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Israels rechter Aufsteiger Bennett: Der Bulldozer
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Kurz vor der Wahl in Israel stürzt Benjamin Netanjahu in Umfragen ab: Er bekommt gefährliche Konkurrenz von rechts. Ausgerechnet sein einst engster Mitarbeiter, der junge Multimillionär Naftali Bennett, nimmt dem Premier Stimmen ab - er punktet mit noch extremeren Positionen zur Palästina-Frage. Naftali Bennett: Ein Multi-Millionär macht Netanjahu Konkurrenz - SPIEGEL ONLINE

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sysiphus-neu 08.01.2013, 10:20
10. trübe Aussichten

Wenn man sich anschaut, in welchem Maß rechtsextreme und fundamentalistische Parteien Zulauf bekommen, kann man für die Zukunft des nahen Ostens nur Pessimismus entwickeln. Eine Mehrheit der israelischen Wähler bevorzugt offenbar Politiker, die von Zwei-Staaten-Lösung und Frieden mit den Palästinensern nichts wissen wollen.
Dann bleibt nur die Ein-Staaten-Lösung. Das wird dann eine Rumpfdemokratie für den jüdischen Bevölkerungsteil und eine Teildemokratie für den arbischen Bevölkerungsteil mit israaelischem Pass und eine Nichtdemokratie für die Palästinenser in ihren Bantustans.
Wie lange soll das denn gut gehen ohne dass es zum großen Knall kommt?

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wohlmein 08.01.2013, 10:22
11. Naftali Bennett -

Zitat von sysop
Kurz vor der Wahl in Israel stürzt Benjamin Netanjahu in Umfragen ab: Er bekommt gefährliche Konkurrenz von rechts. Ausgerechnet sein einst engster Mitarbeiter, der junge Multimillionär Naftali Bennett, nimmt dem Premier Stimmen ab - er punktet mit noch extremeren Positionen zur Palästina-Frage.
Bulldozer - oder Zündschnur?

Bennet wird vor der Wahl nur in Israel polarisieren.

Nach der Wahl schafft er es vielleicht auch, Frau Dr. Merkel zu einer (noch) differenzierteren Stellungnahme zu bewegen.

Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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bauklotzstauner 08.01.2013, 10:28
12.

Zitat von horst hanson
"Wir müssen uns fragen, was richtig für uns ist. Die Welt wird uns zwar verurteilen - aber es dann einfach akzeptieren", sagte er in einem Interview mit der "Times of Israel". Es ist jetzt Aufgabe der Gesellschaft und Politik Politikern wie Bennett klar aufzuzeigen, dass die Welt eben diese Schritte nicht akzeptiert und nötigenfalls glaubhaft sanktioniert.
Wann ist das denn schon mal passiert? Bennett behauptet das doch nicht in dne luftleeren Raum hinein! Er sprich aus, was die Erfahrungen der vergangenen Jahrzehnte sind: Israel darf sich praktisch jedes Verbrechen leisten - die westlichen Staaten werden im Höchstfall zahm protestieren und apellieren, und dennoch weiter Israel militärisch und politisch unterstützen. Bevor die keine Atombombe auf Gaza-Stadt werfen, wird ihnen niemand in den Arm fallen. Und selbst dann ist noch zu befürchten, daß wieder alles vom "Recht auf Selbstverteidigung" schwafelt.

Es wird zwar von "Antisemitismusexperten" immer wieder darauf hingewiesen, daß es gegen kein anderes Land soviele UN-Resolutionen gibt, wie gegen Israel. Aber entweder bleiben die folgenlos, weil Israel sie schlicht ignoriert - und auch dafür nicht bestraft wird. Oder sie werden per US-Veto gestoppt.

Klassisches Beispiel: Die "Operation Gegossenes Blei". Also der Gaza-Krieg. Angeblich hätte Israel gewartet, bis alle westlichen Politiker im Weihnachtsurlaub waren, und hat dann "überraschend zugeschlagen". Und ehe der Westen reagieren konnte, war der Krieg vorbei.
He! Obama hat kürzlich seinen Weihnachtsurlaub unterbrochen, um ein wichtiges innenpolitisches Problem zu klären. Aber damals war kein Präsident oder Kanzler in der Lage, vor Mitte Januar die Regierungsgeschäfte aufzunehmen? Zwei Wochen, in denen niemand etwas tun konnte??? Wer's glaubt!

Zumal mir niemand erzählen kann, daß Israel seine Verbündeten und bereitwilligen (auch kostenlosen!!) Waffenlieferanten nicht vorab informiert hat. Aber dieses Land genießt schlicht Narrenfreiheit. Und genau das meint Bennett mit seiner Bemerkung: Sie können machen, was sie wollen, mehr als ein förmlicher Protest wird nie kommen. Und allein der wird dann wieder als Beweis für den "internationalen Antisemitismus" mißbraucht, dessentwegen Israel sich weiter aufrüsten und gegen die Übermacht seiner mörderischen Gegner "verteidigen" muß.

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zazzel 08.01.2013, 10:29
13. Was Israel akzeptieren muss...

Achja, der typische SPON-Quark: "noch extremere Positionen", "gnadenlos", das übliche antiisraelische Gewäsch.

Zitat von horst hanson
"Wir müssen uns fragen, was richtig für uns ist. Die Welt wird uns zwar verurteilen - aber es dann einfach akzeptieren", sagte er in einem Interview mit der "Times of Israel". Es ist jetzt Aufgabe der Gesellschaft und Politik Politikern wie Bennett klar aufzuzeigen, dass die Welt eben diese Schritte nicht akzeptiert und nötigenfalls glaubhaft sanktioniert.
Die Welt akzeptiert ja auch seit Jahrzehnten den massiven Antisemitismus der Hamas und der Fatah. Andererseits - vielleicht haben Sie recht, und es wird auch weiterhin mit zweierlei Maß gemessen. Während die Palästinenser Israel vernichten und die Juden töten wollen, hört man solcherlei komischerweise nicht von den "extremen Rechten" der israelischen Parteienlandschaft.

Vermutlich gibt es auch keine antimuslimische Hetze im israelischen Fernsehen. Bei den Nachbarn drumherum sieht das ja völlig anders aus. Da kann ich durchaus Memri.tv empfehlen, wenn man das mal übersetzt sehen möchte.

Übrigens hat Israel - komischerweise halten die sich an Abmachungen, anders als ihre Nachbarn - auch schon Siedlungen wieder *abgebaut*, die sie zuvor errichtet haben.

Außerdem verstehe ich nicht, was an jüdischen Nachbarn in einem künftig möglicherweise palästinensischen Ostjerusalem auszusetzen sein soll.

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Atheist_Crusader 08.01.2013, 10:32
14.

Ich halte Israel ja jeden sinnvollen Zweifel zugute, aber wenn man erst etwas von Friedenslobbyisten liest oder Israelis die sich für eine vernünftige Zweistaatenlösung einsetzen... und dann die Mehrheit solche Leute wählt, dann kann man nur den Kopf schütteln. Wenn der Wahlkampf immer wieder von den gleichen Themen dominiert wird, dann werden Wahlen effektiv zu Volksbefragungen.

Ich weiß nicht, was der durchschnittliche Israelis glaubt was passieren wird, wenn diese Besatzungssituation mal beendet wird, aber ganz offensichtlich hält er es für weniger schlimm, als von sämtlichen Nachbarn gehasst zu werden. Von Leuten die so resigniert und verzweifelt sind, dass sie alle ihre Energie investieren und ihr Leben riskieren, nur um Israel zu schaden. Irgendwas an dieser möglichen Zukunft muss so beängstigend sein, dass der Status Quo (Selbstmordattentate, Terror, eine Zweiklassengesellschaft, dreijähriger Wehrdienst, Raketenbeschuss, alle paar Jahre ein Krieg) plötzlich gar nicht mehr so schlecht erscheint.
Ich in der Situation würde schlicht auswandern wollen, aber ich bin auch weder Israeli noch Jude noch Jemand für den das "Heilige" vor dem "Land" irgendeinen Unterschied machen würde.

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charlybird 08.01.2013, 10:32
15. Man denkt immer,

es sind die Alten, die die Revanchisten abgeben, die keinen Frieden wollen, aber die Jungen scheinen noch schlimmer, die wollen noch nicht einmal die Voraussetzungen für einen Frieden.

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Oberleerer 08.01.2013, 10:33
16.

Eine 2-Staatenlösung wird den Konflikt auf ewig zementieren und den Geschäftemachern und Warlords nutzen.

Wenn der gesamte Krisenherd zu einem Land zusammengezogen wird, wird es irgendwann unvermeidlich sein, auch die nichtjüdische Bevölkerung zur Wahl zuzulassen. Dann wird Israel zum Vielvölkerstaat.

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ernie78 08.01.2013, 10:38
17. was hat denn israel...

zu befürchten, wenn sie hunderte weitere siedlungen baut? sie haben nichts zu befürchten. die paar uno resulotionen sind das papier nicht wert.

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tulius-rex 08.01.2013, 10:41
18. Hoffentlich

Hoffentlich werden dann die Zäune und Mauern nicht noch höher, denn irgendwann weiss man nicht mehr, wer draussen und wer drinnen ist.

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ex_pat 08.01.2013, 10:42
19. Ich muss sagen,

daß es mir mittlerweile ziemlich egal ist, was in Israel und Palästina passiert.
Ich habe mich, so traurig es ist, damit abgefunden, daß es dort erst Frieden geben wird, wenn sich die letzten Israels und Palästinenser gegenseitig ermordet haben.
Der Haß, der dort Säuglingen auf beiden Seiten bereits mit der Muttermilch eingeflößt wird, ist um ein Vielfaches stärker als der Wille, nebeneinander zu leben.
Zivilisation ist das ja wirklich kaum noch zu nennen... sollen sie sich eben umbringen.
Es ist mir durchaus bewußt, daß diese Sichtweise nicht populär ist, aber jeder, der die geschehnisse dort auch nur am Rande verfolgt wird zugeben müssen, daß sie realistisch ist.

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