die Integration dieser Mitbürger deutlich erschwert. Es sind also nicht nur die Muslime schuld, an der geringen Integration.

Kann man die Studie öffentlich einsehen (downloaden)?

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hubertrudnick1 03.03.2012, 16:24
4. Nicht hätte, sondern hat es gewußt

Zitat von Spiegelleserin57
Das hätte Herr Holtz alles vorher wissen können. Es hätte ihm klar sein müssen dass diese Studie zu einem Zündstoff werden kann. Nun beklagt er die Geister die er rief. Auch das Innenministerium das diese Studie in Auftrag gegeben hat war sicherlich über deren Brisanz informiert! Fragt sich nur warum es das trotzdem getan hat obwohl allen kar gewesen sein muss was aus so einem Zündstoff werden kann. Man ist doch mit dem Umgang der Medien vertraut!
Diese Studie soll den Keil zwischen Deutschen und den Zugewanderten ständig offen halten, diese Leute haben es gewußt was sie damit anrichten werden und sie taten es mit voller Absicht.

Hinterher wird doch von der Politik und der Bürokratie immer nur gtesagt, man hätte sie missverstanden, aber das ist dann nur eine Ausrede und man will das Gegenfeuer etwas abmildern.
HR

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...und gut ist`s 03.03.2012, 16:28
5. Ich nix PI, ich mainstream!!

Zitat von die_piratenbraut
Wenn wir nicht ins Mittelalter zurückfallen wollen und jeden Andensdenkenden, Andersglaubenden und sich anders verhaltenden auf den Scheiterhaufen zerren wollen, sollten wir akzeptieren, dass eine Gesellschaft Veränderungen überlebt. Wir haben den Feminismus überlebt, und sind eher gestärkt, wie überleben Homosexuelle und sind eher gestärkt, wie überleben Punks und haben tolle Musik und minimalistische Lebensweisen bekommen und wir werden Muslime überleben. Kritisch wird es für mich nur, wenn Straftaten begangen werden. Aus kulturellen Gründen Augen zuzudrücken oder andere Massstäbe anzulegen, widerstrebt mir. Unsere und nur unsere Gesetze gelten für alle. Und nur danach sind Menschen zu beurteilen und gegebenfalls abzuurteilen.
Der Feminismus hat die Männerwelt nicht abgelehnt, Homosexuelle fordern nicht die Gleichgeschlechtlichkeit als Verpflichtung für Alle und auch die Punks haben sich ihre Freiräume nur für sich selbstgeschaffen ohne das das evulotionäre Gesellschaftssystem in Gänze abzulehnen.

Was ihren letzten Absatz angeht, ist es genau das Verhalten des Staates, der die negativen Ergebnisse der Studie nicht nur fördert sondern regelrecht befeuert.

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TC Matic 03.03.2012, 16:31
6. ...

Zitat von sysop
"Der Fehler, vier Millionen Menschen nur auf ihre Religion zu reduzieren"
Nun, da eine erhebliche Anzahl der Moslems sich optisch uns akustisch selber über ihre Religion definiert ist es nicht verwunderlich, daß Moslems als Moslems wahrgenommen werden.

Angehörige anderer oder gar keiner Religion gehen damit nicht hausieren und werden daher nicht als Religiöse oder Nichtreligiöse wahrgenommen.

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cerberus99 03.03.2012, 16:33
7. Religion im Fokus

Einerseits verstehe ich die Enttäuschung des Autors.
Andererseite sollte es eigentlich schon der wissenschaftlichen Sorgfalt geschuldet sein, vorab zu erkennen, daß ein so pauschales grobes Raster wie "muslimischen Glaubens" zu keinem zielführenden Ergebnis führen kann.

Wer z.B. Korrelationen in unserer Gesellschaft zwischen "katholisch" und "rechtsextrem" untersuchen und publizieren würde, hätte zu Recht sofort öffentlichen Gegenwind: vom ZK der Katholiken bis zum Vatikan und bis zur wissenschaftlichen Community.

Merke: Die zugeschriebene oder von den Eltern erworbene Zugehörigkeit zu einer Religion ist ein unbrauchbares Merkmal. Sie besagt per se wenig bis nichts über die tatsächlichen Lebenswelten der Betroffenen.

Nachsatz: Die Autoren hätten damit rechnen müssen, daß sie parteipolitisch instrumentalisiert werden. Bei diesem Thema gibt es keine "Wissenschaftliche Studie", die dem entkommen könnte.

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dennis_mundo 03.03.2012, 16:36
8. Es ist schon bestuerzend..

Zitat von sysop
Sind viele junge Muslime gar nicht bereit zur Integration? Eine Studie im Auftrag des Innenministeriums hat Scharfmacher mit Schein-Argumenten versorgt. Peter Holtz ist einer der Autoren der Papiers. In einem Gastbeitrag beklagt er, dass der Bericht gar nicht gelesen und grob falsch zitiert wurde.
..zu lesen, wie sehr manche Menschen sich ausgegrenzt fuehlen.
In den letzten Jahren bin ich hellhoeriger geworden, wenn es um Migranten geht. Die, die hier dauerhaft leben und die, die auf Jahre in einem rechtlichen Limbo existieren.
Ich will hier gar nicht unerwaehnt lassen, dass auch ich Probleme mit dem Islam habe. Aber im Alltag versuche ich eigentlich jedem mit einer offenen Art zu begegnen.
Als Deutscher kann man sich oft gar nicht vorstellen, wieviele Faktoren es im Alltag eines wahrgenommenen "Auslaenders" geben kann, die diesen sich ausgegrenzt fuehlen lassen.
Das erste mal, dass ich etwas geschockt war, war vor 20 Jahren in der Oberstufe, als eine tuerkische Freundin mir erzaehlte, dass sie oft auf Aemtern in einem 'Babydeutsch' laut angesprochen wird, obwohl ihr Deutsch perfekt war.
Und einmal freagte ich eine junge Dame mit Kopftuch in einem Geschaeft nach der Uhrzeit. Sie nannte mir die Uhrzeit mit einem Strahlen im Gesicht, nachdem es im ersten Moment von Ueberraschung gekennzeichnet war. Ich habe mich ueber die Reaktion gewundert und mich gefragt, warum so eine deutliche Reaktion bei ihr stattfand. Ich bin schnell zu dem Gefuehl gelangt, dass sie sich einfach freute von einem Otto-Normaldeutschen nach der Uhrzeit gefragt zu werden. Mit diesem Gefuehl kam eine Ahnung, dass der Graben zwischen verschiedenen Gruppen wohl tief sein kann. Dabei kann ein Laecheln und eine alltaegliche nette Bemerkung schon eine Bruecke sein.

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Heinz-und-Kunz 03.03.2012, 16:36
9. Inneministerium

Zitat von DavidSchmitz
Kann man die Studie öffentlich einsehen (downloaden)?
Ja, hier:

BMI - Homepage -Lebenswelten junger Muslime in Deutschland

764 Seiten. Viel Spaß beim lesen.



Zitat von hubertrudnick1
Diese Studie soll den Keil zwischen Deutschen und den Zugewanderten ständig offen halten, diese Leute haben es gewußt was sie damit anrichten werden und sie taten es mit voller Absicht.
Andersrum wird ein Schuh draus. Dadurch dass man Probleme nicht anspricht, macht man sie nur schlimmer, wie man an diesem Beispiel sehen kann.

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