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Merkels FDJ-Zeit: Sozialdemokraten über Grass-Äußerungen empört
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Unerträglich findet SPD-Ministerpräsident Sellering die Äußerungen von Grass. Der hatte auf einer Wahlkampfveranstaltung die Kanzlerin Merkel wegen ihrer DDR-Vergangenheit angegriffen. Sozialdemokraten sind entsetzt. Grass: SPD über Merkel-Äußerungen empört - SPIEGEL ONLINE

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DMenakker 28.06.2013, 14:12
150.

Zitat von jugendmauer
wenn ein Schriftsteller und Intellektueller schon nicht mehr sagen darf was er will und sogar von der Opposition dafür kritisiert wird dann ist etwas faul in der SPD/Demokratie.
Sie meinen mit Intellektuellen aber nicht Grass? Der ist nicht inellegduell, der ist nur noch Dummbabbler, und das schon sehr sehr lange.

Und wissen Sie was, gerade dass man selbsternannte Indelidingsda auch kritisieren darf, ggf. auch sehr hart kritisieren darf gehört genauso zur Demokratie, wie die traurige Tatsache, dass der Seehundschnäuzer immer noch täglich seinen Senf absondert.

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clausbremen 28.06.2013, 14:17
151. Das ist die demagogische Verirrung ...

... eines senilen Greises. Literarische Meriten schützen halt nicht vor Torheit und dürfen vor allem nicht den Blick auf die eigene, fragwürdige Vergangenheit trüben. Si tacuisses, großer Dichter.

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realpolitiker 28.06.2013, 14:23
152. was stimmt denn nicht?

Zitat von sysop
Unerträglich findet SPD-Ministerpräsident Sellering die Äußerungen von Grass. Der hatte auf einer Wahlkampfveranstaltung die Kanzlerin Merkel wegen ihrer DDR-Vergangenheit angegriffen. Sozialdemokraten sind entsetzt.
Was stimmt denn an den Aussagen von Herrn Grass nicht?
Geht es heute etwa nach dem Motto "was nicht sein kann, auch nicht sein darf"?
Ich denke, unsere Brüder und Schwestern in der DDR praktizierten neben China und Albanien den schlimmst fanatischen Kommunismus in Europa (was heute natürlich ausgeblendet wird). Dagegen waren die Verhältnisse in Polen, Ungarn, der Tschechei und sogar Russland bedeutend gemäßigter.
Aber das liegt vielleicht an der bekannten deutschen Gründlichkeit.

Allein die niederträchtige und verächtliche Behandlung sowie Schikanierung von Westreisenden auf den damaligen Transitstrecken spricht für sich.
Ich selbst habe als Schüler bei einem Besuch der Zonengrenze bei Ratzeburg erlebt, wie unsere Schulklasse aus der Distanz von DDR-Grenzorganen angepöbelt und fotografiert wurde. Dann gibt es noch die Todesschüsse an der Berliner Mauer. Da wäre es doch mal interessant zu wissen, wieviele Vorfälle (das Erschießen von eigenen Bürgern) es an den Grenzen von Polen, Ungarn ff. gegeben hat.

Heute ist das alles offensichtlich nicht mehr wahr - oder?
Ich als Westbürger respektiere jeden ehemaligen DDR-Bürger, der Widerstandskämpfer, Regimekritiker war und vielleicht auch nur passiv mitgelaufen ist, denn was kann der kleine Mann schon gegen die Obrigkeit ausrichten - aber es tut mir leid - Aktivisten, Denunzianten, SED-Funktionäre und Profiteure des Regimes (z.B. mit der Möglichkeit von Auslandsreisen und Bevorzugung bei Job und Ausbildung) sind mir einfach unsympathisch!

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Incubus6 28.06.2013, 14:24
153.

Wie schrieb die "Die Welt" über Grass

"Nicht ganz dicht, aber ein Dichter"

kann man nach dieser Aussage wieder nur unterstreichen.

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Pless1 28.06.2013, 14:30
154. Grass-Bashing

Ich finde die Empörung hier sehr übertrieben. Man kann Herrn Grass Recht geben, ohne damit die Kanzlerin zu diskreditieren. Natürlich hat sie in ihrer DDR-Biographie "Anpassung" gelernt - ja lernen müssen. Natürlich hat sie sich dort zum Teil opportunistisch verhalten - wer will darüber aber den Stab brechen?

Denn seien wir ehrlich: solche Anpassung lernt man auch in den Jugendorganisationen ALLER (!!) westlichen Parteien. Nur wer rasch ein Gespür dafür entwickelt, was mehrheitsfähig ist, wird dort längerfristig erfolgreich sein und sich für Führungsaufgaben in der Gesamtpartei positionieren können.

Gerade weil Grass persönliche Erfahrungen mit solchen Mechanismen hat ist er hier durchaus kompetent. Das ganze Theater um diese Äußerung zeigt nur wieder einmal, dass wir mit unseren Biographien nicht sachlich umgehen können: ja, viele Menschen haben sowohl in der braunen wie in der roten Diktatur Prägungen erfahren, die auch in der Demokratie für das persönliche Fortkommen nutzbringend sind. Das ist einfach Fakt. Fakt ist im Übrigen auch, dass diese Fähigkeiten teilweise sogar nutzbringend für das Gemeinwohl einsetzbar sind, obgleich sie von den "Lehrmeistern" einst nicht dazu vorgesehen waren.

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ossimann 28.06.2013, 14:34
155. So ist es .......

Zitat von leser47116352
was soll die empoerung, der mann hat doch recht.
Wenn es darum geht den "linken Gedanken" auszutreiben ist das unter der Nase reiben der "DDR-SED-FDJ-Stasi-Stacheldraht" Nimbus das Mittel der ersten Wahl . Wenn die Rolle der Ex FDJlerin Merkel zur Sprache kommt wird abgeschottet . Es ist doch längst bewiesen das man mit der ExDDR auf vielen Gebieten sich in einvernehmlicher Zusammenarbeit so manche goldene Nase verdient hat . So mancher strammer Stasi oder Genosse ist jetzt mit anderen Parteiabzeichen den neuen System linientreu ergeben . Da drückt man alle Augen zu , nur wer nicht seine Fahne in den Wind hängt und zu seinen Standpunkt steht ist im Visier der Obrigkeit und der Presse . Was das System "Fahne in den Wind hängen" betrifft ist ja Frau Merkel eine Meisterin des Fachs . Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell bei ihr die Meinung von heute , morgen schon das dumme Geschwätz von gestern ist .

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nobuemi 28.06.2013, 14:35
156. Die Meinung offensiv verteidigen,

das würde den SPD Mitgliedern gut anstehen. Haben alle Angst, sich mit der CDU auseinander zu setzen? Der Mann hat doch recht! Da gibt es nichts hinzuzufügen oder gar das Ganze zu verschweigen!

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gernotkloss 28.06.2013, 14:45
157. Honni soit qui mal y pense.

Ich kann die Aussagen von Herrn Grass nicht bewerten. Augenfällig aber ist, dass sich Frau Merkel politisch genau so verhält wie Herr Grass es beschrieben hat.

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hajo58 28.06.2013, 14:45
158. Wir auch

@ realpolitiker

Meine Frau und ich waren zwischen 1980 und 1988 zehnmal in der DDR
(Leipzig) und sind nicht ein einziges Mal schikaniert worden.
Die Bundesregierung hatte damals ein Papier herausgegeben mit bestimmten Verhaltensweisen. Hielt man sich an den Inhalt dieses Papieres, wurde man in Ruhe gelassen. Ein Papier übrigens, das man sich auch für andere Reisen ins westliche Ausland gewünscht hätte.
Natürlich mussten die besser wissenden und arroganten Wessis immer den "Dicken" machen. Die fast logische Folge war eben Schikane!
Ich stimme aber dem größten Teil Ihrer Ausführung zu, gebe aber zu bedenken, dass manche von Ihnen angesprochen Verhaltensweisen auch auf uns Westdeutsche zu 100% zutreffen.

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catommxiii 28.06.2013, 14:47
159. und ...?

Grass war in einer entsetzlichen Zeit in der SS. Er war damals ein ganz junger Mann, der in die NS-Zeit hineingewachsen war. Nicht jeder hatte die Möglichkeit, wie Willy Brandt
in ganz jungen Jahren, dieses Land
verlassen zu können. Das zu Grass'
Vergangenheit.
Was ist gegen seine Äußerung über die Mme Merkel zu sagen? Was ist daran falsch? Der Kanzlerin kann man wahrhaftig keinen kritischen,
gar oppositionellen Geist attestieren. Weder im neuen vereinigten Deutsch-
land, noch zu DDR-Zeiten. Im übrigen, so unterschiedlich waren die Deutschen in Ost u.West nicht. Die einen hatten Pech gehabt, die anderen Glück - als das Fell des Altreichs verteilt wurde. Kohl hat es selbst in einem Anfall von Ehrlichkeit einmal zugegeben - er wisse nicht, was aus ihm geworden wäre, wenn er nicht in Ludwigshafen sondern
(wie seine Frau Hannelore) in Leipzig
aufgewachsen wäre.

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