Forum: Blogs
Keine Ferndiagnostik, sondern Recherche

 

Seite 1 von 11
Lothar B. 19.12.2012, 17:41
1.

Frau Lakotta,

Noch immer kein Wort zum Verhalten des Richters? Kein Wort zur Beweiswürdigung im Urteil?

Noch immer kein Wort dazu, ob die Staatsanwaltschaft nicht auch einen Anfangsverdacht hätte entdecken müssen, wenn sich jemand selbst der Beihilfe zum Schwarzgeldschmuggel bezichtigt und wenn Namen und Daten genannt werden?

Und am wichtigsten: kein Wort dazu, ob man ernsthaft jemanden für gemeingefährlich erklären kann, der nur eines gewaltsamen Ehestreits angeklagt war? Sind die dem Herrn Mollath vorgeworfenen Handlungen (aber nicht bewiesenen) für sie schwere Straftaten?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Umdenken 19.12.2012, 21:39
2.

Sehr geehrte Frau Lakotta,
ich glaube viele Menschen bewegt dieser Fall, gerade weil es Ungereimtheiten gibt, die scheinbar nicht logisch zu erklären sind. Zum Beispiel, warum Herrn Mollath eben nicht in den Genuss des "Goldstandard" der Justiz gekommen ist.
Warum er vom Gericht als Reifenstecher angesehen wurde, obwohl die Indizien auch einen anderen Schluss zulassen.
Ein Drittes irritiert mich. Warum fahren Menschen mit Bargeld jede Woche in die Schweiz? Ist das der normale Geldverkehr zwischen Banken?
Viertens frag ich mich, kann eine langsam scheiternde langjährige Lebensplanung nicht einen der Ehepartner völlig aus der Bahn werfen?
Ja, es besteht die Möglichkeit, das ein gescheitertes Leben einen in Grenzbereiche des menschlichen Geistes führen.
Der Kern des Falls ist aber der Transport von Bargeld von Deutschland in die Schweiz. Und mit Sicherheit handelt es sich kaum um deliktisches Geld. Zum Delikt wird es wohl erst wenn die Erträge in der Schweiz nicht angezeigt werden. Die Frage bleibt, warum bringt man regelmäßig Bargeld in die Schweiz?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
thatandthis 19.12.2012, 22:19
3. Thema verfehlt, oder: Der Ton macht die Musik.

Frau Lakotta, meines Erachtens geht Ihr Rechtfertigungsversuch am Thema der Kritik auf Ihren letzten Artikel vorbei. Erstens verfallen Sie direkt zu Anfang in den gleichen abfälligen Jargon, wie z.B. Unterstützer von Herrn Mollath als "Internet-Mob" zu bezeichnen, indem Sie von einem "Shitstorm" reden. Soweit ich den Großteil der Kritiken lese, so sind sie fundiert und meist in einem sachlichen Ton. Das zeigt schon Ihre geringe Wertschätzung für die Menschen, die sich in diesem Fall für einen aus deren Sicht richtigen Zweck einsetzen. Es geht in diesem Fall auch um keine "Hippies", die sich für freie Drogen einsetzen, es geht um eine breite Gruppe von Bürgern, Akademikern, Ärzten, Richtern usw., die nach reiflicher Überprüfung der frei zugänglichen Fakten zu der Überzeugung gelangt sind, dass einem Menschen großes Unrecht angetan wurde und wird. Da sollten Sie erstmal ein wenig Respekt zeigen, auch wenn Sie scheinbar zu einem anderen Resultat kommen.
Das zweite Problem ist ihr grundsätzlicher Ansatz. Sie versuchen klarzumachen, dass es keinen Skandal gäbe und Herr Mollath zurecht dort ist, wo er jetzt ist. Sie unterstützen also, dass ein Mann eingesperrt und fast aller Rechte beraubt ist. Die Unterstützer Herr Mollaths wollen lediglich eine Wiederaufnahme und Untersuchung, da eine MASSE von Dokumenten und Aussagen vehement an den Wahn-Diagnosen und an der Glaubhaftigkeit der einzigen Belastungszeugin zweifeln lassen. Man möchte, dass dies natürlich nach rechtsstaatlichen Verfahren verläuft, es hat niemand etwas zu befürchten. Niemand wird einfach so freigelassen. Ihre Argumentation (wie auch die von Justizministerin Frau Merk) drängt in Richtung einer Verhinderung der Untersuchung. Warum? Was gibt es denn zu befürchten? Das ist absurd! Es sei denn, man ist unzureichend informiert oder befangen. Dass Sie recherchiert haben, haben Sie gesagt. Ich frage mich also, welches Interesse kann man haben, eine neutrale Untersuchung der vielen neuen Fakten und Aussagen zu verhindern? Genau diese Frage stellt sich auch der "Internet-Mob", und die Antwort ist eben in keinem Fall erfreulich.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1630280123 20.12.2012, 09:27
4.

RA Thomas Stadler antwortet 19.12.2012:
"Auch wenn Frau Lakotta mir (ebenfalls) Verzerrung vorwirft, bestätigt ihre Stellungnahme den Vorwurf des Tendenzjournalismus eher als ihn zu widerlegen. Denn Beate Lakotta relativiert ihre Aussagen zumindest teilweise und gibt zu erkennen, dass sie bestimmte Umstände gar nicht erwähnt hat, obwohl sie ihr bekannt und bewusst waren." http://www.internet-law.de/2012/12/spiegel-autorin-antwortet-auf-meinen-blogbeitrag-zum-fall-mollath.html

Beitrag melden Antworten / Zitieren
spon-facebook-1630280123 20.12.2012, 19:32
5.

Hamburgs Star-Anwalt Strate vertritt Gustl Mollath http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article112148395/Hamburgs-Star-Anwalt-Strate-vertritt-Gustl-Mollath.html
Damit wird die rechtliche Seite abgedeckt.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
angste 20.12.2012, 19:46
6.

Liebste Frau Lakotto,

natürlich war die Geldwäsche nicht zu beweisen...zumindest nicht von der Bank.

Sie hätte damit gleichzeitig ihre Kunden die in die Sache mit reinziehen müssen, denn Petra Mollath hat für Bankkunden das Geld in die Schweiz gebracht, die Bank hätte hätte das Bankgeheimnis verletzen müssen, ihren Ruf ruiniert..

Außerdem wissen wir doch heute, daß die Bank damals alles tun mußte, um staatsanwaltschaftliche Untersuchungen in der Bank zu vermeiden, die durch weitergehende Maßnahmen (außer der Kündigung) unweigerlich gekommen wären.

Im Revisionsbericht steht:
"...Allen Mitarbeitern waren viele und gravierende Verfehlungen bzw Verstöße gegen interne Richtlinien WIE AUCH EXTERNE VORSCHRIFTEN (U.A. ABGABENORDNUNG, GELDWÄSCHEGESETZ, WERTPAPIERHANDELSGESETZ) anzulasten....Auf weitergehende Massnahmen wurde wegen der Trennung von den Mitarbeitern verzichtet..."

Also nix mit Unschuld und Petra Mollath und demzufolge Schuld von Gustl Mollath. Sie wissen das sehr genau.

"...der lebensgefährliche Charakter und der Umfang der Reifenstechereien..."

Im Urteil ist von einem (von 2 an einem PKW) zerstörten Reifen, bei dem die Luft erst während der Fahrt entwich. Da hat jemand nicht richtig zugestochen, nicht perfide einen Unfall provozieren wollen.

Prof. Kröber hat nach eigenen Angaben die Aussagen von Petra Mollath und die Akten herangezogen...um zu begutachten, ob eine Störung IMMER noch vorliegt....

wenn Frau Mollath also Jahre vorher bei Gericht gesagt hätte, Mollath hat ein Gipsbein, hätte Kröber daraus geschlossen, daß Mollath weiterhin ein Gipsbein hat?

Ein Beleg dafür, daß Mollath weiterhin eine Gefahr ist, sind Aussagen und Akten nicht, so ein Urteil ist ohne persönliche Begutachtung gar nicht möglich. Oder reicht bei hochqualifizierten Gutachtern Hörensagen?


Usw, usw.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Kurbjuhn 20.12.2012, 20:30
7.

Auf Seite 16 des HVB_Berichts heißt es doch eindeutig "Allen Mitarbeitern waren viele und gravierende Verfehlungen bzw. Verstöße gegen interne Richtlinien und externe Vorschriften (u.a. Abgabenordnung, Geldwäschegesetz, Wertpapierhandelsgesetz) zu machen. Die Mitarbeiter, insbesondere Frau Mollath haben wenig dazu beigetragen, die gegen sie und die Bank erhobenen Vorwürfe zu entkräften." Zumindest bei der HVB scheint man der Ansicht zu sein, dass Frau Mollath gegen das ein oder andere Gesetz verstoßen hat.
Ich versteh nicht so ganz, warum sie diese Passage unterschlagen, wenn Sie nur ein paar Zeilen weiter etwas zitieren.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
dante_bon 20.12.2012, 20:34
8.

für frau lakotta und die redakteure, die ihren aufsatz passieren liessen, zwei lesetipps:

http://www.humana-conditio.de/?p=184

http://www.newsandbuy.de/Mollath_Presse.htm

so sieht journalismus aus.
mfg,
dante

Beitrag melden Antworten / Zitieren
creatext 20.12.2012, 22:11
9.

Frau Lakotta hat alles richtig gemacht, was man von einer guten Journalistin erwartet. Und doch verfestigt sich der Eindruck, dass sie eine "nützliche Idiotin" bestimmter Kreise geworden ist. Wenn in absehbarer Zeit herauskommt, dass die Ex-Frau von Gustl Mollath sowohl die Gewalttätigkeit ihres Mannes frei erfunden als auch die Reifenstecherei selbst in Auftrag gegeben hat, dann kann Frau Lakotta ihre zweifellos vorhandenen Recherche-Qualitäten einsetzen, um die Motive für das Handeln von Mollaths Ex-Frau herauszufinden.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 1 von 11