Forum: Blogs
Medienkrise: Warum Online-Werbung wichtig fürs Netz ist

Wenn man Online-Nutzer vor die Wahl stellt, ob sie Anzeigen akzeptieren oder für Informationen zahlen wollen, ziehen sie Werbung vor. Immer mehr User verweigern allerdings beides - und gefährden damit den Fortbestand kostenloser Angebote im Web. Medienkrise: Warum Online-Werbung wichtig fürs Web ist - SPIEGEL ONLINE

Seite 43 von 49
Knepel 23.03.2010, 10:04
420. Gespannt

Na ich bin gespannt auf den neuen Feldzug der achso gebeutelten Print-Medien (mit Online) auftritt.
Ich schätze:
-Tag x: Sie müssen den Ad-Blocker ausschalten um diesen Artikel zu lesen.
-Tag x+1: Ad-Block update ist verfügbar. Was den Mist zwar runterläd (dauert leider länger) aber nicht anzeigt.
-Tag x+y: Das mit dem Ad-BlockBlocker hat nicht geklappt also wird SPON kostenpflichtig.

Naja, auch nicht schade drum, wie so oft erwähnt, gibt's genung andere. Mein Spiegel Abo habe ich bereits vor 3-4 Jahren gekündigt, weil die Qualität immer ab, dafür aber die Werbung zu nahm. SPON war seit eh und je wesentlichen schlechter als die Printausgabe und dient mir nur für ein groben Überblick zum Tagesgeschäft, wenn ich verlässliche, gut recherchierte Berichte haben möchte, gibt's für mich genung Alternativen.

Jammer, Jammer
Knepel

Beitrag melden
Patatzki 23.03.2010, 10:12
421. Für guten, exklusiven Content werden User auch zahlen!

Ich habe mir vor allem wegen der extrem nervigen Werbung auf SPON überhaupt erst einen Werbeblocker heruntergeladen. Und bin sehr glücklich damit. Bin SPON im Nachhinein dafür sehr dankbar. ;-)

Anstatt zu Jammern sollten sich die Anbieter lieber innovative Vertriebsformen überlegen. Warum habe ich nicht die Wahl, ein Online-Angebot entweder kostenlos mit Werbung oder kostenpflichtig ohne Werbung anzusehen. Würde ich sofort machen, wenn der Preis stimmt. Warum gibt es für SPON immer noch keine iPhone App? Wie verschlafen seid Ihr eigentlich? Ich lese in letzter Zeit immer mehr SZ auf dem iPhone, seit es hier eine App gibt. Und Überraschung: ich zahle sogar dafür, weil ich 2 Euro im Monat dafür mehr als angemessen finde. Genausoviel würde ich auch für ein werbefreies SPON zahlen.

Oder: warum gibt es immer noch kein Sammel-Abonnement, wo ich mir für sagen wir mal 10 oder 15 Euro im Monat verschiedene Nachrichtenangebote aussuchen kann?

Grund für die Krise ist vor allem mangelnde Innovationsfreude bei den Verlagen. Und vielleicht braucht es einmal eine konzertierte Aktion: wenn sämtliche größeren Nachrichtenangebote nicht mehr kostenlos verfügbar sind, wird die Bereitschaft der User, dafür zu zahlen sprunghaft steigen.

Paid Content ist die einzige Lösung des Dilemmas, weil Online-Werbung schon aufgrund der Form niemals die selben Werbe-Erlöse generieren wird wie gedruckte Anzeigen oder TV-Werbung. Mit einem Banner kann man einfach kein Marken-Image aufbauen. Und das wird so bleiben.

Also lasst Euch was einfallen und hört endlich auf zu jammern. Für gute Angebote werden die User früher oder später zahlen, wenn es das selbe Angebot nicht irgendwo kostenlos gibt. Die Inhalte müssen eben so gut sein, dass der User dafür zahlen will.

Beitrag melden
nubu 23.03.2010, 10:16
422. Sollen doch die Werbeschalter mehr zahlen!

Manchmal frage ich mich ernsthaft wie weit es mit dem Einfluss der Werbebranche bereits gekommen ist. Ín dem Artikel wird größtenteils über die bösen, diebischen Nutzer geschimpft die sich hier etwas erschleichen wollen und die armen Medienunternehmen wissen nicht wie sie die "Werbeausfälle" ausgleichen sollen.

Wie wäre es z.B. wenn Vorstände oder Ähnliches mal ein wenig kürzer treten würden? Die verdienen auch so noch genug damit sie über die Runden kommen!

Wenn es "Ausfälle", also weniger Einnahmen gibt weil wir bösen Nutzer die lästige Werbung blockieren, die uns nicht nur Online sondern auch in der echten Welt hinter der nächsten Ecke erwartet (Werbung wo man hinsieht, seht euch mal genau um meine lieben Nutzerkollegen), ist es schon verständlich das man zumindest online die Werbung blockiert. Ich behaupte sogar das die 10% die Blocker benutzen generell nicht auf die Werbung klicken. Somit wäre es überhaupt kein Verlust der hier entsteht!

Wieso redet in der ganzen Medien-Werbung-Böse-User-Diskussion eigentlich jeder Verlag usw nur davon Paid Content einzuführen. Wie wäre es den Unternehmen die Werbung schalten mehr zu berechnen? Die sind schließlich die Nutznießer, im monetären Sinne, des Ganzen. Der user wird nur sein Geld los.

Nicht die der Mensch muss sich an den Markt anpassen, NEIN meine Lieben, der Markt muss sich an den Mensch anpassen.

Sollen doch alle Verlage aus dem Netz gehen. Für mich kein Problem, dann gibt es immer noch Content von Usern für User. Und der ganze Werbeschrott ist auch endlich weg!

Beitrag melden
AusVersehen 23.03.2010, 10:20
423. Wo ist die Redaktion?

Da sich die Redaktion dieser Diskussion auch nach weit über 400 Artikeln gänzlich entzieht, scheint das Problem ja doch nicht so groß zu sein.

Beitrag melden
collermann 23.03.2010, 10:23
424. Es geht auch anders

Ich hatte gestern schon zu der Zappelwerbung auf Spiegel online geschrieben, und einige andere Beiträge zeigen mir, dass es im Prinzip diese animierte Werbung ist, die stört. Ich möchte 2 Dinge ergänzen:

1. Was zusätzlich bei Spiegel-Online stört, ist die Größe der Werbeflächen. Wenn man zufällig mal irgendwo (ungewollt) hinklickt, wird man schon gleich auf Werbung geleitet. Irgendwie hat man die sensible Fläche wohl vergrößert, um die Klickrate zu erhöhen.

2. Man sollte sich ein Beispiel an anderen Seiten mit informativer Werbung nehmen. Bei Online-Vorlesungen.de ( http://www.online-vorlesungen.de/ ) findet man z.B. nur Textwerbung, die für Studenten sogar nützlich ist. Spiegel-Online könnte sich sogar an Google ein Beispiel nehmen. Auch dort findet man überwiegend unaufdringliche Textwerbung (z.B. http://www.google.de/#hl=de&q=Bücher ); natürlich nur sichtbar, wenn der Werbeblogger deaktiviert ist. Google sollte doch etwas vom Werbegeschäft verstehe, oder?

Beitrag melden
team_frusciante 23.03.2010, 10:38
425. ...

Zitat von nubu
Wie wäre es z.B. wenn Vorstände oder Ähnliches mal ein wenig kürzer treten würden? Die verdienen auch so noch genug damit sie über die Runden kommen!
Einen AdBlocker habe ich schon. Kennt jemand einen guten SozialneidBlocker? So was hätte ich gern.

Beitrag melden
WebDiver_10 23.03.2010, 11:06
426. Na klaaaar!

Zitat von kdshp
Hallo, ich zahle dafür das ich ins internet kann !
D.h. also, wenn ich ein Busticket gekauft hab, um damit zum Zeitschriftenkiosk zu fahren, erhalte ich dort den Spiegel umsonst, weil ich schon das Busticket kaufen musste. Seeehr witzig!

Beitrag melden
flukus 23.03.2010, 11:45
427. Eine Idee

Ich hätte da noch eine Idee:

Der Spiegel überarbeitet einfach mal seine Werbestandards, und platziert auf jeder Seite nur noch 2-3 wenig aufdringliche, aber dennoch gut Platzierte Anzeigen, die nicht blinken und keine Flashinteraktionen enthalten. Zusätzlich wird oben auf der Seite ein Symbol angezeigt, welches nach einem Klick eine Informationsseite anzeigt (warum Werbung wichtig ist, wie man SPON auf seine ABP-Whitelist setzen kann). Vielleicht kann man so Vertrauen zurück gewinnen, und dadurch mehr Benutzer dazu bewegen den Sinn der Werbung zu begreifen.

Beitrag melden
nubu 23.03.2010, 11:50
428. Sich sozialer Verantwortung zu entziehen erzeugt Sozialneid

Zitat von team_frusciante
Einen AdBlocker habe ich schon. Kennt jemand einen guten SozialneidBlocker? So was hätte ich gern.
[Sarkasmus an] Hauptsache ein bisschen den Forumstroll spielen oder wie? ;) [Sarkasmus aus]

Versteh mich bitte nicht falsch. Das soll kein Sozialneid sein. Ich weiß selbst das dies ein schwacher Vorschlag ist und das die Leute die den Job machen Verträge haben in denen ihr Lohn/Gehalt/Boni etc. festgeschrieben steht. Sie haben damit einen legalen Anspruch auf ihr Geld.
Dennoch gilt, zumindest aus meiner Sicht: Eigentum verpflichtet.

Während Journalisten teilweise in prekäre Verhältnisse getrieben werden, weil man sie als freie Mitarbeiter anstellt mit dem Argument gesunkener Werbeeinnahmen und die Nutzer als Taugenichtse und Diebe dargestellt werden, bekommen andere jedes Jahr eine Gehaltserhöhung und machen doch immer noch die selbe Arbeit (nicht mehr und nicht weniger, nicht besser und nicht schlechter als im Vorjahr).

Da ist es imho nur angemessen das hier solidarisch der Gürtel enger geschnallt wird und nicht nur bei denen die sich am wenigsten wehren können, den Journalisten.

Es ist mir auch klar das es Verlage gibt in denen das so praktiziert wird und in anderen eben nicht. Eine Pauschalisierung ist nicht meine Absicht und es muss differenziert betrachtet werden. Leider haben weder ich, noch du team_frusciante (davon gehe ich jetzt mal aus), die Möglichkeit die Lohnabrechnungen aller Angestellten in den Verlagen zu überprüfen.

Ich selbst habe einen Wirtschaftswissenschaftlichen Hintergrund und eine der wichtigsten Dinge die man mir beigebracht hat ist die Soziale Verantwortung die man als Arbeitgeber trägt. Es gibt genug positive Beispiele von Unternehmen die sich dieser Verantwortung stellen, aber auch genug Gegenbeispiele. Und es ist wichtig besonders die schwarzen Schafe zu outen. Nicht alles was legal ist, ist auch legitim.

Beitrag melden
steamphone 23.03.2010, 11:50
429. "Fortschritt" und die Bezahlung

Zitat von peterbruells
Der Deal wurde von Seiten der Anbietern gekündigt, nämlich als diese die erste zappelnde, animierte GIF Grafik einbauten. Mit Flash wurde dann noch mal nachgetreten. Zugegeben, die Anbieter sind da auch in Sippenhaftung genommen worden, ...
Dies sehe ich etwas anders. Das Web vor 10 Jahren ist sicherlich mit nichts mit dem Web von heute zu vergleichen, auch weil es in diesen 10 Jahren viele Werbemillionen, weltweit eher -milliarden gab, die Verlage oder allg. Internetunternehmen in die Weiterentwicklung ihrer Präsenzen investiert haben. Hier nun diese Weiterentwicklung als "positives Übel" gerne mitzunehmen, der Werbewirtschaft allg. am eine ähnliche Weiterentwicklung zu verwehren und die Anzeigen aus 1996 bis 1999 zu fordern ist für mich etwas weltfremd und unfair.

Zitat von peterbruells
Trotzdem gilt: In 10 Jahren nichts dazugelernt. ... anstatt ein verantwortungsvolles Werbemodell zu errichten.
Da ist in der Tat viel, viel Wahres dran. Aktives Handeln ist hier mehr denn je gefragt, denn sonst überholen einen Marktentwicklungen, neue Wettbewerber und auch die User-Stimmung.

In diesem Sinne wundert es mich, hier so wenig von SPON selbst zu lesen.

Beitrag melden
Seite 43 von 49
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge!