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Israelisches Kinodrama "An ihrer Stelle": Propaganda mit Jungfrauenerotik
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Der gefeierte israelische Film "An ihrer Stelle" verspricht einzigartige Einblicke in die streng abgeschottete jüdisch-orthodoxe Community. Doch hinter der keusch-kitschigen Weichzeichner-Erotik des Liebesdramas verbergen sich zweifelhafte Botschaften. Gefeiertes Kinodrama An ihrer Stelle über orthodoxe Juden - SPIEGEL ONLINE

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biobanane 12.07.2013, 08:31
20.

Zitat von Rainer Helmbrecht
Ohne dass ich den Film gesehen hätte, ist der Gedanke, dass eine Frau für Schwester ihre Schwester einspringt und den Schwager heiratet, um wieder eine Familie komplett zu machen, kein neuer Gedanke und auch nicht abartig. Ich kenne 2 Familien in denen das so gemacht wurde beide dazu gehörigen Geschichten sind über 50 Jahre her, so dass ich berichten kann, dass auch die Kinder damit glücklich wurden.
Nun, das ist das alte biblische Motiv, die Wittwe des Bruders zu heiraten. Und natürlich können solche Ehen glücklich werden, oder nicht unglücklicher wie heiße Liebesheiraten. Was in einer Ehe letzendlich zählt ist Zuneigung, Respekt und ein Management, das keine Konflikte aufkommen lässt. Das ist bei streng getrennten Lebenswelten, wie sie früher oder wie wir sehen in eingen streng religiösen Familien vorherrschen, leichter. Liebe ist ja nichts anderes wie eine biologische Reaktion des Körpers, der eine starke (aber auch temporäre) Bindung bewirkt. Trotzdem möchte man sie heutzutage aber auch bei Beziehungen nicht missen.

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sasha22 12.07.2013, 08:58
21. Re:

"Meine Tochter lebt in einer gleichgeschlechtlichen Beziehung. Ich bin sehr froh, dass es ihr in unserem Land gut geht."
Ich kann sie versichern ihre Tochter würde mehr Gleichgesinnte und Toleranz finden, würde sie in Tel Aviv leben und nicht in Deutschland.
Gleichwohl verstehe ich nicht den Bezug Ihrer Aussage zum religiösen Judentum, das gerade keine Lebensnormen für andere Menschen vorschreibt.

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seldonia 12.07.2013, 08:59
22. Unabhängig davon, wie man

zu dem Film und dem beschriebenen Inhalt stehen mag, muss ich sagen, dass ich den Artikel irgendwie gelungen finde.

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kjartan75 12.07.2013, 09:01
23. optional

So wie sich das anhört, da würde ich doch lieber den israelischen Film "Du sollst nicht lieben" empfehlen, der auch das Thema des orthodoxen Judentums beinhaltet. Der hat mir richtig gut gefallen vor einigen Jahren.

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kjartan75 12.07.2013, 09:04
24.

Zitat von lambdacalc
Klar, alle Filmkritiker weltweit haben sich grundlegend in ihrer Einschätzung dieses Films geirrt. Aber, G-tt sei Dank, gibt es die gute Kirsten die uns alle aufklärt. So muss es wohl sein. Oder vielleicht doch nicht? Liegt die negative Rezession vielleicht daran das Kirsten einfach selbst .....
Zum K... ist es eher, wenn Leute wie Sie glauben, Meinungsfreiheit bestünde nur aus einer richtigen Art und Weise der Meinung. Entlarvend nämlich Ihr Spruch: "Klar, alle Filmkritiker weltweit haben sich grundlegend in ihrer Einschätzung dieses Films geirrt."

Wer so einen Spruch bringt, hat das Wesen der Filmkritik offensichtlich nicht richtig verstanden.

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chagall1985 12.07.2013, 09:06
25. www.wasistfilmkritik.de

Zitat von sysop
Der gefeierte israelische Film "An ihrer Stelle" verspricht einzigartige Einblicke in die streng abgeschottete jüdisch-orthodoxe Community. Doch hinter der keusch-kitschigen Weichzeichner-Erotik des Liebesdramas verbergen sich zweifelhafte Botschaften.
Leider hat die Autorin hier das Fass aufgemacht.
Aber hier geht es um einen Film über jüdische Ultra Orthodoxe.
Und es ist sicher wesentlich ob der Film sich hier dem Kitsch der Krägen und Jungfrauen hingibt wie Rosamunde Pilcher mit Ihrem Almkitsch.
Oder sich der Film halbwegs ernsthaft mit den Vorzügen und Schattenseiten dieser Subkultur beschäfftigt.

Aber eine emotionale Feministenschelte zu dieser Version des Lebens gehört in eine Filmrezession bestimmt nicht rein.
Da kann ich auch einen Pazifisten eine Transformerskritik schreiben lassen oder
Oder mich als Atheisten eine Kritik zu Filmen wie There will be Blood oder Magnolia schreiben lassen.
Bestimmte Leute sollten sich einfach zu bestimmten Filmen in zurückhaltung üben. Denn sie haben nichts konstruktives dazu beizutragen......

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onigorom 12.07.2013, 09:19
26. Problematischer Sexualitätsbegriff

Abgesehen von der Filmdebatte: Warum soll es nicht sexuell befriedigend sein, soziale Normen zu erfüllen? Die Autorin setzt einen begrenzten Begriff von Sexualität voraus. Das Nicht-Dürfen ist einer der stärksten sexuellen Antriebe überhaupt. Michael Powells "Black Narcissus" liefert den wohl besten filmischen Beleg dafür.

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Schluß mit dämlich 12.07.2013, 09:20
27.

Zitat von senf-mit-sauce
Ich bin erstaunt, wie viele englische Worte, Terme es gibt, die keine deutsche Entsprechung haben: community, message, coming-of-age, ...
:-) :-) :-)
Natürlich wissen Sie, daß die deutschen Übersetzungen zwar vollständig den Sinn der englischen Ausdrücke wiedergeben. Es fehlt ihnen nur an Tempo und "Hippness".

Niemand sagt heute mehr Stell-Dich-Ein, wo man auch Date sagen kann, oder auch Tätowierung statt Tatoo (schreibt man das jetzt mit zwei T oder mit drei?).
Kennt eigentlich noch jemand die deutsche Entsprechung für "Cool"?

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Rahvin 12.07.2013, 09:20
28. optional

Wenn Ultraorthodoxe einen Film über Ultraorthodoxe machen, kann das weder aufklärerisch noch kritisch hinterfragend sein. Der Film gehört in die Propagandamaschinerie einer kleinen, aber offensichlich einflussreichen, Gruppe, die versucht, ihr Image aufzupolieren. Es entspricht sehr wohl den Tatsachen, dass die ultraorthodoxen Juden aufgrund der Nicht-Tätigkeit der Männer in eher schlichteren Verhältnissen leben und den Frauen ein Großteil der Verantwortung und Arbeit aufgebürdet wird. Was immer man von dieser Rollenverteilung halten mag: Die Ironie, dass die Ultraorthodoxen den säkularen Staat Israel ablehnen, seine sozialen Transferleistungen aber sehr gerne annehmen und gleichzeitig das politische Klima vergiften und dadurch die Gewaltbereitschaft zwischen Juden und Arabern spürbar erhöhen, sich dann aber dem Militärdienst verweigern - das finde ich weitaus entlarvender für diese soziale Gruppierung als alles andere. Zu den Anglizismen im Text sage ich nichts mehr, das scheint sich zunehmend durchzusetzen, aber wenn man als Forist Rezession und Rezension nicht auseinanderhalten kann, dann sollte man vielleicht einfach mal schweigen und nicht seinen religiösen Senf in die ohnehin schon unappetitliche Tunke kippen.

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Layos 12.07.2013, 09:25
29. Und die Alternative?

Das Mädchen verweigert die Hochzeit, wird von ihrer Familie verstoßen, lernt ihren Supermann kennen, der wiederum die Familie nach langem hin und her von sich überzeugen kann und alle sind glücklich bis an ihr Lebensende...so in der Art natürlich noch nie im Kino gesehen....

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