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Kommunalwahl im Kosovo: Serbische Extremisten stürmen Wahllokale
AFP

Die Wahl im Kosovo galt als Test für die Beziehungen zum Nachbarn Serbien und der EU. Doch die Abstimmung droht zu scheitern: Serbische Hardliner attackierten Wahllokale, griffen Mitarbeiter und Wähler an und zertrümmerten Wahlurnen. Kommunalwahl im Kosovo: Serbische Extremisten stürmen Wahllokale - SPIEGEL ONLINE

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Ratzbär 04.11.2013, 11:33
20. Nachdenken

Zitat von brido
warum können sie nicht abstimmen ob/dass sie zu Serbien gehören? Es wird mir immer ein Rätsel sein, oder hängen zu viele Jobs der UN daran?Wieso können die Schotten abstimmen und sie nicht?
Das ist doch mal eine schöne Aufgabe, um darüber nachzudenken, sich zu informieren: Warum kann eine Gruppe von rd. 50 K Menschen nicht einfach einen Staat auseinanderreißen? Und wieso schafft es eine Gruppe von "Amöben", die jener Volksgruppe angehören, eine demokratische Wahl zu stören?

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Morgon 04.11.2013, 11:33
21.

Zitat von peer_vers
Nenne mir bitte einen Grund, warum den Serben (die sind eine Minderheit, sind noch nicht mal 10%) das Recht auf Unabhängigkeit zugestanden werden sollte? Kennst Du die Geschehnisse auf dem Balkan? Nein? Dann erst mal informieren bevor man so einen Quatsch raus haut.
Evtl. weil die Albaner auch nur eine Minderheit in Serbien waren, als sie ds Recht auf Unabhängigkeit bekamen (durch die NATO - zwangsweise) ?

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Ratzbär 04.11.2013, 11:34
22. Vermutung

Zitat von shmack
Wann haben Sie das letzte mal auf eine Karte geschaut? Der Kosovo liegt in Europa. Die Länder, die Sie nannten, eben nicht.
Ich vermute mal, dass der von Ihnen zitierte Forist eher auf die politische Instabilität dieser Länder abhob.

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syracusa 04.11.2013, 11:37
23.

Zitat von sysop
Die Wahl im Kosovo galt als Test für die Beziehungen zum Nachbarn Serbien und der EU. Doch die Abstimmung droht zu scheitern: Serbische Hardliner attackierten Wahllokale, griffen Mitarbeiter und Wähler an und zertrümmerten Wahlurnen.
Man muss kein rechts- oder linksextremer Nationalist sein, um das Selbstbestimmungsrecht eines Volks auf Grundlage der Subsidiarität einzufordern. Das ist ein elementares Bürgerrecht.
Zugegeben, auf dem Balkan ist die Lage verworren. Da sind die Nationalitäten oft so heftig durchmischt, dass sie nicht zu entwirren sind. Folglich darf man dort keine Nationalstaaten bilden, sondern muss supranationale Gebilde fördern, in denen Menschen unterschiedlichster Nationalität, Religion, und regionaler Kultur zusammen leben können, ohne sich gegenseitig rtotzuschlagen. Dasselbe Problem wie im Kosovo stellt sich derzeit übrigens auch in Syrien.

Die UNO im Verbund mit EU und NATO haben fundamental gegen dieses Selbstbestimmungsrecht verstoßen, als sie mit den Nachfolgestaaten Jugoslawiens Nationalstaaten geschaffen haben, in denen nationale Mehrheiten über nationale Minderheiten herrschen.
Ich kann die Motive der serbischen Bürger des Kosovo nachvollziehen. Genau so würden sich die Bayern fühlen, wenn UNO, EU und NATO den Austritt Bayerns aus der BRD erwängen, und Bayern dann zu einer Provinz der Türkei erklärt würde. Jeder Widerstand, außer der der Gewalt gegenüber Menschen, wäre dann vollauf gerechtfertigt.

Nochmals, um mich von rechten oder linken Nationalisten zu unterscheiden: Die Aktionen der serbischen Nationalisten des Kosovo sind aus bürger- und menschenrechtlicher Sicht voll und ganz gerechtfertigt, auch wenn man die nationalstaatlichen, großserbischen Motive der Aufrührer nicht teilt.

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Niederbayer 04.11.2013, 11:46
24.

Zitat von syracusa
Nochmals, um mich von rechten oder linken Nationalisten zu unterscheiden: , auch wenn man die nationalstaatlichen, großserbischen Motive der Aufrührer nicht teilt.
Ich kenne weder ein Bürger- noch ein Menschenrecht, das Gewalt in irgendeiner Form rechtfertigt. Genau das ist aber passiert, wenn man Wahllokale stürmt und randaliert.

Wenn die Serben mit der aktuellen Lage nicht einverstanden sind, sollen Sie bei der UNO oder sonstwo klagen bis alle Instanzen durch sind. Das wie auch immer geartete Urteil ist dann aber auch zu akzeptieren.

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N.Danilewski 04.11.2013, 11:57
25.

Zitat von Niederbayer
Ich kenne weder ein Bürger- noch ein Menschenrecht, das Gewalt in irgendeiner Form rechtfertigt. Genau das ist aber passiert, wenn man Wahllokale stürmt und randaliert. Wenn die Serben mit der aktuellen Lage nicht einverstanden sind, sollen Sie bei der UNO oder sonstwo klagen bis alle Instanzen durch sind. Das wie auch immer geartete Urteil ist dann aber auch zu akzeptieren.
Wir wissen doch gar nicht was dort wirklich passiert ist. Warum sollten die Serben, die sich dort schon vorher in einem Referendum zu fast 100% gegen eine Integration in ein unabhängiges Kosovo ausgesprochen haben, Wahllokale demolieren? Weil die Serben plötzlich ihre Meinung geändert haben und sich nun doch integerieren wollen? Nein, hier ist die Gemenge- und Interessenslage komplizierter.

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N.Danilewski 04.11.2013, 12:14
26.

Zitat von Ratzbär
Und wieso schafft es eine Gruppe von "Amöben", die jener Volksgruppe angehören, eine demokratische Wahl zu stören?
Genau das ist die entscheidende Frage und die bishergen Antworten klingen nach Märchen, die von verschiedenen Seiten aufgetischt werden.

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artoni 04.11.2013, 14:49
27. Wie viel Gewalt braucht Serbien noch

Statt dass die Serben die Chance für einen Neuanfang nutzen, halten manche von ihnen nach wie vor an extremistische Methoden fest. Und zwar trotz drei fehlgeschlagener Völkermordversuche im ehemaligen Jugoslawien (gegen Kroatien, gegen Bosnien und gegen Kosovo-Albanien). Trotz der harten internationalen Kritik, trotz des militärischen Einsatzes der internationalen Gemeinschaft gegen Serbien im Jahr 1999. Trotz des allmählich wieder kehrenden Friedens auf dem Balkan unter den übrigen Völker dort. Man kann es niemandem verübeln, der angesichts immer wieder kehrender derartiger Berichte aus dem Balkan beide Völker - Serben und Albaner - nicht in der EU haben möchte, wie hier im Forum auch zum Teil die Meinung vertreten wird. Doch dies ist nicht richtig, wenn man die übrigen Umstände im Blick behält. Erstens denken und handeln nicht alle Serben extremistisch. Die Regierung Serbiens hat die Angriffe verurteilt. Zweitens, Albanien (Kosovo) kann nichts dafür, dass manche Serben extremistisch handeln. Die OSZE hat bisher nichts an den Wahlen in Kosovo bemängelt. Die Demokratisierung des Kosovo schreitet definitiv voran. Dass ein paar serbische Kriminelle und Ultranationalisten dies zu stören suchen, darf nicht zur "Sanktionierung" des gesamten Balkan in EU-Beitrittsfragen führen.

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ProPorz 04.11.2013, 14:55
28. Und der Tito hatte doch recht!

Der einzig legitime Staat in der Region war Jugoslawien (SFRJ). Dieses Land hat der Westen selbst zerlegt und nationale Staaten dort entstehen lassen und dabei den Verteidigern Jugoslawiens Agression vorgeworfen, als der Staat sich vor dem Zerfall retten wollte.

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artoni 04.11.2013, 15:01
29. Absurd

Zitat von ProPorz
Der einzig legitime Staat in der Region war Jugoslawien (SFRJ). Dieses Land hat der Westen selbst zerlegt und nationale Staaten dort entstehen lassen und dabei den Verteidigern Jugoslawiens Agression vorgeworfen, als der Staat sich vor dem Zerfall retten wollte.
Sie vermengen Kriegs- und Menschlichkeitsverbrechen mit der "Selbstverteidigung" des Staates Jugoslawien.

Mangels Tatsachenkenntnissen oder einfach nur gewollt?

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