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Mängel und Zukunft der Demokratie: "Die Wähler sind Hobbits"
Lexey Swall/ Grain/ DER SPIEGEL

Mehr Demokratie wagen? Bloß nicht, warnt der US-Politikwissenschaftler Jason Brennan, der den Wahlsieg von Donald Trump einen "Tanz der Trottel" genannt hat. Sein Vorschlag: Nur noch informierte Bürger wählen lassen.

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ohnesorge 05.04.2017, 08:53
10. @constractor: Genau auf Ihrer Linie hat man früher auch argumentiert

Zitat von constractor
So etwas wie einen "Wahlführerschein" einzuführen wäre sicherlich keine schlechte Idee auch in Deutschland. Zum beispiel könnte man so allen "Personen" welche auf einer Pegida Versammlung waren gleich das Wahlrecht entziehen, da sie nachweislich nicht dazu in der Lage sind gut Entscheidungen zu treffen.
und z.B. Frauen wegen ihres kleineren Gehirns nicht wählen lassen, denn damit kann man ja nur weniger denken...
oder Schwarze durften auch nicht wählen.... Wo ist der Unterschied, ob man Menschen wegen ihres Geschlechts oder ihrer Hautfarbe ausschließt oder wegen ihrer politischen Einstellung?
Genau, alle diese Vorgehensweisen sind zutiefst undemokratisch!

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max-mustermann 05.04.2017, 09:07
11.

So, so also nur die Schlauen und Informierten sollen also wählen dürfen. Das Problem ist nur das sich gerade die Dümmsten und die Ahnungslosen immer für die Intelligentesten halten.

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gg0815 05.04.2017, 09:17
12. ja klar

Ein neuer "Adel" bildet sich ja gerade. Der wäre dann prädestiniert als Wähler. Evtl. wäre auch ein Kastensystem vorteilhaft.
Wenn ich genau darüber nachdenke sollte man bei Leuten wie Herr Professor Brennan anfangen. Wenn man dieser Kaste exemplarisch versuchsweise für ein paar Jahre das Wort entzieht geht zumindest nicht gleich was kaputt.

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constractor 05.04.2017, 09:23
13.

Zitat von ohnesorge
und z.B. Frauen wegen ihres kleineren Gehirns nicht wählen lassen, denn damit kann man ja nur weniger denken... oder Schwarze durften auch nicht wählen.... Wo ist der Unterschied, ob man Menschen wegen ihres Geschlechts oder ihrer Hautfarbe ausschließt oder wegen ihrer politischen Einstellung? Genau, alle diese Vorgehensweisen sind zutiefst undemokratisch!
Der Unterschied ist das man nichts an seinem Gender ändern kann oder an der Hautpigmentierung.
Man kann aber sehr wohl frei entscheiden welcher Politischen Gesinnung man angehört und "Menschen" welche auf einer Pegida Versammlung sind haben sich offensichtlich für eine falsche, hasserfüllte entschieden.
Eine politische Einstellung welche in einer weltoffenen und solidarischen Geselschaft nichts zu suchen hat.
Weiterhin wurde wissentschaftlich nachgewiesen das Rechte weniger Intelligent sind als progressiv eingestellte Menschen. Allein das rechtfertigt bereits, dass über die Idee eines Wahlführerscheins nachgedacht wird.

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cherrypicker 05.04.2017, 09:24
14. Arroganz der Macht

Was für ein arroganter Wichtigtuer. Das einfache Volk ist doch nicht blöd. Es merkt aber, dass es permanent vergackeiert wird. Gestern haben die Kabarettisten der "Anstalt" im ZDF wieder genial dargestellt, wie unsere Demokratie funktioniert: Die Reichen machen durch gezielte Lobby-Arbeit eine Politik, die 80% der Bürger nicht wollen. Wen man von den "vernünftigen" Volksparteien wählt, ist völlig egal geworden, denn am Ende kommt doch immer ein GroKo-Einheitsbrei dabei heraus, der weiter Politik gegen die Masse der Menschen und für die wenigen Wohlhabenden macht (Rentenkürzung, Erhöhung der Mehrwertsteuer, Abschaffung der Vermögenssteuer, Senkung der Kapitalsteuern etc.). Echte Alternative: Fehlanzeige. Wenn wundert es da, dass sich die Bürger aus purer Wut den Scheinalternativen zuwenden, getreu dem Motto: Wenn Ihr da oben nicht dafür sorgt, dass es uns besser geht, kann ich vielleicht dafür sorgen, dass es allen schlechter geht! In den USA liegt die Lage durch das Wahlsystem ein wenig anders, das Prinzip ist aber dasselbe: Auch mit Trump machen die Kriegstreiber und neoliberalen Staatstotsparer schön weiter. Es ist ein Elend.

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Reiner_Habitus 05.04.2017, 09:32
15. Anderer Ansatz...

Die Steuererklärung bekommt ein Beiblatt auf dem man nach Posten verteilt ausfüllen kann wofür seine Steuern verwendet werden, jeder Posten hat einen vorgeschlagenen Bedarf, den man ändern kann. Wer nix ausfüllt akzeptiert die Budgetvorschläge der Regierung.

Budgetveränderungen fließen automatisch in den Bedarf fürs nächste Jahr mit ein.

Beispiel: Wollen viele Menschen bessere Straßen und tragen dort mehr Bedarf ein als vom Staat vorgeschlagen, so steigt der Etat automatisch im nächsten Jahr.

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Leser161 05.04.2017, 09:34
16. Sicher

Grundlage der Demokratie ist, dass Regierungen, die einem nicht gefallen abgewählt werden können. Von jedem. Das ist vielleicht nicht optimal,

aber das Prinzip des wohlwollenden Diktators/Herrschaftskaste hat noch nie irgendwo in der Welt funktioniert. Stets haben sich die Herrschenden bereichert. Die Demokratie ist hier das Regulativ. Schliesst man Teile von der Herrschaft aus, zum Beispiel Dumme, dann werden diese von dem Rest den Herrschenden ausgebeutet werden ohne Möglichkeit der Gegenwehr. Das führte früher zu blutigen Umstürzen. Das wollen wir nicht mehr.

Kurz es ist Aufgabe der Politik die Vorteilhaftigkeit ihrer Politik auch dem letzten zu erklären. Wenn das nicht gelingt ist der Politiker schuld, nicht der sogenannte Dumme. Alles andere ist Diktatur.

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Onkel Ho 05.04.2017, 09:34
17. Wähler sind nur eine Facette der Politik/Demokratie

Jason Brennan beleuchtet scheinbar nur einen Akteur innerhalb der politischen Strukturen, den Wähler. Zumindest hier im Interview bleibt ein zweiter, viel entscheidenderer Akteur außer Betracht, der Politiker.
Wenn auf der einen Seite vom uninformierten Wähler gesprochen wird, so könnte auf der anderen Seite auch der Typus des bspw. inkompetenten Politikers skizziert werden, um daran die Mißstände der modernen Demokratie festmachen zu können.
Ein Merkmal von Gesellschaften und Gemeinschaften ist das Aufeinandertreffen von unterschiedlichsten Vorstellungen und Interessen, die allesamt das gesellschaftlich Gute aber auch das gesellschaftlich Böse hervorbringen. Der Mensch in seinem Denken, Handeln und Bedürfnissen ist viel zu komplex, als dass man diesen grundsätzlich in die von Brennan genannten politischen Ideale wie Freihandel, Einwanderung, Schwulenrechte etc. zwängen könnte.
Es hilft nicht, sich ein "eigentlich Seiendes" zu schaffen, und in dem Moment, wenn sich dieses Ideal nicht verwirklichen lässt, aus einem dumpfen Rachegefühl heraus die aktuellen Verhältnisse grundsätzlich in Frage zu stellen.
Was helfen gutinformierte Wähler, wenn es im Gegenzug an der Bereitschaft mangelt, auch die "Schattenseiten" der politischen Ordnung oder des politischen Systems zu akzeptieren. Außerhalb einer solchen Perspektive ist ein affirmatives Moment zu den gegenwärtigen Zuständen nicht zu haben.
Brennan skizziert in meinen Augen einen Idealzustand, aus dem sich der Populismus aber mehr denn je speisen wird. Und das deswegen, weil auch er einem politischen Ideal anhängt, das mehr denn je nach der Taube auf dem Dach zielt, den Spatzen in der Hand aber nicht mehr zu schätzen weiß.

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wll 05.04.2017, 09:35
18. Kein Titel

Die Frage ist nur, wer darüber bestimmt, welche Mitbürger "informiert" sind. Und natürlich fragt sich auch, wer das prüft, und wer sicherstellt dass das auch mit rechten Dingen zugeht - quis custodiet ipsos custodes?

Auf Dauer dürfte sich die Masse der Bevölkerung auch kaum, zumindest ohne Repression, von der politischen Entscheidungsfindung und Mitbestimmung fernhalten lassen. Ludwig XVI könnte ein Lied davon singen, wenn er denn dazu noch in der Lage wäre...

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gg0815 05.04.2017, 09:37
19.

Zitat von constractor
Der Unterschied ist das man nichts an seinem Gender ändern kann oder an der Hautpigmentierung. Man kann aber sehr wohl frei entscheiden welcher Politischen Gesinnung man angehört und "Menschen" welche auf einer Pegida Versammlung sind haben sich .....
nun wenn man die Wissenschaft nach aktuellen Erkenntnissen der Meinungs und Persönlichkeitsbildung studiert kommt man durchaus zu der Erkenntnis das der Mensch keine Möglichkeit hat seine Gesinnung seine politische Einstellung sein Aggressionspotential usw usw wirklich frei zu gestalten. Hier muss eine aufgeklärte Gesellschaft mindestens ebenso offen werden wie bei den bereits etablierten Themen bei denen manche komischerweise immer noch mit dem erhobenen Zeigefinger von Hautfarbe Gender und solchen Dingen reden die eigentlich gerade bei denjenigen längst kein Thema mehr sein sollten.

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