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Katholische Kliniken und Vergewaltigung: Abweisung in Gottes Namen
DPA

Eine 25-Jährige wurde möglicherweise vergewaltigt und sollte untersucht werden - doch zwei katholische Kliniken in Köln wiesen die Patientin ab. Ein bedauerlicher Einzelfall, heißt es nun. Doch der Vorgang zeigt, welches Klima in den Kliniken des Erzbistums zu herrschen scheint. Köln: Vergewaltigungsopfer von katholischen Kliniken abgewiesen - SPIEGEL ONLINE

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moistvonlipwik 17.01.2013, 22:25
160.

Zitat von sysop
Eine 25-Jährige wurde möglicherweise vergewaltigt und sollte untersucht werden - doch zwei katholische Kliniken in Köln wiesen die Patientin ab. Ein bedauerlicher Einzelfall, heißt es nun. Doch der Vorgang zeigt, welches Klima in den Kliniken des Erzbistums zu herrschen scheint.
Juristisch dürften die Kliniken auf der sicheren Seite sein: unmittelbare Not lag nicht vor (unterlassene Hilfeleistung liegt also nicht vor) und ein Kontrahierungszwang bestand nicht.
Politisch war das ganze ein Eigentor: wie sich auch hier im Forum zeigt, ist dies Wasser auf die Mühlen der Laizisten.

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nimue11 17.01.2013, 22:32
161. Das sehe ich genau so

Zitat von Joachim Baum
Die beiden betroffenen Krankenhäuser sind keine Privatkliniken (nicht zu verwechseln mit privater Trägerschaft) sondern dienen der medizinischen Grundversorgung der Stadt Köln und werden entsprechend mit öffentlichen Geldern unterstützt und mit Kassenbeiträgen betrieben. Diese Krankenhäuser unterstehen den gleichen jährlichen Überprüfungen bezüglich der regionalen Bedarfszahlen (Bettenzahl) wie jedes andere Krankenhaus der Grundversorgung auch. Eine Abweisung von Patienten darf/kann es allenfalls bei Belegungsproblemen geben. Was dort geschehen ist, ist ein eklatanter Verstoß gegen die Versorgungspflicht, ethische Grundsätze egal welcher Art und aufgrund welcher Überzeugung auch immer die zu einer Abweisung führen sind unzulässig.
Und was mich auf die Palme bringt, ist der Tatbestand, dass die Politik es versäumt, Kirche und Staat sauber zu trennen. Die Katholiken mögen glauben was sie wollen - aber öffentliche Einrichtungen (es sind ja keine Privatklinken) unterstehen unseren Rechtsnormen. Die Kirche kann sich gern zurückziehen.

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janus 17.01.2013, 22:37
162.

Zitat von c++
Der Vorfall ist ja bizarr. Ich hätte nicht gedacht, dass so etwas noch möglich ist. Zum Glück bin ich nicht in der kath. Kirche. Deren Verhalten ist nicht nachvollziehbar. Das muss doch Konsequenzen haben.
Warum man sich hier so aufregt. Nach der Rechtsauffassung einiger Katholiken in den Staaten und auch einiger führender Personen im Hinduismus ist doch die Frau an sich schuld an einer Vergewaltigung. Mit der Erbsünde, in dem Fall dem Kind eines ekligen Vergewaltigers, muss sie dann auch die Mitschuld tragen......
Ein Glück dominieren keine Fanatisten wie Kardinäle das Gesellschaftsbild.

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makese 17.01.2013, 22:37
163. jo

Zitat von meinung93
liebe kirchenhasser, ja hier wurde (leider mal wieder) falsch gehandelt und ja hier ist sie wieder die ewig gestrige (katholische) Kirche. es schmerzt aber zu sehen wie dies wieder zum Anlass genommen wird die kirche ( und somit auch das elementarste unseres heutigen friedlichen Zusammenlebens ) mit......
Lieber Kirchenfreund,

es soll Menschen geben (z.B. mich), die an ein höheres Wesen glauben (können wir gerne den lieben Gott nennen), aber der Meinung sind, dass sie mit dem auch ohne selbsternannte Dolmetscher kommunizieren können. Ich bin auch der Überzeugung, dass der liebe Gott diese Hilfe gar nicht benötigt. Er wird in der Lage sein, mit mir persönlich zu sprechen. Oder bezweifeln sie das etwa?
Btw.:Ich kenne einige Länder, die keine Staatsreligion wie wir in Deutschland haben und wo sich auch die katholische Kirche behaupten kann. Allerdings ein wenig menschenwürdiger und liberaler als in Deutschland.

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chalchiuhtlicue 17.01.2013, 22:39
164.

Zitat von moistvonlipwik
Juristisch dürften die Kliniken auf der sicheren Seite sein: unmittelbare Not lag nicht vor (unterlassene Hilfeleistung liegt also nicht vor) und ein Kontrahierungszwang bestand nicht.
FALSCH! Zumindest eine der Frauen hatte ja stechende Schmerzen im Unterleib. Als Notarzt ist dies für mich ein Hinweis auf eine durch eine mögliche Vergewaltigung verursachte Verletzung an Vagina, Uterus oder Ovarien. Bei Vergewaltigungen kann es zu in die Bauchhöhle penetrierenden Verletzungen kommen, die zu Infektionen der selben und somit zu Lebensgefahr bedeuten. Bis zum Ausschluß einer solchen Verletzung ist eine Patientin mit stechenden Schmerzen im Unterleib nach möglicher Vergewaltigung ganz klar als Notfall anzusehen und kann somit von einem Krankenhaus der Notfallversorgung NICHT abgewiesen werden!

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Achmuth_I 17.01.2013, 22:39
165. Richtig...

Zitat von a.b. surd
...Aus dem Artikel geht nicht hervor, welcher Facharztgruppe die Ärztin zuzuordnen ist. Es ist also nicht klar, ob es sich um eine Gynäkologin gehandelt hat. Falls das nicht der Fall ist, war die Abweisung des Krankenhauses umso kritischer.
...aus dem Artikel geht nicht viel hervor.
sind folglichermassen Ahnungen und keine Tatbestände.
Folgerungen daraus also nichts als Spekulation.
Ein Eigentor war das dennoch für die katholische Kirche.

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Achmuth_I 17.01.2013, 22:41
166. Wenn das so ist...

Zitat von weberknecht78
Genau richtig! Wenn sie Privatkliniken machen, die sie komplett selbst finanzieren (aus der Kirchensteuer), können sie machen was sie wollen. Nicht aber, wenn sie öffentliche Gelder und Krankenkassenbeiträger aller nehmen.
...dann hat das auch Folgen - allerdings fehlt mir irgendein Hinweis, dass das so ist.

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moistvonlipwik 17.01.2013, 22:42
167.

Zitat von nimue11
Und was mich auf die Palme bringt, ist der Tatbestand, dass die Politik es versäumt, Kirche und Staat sauber zu trennen.
Sie versäumt es nicht - sie will es nicht.
Die Union hat die Verbindung bereits im Namen. Die CSU würde auf den Versuch, einen scharfen Laizismus nach französischem Vorbild einzuführen, mit Sezession antworten.
In der SPD wurde die Gründung einer AG Laizisten vom Vorstand gestoppt.
Auch in den Grünen gibt es gegen diese Idee heftigen Widerstand.
Die FDP hält sich raus.
Unterstützung findet derlei nur in der Linkspartei und bei den Piraten.

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twasdriever 17.01.2013, 22:42
168. Katholiken-Bashing

Zitat von leilaoe
Ich würde mir einen anderen Umgang mit Vergewaltigungsopfern wünschen. Scheinbar waren die Ärztinnen ungeübt im Umgang. Laut katholischer Weisung hätte das Mädchen behandelt werden müssen und darauf verwiesen werden müssen, dass im Falle einer Schwangerschaftsberatung eine andere Stelle, z.B. das evangelischen Krankenhaus, verantwortlich ist. Die Geschichte ist traurig, hier aber wieder einen Anlass zum Katholiken-Bashing zu finden, ist doch wieder etwas offensichtlich.
Hier in diesem Forum geht es doch überhaupt nicht um Empathie mit der jungen Frau als dem Opfer einer völlig verwerflichen Straftat. Der sehr traurige Anlass wird nur für Katholiken-Bashing bzw. Kirchen-Bashing instrumentalisiert.

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drehrumbum 17.01.2013, 22:45
169.

Zitat von rkjeld
Als Arzt wollte ich nicht in einem KH arbeiten, das Vergewaltigungsopfer nochmal zum Opfer macht.
Das sicher völlig aufgelöste Opfer sollte eigentlich erst jetzt von diesen Vorgängen aus den Medien erfahren haben. Ich hoffe, dass dies im Dezember auch noch so gegeben war – manche Foristen haben aber hier ausdrücklich kundgetan, dass sie selbst dazu nicht in der Lage gewesen wären, damals weitere Aufregungen zu vermeiden.

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