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Israels rechter Aufsteiger Bennett: Der Bulldozer
DPA

Kurz vor der Wahl in Israel stürzt Benjamin Netanjahu in Umfragen ab: Er bekommt gefährliche Konkurrenz von rechts. Ausgerechnet sein einst engster Mitarbeiter, der junge Multimillionär Naftali Bennett, nimmt dem Premier Stimmen ab - er punktet mit noch extremeren Positionen zur Palästina-Frage. Naftali Bennett: Ein Multi-Millionär macht Netanjahu Konkurrenz - SPIEGEL ONLINE

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hdwinkel 08.01.2013, 12:58
80. Selbstbestimmungsrecht

Zitat von nobbie.
...Eine Ein-Staaten-Lösung wird es ohne gesicherte jüdische Mehrheit nicht geben. Da brauchen Sie sich keine Illusionen machen. Die Juden scheinen aus ihrer Geschichte gelernt zu haben und sonst reicht auch ein Blick in die muslimisch dominierten Nachbarstaaten. Davon abgesehen würde es den Zionismus, der eine Heim- und ZUFLUCHTSstätte für Juden schaffen wollte, ad absurdum führen...
Das Selbstbestimmungsrecht des jüdischen Volkkes steht ja außerfrage, aber eine 1-Staatenlösung bedeutet nun mal, den Palästinensern genau dieses Recht zu bestreiten.
Warum eigentlich? Sind die irgendwie minderwertig, haben diese das nicht verdient?
Israel kam in der Tat nicht in ein leeres Land.
Und schauen Sie mal, wieviele Unterzeichner der Unabhängigkeitserklärung tatsächlich aus dem Gebiet Palästina kommen:
Israelische Unabhängigkeitserklärung
Natürlich ist die Geschichte der Vertreibung und Ermordung des jüdischen Volkes bekannt. Aber dafür können die Palästinenser nunmal nichts.

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H21K 08.01.2013, 13:01
81. Was denn nun???

Zitat von nobbie.
Dass eine Zwei-Staatenlösung keinen Frieden bringt, sondern den Konflikt konserviert, davon bin ich fest überzeugt (es ist aber auch der einzige Punkt, bei dem ich Ihnen zustimme).
Zitat von nobbie.
Eine Ein-Staaten-Lösung wird es ohne gesicherte jüdische Mehrheit nicht geben. Da brauchen Sie sich keine Illusionen machen.
Jetzt verraten Sie doch dem geneigten Publikum bitte, wie Sie das Problem lösen würden. Ist keine Lösung Ihre Lösung?

M. a. W: Betrachten Sie den mörderischen status quo etwa als die "Lösung"?

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DesTeufelsAnwalt 08.01.2013, 13:04
82.

Zitat von ZeroQ
Ist es eigentlich nicht ein Widerspruch zu sagen Israel sei rechts? Rechts im politischen Sinne setze ich mit Rassismus, Nazis ect. gleich, oder ist damit was anderes gemeint?
Nein, damit ist genau das gemeint.

Vilnai, ein israelischer Politiker, sagte: "Wenn die Palästinenser noch mehr Raketen abschießen und deren Reichweite vergrößern, bringen sie sich in die Gefahr einer "Shoah", weil wir alles in unserer Macht stehende tun, uns zu verteidigen".

Er droht also den Palästinensern mit einem Holocaust.
Beantwortet das Ihre Frage?

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schon,aber 08.01.2013, 13:07
83. Obama und Israel

Zitat von muscote
Also? Was ist ihre Schlussfolgerung? Wie soll es weitergehen? Und so alleine, wie sie schreiben, steht Israel ja nun wirklich nicht da. Was wäre Israel ohne die andauernde hilfe des Westens, was wäre Israel ohne die felsenfeste Unterstützung durch die USA?
Was unter Obama ist daran felsenfest?
Dessen Sympathien für die Araber? Für Israel jedenfalls nicht.
Sehen Sie.

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Waldbahner2 08.01.2013, 13:13
84.

Zitat von bartholomew_simpson
Sicher hätte auch die Lösung in Form eines Vielvölkerstaates ihren Charme. Aber dafür sind Voraussetzungen wie ein demokratischer Grundkonsens, ausreichender Wohlstand, Bildung etc. notwendig. In der wohlhabenden Schweiz funktioniert es, während es Jugslawien zerlegte. Bei den jetzigen Verhältnissen wird es zwischen Israelis und Palästinensern auch nicht funktionieren.
Weil Israel total überschuldet ist oder aus welchem Grunde
sollte es nicht klappen?

Wenn die Palestinenser von den reichen Golfstaaten
unterstützt werden, dies geschieht ja schon teilweise,
könnte das auch Israel nützlich sein.

Ohne eine friedliche Lösung mit den Palestinensern wird
Israel auch in hundert Jahren nicht in Frieden leben können.

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charlybird 08.01.2013, 13:18
85. Ich

Zitat von fabian03
Ist wohl war, es sind gerade die Jungen die sich als Selbstmordattentäter zur Verfügung stellen oder Raketen auf Israel abfeuern. Das ist auf der anderen Seite natürlich verständlich, jemand wie Scheich Ahmad Yasin ist als geistiger Terrorist natürlich gefährlich aus rein physischen Gründen war er das nicht.
gebe durchaus zu, dass das für beide Seiten gilt. Ich vermute aber, das sehen Sie anders.
Bennett sagt: Einen palästinensischen Staat wird es mit ihm nicht geben. Teile der Hamas akzeptieren den Staat Israel nicht. Daraus folgt aber nicht, dass alle Israelis keinen palästinensischen Staat wollen, und alle Palästinenser Israel nicht akzeptieren. Nur genau diese Betonköpfe sorgen dafür, dass sich nichts ändern wird, schlimmer noch, sie wollen es gar nicht.

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pdbof 08.01.2013, 13:30
86. Naja

Zitat von SamuelTee
... bis bei der momentanen Entwicklung ein neuer großflächiger Krieg entsteht. Die "Welt" wird das Verhalten vielleicht "einfach akzeptieren" (feige, wie sie ist!), die Nachbarstaaten werden es auf Dauer nicht.
Die Nachbarn Israels protestieren zwar lautstark gegen die Behandlung der Palästinenser durch die Israelis, ansonsten sind sie ihnen aber wohl herzlich egal.

- Libanon, wird wohl kaum was machen, evtl. ein paar Raketen der Hisbollah

- Syrien hat ganz andere Probleme, und das wohl noch einige Jahre lang, selbst wenn Assad weg ist

- Jordanien, wird sich schön raushalten

- Ägypten, die können über die Hamas den Israelis das Leben schwer machen, aber Krieg führen um noch eine Niederlage zu kassieren, wohl kaum...

So traurig ich auch den Umgang der Israelis mit den Palästinensern auch finde, ich befürchte Bennett wird mit seiner Analyse recht behalten....

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Whitejack 08.01.2013, 13:32
87. Nicht dramatisieren

Bennett nimmt weniger Netanjahu Stimmen ab als die Stimmen der ins Taumeln geratenen Israel Beitenu-Partei mit Avigdor Lieberman. Diese Partei ist ebenfalls eine Rechtsaußen-Partei, aber Lieberman hat mit staatsanwaltlichen Ermittlungen zu kämpfen und ist vor kurzem als Außenminister zurückgetreten. Es überrascht nicht, dass eine andere, ähnlich gesinnte Partei in dieses entstehende Vakuum vorstößt, ist aber noch kein Beweis dafür, dass Israel wirklich weiter nach rechts rückt.

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nobbie. 08.01.2013, 13:36
88.

Zitat von muscote
Also? Was ist ihre Schlussfolgerung? Wie soll es weitergehen? Und so alleine, wie sie schreiben, steht Israel ja nun wirklich nicht da. Was wäre Israel ohne die andauernde hilfe des Westens, was wäre Israel ohne die felsenfeste Unterstützung durch die USA?
Ich weiß es nicht. Mit dem status quo kann Israel aber einigermaßen leben. Der Hass bei den Arabern sitzt zu tief, mittelfristig wird sich da gar nichts bewegen über Friedensinitiativen. Dafür bräuchte es erst einmal Fürsprecher bei den Palästinensern.

Israel braucht Grenzen (und eine zumindest halbwegs autarke Wasserversorgung), die es verteidigen kann. Es gibt keinerlei Anzeichen dafür, dass die muslimische Bedrohung abnehmen wird - im Gegenteil. Diese Grenzen hat Israel ohne Teile der Westbank nicht. Und vor allem hat es sie nicht mit einem weiteren feindlich gesinnten Staat direkt vor der Haustür, der nicht nur als riesige Raketenabschussrampe, sondern auch als Aufmarschgebiet arabischer Armeen dienen kann.

Eine langfristige Lösung wird man vermutlich nur mit Jordanien erreichen (Aufspaltung der Westbank und eine Vereinigung mit der palästinensischen Mehrheit in Jordanien, eventuell auch auch Staatsstreich gegen die Hashemiten, wie bereits erfolglos versucht). Ich weiß es nicht. Es ist aber auch nicht meine Aufgabe.

Wo war die Welt '47/'48? Wo war sie '67 (als die internationale Truppe sogar vor Ort war, aber Nasser sie einfach wegschicken konnte) und wo war sie '73? Der jordanische Überfall nach der Staatsgründung war im Gegenteil, sogar britisch unterstützt. Die äqyptische Armee war '67 von der Sowjetunion massiv hochgerüstet und hatte modernste Panzer in großer Zahl (T-55).

Israel ist ein moderner Industriestaat, dass einzige was es braucht, sind Handelspartner, wie wir auch. Die USA standen erst an der Seite Israels, als es ein Faktor im Kalten Krieg wurde. 47/48 war bis auf einen Staat des Ostblocks niemand bereit, den Israelis Waffen zu verkaufen (und das kurz nach dem Holocaust).

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Claudio Tiberio 08.01.2013, 13:36
89.

Zitat von tromsø
Traurig, aber wahr. Schon die Likud läufe in Deutschland Gefahr, verboten zu werden, von noch radikaleren Parteien (viel weiter rechts und nationalistisch) ganz zu schweigen. Und alle zusammen holen die Mehrheit!
Wenn um uns herum die Staaten uns so lieb hätten, dann wäre auch hier eine andere politische Mehrheit vertreten. Wir hätten eine ganz andere Sozialisation!! Obwohl ich rechts ablehne, wird es wohl Zeiten geben wo selbst diese Gattung ihre Berechtigung hat. Ich glaube, das Israel immer gezwungen sein wird, seine Stärke zu beweisen. Fehler zu machen, in so einer Situation, ist auch nur menschlich.

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