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Mängel und Zukunft der Demokratie: "Die Wähler sind Hobbits"
Lexey Swall/ Grain/ DER SPIEGEL

Mehr Demokratie wagen? Bloß nicht, warnt der US-Politikwissenschaftler Jason Brennan, der den Wahlsieg von Donald Trump einen "Tanz der Trottel" genannt hat. Sein Vorschlag: Nur noch informierte Bürger wählen lassen.

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mettwurstlolli 05.04.2017, 06:16
1. Recht hat er

Mein Reden seit langem: Wählen nur noch digital und vor der Stimmabgabe ist ein kleiner einfacher Kürztest zu bestehen (max. drei Versuche.

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held_der_arbeit! 05.04.2017, 07:20
2. Demokratie vs. Ochlokratie

Schon die alten Griechen sahen das ähnlich. Jede Staatsform könne entarten sobald der Souverän statt dem Gemeinwohl nur den Eigennutz verfolgt. Polybios nannte dies im Falle der Demokratie "Ochlokratie" - Pöbelherrschaft - und schon Aristoteles argumentierte, man solle das Wahlrecht an politische Bildung knüpfen. Es ist ein pessimistisches Menschenbild, aber ich fürchte, sie haben Recht. Volksabstimmungen wären, wenn wir ehrlich sind, kein Mittel zu mehr Demokratie sondern der Traum der Demagogen. Siehe Brexit. Die Zahl derer, die sich informieren können oder wollen wird zwangsläufig kleiner sein als die derer, die ihre Entscheidung vom Bauchgefühl abhängig machen, das Populisten zu steuern wissen. So können Angst- und Hasstriefende Lügenmärchen einiger weniger (siehe Trump, siehe zentrale, noch am Wahltag einkassierte Behauptungen der Brexiteers) gewaltigen Schaden anrichten; auch und grade bei den Menschen, die sie gewählt haben

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Phleon 05.04.2017, 07:30
3. So ein Schwachsinn

Hat nicht gerade der Erfolg radikaler Rechtspopulisten gezeigt, wie gefährlich es werden kann wenn sich ein großer Teil der Gesellschaft von der politischen "Elite" nicht mehr vertreten fühlt? Und er will das auch noch fördern?
Die Demokratien dieser Welt sind eigentlich immer noch Aristokratien, nur dass der Adel nicht vererbt sondern gewählt wird. In einer echten Demokratien gibt es keine oder nur wenig Posten in die sich machthungrige Figuren dauerhaft einnisten.

In einer richtigen Demokratie werden die Vertreter des Volkes zufällig gewählt, so wie es auch in Island gemacht wird, oder im alten Athen. Diesem Prinzip folgte die eigentliche grüne Partei in ihrer Gründerzeit ebenfalls, bevor sie sich ebenfalls in eine Adelspartei verwandelt hat, mit dauerhaften Machtstühlen.
In einem solchen System, und nur in einem solchen, bestimmen wir über unser Schicksal nicht nur wirklich selbst, sondern fühlen es auch. Es gibt in einem solchen System keine "die da oben". Nur hier tragen wir wirklich die Verantwortung füreinander.

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pressionist reloaded 05.04.2017, 07:38
4. Viel Spaß beim Suchen ...

... nach mündigen Bürgern. Es gibt die 90ig/10er Regel. 90% unmündig. 10 % mündig. Der Kreis wird überschaubar. Parteien wie die CDU/CSU, SPD und FDP werden dann im Parlament nicht mehr vertreten sein. Das will doch niemand!

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stefanskruse 05.04.2017, 07:55
5. Wessen Informationen sollen die Informierten den haben?

Mir würde es schon reichen wenn mann die Regierung zwingen würde tranzparent zu sein. Welche Jobs übernimmt wer nach dem politischen Amt? Was steht in Verträgen für die wir alle gradestehen müssen?

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smersh 05.04.2017, 07:58
6.

Zitat von Artikel
Alle Wähler müssten vor dem Urnengang einen Test machen...
Finde ich in Ordnung. Außerdem sollten Politiker vor jeder Parlamentsabstimmung einen Test machen müssen, ob sie sich mit der jeweiligen Fragestellung überhaupt auskennen. Das Ergebnis darf dann auch gerne veröffentlicht und ans Gehalt gekoppelt werden - wer als Abgeordneter etwa nur bei 10% aller Entscheidungen abstimmungsqualifiziert ist und sonst nur rumsitzt, der bekommt auch nur 10% Lohn und wird beim nächsten Mal hoffentlich nicht wiedergewählt.

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constractor 05.04.2017, 08:09
7.

So etwas wie einen "Wahlführerschein" einzuführen wäre sicherlich keine schlechte Idee auch in Deutschland. Zum beispiel könnte man so allen "Personen" welche auf einer Pegida Versammlung waren gleich das Wahlrecht entziehen, da sie nachweislich nicht dazu in der Lage sind gut Entscheidungen zu treffen.

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vox veritas 05.04.2017, 08:21
8.

Am besten es wählen nur noch die Reichen und Wohlhabenden. Die haben schließlich Geld für eine vernünftige Bildung. Augenblick? Hatten wir das nicht schon mal? (Sarkasmus-Modus: aus)

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merrailno 05.04.2017, 08:52
9. Ach, und der angebl.

Zitat von held_der_arbeit88
Schon die alten Griechen sahen das ähnlich. Jede Staatsform könne entarten sobald der Souverän statt dem Gemeinwohl nur den Eigennutz verfolgt. Polybios nannte dies im Falle der Demokratie "Ochlokratie" - Pöbelherrschaft - und schon Aristoteles argumentierte, man solle das Wahlrecht an politische Bildung knüpfen. Es ist ein pessimistisches ....
"Informierte" wählt dann Gemeinnützig und Gesellschaftsförderlich? Informiertheit ist kein Garant für vernünftige Wahlentscheidungen. Bildung ist kein ausreichendes Attribut für soziales Verhalten.
Ihr Beitrag ist ebenso popolistisch und ihr menschenbild und ihre Weltanschauung Ergebnis familiärer, und gesellschaftlicher Sozialisation.
Brennan ist ein konservativer, so auch seine Ausführungen, seine Thesen sind ideologisch geleitet, er verfügt zwar über reichlich Bildung aber er ist ideologisch verdummt, also nutzt ihm seine Bildung nichts bei Wahlen, er stimmt ideologisch ab.

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