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Integrationsdebatte: Die Muslim-Studie? Völlig missverstanden
dapd

Sind viele junge Muslime gar nicht bereit zur Integration? Eine Studie im Auftrag des Innenministeriums hat Scharfmacher mit Schein-Argumenten versorgt. Peter Holtz ist einer der Autoren der Papiers. In einem Gastbeitrag beklagt er, dass der Bericht gar nicht gelesen und grob falsch zitiert wurde. Integrationsdebatte: Die Muslim-Studie? Völlig missverstanden - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Politik

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Igelnatz 04.03.2012, 00:48
110. gegenseitige Toleranz

Zitat von sysop
Sind viele junge Muslime gar nicht bereit zur Integration? Eine Studie im Auftrag des Innenministeriums hat Scharfmacher mit Schein-Argumenten versorgt. Peter Holtz ist einer der Autoren der Papiers. In einem Gastbeitrag beklagt er, dass der Bericht gar nicht gelesen und grob falsch zitiert wurde.
ich freue mich über jeden weltoffenen Muslim, der hier lebt ohne seine Wurzeln zu verleugnen. Ich ärgere mich über tief verschleierte Frauen und noch mehr die Ehemmänner dazu- wie sollen die sich integrieren? Wir sollten integrationswillige offen aufnehmen, wir sollten rückständige Kulturelemente (Zwangheirat, Hassprediger, etc.) nicht tolerieren. Fördern und fordern!

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falco1001 04.03.2012, 00:53
111. vorgefasste Zielstellung

Zitat von sysop
Peter Holtz ist einer der Autoren der Papiers. In einem Gastbeitrag beklagt er, dass der Bericht gar nicht gelesen und grob falsch zitiert wurde.
Wenn er Studien mit der vorgefassten Zielstellung angeht, von Sarazzin keinen Beifall zu bekommen, dann sollte er besser irgend etwas tun, worin er gut ist.

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skukkuk 04.03.2012, 02:12
112.

Zitat von NewHuman
Nichtsdestotrotz müssen sich Muslime verdeutlichen, dass die moderne, offene und tolerante Lebensführung in Deutschland staatlich gewollt ist. Deshalb muss der deutsche Staat eine säkularisierte Mentalität nicht nur fordern, sondern auch fördern. Deutschland muss für die Teilnahme der Muslime an unserem modernen Leben werben und ihnen Angebote machen - vom Sportbereich über die Kultur zur Bildung. Das ist ganz besonders wichtig für junge Muslime, die sich ansonsten ausgegrenzt und nicht zugehörig fühlen.
Das ist, in der Theorie, ein erstrebenswertes Ziel. Leider knirscht es im menschlichen Zusammenspiel, wenn der 'Staat' gerade mal nicht vor Ort ist. Es gibt in allen Großstädten bereits Zonen, in denen man sich als gebürtiger Deutscher zu bestimmten Uhrzeiten nicht mehr aufhalten kann ohne Gewalt fürchten zu müssen. Erschwerend kommt dabei sicherlich die unterschiedliche Sprache dazu...genau hier scheitert jedes Ansinnen von Integration.

Auf dem persönlichen Level funktioniert es doch gut...wenn man beim türkischen Gemüsehändler einkauft etc., doch das ist nicht die Regel und stellt das Miteinander in einem stark überhöhten Licht dar.

Letztlich werden wir eine Diskussion führen müssen, wie wir hier in Deutschland mit Integration und Tolleranz umgehen. Und zwar im täglichen Miteinander und nicht nur durch Lippenbekenntnisse. Dabei müssen wir uns sicherlich auch der anderen Kultur öffnen und sie zu einem Teil unseres Selbstverständnis machen, gerade so wie es uns auch mit der jüdischen Kultur gelungen ist. Dabei möchte ich jedoch zu Bedenken geben wie lange dieser Prozess gebraucht hat und natürlich welche schrecklichen Rückschritte wir zu verzeichnen hatten.

Insgesamt finde ich eine solche Studio gut, es bräuchte noch viel mehr und es muss noch viel mehr offen miteinander diskutiert werden bis gegenseitiges Verstehen und auch Wertschätzen aufkommt.

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emsa 04.03.2012, 02:22
113. ..

Zitat von TC Matic
Nun, da eine erhebliche Anzahl der Moslems sich optisch uns akustisch selber über ihre Religion definiert ist es nicht verwunderlich, daß Moslems als Moslems wahrgenommen werden. Angehörige anderer oder gar keiner Religion gehen damit nicht hausieren und werden daher nicht als Religiöse oder Nichtreligiöse wahrgenommen.
Das ist so ein Unfug. Ich selbst gehe nicht mit meiner Religion "hausieren". Trotzdem werde ich aufgrund meines Namens, meiner südländischen optischen Erscheinung als Muslimin erkannt.
Und selbst dann habe ich kein Problem damit. Verstehe ich Ihren Vorschlag richtig, die eigene Religion "versteckt" zu halten?

Außerdem stehen in dem Artikel einige wichtige Punkte, denen ich nur zustimmen kann. Ich selbst bin hier in Deutschland geboren, aufgewachsen, habe mein Abitur erworben und studiere. Ich besitze zudem die deutsche Staatsangehörigkeit. Ich bin quasi so integriert, wie man nur integriert sein kann. Trotzdem werde ich nicht als Deutsche wahrgenommen, ich bin trotzdem für viel die "Ausländerin". Ich habe um ehrlich zu sein kein Problem mehr damit. Man gewöhnt sich daran und nimmt es hin. Nur glaube ich, dass hier manche im Forum einiges nicht nachvollziehen können, weil sie es nicht selbst erleben.
Ich leugne hierbei keinesfalls, dass es ein Integrationsproblem bei manchen Einwanderern gibt (Nicht nur bei den Muslimen! Ich habe russischstämmige Nachbarn die beispielsweise kein Wort Deutsch sprechen; Das Problem betrifft viele Gruppierungen).
Allerdings kann ich dem Autor nur zustimmen. Selbst wenn man sich die größten Mühe gibt, kommt man leider nicht an.

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kb26919 04.03.2012, 03:14
114. So eine Studie gab es doch schon

Zitat von Fackus
Die Studie hat die falsche Zielgruppe befragt. Viel interessanter wären Fragen an die Deutschen, ob und wie weit sie selbst den Islam integrieren wollen. Warum traut sich das eigentlich keiner? Weil das Ergebnis schon vorher klar ist ?
Das Fazit war dass 25% der deutschen offenbar fremdenfeindlich sind.erstaunlicher weise hat niemand gegen diese Verunglimpfung protestiert

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Margit Alm 04.03.2012, 05:02
115. Mit der Religion hausieren ...

Zitat von TC Matic
Nun, da eine erhebliche Anzahl der Moslems sich optisch uns akustisch selber über ihre Religion definiert ist es nicht verwunderlich, daß Moslems als Moslems wahrgenommen werden. Angehörige anderer oder gar keiner Religion gehen damit nicht hausieren und werden daher nicht als Religiöse oder Nichtreligiöse wahrgenommen.
Genau das ist es. In einem sekulaeren Staat muss Religion Privatsache sein. Ich war eigentlich schockiert zu lesen, dass in Deutschland in oeffentlichen Schulen Islamunterricht angeboten wird. Ich finde, dass in oeffentlichen Schulen ueberhaupt kein spezifischer Religionsunterricht gegeben werden sollte. Stattdessen sollten Schulen, als teil von Kulturgeschichte, das A und O aller Religionen unterrichten, damit jeder Schueler von den noch existierenden Religionen und Kulten der Welt eine Vorstellung bekommt.

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Steve Holmes 04.03.2012, 06:41
116.

Zitat von
Und ich dachte Peter Holtz wurde aus öffentlichen Mitteln dafür bezahlt eine Studie über die Situation von Immigranten mit zu erstellen. Das klingt nicht nach der gebotenen Distanz die ich von einem Wissenschaftler erwarte.

Zitat von
Vielleicht weil er Türke ist? Eine Staatsbürgerschaft kann man leicht wechseln oder auch mehrere Staatsbürgerschaften besitzen. Die Nationalität ist eine Frage der Abstammung und Kultur.

Ich wurde in Rumänien als rumänischer Staatsbürger geboren habe mich aber nie als Rumäne gefühlt. Ich bin eng mit Rumänen befreundet aber das macht weder mich zum Rumänen noch die zu Deutschen.

Zitat von
Wir sollten uns darüber freuen wenn Fälle von Diskriminierung seltene Ausnahmen sind. Aber ich verstehe den Autor nicht ganz. Er scheint mir hier Abstammung und Religion zu vermischen.

Zitat von
Wie soll sich ein gut ausgebildeter junger Türke als echter Deutscher fühlen? Das wäre doch ein Widerspruch. Meine Kinder sind auf das deutsche Gymnasium in Budapest gegangen. Sie würden nie auf den Gedanken kommen sich als Ungarn zu bezeichnen. Genau so wie ihre fließend deutsch sprechenden ungarischen Mitschüler sich nicht als Deutsche fühlen.

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Strandhaus 04.03.2012, 06:47
117. Katze oder Fisch

Zitat von walter_rsr
was soll diese unlogische und sinnlose Äußerung uns sagen? Eine im Fischladen geborene Katze ist eine Katze. Und ein in Deutschland geborener Türke ist ein Türke. Egal, ob er die deutsche Staatsangehörigkeit hat oder nicht. Was soll das? Wir haben Staatsbürger von vielen Nationen im Lande. Ich verstehe nicht, das das ein besonderes Kriterium sein soll, nach dem die Leute beurteilt werden. Ob einer Chinese oder Ugander ist, oder Schwabe oder Berliner, das spielt doch für das Zusammenleben nicht die entscheidende Rolle. Es kommt doch darauf an, wie sich die Menschen einander gegenüber verhalten. Menschlich, respektvoll, rücksichtsvoll, tolerant. Dann ist doch die Abstammung völlig bedeutungslos.
Ja - eine nicht leichte Frage: Wodurch wird man Mitglied einer Nation?
Wenn nicht durch die Staatsangehörigkeit, dann durch die Kraft des "Blutes"?
Und wie lange hat das Genetische, das "Blut" die Oberhand? Eine, zwei, drei, vier, fünf Generationen? Länger oder kürzer, je mehr "deutsches Blut" eingekreuzt ist?

Einerseits betonen Sie, eine "Katze" die im "Fischgeschäft" geboren werde, bleibe eine Katze. Andererseits sagen Sie, es sei unwichtig, ob man Chinese oder Schwabe sei. Was denn nun?

Selbstverständlich ist ein toleranter, auf Verständigung ausgerichteter Umgang miteinander das Wichtigste. Ob dadurch aber die Abstammung, die persönliche Geschichte unwichtig wird?

Ich meine, die Bereitschaft, eine Staatsbürgerschaft anzunehmen, sagt viel darüber aus, wie jemand bereit ist, sich mit dem jeweiligen politischen System grundsätzlich zu identifizieren.
Was nicht heißt, dass einem die jeweilige Abstammung gleichgültig sein muss.

Kurz: Es spricht doch sehr viel dafür, einen Menschen als "Deutschen" zu bezeichnen, wenn er die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.
Unabhängig davon, ob er sich trotzdem der Geschichte seiner familiären Herkunft verbunden fühlt.

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Fackus 04.03.2012, 08:56
118. berechtigte Frage

Zitat von henrywilhelm
Haben Kant und Feuerbach doch umsonst gelebt? Ist die "Aufklärung" gescheitert?
So wie sich momentan die Welt entwickelt - leider ja. Wenn wir nicht verdammt aufpassen, fallen wir in D wieder auf Mittelalterniveau zurück. Wir sind auf dem besten Wege dahin.

Zitat von henrywilhelm
Wir sollten nicht "den Islam integrieren", um Gotteswillen. KEINE Religion sollten wir "integrieren". Wir sollten die Menschen als Menschen annehmen und hoffen und sachte helfen, dass jegliche dogmatische, antirationale und inhumane Religion verschwindet. Jegliche!
Exakt! Nur ... jede Bemühung in diese Richtung wird doch zusehends in einem Wortschwall angeblicher PC erstickt.

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uetzel 04.03.2012, 09:40
119. und dann,...

Zitat von emsa
(...) Ich selbst bin hier in Deutschland geboren, aufgewachsen, habe mein Abitur erworben und studiere. Ich besitze zudem die deutsche Staatsangehörigkeit. Ich bin quasi so integriert, wie man nur integriert sein kann. (...)
... wenn Sie sich dem westlichen Lebenstil und Sitten anpassen, sich eventuell sogar in einen Deutschen Mann ohne Migrationshintergrund verlieben (weil Sie ja "quasi integriert" sind), in der Gefahr leben, von Ihrer eigenen Familie ausgestossen oder, was ja nun auch weniger selten ist als man glaubt, in ihr "Heimatland" (obwohl Sie die Deutsche Staatsbürgerschaft haben - die doppelte Staatsbürgerschaft ist ja so Vorteilhaft...) entführt oder, wenn es ganz hart kommt, gleich hier an Ort und Stelle quasi "hingerichtet" werden, zeigt sich die wahre Integration ungeschminkt!

Tatsache ist trotz all´der hilflosen Ablenkungsmanöver:

Die Religion ist bei den meisten Muslemen ein schier unüberwindbares Hindernis für Integration, Sie bleiben unter sich, heiraten unter sich und erziehen ihre Kinder genau nach diesen (integrations-)Grundsätzen.

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