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Mein Leben als Apothekerin: Mein! Medikament! Jetzt! Sofort!
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Ein äußerst schwieriges Studium, erstaunlich viel Bürokratie und nur ein mittelmäßiges Gehalt: Eine Apothekerin berichtet - von "Dr. Google"-Erkenntnissen und Kunden, die Viagra ohne Rezept haben wollen.

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nite_fly 04.08.2017, 04:45
110. Gejammere auf hohem Niveau!

Ein Elektriker, der diesen Beruf heute im Handwerk lernt, wird von seinem Chef hauptsächlich zum "Schlitze-Klopfen" auf der Baustelle eingesetzt; Den Chef interessiert es absolut Null, ob sein AzuBi lernt, wie eine "Schütz-Wendesteuerung" funktioniert... Hauptsache, der kann billig Schlitze klopfen, oder Kabel verlegen!

Die Frage bei der ganzen Sache ist: Interessiere ich mich für diesen Beruf??
Wenn ja, dann ist das eben nicht eine Geschichte, die auf einen 8-Stundentag begrenzt ist, sondern die durchzieht mein Leben!
Habe fast zwei Jahrzehnte mit einer Diplom-Biologin, Fachrichtung "Pharmazeutische Biologie" verbracht, und für sie war das eben eine Passion, und nicht nur ein Job! Die Bezahlung war da eher nebensächlich...
Wobei die da wirklich gut ist, im Vergleich dazu, was ein einfacher "Lehrling" im Handwerk dafür leisten muss...
Aber Sie konnte mir Zusammenhänge und Details sehr gut erklären, und hat auch in ihrer Freizeit eigentlich immer "geforscht"... Sie fand sehr viele Dinge, die da in ihrem Fachbereich abliefen sehr "fascinating", und wollte die fast sofort genauer untersuchen.
Sie hat dann auch habilitiert, und ich habe ihr, in ihren nächtelangen, zermürbenden Analysen von irgendwelchen Heilkräutern (am Gas-Chromatographen), mit meinem IT-Wissen auch oft helfen können.
Doch meine Meinung ist:
Egal, ob im Handwerk, oder auch in akademischen Berufen:
Da gibt es immer solche und solche:
Der eine macht das, weil er es machen muss.
Der andere macht das, weil er das wirklich sehr gerne macht...
Und wer nicht zu zweiteren gehört, sollte sich lieber mal fragen, was der denn viel lieber tun würde...
Ich habe in meinem IT-betonten Beruf heute einen sehr geschätzten Kollegen, der eigentlich Doktor der Geisteswissenschaften ist, und es mittlerweile gar nicht mehr so gerne sieht, wenn man seinen Doktortitel nennt: Denn der ist ein As in unserem IT-Bereich!

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pyrex 04.08.2017, 08:10
111. Entschuldigung

Zitat von steffen.ganzmann
Erstens: Welche 2-Millionen-Einwohnerstadt? Wir sind die kleinste Grosstadt Deutschlands und das auch nur wegen der vielen Studenten.
ich wollte nicht Ihren Beitrag kommentieren, sondern den Beitrag von

"Stäffelesrutscher: Gut, dass Sie das Thema »Öffnungszeiten der Apotheken« anschneiden. Tagsüber fünf Stück auf 200 Metern im Einkaufszentrum und drum herum, aber nach 18:30 Uhr nix, niente, nada, nitschewo. Da darf man quer durch eine Zweimillionenstadt karriolen."

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pyrex 04.08.2017, 08:32
112.

Zitat von victoria101
... ich bin Ärztin und ich habe ein recht gespaltenes Verhältnis zu Apothekern. Denn ich bin der Meinung, dass sich die meisten Apotheker Den Job viel zu leicht machen. Die haben fünf Jahre lang studiert. Und hinterher geben Sie raus, was auf dem Rezept steht. Ganz klar: wir bekommen öfterverkehrte Rezepte zurück. Denn wir machen auch gelegentlich Fehler. Mich stört eher, dass der Apotheker im Gegensatz zu den Ärzten nicht haftbar gemacht. Wird für ein offensichtlich falsch dosiert es Medikament. Denn der Apotheker hat fünf Jahre studiert. Ich bin der Meinung, dass das Konzept Hausapotheke viel stärker betont werden sollte. Der Apotheker bekommt die gesamte Medikamentenliste und prüft die Wechselwirkungen. Aber dagegen wehren sich die Apotheke, denn dann könnte man tatsächlich habt haftbar gemacht werden. Und dagegen hat sich die Pharmalobby noch immer gewehrt -erfolgreich.
Ich bin Apotheker und habe auch ein gespaltenes Verhältnis zu Ärzten.

Ich bin der Meinung, dass sich viele den Job zu einfach machen. Sie haben 6 Jahre studiert incl. Promotion (der Dr.med. ist im Vergleich zu den anderen möglichen Dr.rer.nat./Dr.jur./Dr.phil. ein Witz!) und die Sprechstundenhilfe schreibt die Rezepte welche blind von den Ärzten/Ärztinnen unterschrieben werden. Entsprechendes Fehlerpotential inclusive. Der Apotheker ist sehr wohl haftbar für erkennbare falsche Dosierungen! ( https://www.vfa-patientenportal.de/aktuelles/news-aktuelles/2013-09-04-haftung-apotheker ). Besonders einfach machen es sich die Ärzte am Wochenende, was bei einigen schon Freitag um 13:00 Uhr beginnt; ganz zu schweigen von Brückentagen oder "Halbfeiertagen" (Heiligabend, Silvester) --> Erreichbarkeit sowohl für den Patienten als auch für den Apotheker geht gegen Null.
Ich wehre mich definitiv nicht gegen das Konzept der Hausapotheke (gab´s ja schon vor ein paar Jahren bei BEK-Versicherten --> tolle Sache), da der derzeitige von Ärzten gepflegte Medikationsplan ein Witz ist. 50% aller abgegebenen Arzneimittelpackungen sind OTC, so dass der derzeitige Medikationsplan nur die Hälfte der Patientenmedikation widerspiegelt. Und haftbar fühle ich mich bei der Abgabe eines OTC´s was mit einem mir nicht bekannten RX wechselwirkt jetzt schon. Da habe ich lieber einen Plan für die komplette Übersicht.
Übrigens habe ich ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Ärzten vor Ort, was immer zum Wohl des Patienten genutzt wird. Aber je weiter weg, bzw. je größer die Facharztpraxis desto problematischer das Verhältnis (sie oben).

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robeuten 04.08.2017, 10:40
113.

Sehen Sie, genau das meine ich: solides Halbwissen, und data base ersetzt eben kein wirkliches Verständnis - wer hier von welchem Roß absteigen muß?
Ja, auch Atorvastatin unterliegt CYP3A4, NUR: "Simvastatin undergoes more pre-systemic metabolism than atorvastatin. This results in lower bioavailability and simvastatin is therefore more susceptible to medicine interactions1."

Und genau deshalb ist Atorvastatin zwar hypothetisch der gleichen DDI unterworfen, nur in praxi findet sie kaum statt. Und, ja, drugs.com reflektiert dieses Wissen, was Ihnen offensichtlich fehlt. Und so wird aus "contraindication" ein "use with caution".
Übrigens, kleiner Tip: ich ENTWICKLE solches Zeugs...

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HarroVonLauerstein 04.08.2017, 11:06
114.

An die Kollegin "samierde" von Seite 10: Wir Ärzte haben einen Zugriff auf die Rote Liste, geht online mit dem DocCheck-Login. Habe ich auch schon mehrmals benutzt, auch als nicht klinisch tätiger Arzt.

Die CYP3A4-Hemmung wird bei uns nur als Gag mit Grapefruitsaft erwähnt, relevante Medis stehen da eher außen vor.

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Cascara LF 04.08.2017, 13:16
115. Augen auf bei der Berufswahl!

Zitat von flamingmo
Ich habe Produktionstechnik mit der Fachrichtung Luft- und Raumfahrttechnik studiert und mein Einstiegsgehalt betrug 1500€ Brutto. Also exakt den Mindestlohn. Das mein Studium sehr viel einfacher gewesen wäre bezweile ich auch.
Nun gut, SIe haben es studiert. Haben Sie auch einen Abschluß? Und die 1.500 Eur waren auch nicht ihr Praktikantensalär? Dann haben Sie allerdings etwas ganz entscheidendes falsch gemacht und sich für einen Hungerlohn anstellen lassen.

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Willi Wacker 04.08.2017, 13:26
116.

"Einfach kommentarlos Arzneimittel zu verkaufen, geht für mich gar nicht. "
Achtung, bitte nicht beleidigt sein. Aber einige Mittelchen gegen Dieses und Jenes kenne ich seit Jahrzehnten. Da will ich einfach keinen Kommentar. Nix. Nada.
Sie wollen freundlich sein, Sie sind freundlich. Was aber nicht jeder will. So wie ich.
Mit freundlichen Grüßen :))

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Pumuckl33 04.08.2017, 13:59
117. Unwissenheit und Polemik !

Viele der "Apothekenhasser" in diesem Forum zeichnen sich nur durch eines aus: Unwissenheit und Polemik !

Die Fakten: Apotheker haben als Kernfächer Pharmakologie und Pharmazeutische Technologie, einfach mal die Inhalte nachlesen, bevor man sich äußert. Die Beurteilung der Wirkungen und Wechselwirkungen ist also die Kernaufgabe, und massiv ausgepräkter als bei einem Mediziner.
Generika: Dieses beudeutet ausschließlich, daß die Inhaltsstoffe gleich sind, und nicht die Wirkung oder Freisetzung im Körper. Daher kann im Prinzip jedes Generikum anders wirken!
Bezahlung: Im Vergleich auch zur rechtlichen Haftung und den Diskussion, verursacht durch Besserwisser ohne Hintergrundwissen, ist ein Sch*rz.

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lachina 04.08.2017, 14:10
118. Apotheker sind in Ordnung:)

In Deutschland dürfen sie nur nicht zeigen, was sie können. In Spanien beraten Apotheker viel mehr, was Krankheiten angeht.
Bei kleineren Sachen spare ich mir den Arzt. Aber die Öffnungszeiten sind dort genau so eingeschränkt wie hierzulande. Fordere den "Apotheker- Späti" ;)

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elizar 04.08.2017, 14:21
119.

Zitat von flamingmo
Ich habe Produktionstechnik mit der Fachrichtung Luft- und Raumfahrttechnik studiert und mein Einstiegsgehalt betrug 1500€ Brutto. Also exakt den Mindestlohn. Das mein Studium sehr viel einfacher gewesen wäre bezweile ich auch.
Wenn sie sich nach so einem Studium mit so einem gehalt abgeben und nichtmehr verlangen, dann sind sie selber schuld.
Jeder doktorand an der uni verdient mehr, wohlgemerkt mit nur einer halben stelle.

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