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Mein Leben als Apothekerin: Mein! Medikament! Jetzt! Sofort!
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Ein äußerst schwieriges Studium, erstaunlich viel Bürokratie und nur ein mittelmäßiges Gehalt: Eine Apothekerin berichtet - von "Dr. Google"-Erkenntnissen und Kunden, die Viagra ohne Rezept haben wollen.

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pyrex 04.08.2017, 18:26
130. ...

Zitat von Dio_genes
Der Bericht bauscht halt die Tätigkeit sehr auf. In den meisten Apotheken - und ich war schon in vielen verschiedenen wegen unterschiedlicher verschriebener Medikamente - wird das Medikament aus dem alphabetisch beschrifteten Fach in der Lade rausgesucht, und verkauft. 90 Prozent der Tätigkeit besteht aus dieser Tätigkeit.
Ich war auch schon bei dem einen oder anderen Notar.
Aber zu behaupten 90% der notariellen Tätigkeit besteht im Vorlesen von Copy&Paste Verträgen, nur weil ich die Tätigkeiten im Hintergrund nicht sehe, ist mir noch nicht in den Sinn gekommen!

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robeuten 04.08.2017, 19:22
131.

Zitat von samierde
Selbstverständlich weiß ich, dass Atorvastatin, das über CYP3A4 verstoffwechselt wird, aber keinen ausgeprägten first-pass-effect hat oder aber die CYP 3A4-unabhängig metabolisierten Statine Pravastatin, Fluvastatin oder Rosuvastatin sicher mit Amlodipin gegeben werden können. Ich wollte ledliglich mal sehen, wie tief SIE in der Materie sind. Bravo! Ich weiß ja nicht, was Sie jetzt machen. Aber die wenigsten praktizierenden Ärzte interessieren sich großartig für derlei Finessen. Dass Atorvastatin Ihr Favorit ist ehrt Sie. Es holt auch langsam auf, da inzwischen generisch verfügbar. Aber nichts desto trotz sehe ich häufiger die Kombi Amlodipin/Simvastatin, statt das Problem einfach mit Atorvastatin, was ja ohnehin potenter ist, zu umgehen. Selbst nach Anfrage bei der Lipidsprechstunde der Charitè zur Bestätigung der Problematik sind viele Halbgötter in weiß nicht zu überzeugen. Meine Erfahrung!
Naja, an der Charitè sind eben auch nicht nur Spitzenkräfte tätig :-). Generell ist es halt in jedem Beruf so, daß es viel Mittelmaß, und wenige Topleute gibt, egal, ob Apotheker, Arzt, Geiger oder Müllwerker... ich verstehe mich übrigens eher als Medizinalingenieur denn als "Halbgott" ;-)

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samierde 04.08.2017, 20:21
132. Re re Robeuten

Na also, wenn die sich in der Lipidsprechstunde der Charitè nicht mit Cholesterinsenkern auskennen, dann weiß ich nicht wer.
Aber da haben Sie wohl recht. Es gibt immer solche und solche. In jedem Job.
Ich wollte nur darauf verweisen, dass mein Job recht mühsam ist, wenn Ärzte sich als Halbgötter fühlen. Die Erfahrung habe ich eben schon häufig gemacht.
Aber sehr wohl auch das ganze Gegenteil. Wenn ich gebeten werde, das richtige Präparat für die PEG-Sonde rauszusuchen, obwohl laut Datenbank keines zugelassen ist, dann ist das genau die Art Zusammenarbeit, die Sinn und Spaß macht. Der gestresste Arzt, häufig Einzelkämpfer mit vollem Wartezimmer, behandelt in Ruhe weiter und ich telefoniere derweil mit den medizinischen Abteilungen der Firmen und löse das Problem für ihn, da ich mich eben eher kurz mal rausziehen kann. Jeder macht das was er kann und allen ist geholfen.
?
Und keine Sorge. Ich verwechsle meinen Job keineswegs mit dem eines Arztes.
Ich bin kein Halb- und nichtmal ein Viertel-Mediziner, sondern Apothekerin. Und stolz drauf!

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robeuten 04.08.2017, 20:48
133.

Zitat von samierde
Na also, wenn die sich in der Lipidsprechstunde der Charitè nicht mit Cholesterinsenkern auskennen, dann weiß ich nicht wer. Aber da haben Sie wohl recht. Es gibt immer solche und solche. In jedem Job. Ich wollte nur darauf verweisen, dass mein Job recht mühsam ist, wenn Ärzte sich als Halbgötter fühlen. Die Erfahrung habe ich eben schon häufig gemacht. Aber sehr wohl auch das ganze Gegenteil. Wenn ich gebeten werde, das richtige Präparat für die PEG-Sonde rauszusuchen, obwohl laut Datenbank keines zugelassen ist, dann ist das genau die Art Zusammenarbeit, die Sinn und Spaß macht. Der gestresste Arzt, häufig Einzelkämpfer mit vollem Wartezimmer, behandelt in Ruhe weiter und ich telefoniere derweil mit den medizinischen Abteilungen der Firmen und löse das Problem für ihn, da ich mich eben eher kurz mal rausziehen kann. Jeder macht das was er kann und allen ist geholfen. ? Und keine Sorge. Ich verwechsle meinen Job keineswegs mit dem eines Arztes. Ich bin kein Halb- und nichtmal ein Viertel-Mediziner, sondern Apothekerin. Und stolz drauf!
P.S.: wo Sie die CH erwähnten (habe dort 13 Jahre klinisch gearbeitet):
1) der Apotheker bekommt zusätzlich zum Medikamentenpreis eine Beratungsgebühr (offiziell: "Medikamenten- und Bezugscheck") - explizit auch für die Interaktionskontrolle
2) der Arzt darf aber auch in vielen Kantonen selbst Medikamente abgeben (Praxisapotheke, "Selbstdispens") - sehr angenehm, wenn man dann nicht noch eine Apotheke suchen muß...
Das funktioniert aber nur in einem System, welches nicht total "auf Kante" genäht ist - in Schland ist ja jeder des anderen Feind :-(

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optional_22 05.08.2017, 10:27
134. Haben wir nicht....

Die teuersten Medikamente EU-weit.?
Vlt. Ist dieser Betandsgeschűtzte Bereich auch ein Preistreiber.

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thorsten35037 05.08.2017, 13:45
135.

Zitat von m.spohn
So eine/n gute/n Apotheker/in hätte ich gerne hier bei uns! Ich wollte einen Hustensaft ohne Süßstoffe, weil mein Sohn allergisch auf Aspartam und andere Süßstoffe reagiert. Aber zwei Apotheker waren anscheinend zu bequem, um nach einem passenden Hustensaft zu suchen. Und wenn man laktosefreie Medikamente benötigt, weil man laktoseintolerant ist, wird man auch nur blöd angeschaut! Gibt also solche und solche ...
Heutzutage sind ja fast alle Menschen intolerant: gegen Lactose, Glucose, Fleisch, Codein, Hunde, Katzen, Diesel, usw.
Da können einem die armen Apotheker schon fast wieder leidtun.

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steffen.ganzmann 05.08.2017, 13:57
136. Haben wir auch nicht.

Zitat von optional_22
Haben wir nicht.... Die teuersten Medikamente [...]
Gehen Sie mal in eine schweizer Apotheke. Dort lies ich mir fast alle meine Medikamente trotz des löblichen schweizer Ärzterabattes via Internationale Apotheke aus Deutschland besorgen. Sicherlich nicht ohne Grund.

Aber auch in Luxemburg werden Sie sich wundern: Viel verschriebene Medikamente sind dort billiger als hier, ok. Aber kaufen Sie mal etwas für die luxemburger Medizin eher Exotisches und der Preis wird Sie umhauen! Das Einzige, was Sie dann noch mehr entsetzen wird, ist, wenn Sie jetzt auf Ihre Uhr schauen und wissen, dass selbst, falls Sie den nächsten Zug nach Deutschland noch erreichen würden, in Trier angekommen alle Apotheken dort schon geschlossen hätten!

Aber dafür sehen die meisten luxemburger Apotheken wenigstens von Innen aus wie der Spiegelsaal von Versailles ...

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napoleonwilson 05.08.2017, 18:19
137. Warum keine Apotheke eröffnet ???

In meinem Bekanntenkreis sind 2 Apotheker. Beide Millionäre. Mit jeweils eigener Apotheke . Villa in Seefeld und Villa in Starnberg. Nicht unbedingt glücklich, aber zufrieden und unbelastet mit wirtschaftlichen Sorgen. So schlecht ist der Job nicht. Als Angestellte gibt es aber deutlich attraktivere Möglichkeiten sein Auskommen zu sichern.

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