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Medienkrise: Warum Online-Werbung wichtig fürs Netz ist

Wenn man Online-Nutzer vor die Wahl stellt, ob sie Anzeigen akzeptieren oder für Informationen zahlen wollen, ziehen sie Werbung vor. Immer mehr User verweigern allerdings beides - und gefährden damit den Fortbestand kostenloser Angebote im Web. Medienkrise: Warum Online-Werbung wichtig fürs Web ist - SPIEGEL ONLINE

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bigfoot29 22.03.2010, 12:28
70. Werbeblocker

Ich muss mich ebenfalls in die Reihe der Adblock-Benutzer eingliedern. Lange Zeit war Werbung durchaus ein gutes Mittel im Netz. (ich bin seit Mitte der 90er Jahre "online")
Man baute ein großes Hauptbanner auf Webseiten und ein paar thematisch passende Werbeblöcke unterhalb der Navigationsleiste (rechts ODER links). Irgendwann begann man dann, da die Klick-Raten nicht den Wünschen entsprachen, mit GIFs, später mit Ton und Pop-Ups und am Ende gar mit Flash auf sich aufmerksam machen zu wollen. Werbung war nicht mehr nur UM den Text verteilt, man baute Werbeelemente auch IN Texte ein. Wer weiß, wie nervig es ist, wenn man einen Artikel lesen will und außer Einspielvideos, Getröte und sonstigen penetranten Fenstern auf sich aufmerksam machte, die beim schließen gleich nochmal Fenster nach sich zogen, dann muss ich leider sagen: Im großen und Ganzen ist die Werbebranche selber schuld. Der Ruf ist schlicht ruiniert. Ich will (zugegeben leicht überspitzt) weder Google-Adds nach jeder dritten Zeile Text noch Flash-Ads, die sich ÜBER den Text legen und wo man nicht weiß, welcher der Buttons das Flash jetzt zu macht und bei welchem man gleich einen Jahresvertrag abschließt. Wie immer trifft das auch die Webseiten-Betreiber, die sich an ein paar Regeln halten. Leider musste ich über die Jahre feststellen, dass diese derart in der Minderheit sind, dass ich nur bei den Seiten den Adblock ausschalte, die mich darum bitten (und die einen guten Grund dazu mitliefern).

Natürlich hat SPON Recht, wenn es sagt, dass besonders die IT-affinen Leute die Dinge gern ohne Werbung konsumieren. Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Und ab einem gewissen Penetranz-Level bleiben einem nur zwei Möglichkeiten: Man wehrt sich dagegen (AdBlock) oder man geht nicht mehr hin. Beides ist für die Webseitenbetreiber schädlich. Aber nur im Adblock-Fall hat der Betreiber ÜBERHAUPT noch einmal die Chance, zu zeigen, dass er mit seiner Werbung bisher Fehler gemacht hat, wenn er das denn deutlich genug rüber bringt.

Derzeit betrug die zusätzliche Ladezeit der Werbung 21 Sekunden. Ohne Adblock wurden 18 Elemente (Bilder, Skripte, Animationen) mehr geladen. Und natürlich blinkt es auch bei SPON überall. Nichtmal die alten Seitenrelationen (Breite) wird wegen "zu breiter" Werbung eingehalten. Nennt mir einen Grund, warum man sich so etwas als normal denkender Mensch antun sollte? Warum will ich Werbung IN einem Text haben?

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Alderamin 22.03.2010, 12:28
71. Der Flashplayer ist der Werbung ihr Tod

Es wurde schon mehrfach hier gesagt und ich sag's nochmal:
An und für sich ist Werbung nicht grundsätzlich unausstehlich und natürlich notwendig zur Finanzierung kostenloser Inhalte. Ich sehe auch ein, dass vor einem Video bei SpON 15 Sekunden lang ein Werbeclip gezeigt wird.

Aber es gibt nichts Nervigeres als permanent blinkende und animierte Werbebanner im Blickwinkel, die ungemein ablenken. Dagegen wehre ich mich, indem ich solche Skripte nicht erlaube. Gegen ein ruhiges Werbebanner habe ich nichts, auch nicht gegen eines, das ich als Pop-up einmal wegklicken kann und das nicht bei jedem Artikel auf's Neue erscheint. Aber das schrille Gekreische der meisten Werbebanner ist einfach zu anstrengend.

Das gleiche Phänomen begegnet mir im Radio. Manche Clips kann man ganz gut anhören, aber wenn einem z.B. permanent jemand "JETZT NEUERÖFFNUNG BEI ROLLER!!!!" (gemeint ist das Möbelhaus) ins Ohr brüllt, dann wechselt man gerne mal eben zum Nachbarkanal (Petra Porta von der Konkurrenz war früher auch mal so eine Hysterikerin, zum Glück war sie in den letzten Jahren anscheined auf Valium).

Vielleicht sollten die Medienverantwortlichen den Werbetreibenden mal einen Anforderungskatalog vorlegen, wie Werbung zu gestalten ist, damit sie jemand freiwillig über sich ergehen lässt. Das wäre zum Nutzen aller.

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faj 22.03.2010, 12:29
72. Klare Sache zum Thema Werbung...!

Je aufdringlicher die Werbung ist, desto unakzeptabler wird sie! (pop-ups müssen weggeklickt werden, Banner über der Seite behindern das Lesen und kosten Zeit!)
Grundsätzlich gilt für mich: je häufiger ich ein einzelnes Online-Angebot nutze, desto mehr wird die Werbung zum Störfaktor! In diesem Fall bin ich jedoch auch bereit, für eine "werbefreie Zone" zu zahlen! Bin ich nur zufällig mal (z.B. wegen eines einzelnen Artikels) auf einer Seite gelandet, die ich sonst nicht besuche, kann ich die Werbung akzeptieren (sozusagen als seltener Gast)!
Ich frage mich, warum es nicht möglich ist, eine Zahloption für Seiten einzurichten, die der werbescheue Nutzer dann wahlweise nutzen kann!
Warum kann ich als SPIEGEL-ONLINE-Leser nicht entscheiden, ob ich zahle und dann meine Ruhe habe, oder eben nicht zahle und die Werbung präsentiert bekomme?
Das sollte doch technisch kein Problem sein... und für jeden Nutzer, der für die Werbung verloren ist, kommt ein zahlender "Stammkunde" hinzu!
Verstehe ich hier irgendetwas nicht...?

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sonicsolar 22.03.2010, 12:30
73. Werbeblocker

Auch werde meinen Adblocker nicht abschalten. Es gibt zu dieser "Problematik" mehrere einfache Antworten:

Die Werbetreibenden müssen kapieren, dass sie den Menschen, die sie als Kunden haben wollen, nicht zuerst tierisch auf die Nerven gehen können. Das kann einfach nicht gutgehen.

Die Anbieter, wie zum Beispiel Spiegel Online, sollen doch erstmal ein vernünftiges Bezahlmodell vorstellen. Wo ist denn der bezahlte und dafür werbefreie Login auf spiegel.de?

Und zuletzt: Niemand (zumindest ich nicht) fordert von den Anbietern, mit ihren Angeboten Verluste zu machen. Wenn kein Geld reinkommt, muss man halt schließen. Ewig nur rumzujammern kann es ja nicht sein. Das kommt mir vor wie ein Busfahrer, der mit dem Klingelbeutel durch die Sitzreihen läuft, aber trotzdem losfährt, auch wenn keiner zahlt.

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f.j.m. 22.03.2010, 12:31
74. Warum ich meinen Ad-Blocker noch nicht ausschalten werde...

Werbung im Internet, und auch bei Spiegel Online,
- ist penetrant und aufmerksamkeitsheischend
- sorgt für teilweise drastisch längere Ladezeiten
- versucht mich gelegentlich auszuspionieren

Das sind alles Probleme, die man beheben könnte, wenn man wollte. Würde Werbung grafisch ansprechend und unter Verzicht auf Zappelgrafik gestaltet, würden die Ladezeiten sich im Rahmen halten oder wenigstens der Seitenaufbau durch Laden der Werbng nicht verzögert, und würden die Agenturen sich mit Tracking- und sonstigen Identifikationsmaßnahmen zurückhalten, ja dann wäre ich gern bereit, den Ad-Blocker auszuschalten.

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Zweischneid 22.03.2010, 12:32
75. Nichts ist umsonst

Zitat von karaokefreak01
"Ich bin einfach schlauer als alle anderen, de3nn ich bekomm' alles umsonst". Oft auch in Verbindung mit einem rebellierenden "Anti-Kommerz"-Gehabe.
Tut mir leid, aber ich bekomme hier nichts umsonst.
Wenn Sie dafuer sorgen, dass ich wirklich ohne Kosten ins Internet gelange, i.e. meine horrende monatliche Rechnung uebernehmen und mir alle, sagen wir mal, 2 Jahre einen neuen Laptop spendieren, dann schalte ich auch meinen Adblocker wieder ab.

Solange ich aber noch tief in die Tasche greifen muss um online "dabei zu sein", nehme ich mir auch das Recht heraus meine teuer bezahlte (!) Online-Zeit werbefrei zu gestalten.

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cat-a-ract 22.03.2010, 12:32
76. Boa,

Das hinkt aber jetzt gewaltig! Ich glaube, da muss man nicht mal was erläutern.

Zitat von karaokefreak01
Ich ziehe da gerne den Vergleich mit Raubkopierern, die sich der Konsequenz ihres Handelns durchaus bewusst sind.

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shi 22.03.2010, 12:34
77. nervige Werbung

Der Artikel hat schon Recht... deshalb habe ich meinen Adblocker jetzt vorläufig(!) extra für SpiegelOnline deaktiviert. Weil ich hier eigentlich täglich lese.
Allerdings ist nicht jede Werbung akzeptabel. Besonders mit Flash wird viel nervige Werbung gemacht. Also meine Bedingungen für akzeptable Werbung:

1. KEINE aufdringlichen Animationen, die einen vom Lesen der Artikel ablenken.
2. KEINEN Ton!!! Sobald ich hier auf die erste Werbung stoße, die unaufgefordert irgendwelche Töne von sich gibt, ist der Adblocker auch für SpiegelOnline wieder aktiv.

Die Unart Werbung in Popups zu öffnen ist zum Glück beinahe ausgerottet.

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oliver-hh 22.03.2010, 12:34
78. Jammerlappen

Eure Argumente sind gut nachvollziehbar, aber sie kommen zu null Prozent bei mir an (I couldnt care less)

Zum einen benutze ich einen Adblocker, weil ich sowieso nie auf die Werbung klicke, und nur dann zahlt sich doch eine Werbung für SPON aus (korrigiert mich, wenn das nicht stimmen sollte).

Zum anderen fällt auf, dass ihr die Probleme Anderer (z.B. der Musikindustrie) immer eher hämisch kommentiert. Und jetzt begebt ihr euch selbst unter die Jamemrlappen!

Entweder ihr macht aus eurer Seite Paid Content und schaut was passiert oder ihr lasst alles wie es ist und akzeptiert Adblocker. Auf das Gewissen (oder soll ich sagen Mitleid) der User würde ich nicht setzen (jedenfalls seit ihr da bei mir falsch)

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Cheru 22.03.2010, 12:34
79. Wann schalten Sie Ihren Werbeblocker ab?

Zitat von
Wann schalten Sie Ihren Werbeblocker ab?
Ich schalte ihn ab wenn Werbung wieder ein aktzeptabeles Maß annimmt.
Bei SPON z.B. ist es einfach nur lächerlich einen GIGANTISCHEN Flash-Rahmen um die halbe Seite zu haben.
Werbung sollte meiner Meinung nach in erster Linie informativ sein sein und nicht aufdringlich, aber es scheint als sehen die Werbetreibenden das anders. Gut - dann kommt eben AdBlock daher und Ruhe ist.
Wenn jetzt Webseiten den Inhalt blockieren wenn ein Werbeblocker verwendet wird ist das allerding nur fair.

Werbeblocker hier mit Raubkopierern zu vergleichen ist allerdings weit pber das Ziel hinausgeschossen!

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