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Medizin: Zum Sterben geboren

Wann müssen Ärzte extrem früh geborene Babys retten? Kölner Richter entscheiden jetzt im Fall einer Klinik, die ein Frühchen gar nicht erst behandelt hat.

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Leser161 09.12.2011, 11:20
1. Rechtssicherheit

Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt?
Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.

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sttn 09.12.2011, 11:27
2. Uns geht es sehr gut, aber unsere Kinder lassen wir sterben.

"Die Erhaltung des Lebens des Kindes muss gegen die Vermeidung einer vermutlich aussichtslosen Therapie abgewogen werden".

Diesen Satz ist der Horror schlechthin. Wer denkt das Ärzte mit dem Eid des Hippokrates schwören Leben zu retten täuscht sich. Es geht nicht immer um Leben retten, sondern zu oft um Gutdünken (Natürlich gilt das nicht für alle Ärzte!!!). Das menschliche Leben ist nichts wert in der BRD.
Es werden Kinder im Mutterleib getötet nur weil sie behindert sind - dabei könnte unsere Gesellschaft ohne Probleme sich um jedes Kind kümmern was auf die Welt kommt. Da unsere Gesellschaft das nicht macht und alles den Eltern aufbürdet lässt man den Ausweg Abtreibung. Und wer das nicht macht wird dann schon mal auf der Straße angeschnautzt, weil man sein Kind mit Down-Syndrom nicht abgetrieben hat. Geschieht im Jahr 2011.
Es werden Kinder im Mutterleib getötet nur weil sie unerwünscht sind. Weil sie nicht in die Lebensplanung passen. Würde ich meinen Nachbarn oder Kollegen umbringen weil er meine Lebensplanung durchkreuzt, dann komme ich ins Gefängnis. Bringe ich mein eigenes Kind im Mutterleib um, also einen Menschen der mich innig liebt wenn er auf die Welt kommt, dann ist es OK, ja wird sogar gefordert wenn ich zu wenig Geld habe um mein Kind den Luxus zu bieten der bei uns normal ist. Dabei könnten wir anbetracht der Bevölkerungsentwicklung dringend jedes Kind brauchen das abgetrieben wird.
Und es werden Kinder auf die Welt gebracht und es wird jede Hilfe verweigert. Nicht einmal Wärme gibt man den kleinen Wesen. Das ist nicht nur unterlassene Hilfeleistung, das ist viel schlimmer, das ist Folter. Und es ist ganz normal.

Wir blicken Arogant auf unsere Vorfahren zurück. Auf die Menschen im Mittelalter die wir als unterentwickelt bezeichnen, auf die Menschen im 3. Reich die wir als fehlgeleitet bezeichnen. Aber sind wir besser? Uns geht es besser, aber unsere Kinder, also die Menschen die uns absolute Liebe entgegen bringen, die töten wir. Und das sind Jahr für Jahr mehrere Millionen in Europa. So viele das die häufigste Todesursache keine Krankheit, sondern Abtreibung ist.
Im Vergleich zu den Menschen im Mittelalter sind wir primitiv, unterentwickelt und herzlos.

PS.: Ich empfehle jeden mal den ursprünglichen Eid des Hippokrates auf Wikipedia nachzulesen. Er wurde ziemlich entschäft, modernisiert nennt man das, also Menschenfeindlich.

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_stordyr_ 09.12.2011, 11:27
3.

Zitat von Leser161
Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt? Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.
Ist das so? Können Sie das Leid nachempfinden? und die Ungerechtigkeit, die diese Eltern empfinden müssen? Ich glaube kaum.
Die Reaktion ist zumindest nachvollziehbar... Ob man sie unterstützt, ist dann ein anderes Thema.
Schwierige Situation...

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masc74 09.12.2011, 11:37
4.

Zitat von Leser161
Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt? Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.
Das Recht zur Klage gibt den Eltern der Rechtstaat. Und es ist ein hohes Gut in Deutschland, dass sich niemand einfach auf "geltende Regeln" berufen kann. Gerade in Fällen, wo es um Leib und Leben geht, ist es geradezu zwingend für jeden dort Tätigen, die "geltenden Regeln" ständig zu hinterfragen und auf Tauglichkeit im Einzelfall zu prüfen.

Im Gegenteil, ich werfe dem klinischen Personal, auch der Hebamme, Hybris vor, ohne Mitsprache der Eltern über Leben und Tod des Kindes zu entscheiden. Sollte ihr Verhalten durch das Recht nicht gedeckt sein, so gehören alle Beteiligten verurteilt und bestraft.

So greife ich Ihren Satz verändert auf: Wo kämen wir dahin, wenn jeder einfach selbstgerecht über Leben und Tod entscheiden darf.

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Matzescd 09.12.2011, 11:37
5.

Zitat von Leser161
Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt? Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.
Ich musste gerade die Tränen zurückhalten beim lesen des Artikels.
Und wissen Sie was. Ich würde auch klagen.
Und das zu Recht!

Sie haben wohl keine Kinder?

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friesensportler 09.12.2011, 11:39
6.

Zitat von Leser161
Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt? Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.
Quatsch, nicht die Hebamme wird verklagt, sondern die Klinik!
Die Hebamme wird diese Aussage nur nach Rücksprache mit einem Arzt getroffen haben. Außerdem ist im weiterein Verlauf des Artikels auch noch die Rede von einer Ärztin, die zur Abtreibung rät.

Unabhängig davon ist das Vorgehen der Klinik und der behandelnden Ärzte, ein offensichtlich lebendes Frühchen ohne Versorgung dahin vegetieren zu lassen, ethisch und moralisch widerlich!

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control 09.12.2011, 11:40
7.

Zitat von Leser161
Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt? Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.
Erst einmal wird die Klinik verklagt und nicht die Hebamme.
Zweitens wird die Hebamme das wohl kaum selbst oder gar alleine entscheiden haben, sondern war nur Überbringer der traurigen Nachricht.
Drittens wo kommen wir denn dahin, wenn man keine Möghlichkeit hat sich rechtlich mit jemand anderem auseinanderzusetzen, wenn doch keine genaue Gesetzeslage vorhanden ist.

Nur weil jemand seinen Job macht, heißt ja nicht das der Job richtig gemacht wird, auch wenn wie üblich verfahren wird.
Hier geht es doch um einen Präzedenzfall für derartige Angelegenheiten.
Den Eltern muss erlaubt sein ihr Recht einzufordern, vor allem geht es der Mutter ja nicht um Geld (laut Artikel), sondern um eine klare Rechtslage.

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lawyer78 09.12.2011, 11:44
8.

Zitat von Leser161
Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt? Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.
So ein Blödsinn! Verklagen kann tatsächlich jeder jeden und das ist auch gut so. Ob derjenige, der klagt, allerdings recht bekommt, steht auf einem anderen Blatt. EUR 12.000,- für ein Menschenleben finden Sie eine hohe Schadenersatzforderung? Das ist es mitnichten. Im Übrigen muss die Hebamme das nicht aus eigener Tasche zahlen, sondern - wenn überhaupt - deren Berufshaftpflichtversicherung, die im Zweifel auch für den ach so teuren Anwalt (ca. EUR 1.600,- und steuerlich voll absetzbar) aufkommt. Und warum wird die Hebamme Ihrer Meinung nach einem Druck ausgesetzt? Wenn sie nichts falsch gemacht hat, hat sie auch nichts zu befürchten. Ist doch gut, wenn mal ein objektiver Dritter, also das Gericht, drauf schaut und alle Beteiligten Klarheit haben. Und: Möchten Sie sich als Gebährende einer solchen Hebamme aussetzen? Ich nicht.

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gmanfoo 09.12.2011, 11:45
9.

Zitat von Leser161
Wo kommen wir denn da hin wenn heute jeder jeden verklagen kann, wenn ihm etwas nicht passt? Für die Eltern ist es ein schrecklicher Unglücksfall, ihr Kind verloren zu haben. Aber die Hebamme hat doch nur ihren Job gem. der geltenden Regeln gemacht. Und jetzt wird Sie mit hohen Schadenersatzforderungen bedroht ggf. muss Sie sich einen teuren Anwalt nehmen, der nur vielleicht von der Klinik getragen wird, schliesslich sind Hebammen selbstständig. Was gibt den Eltern das Recht diese arme Frau solchen Druck auszusetzen, eigenes Leid kann für sowas keine Entschuldigung sein.

Sie haben wahrscheinlich keine Kinder und ansonsten wenig menschliche Regungen, wenn Sie den Verlust eines Menschenlebens und die Trauer der Eltern überhaupt mit dem beruflichen Druck und Verantwortung vergleichen wollen.

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