Forum: Blogs
Keine Ferndiagnostik, sondern Recherche

 

Seite 3 von 11
tolate 21.12.2012, 21:15
20.

Sehr veehrte Frau Lakotta, nachdem nun geklärt ist, dass ein Attest der Frau Dr. R. deshalb nicht von ihr erinnert werden kann, weil es ja von ihrem Sohn ausgestellt worden war, komme ich nun doch noch mal auf das Problem der Glaubwürdigkeit von Gutachten auf dem Gebiet der forensischen Psychiatrie zu sprechen. Das ist von Bedeutung, denn genauso wenig wie ein rechtskräftig gewordenes Urteil beweist, dass der dort vom Gericht für wahr befundene Sachverhalt stimmen muss, genauso wenig muss ein forensisch-psychiatrisches Gutachten zutreffend sein.

Es wurde vom Gericht für zutreffend gehalten, das stimmt. Die Ausführungen der Sachverständigen wurden als überzeugend betrachtet, jedenfalls bei den Gutachtern, deren Ausführungen für eine Fortsetzung der Unterbringung gesprochen haben. Die Ausführungen der anderen Gutachter dagegen waren nicht überzeugend.
Noch ein paar Gedanken zu Verhaltensweisen während einer seit dem Jahr 2001 vom BVG für unzulässig erachteten zwangsweisen Unterbringung zur Erstellung eines forensisch-psychiatrischen Gutachtens. Ein Mensch wird gegen seinen Willen in die betreffende Anstalt gebracht, möglicherweise dem üblichen Aufnahmeritual mit Entkleidung unterzogen und muss nun für die nächsten Wochen mit den sanitären Möglichkeiten und er Küche vorlieb nehmen, wie sie halt dort gegeben sind. Er möchte protestieren, sich wehren, nicht gerade auf die aggressive Tour, aber nachhaltig obstinat. Da macht es doch Sinn, das Essen zu verweigern, in der Unterhose herumzulaufen, wann immer man das selbstbestimmt möchte, und sich nicht zu waschen. Nicht gerade die feine Art, und wie man sieht, auch nicht ungefährlich, aber zunächst einmal nachvollziehbar. Und "Nachvollziehbar" und "Wahn", das schließt sich aus.
Es gab mal einen Oberarzt in einer forensischen Psychiatrie, von Beruf eigentlich Postbote, namens Postel. Dieser hat es fertiggebracht, zirka 60 Sachverständigengutachten zu erstatten, nach einem in der Klinik vorhandenen Mustergutachten des renommierten Professor Dr. med. Leygraf, die auch bei einer Nachuntersuchung nach seiner Enttarnung nicht zur Aufhebung der jeweiligen Urteile genötigt haben. Ein Mustergutachten und ein Gespür dafür, was das Gericht würde hören wollen, waren laut dem Herrn Postel die Grundlage für seinen Erfolg als Gutachter. Er habe offensichtlich überzeugend mit den Worthülsen jongliert.

Dieser Mensch war auch in der Lage, mit einem erfundenen Thema seiner angeblichen Promotion sich gegen zahlreiche andere Bewerber durchzusetzen, sein Chef war hoch zufrieden mit ihm, seine Wahl zum Chefarzt stand an.

Entdeckt wurde er von einem Mitbewerber um die Stelle, ich unterstelle mal, dass dessen Motivation zu den angestellten Nachforschungen auch was mit Futterneid zu tun gehabt haben könnte.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maurice_13 21.12.2012, 22:06
21.

Geehrte Frau Lakotta,
recherchieren Sie doch bitte mal ob es Belastungsgründe von Frau Mollath gegen ihren Mann geben könnte. Oder ob es reaktive Ursachen für Herrn Mollath's Verhalten geben könnte. Z.B Tod seiner Mutter, dann das für Herrn Mollath extrem Belastende wohl doch kriminelle Verhalten seiner Frau. Dies kann sehr wohl zu traumatischen Belastungsstörungen führen, in dehnen wahnhaftes Verhalten als Symptom auftreten kann. Recherchieren Sie doch mal in diese Richtung. Und warum wird in Deutschland eine PTBS durch kumulierende Stressereignisse nicht diagnostiziert, in anderen Ländern aber doch? Recherchieren Sie doch bitte auch: Warum ist Mollath nie zuvor auffällig gewesen? Was recherchieren Sie zu der Eidesstattlichen Erklärung von einem alten Bekannten, der die ehemalige Frau Mollath schwer belastet?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maurice_13 21.12.2012, 22:25
22.

Geehrte Frau Lakotta,
recherchieren Sie doch bitte mal ob es Belastungsgründe von Frau Mollath gegen ihren Mann geben könnte. Oder ob es reaktive Ursachen für Herrn Mollath's Verhalten geben könnte. Z.B Tod seiner Mutter, dann das für Herrn Mollath extrem Belastende wohl doch kriminelle Verhalten seiner Frau. Dies kann sehr wohl zu traumatischen Belastungsstörungen führen, in dehnen wahnhaftes Verhalten als Symptom auftreten kann. Recherchieren Sie doch mal in diese Richtung. Und warum wird in Deutschland eine PTBS durch kumulierende Stressereignisse nicht diagnostiziert, in anderen Ländern aber doch? Recherchieren Sie doch bitte auch: Warum ist Mollath nie zuvor auffällig gewesen? Was recherchieren Sie zu der Eidesstattlichen Erklärung von einem alten Bekannten, der die ehemalige Frau Mollath schwer belastet?

Beitrag melden Antworten / Zitieren
hmhmhmhm 21.12.2012, 23:28
23.

oans, zwoa, gsuffa!

http://tinyurl.com/d6k5368

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maurice_13 21.12.2012, 23:52
24.

Nun noch eine Anmerkung zur Qualifikation... haben Sie Jura oder Germanistik studiert...?
Den "Shitstorm" von unter anderen höher qualifizierten Menschen wie Jura Bloggern haben Sie ja selbst ausgelöst. Warum nur?

"Es würde mich nicht überraschen, wenn bei der angekündigten Überprüfung seiner Unterbringung oder der Tatvorwürfe von damals kein anderes Ergebnis herauskommen würde."

Es würde viele Menschen nicht überraschen. Eine Frau Gabrielle Wolff vielleicht nicht, einen Herrn Prantl vielleicht auch nicht ganz, um in ihrer eigenen suggestiv - Rhetorik zu antworten. Doch diese wirklichen Fachleute mit Insiderwissen über die Justiz haben größte Zweifel an den bisherigen Urteilen. Und genau deshalb ist der "Shitstorm" so groß und ich hoffe er wird noch viel größer!

Beitrag melden Antworten / Zitieren
acsmac 22.12.2012, 14:12
25.

Sorry, Frau Lakotta, aber wenn ich das alles hier so lese und nachprüfe, muss ich feststellen, sie wollen mich als Leser bewusst täuschen und lügen mich auch schlicht und einfach an.
Ich bin sehr enttäuscht.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tizian 22.12.2012, 22:20
26.

Ich finde es ja wenigstens mutig, sich hier zu äussern. Ich muss aber feststellen, dass doch viel unerwähnt bleibt. Da ganz viel schon geschrieben wurde möchte ich Folgendes anmerken.

Aus Sicht der Beweiswürdigung alleine ist das Urteil ein Skandal, haben Sie da mal mit Juristen gesprochen?
Für die Glaubwürdigkeit von Frau Mollath wäre alleine das Kündigungsverfahren als solches eine eindeutige Belastungstendenz gewesen, sie ist ja gekündigt worden, weil Mollath sie bei der Bank anschwärzte, es lag daher in ihrem Interesse, ihn verrückt dastehen zu lassen. Das Gericht beschied ihr aber, keinerlei Belastungstendenzen zu haben, das ist schlicht falsch.
Für die Glaubhaftigkeit der Aussage ist der späte Anzeigezeitpunkt zu beachten. In diesen Fällen habe ich nie erlebt, dass dann nur die Aussage der Frau reicht, sondern dass weitere Beweismittel erhoben werden, auch und gerade der Ersteller des Attestes wird dann als Zeuge geladen, u.U. auch die Beamten, die die Anzeige aufnahmen, einfach um zu klären, wie die zeitlichen Diskrepanzen erklärbar sind.

Bei der Beweiswürdigung fällt vor allem im Bereich der Reifenstecherei auf, dass dort, bei einem Indizienurteil, richtig schlampig gearbeitet wurde. Auch hier hat wieder die Aussage der Frau alleine gereicht. Alleine das Video, auf dem ein Täter angeblich zu sehen war, nicht anzusehen ist ein kleiner Skandal. Ausserdem sagte selbst Frau Mollath, dass es ihr Mann nur sein könnte. Ich habe Ordnungswidrigkeitenverfahren erlebt, wo anthropologische Gutachten gefertigt wurden, um zu klären, ob der -bestreitende- Betroffene auf einem Foto zu sehen ist. Hier dagegen reicht -wie gesagt- die nicht eindeutige (!) Aussage der Frau. Gerade den Komplex finde ich skandalös, insbesondere weil es sich nur um Indizien handelte.

Und was meinen Sie eigentlich mit "Goldstandard"? Gerade im Bereich der Strafjustiz bei all ihren belastenden Möglichkeiten für die Freiheit eines Menschen (wir reden im Fall Mollath nicht über eine kleine Geldstrafe!), sollte er dort gerade selbstverständlich sein, es ist traurig, mit welcher Selbstverständlichkeit das so von Ihnen geschrieben wird.

Zum HVB-Bericht:
Was Sie schreiben bezieht sich laut Bericht auf einen anderen, nämlich auf Wolfgang D., es steht explizit in dem Absatz, der mit seinem Namen überschrieben ist. Frau Mollath wurde einfach ausserordentlich gekündigt laut Bericht.

Und der Satz "auf weitergehende Maßnahmen wurde wegen der Trennung von den MItarbeitern verzichtet" bedeutet übersetzt, dass die Bank einiges hätte hinterherschieben können, aber verzichtete. Wenn nichts weiter möglich gewesen wäre, hätte man auch nicht "verzichten" können.

P.S.:
Übrigens, auch wenn es von Ihnen anders gemeint war: Das mit dem Attest kann Herrn Mollath sehr wahrscheinlich nutzen, da das Attest dann eben nicht von Frau Dr. Reichel stammt wie im Urteil steht, vgl. § 359 Nr.1 StPO, sondern von ihrem Sohn, während sie als Ausstellerin bezeichnet wird, das macht die Urkunde i.S.d.G. "unecht". Ich hab das schonmal so bezeichnet und finde den Vergleich weiter passend: Es könnte der "entlastende" Aktenvermerk sein, mit dem Hintze prahlte...

Beitrag melden Antworten / Zitieren
maurice_13 22.12.2012, 22:34
27.

Hallo Frau Lakotta;

Ich hoffe Sie lesen die Leserkommentare.
Nein, Sie haben nicht richtig gut recherchiert: zum Beispiel:

http://www.aufrecht.net/utu/psychose.html

"Schwere Mängel im psychiatrischen Klassifikationssystem"

Psychiatrie in D-land ist bisweilen tiefstes Mittelalter und mit Verlaub, ihre eigene "Schwarmintelligenz" verbreitet sich auf einer doch sehr konservativen Scheibe, ganz nach "keep calm and carry on". Psychologisch gesehen empfinde ich ihre Artikel über G. Mollath eher als typischen Verdrängunsreflex.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
tizian 22.12.2012, 22:50
28.

Ich wusste nicht, ob das noch hinpasst, deswegen schreibe ich es extra:

In Ihrem Artikel und in Ihrem Blogeintrag liest man davon, dass die HVB Mollath noch um Namen etc. bat und er die nicht geben wollte, damit -so erwecken Sie den Eindruck- diskreditieren Sie ihn und sein Material. Die Bank fertigt einen 16 seitigen Bericht, in dem x Verstöße festgestellt werden und aufgrund dessen die Bank sich von mehreren Mitarbeitern trennt... Fällt Ihnen der Widerspruch nicht auf? Offenbar hat das was Mollath gab, völlig ausgereicht für die bankinternen Ermittlungen -wie sonst hätte dieser Bericht gefertigt werden können?-, es war also auch konkret genug.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Umdenken 22.12.2012, 23:02
29.

Sehr geehrte Frau Lakotta,
Prinzip dieses Blogs soll wohl die Diskussion der Leser mit den Autoren sein. Ich vermisse die Diskussion. Insbesondere ihre Stellungnahme zu ihrer Darstellung des Telefonats mit Dr. Simmerl und dem Widerspruch der sich aus dessen Darstellung ergibt. Ich vermisse auch ihre Reaktion auf die Darstellung der SZ von heute zu der Entwicklung der Gutachtertätigkeiten.

Beitrag melden Antworten / Zitieren
Seite 3 von 11